Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk


Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (kurz ELES) ist das jüngste der zwölf großen Begabtenförderungswerke, die im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Studenten und Promovierende materiell und ideell unterstützen sollen. Das erst 2008 eingerichtete ELES hat sich dabei auf jüdische deutsche und EU-Studenten spezialisiert. Schirmherrin des Werkes ist nicht zuletzt auch deshalb die ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch. Vorsitzender ist der Potsdamer Professor und ehemalige Landesrabbiner Walter Homolka. Namensgeber für das Studienwerk ist der Religionswissenschaftler und Historiker Ernst Ludwig Ehrlich (1921-2007), einem der Vorreiter des christlich-jüdischen Dialogs der Nachkriegszeit. Ihm zu Ehren vergibt das ELES auch eine nach ihm benannte Medaille.

Der ELES ist bei der Auswahl und auch während der Föderung ihrer Stipendiaten deren Einstellung zur jüdischen Kultur und Tradition besonders wichtig. Jeder Stipendiat des ELES sollte bestrebt sein, die jüdische Gemeinschaft in Deutschland und Europa in Zukunft mitzugestalten und dabei Verantwortungsbewußtsein und Dialogfähigkeit zu beweisen.

Um vom ELES gefördert zu werden, muss man der jüdischen Glaubensgemeinschaft angehören und sich zu den entsprechenden Werten bekennen. Ferner werden nur deutsche oder andere EU-Bürger oder Bildungsinländer nach §8 des BaföG für ein Studium an einer anerkannten Universität oder Hochschule innerhalb der EU und der Schweiz gefördert. Potentielle Bewerber sollten neben herausragenden Schul- oder Studienleistungen auch überdurchschnittlichen Einsatz im öffentlichen und sozialen Bereich bewiesen haben. Das ELES legt sehr viel Wert auf gemeinnützige Arbeit.

Die Bewerbung beim ELES erfolgt schriftlich durch die Absendung der ausgefüllten Bewerbungsunterlagen. Neben einem Lebenslauf und dem obligatorischen Motivationsschreiben müssen sowohl akademische Gutachter als auch ein Vertreter einer jüdischen Institution Empfehlungen ausstellen. Auswahlausschüsse prüfen jede Bewerbung sorgfältig. Bei Eignung wird man zu einem Gesprächsseminar eingeladen, nach dem über eine Föderung entschieden wird.

Die finanzielle Förderung des Bundesministeriums ist für alle Begabtenförderungswerke einheitlich und beträgt für Studenten in Abhängigkeit des elterlichen Einkommens maximal 585,- Euro im Monat. Hinzu kommen 80,- Euro Büchergeld. Die Förderung gilt bis zu einem berufsqualifizierenden Abschlus, kann aber bei Bachelorstudenten auf den Masterstudiengang ausgedehnt werden. Für Promovierende gilt der einheitliche Satz von 1.050,- Euro plus mögliche Zusatzbeträge für Familienmehrkosten wie etwa Kinderbetreuung. Das ELES ermutigt seine Stipendiaten zu Auslandsaufenthalten und unterstützt gegebenenfalls auch die Kosten von Auslandssemestern, Praktika und Sprachkursen. Neben der materiellen Förderung betreut das Studienwerk seine Stipendiaten auch durch Vertrauensdozenten und bietet spezielle Sommerakademien zum Austausch mit anderen Studenten sowie mit namhaften Vertretern der jüdischen Gemeinschaft an.

 

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