Rosa Luxemburg Stiftung
Die Rosa Luxemburg Stiftung Gesellschaftsanalyse und Politische Bildung e.V. (kurz RLS) ist eine deutsche Stiftung zur politischen Bildung und Förderung und steht der Partei „Die Linke“ nahe. Der Verein entstand 1990 und wurde zwei Jahre später von der PDS offiziell als parteinaher Verein anerkannt. Die RLS vertritt und fördert den demokratischen Sozialismus und unterhält zum Zwecke der politischen Bildungs- und Überzeugungsarbeit mehrere Regionalbüros in Deutschland, Lateinamerika, Europa, dem Nahen Osten und Ostasien. Benannt wurde die Stiftung nach der 1919 ermordeten marxistischen Theoretikerin und Autorin Rosa Luxemburg, die als führende Vertreterin des europäischen Sozialismus im frühen 20. Jahrhundert gilt. Der Sitz der Stiftung befindet sich im Ostteil Berlins in der Nähe des Ostbahnhofes.
Das Studienwerk der Rosa Luxemburg Stiftung vergibt seit 1999 Stipendien an begabte Studenten und Promovierende und ist eines der zwölf großen Begabtenförderungswerke, die mit den Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstützt werden. Das Förderprogramm richtet sich an junge Menschen, die neben außerordentlichen Schul- und Studienleistungen auch über hohes politisches und gesellschaftliches Engagement verfügen und sich den Werten der linken politischen Strömung in Deutschland verbunden fühlen. Ziel der Stiftung ist es, zur Demokratisierung politischer Willensbildung, zu sozialer Gerechtigkeit und Solidarität sowie zur Überwindung patriarchaler, ethnischer und nationaler Unterdrückung beizutragen. Die Auswahl der Studierenden erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren, das unter anderem auch Gespräche mit Vertrauensdozenten vorsieht. Die letztliche Entscheidung trifft der zwanzigköpfige Auswahlausschuss.
Die finanzielle Förderung für die Stipendiaten wird aus Bundesmitteln bereitgestellt und richtet sich folglich nach einheitlichen Bestimmungen für alle zwölf Begabtenförderungswerke. Studierende werden je nach Einkommen der Eltern mit einer monatlichen Zuwendung von maximal 585,- Euro bedacht. Hinzu kommen eine Büchergeldpauschale von 80,- Euro und mögliche Zuschüsse für Mehrkosten durch Kinder. Promovierende erhalten unabhängig vom Elternhaus pro Monat 1.050,- Euro sowie 100,- Euro Forschungskostenbeihilfe. Auch hier gibt es im Bedarfsfall zusätzliche Hilfe für Kinderbetreuungskosten. Die Stiftung bevorzugt im Übrigen bei gleicher Eignung Frauen, sozial Bedürftige und Menschen mit Behinderungen, um die gesellschaftliche Gleichberechtigung in Deutschland zu unterstützen.
Neben der rein materiellen Unterstützung bietet die RLS auch ein breit gefächertes ideelles Förderprogramm an. Dazu gehören Einführungsseminare, eine Ferienakademie und Doktorandenseminare, in denen aktuelle politische und gesellschaftliche Themen diskutiert werden und die Teilnehmer sich fachlich und methodisch austauschen können. Es gibt außerdem die Möglichkeit, an Bildungsreisen ins Ausland, an eigeninitiativen Arbeitskreisen sowie an der politischen Arbeit der Linken auf Länder- und Bundesebene mitzuwirken.






