Evangelisches Studienwerk Villigst
Das evangelische Studienwerk Villigst e.V. ist eines der zwölf Begabtenförderungswerke, die im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung akademische Stipendien vergeben. Es hat seinen Sitz im Haus Villigst im nordrhein-westfälischen Schwerte und fördert bereits seit 1948 den christlich-protestantischen Nachwuchs in der Bundesrepublik. Das Werk wird von den evangelischen Landeskirchen getragen, aber auch durch Mittel aus der Stiftung Evangelische Begabtenförderung finanziert. Die Stipendien selbst kommen aber wie bei allen Begabtenförderungswerken aus dem Haushalt des Bundesministeriums.
Eine der grundlegenden Anforderungen an einen Stipendiaten des evangelischen Studienwerkes ist der gelebte christliche Glaube. Dieser sollte nicht nur den rein privaten Bereich umfassen, sondern sich auch in der gesellschaftlichen Funktion beziehungsweise deren Ausübung widerspiegeln. Zu den bekanntesten ehemaligen Stipendiaten gehören der ehemalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf, der ehemalige Bremer Bürgermeister Henning Scherf, Schriftsteller Bernhard Schlink und Publizist Roger Willemsen.
Eine Bewerbung für das Förderprogramm des evangelischen Studienwerkes erfolgt in der Regel initiativ durch Zusendung eines Motivationsschreibens, eines Lebenslaufes und einiger Gutachten diverser Lehrer und Hochschuldozenten. Formelle Zulassungsbeschränkungen sind die notwendige konfessionelle Zugehörigkeit zum evangelischen Glauben sowie die Höchstgrenze von fünf bereits absolvierten Hochschulsemestern. Ein Teil der Bewerber wird dann zu einem Kennenlern-Wochenende in das Haus Villigst eingeladen, wo dann nach einer Reihe von Einzel- und Gruppengesprächen entschieden wird, ob eine Aufnahme in das Förderprogramm erfolgt. Bewerber für ein Promotionsstipendium müssen ebenfalls zu einem persönlichen Gespräch anreisen und zudem möglichst detailliert ihr Forschungsvorhaben skizzieren. Ausländische Interessenten für das Europastipendium des Werkes müssen sehr gute Deutschkenntnisse nachweisen.
Die finanziellen Mittel der Stipendien werden aus öffentlichen Geldern durch das Bundesministerium bereitgestellt. Deswegen erhalten alle Stipendiaten einheitlich berechnete Sätze von höchstens 585,- Euro monatlich. Hinzu kommen 80,- Euro Büchergeldpauschale sowie unter bestimmten Bedingungen eine Reihe von zusätzlichen Aufwendungen für Sachmittel, Reisekosten oder Studiengebühren. Promovierende erhalten einheitlich 1.050,- Euro plus 100,- Euro monatliche Forschungskostenpauschale sowie im Bedarfsfall Familienzuschüsse. Derzeit werden etwa 800 Studiumsstipendien und circa 200 Promotionsstipendien gewährt.
Neben den finanziellen Förderungen ermöglicht das Studienwerk auch die Teilnahme an einer Reihe von Veranstaltungen und Seminaren sowie die Beteiligung an Gremien und Kommissionen des Studienwerks selbst, das eine starke Beteiligung an internen Prozessen und Entscheidungen durch die Stipendiaten vorsieht. Des Weiteren wird in diesem Förderprogramm viel Wert auf Betreuung gelegt. Jeder Hochschulort beherbergt einen Vertrauensdozenten und auch der Pfarrer des Studienwerkes steht zu persönlichem Kontakt zur Verfügung.







Hallo,
der Eintrag zu unserer Einrichtung ist nicht mehr aktuell. An welche Mailadresse darf ich eine aktualisierte Fassung senden?
Freundliche Grüße,
A.Hoffmann