Hans Böckler Stiftung


Die Hans Böckler Stiftung (HBS) ist eine Einrichtung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zur Forschung und Studienförderung und zudem eines der zwölf Begabtenförderungswerke, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bei der Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs finanziell getragen werden. Die Stiftung mit Sitz in Düsseldorf ist nach dem ersten Vorsitzenden des DGB benannt und wird derzeit von Prof. Dr. Heide Pfarr, Dr. Wolfgang Jäger und Nikolaus Simon geleitet. Die HBS entstand 1977 aus dem Zusammenschluß der Hans Böckler Gesellschaft und der Stiftung Mitbestimmung, wobei letztere schon seit 1954 begabte, aber sozial benachteiligte Arbeiterkinder förderte. Die Stiftung finanziert sich sowohl aus Aufwendungen von Gewerkschaftsmitgliedern als auch durch Spenden. Die Stipendien werden jedoch wie bei allen anderen Begabtenförderungswerken auch durch Mittel des Bundeshaushaltes bestritten.

Zu den Hauptaufgaben der HBS gehört die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Forschung. Hierzu wurden 1995 das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) und 2005 das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) gegründet, an denen namhafte Wissenschaftler forschen und publizieren. Das Stipendienprogramm der Hans Böckler Stiftung ist eines der größten in Deutschland. Derzeit werden über 2.000 Studenten und Promovierende gefördert und mehr als 14.000 Altstipendiaten stehen durch das Ehemaligen-Netzwerk noch immer miteinander und mit der HBS in Kontakt. Die Stiftung legt großen Wert darauf, vor allem Studierenden mit niedriger sozialer Herkunft ein unbeschwerteres Studium zu ermöglichen. Mehr als 60% der Geförderten kommen aus Familien ohne akademischen Hintergrund. Zudem beträgt der Frauenanteil 51% und der Anteil der Studenten mit Migrationshintergund fast 25%.

Wer sich für ein Stipendium der Hans Böckler Stiftung interessiert, sollte neben herausragenden schulischen oder studentischen Leistungen vor allem gesellschaftspolitisches Engagement und wenn möglich die Mitwirkung in einer gewerkschaftlichen Organisation vorweisen. Doch auch ohne Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft ist eine Förderung möglich, soweit der Bewerber mit den Idealen des DGB übereinstimmt. Zu Absolvieren ist in jedem Fall ein mehrstufiges Auswahlverfahren, zu dem auch Gespräche mit einem Vertrauensdozenten sowie mit der örtlichen Stipendiatengruppe gehören. Bei der Vergabe von Promotionsstipendien spielt auch die gesellschaftliche Relevanz des Promotionsthemas eine Rolle. Hier werden in der Regel meist wirtschafts- oder sozialwissenschaftliche Arbeiten gefördert.

Die materielle Förderung erfolgt auch bei der HBS nach den Vorgaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Studenten erhalten in Abhängigkeit vom Einkommen der Eltern monatlich maximal 585,- Euro sowie eine Büchergeldpauschale. Im Bedarfsfall kommen noch Zuschläge für Kinder hinzu. Doktoranden erhalten einheitlich 1.050,- Euro sowie eine Forschungskostenpauschale von 100,- Euro im Monat und gegebenenfalls weitere Zuwendungen für Kinderbetreuung und Familie. Der Hans Böckler Stiftung ist es sehr wichtig, bei ihren Stipendiaten neben den rein fachlichen Kenntnissen auch die allgemeine soziale Verantwortung zu schulen. Deshalb bietet sie neben der finanziellen auch eine idelle Förderung. Dazu gehören Studienberatungen, Seminare und Vorträge, die Vermittlung von Arbeitsgruppen und Praktika sowie ein Mentorenprogramm durch das Netzwerk der Ehemaligen.

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 0 (from 0 votes)
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Twitter
  • RSS
  • Google Bookmarks

Sie haben Fragen, Anregungen rund ums Fernstudium?
Fragen Sie uns ...