Studienstiftung des Deutschen Volkes
Die Studienstiftung des Deutschen Volkes (SDV) ist das größte und älteste der zwölf Begabtenförderungswerke in Deutschland und hat seit der Gründung 1925 in Dresden mehr als 50.000 Studenten und Nachwuchswissenschaftler gefördert. Jährlich kommen etwa 3.000 neue Stipendiaten hinzu. Die Studienstiftung versteht sich als unabhängig von politischen oder religiösen Strömungen und hat als alleinige Aufgabe die „Förderung der Hochschulbildung junger Menschen, deren hohe wissenschaftliche oder künstlerische Begabung besondere Dienste für die Gesellschaft erwarten lassen“. Finanziert wird die SDV, deren Sitz Bonn ist, durch öffentliche Gelder aus Bund, Ländern und Kommunen sowie durch andere Stiftungen und über 6.000 private Spender.
Die hohe Zahl der Geförderten wird dadurch relativiert, dass nur ein Bruchteil von ihnen ein Vollstipendium bekommt. Etwa die Hälfte erhält lediglich ein Büchergeld. Interessant ist, dass etwa 80% der Stipendiaten aus akademischen Familien kommen. Nichtsdestotrotz ist die Studienstiftung der wichtigste Ansprechpartner für die finanzielle und ideelle Unterstützung in Studium und Promotion. Zwar ist eine Selbstbewerbung neuerdings auch möglich, doch in der Regel erfolgt das Bewerbungsverfahren auf den Vorschlag der Schule, eines Professors oder Prüfungsamtes oder in Folge des Gewinns eines Bundeswettbewerbes, etwa „Jugend forscht“.
Da auch die Finanzierung der Stipendien der SDV durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung erfolgt, gilt für Studierende ein Höchstsatz von 585,- Euro im Monat plus 80,- Euro Büchergeld und bei Anspruch weitere Gelder für Kinderbetreuungskosten. Promovierende erhalten einheitlich 1.050,- Euro sowie eine monatliche Forschungskostenpauschale von 100,- Euro und bei Bedarf Zuschüsse für die Familie. Diese betragen in der Regel zwischen 155,- und 255,- Euro und orientieren sich an den Richtlinien des Bundesministeriums. Neben den Geldmitteln veranstaltet die Studienstiftung wissenschaftliche Kollegs und eine Reihe von Sommerakademien zum Austausch und zur Durchführung eigener Forschungsprojekte mit renommierten Dozenten.
Die Studienstiftung des Deutschen Volkes führt eine ganze Reihe spezieller Stipendienprogramme durch, um gezielt Nachwuchs in besonderen Bereichen zu fördern. Das Carlo-Schmid-Programm organisiert zum Beispiel Praktika bei internationalen Organisationen und EU-Institutionen, um Studenten auf eine Tätigkeit in der multinationalen Verwaltung vorzubereiten. Außerdem gibt es Auslandsprogramme mit chinesischen, japanischen, osteuropäischen und us-amerikanischen Universitäten, eine Reihe von speziellen Promotionsprogrammen, eine Ausbildung für Nachwuchsjournalisten, diverse Masterprogramme und das Studienkolleg zu Berlin, das sich mit Themen der europäischen Geschichte, Kultur und Politik befasst.






