Friedrich Ebert Stiftung
Die der SPD nahestehende Friedrich Ebert Stiftung (FES) gehört nicht nur zu den zwölf Begabtenförderungswerken des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, sondern ist auch die älteste und größte parteinahe Stiftung des Landes. Die FES hat ihren Sitz in Bonn und besteht seit 1925. Sie wurde wenige Tage nach dem Tod des Namenspatrons Friedrich Ebert (1871-1925, ehemaliger deutscher Reichskanzler) auf dessen Anregung hin gegründet. Zweck der Stiftung war und ist es „jungen und befähigten Proletariern Beihilfen für einen Studiengang an staatlich anerkannten Instituten“ zu gewähren (Quelle: SPD-Jahrbuch 1926). Seit der Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg engagiert sich die FES vorrangig bei Studienförderung und der demokratischen Entwicklungshilfe und wird zu einem Großteil aus Steuergeldern finanziert. Vorsitzender der Stiftung ist seit 2010 der ehemalige Bundesminister der Verteidigung Peter Struck.
Wie die meisten anderen Begabtenförderungswerke legt auch die Friedrich Ebert Stiftung höchsten Wert auf das gesellschaftspolitische Engagement seiner potentiellen Stipendiaten. Allerdings müssen die Bewerber auch überdurchschnittliche Leistungen im Studium nachweisen. Der hohe Anspruch der Stiftung im Bereich der Studienförderung hat dazu geführt, dass 90% der geförderten Studenten ihr Examen mit einem Prädikat ablegen. Eine Bewerbung erfolgt ohne feste Fristen durch ein Online-Formular. Daraufhin sind zwei Gutachten durch Dozenten sowie Nachweise des gesellschaftlichen Engagements notwendig. Nach persönlichen Auswahlgesprächen fällt der Fachausschuss dann eine Entscheidung über die Fördermöglichkeiten.
Die finanzielle Förderung der Friedrich Ebert Stiftung richtet sich nach den Berechnungsgrundsätzen des BaföG, da die Mittel aus dem Haushalt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung stammen. Deshalb beträgt die Höchstförderung für ein reguläres Erststudium 585,- Euro plus Büchergeld und möglichen Familienzuschlägen. Die FES bietet mit dem Sonderprogramm „Stipendium auf Probe“ auch Erstsemestern die Möglichkeit zur Förderung. Beweisen sich diese, werden sie in das reguläre Programm übernommen. Promovierende erhalten einheitlich 1.050,- Euro plus Forschungskostenpauschale und Familienzuschläge. Die Stiftung ermutigt ausdrücklich auch ausländische Studierende zur Bewerbung. Die Förderung ist jener der deutschen Teilnehmer absolut gleichwertig.
Neben den finanziellen Förderungen unterstützt die FES ihre Stipendiaten auch ideell, vorrangig mit gesellschaftspolitischen Seminaren und Konferenzen sowie berufsqualifizierenden Veranstaltungen. Betreut werden die Teilnehmer des Förderprogramms durch Referenten und die Mitglieder der jeweiligen Hochschulgruppen vor Ort. Seit 1971 existiert zudem ein Solidaritätsfonds, durch den ausländische Studierende unterstützt werden, die aus politischen, ethnischen oder religiösen Gründen verfolgt werden.
Die Friedrich Ebert Stiftung engagiert sich zusätzlich zum Auftrag der Studentenförderung noch für eine Reihe weiterer bildungspolitischer Aufgaben. Dazu gehört ein landesweites Netzwerk an Einrichtungen und Projekten zur politischen Bildungsarbeit sowie die FES-Journalisten Akademie.






