Gehaltsvorstellungen

Gehaltsvorstellungen

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Zu einem Vorstellungstermin eingeladen zu werden, nachdem man womöglich bereits einen echten Bewerbungsmarathon hinter sich gebracht hat, ist der letzte Schritt, den Traumjob auch zu bekommen. Nun hat man die ersten schweren Hürden geschafft, die extravagante Bewerbungsmappe mit all den Umständen, die sie dem Bewerber beschwerte, hat nachweislich den potentiellen neuen Arbeitgeber überzeugt. Nun muss man das auch mit seiner Persönlichkeit im Gespräch beim sehr wichtigen Ersteindruck schaffen. Auch hier ist das Eis gebrochen, wenn der erste Schritt getan ist: Alle Hände sind geschüttelt worden, man wird nach seinen Personalien befragt und darüber hinaus über die eigene Intention, warum man sich selbst als geeignet für die zu besetzende Stelle hält. Auch diesen Teil des Bewerbungsverfahrens übersteht man gut, wenn man authentisch und seriös bleibt. Doch dann kommt meist eine Frage, die die meisten Bewerber sehr ins Wanken bringt: “Wie sind Ihre Gehaltsvorstellungen?” – Diese Frage ist ausgesprochen unangenehm, viele Menschen trifft sie unerwartet und die passende Antwort fehlt.

Wieso wird diese Frage gestellt?

Die Frage nach den Gehaltsvorstellungen wird manchmal bereits im Stelleninserat gestellt. Ist dort deutlich ausformuliert dass betreffende Bewerber bitte ihre Gehaltsvorstellungen bereits im Anschreiben mitteilen mögen, sollte das auch so geschehen.

Das kann der deutlich angenehmere Weg für den Bewerber sein, sich nicht unter Wert zu verkaufen. Wird im persönlichen Vorstellungsgespräch erst die Frage nach dem Gehalt gestellt, wird so mancher Bewerber fahrig und sehr nervös. Daher: Schön, wenn man das vorab sogleich im Bewerbungsanschreiben erledigen kann, Papier ist geduldig, es starrt einen nicht an und bleibt neutral.

Natürlich kann es passieren, dass die eigenen Gehaltsvorstellungen nicht denen des Arbeitgebers entsprechen. Im schlimmsten Fall wird hier kein Arbeitsverhältnis entstehen. Doch nur Mut: Meist scheitert es daran nicht, oftmals werden Kompromisslösungen angeboten. Eine davon könnte beispielsweise sein, dass binnen des ersten halben Jahres, also während der Probezeit mit weniger Arbeitsstunden gedient wird oder dass sich im Anschluss an die Probezeit der Lohn erhöhen wird. Bitte bleiben Sie hier auch am Ball, wenn die Probezeit endet.

Warum ist mir das derart unangenehm?

Die Frage nach den Gehaltsvorstellungen ist unangenehm, weil wir an dieser Stelle unsicher werden. Man will einen sehr guten Eindruck hinterlassen und hier definitiv keine Fehler machen. Das übt Druck aus.

Einerseits möchte man sich, selbstverständlich, nicht unter Wert verkaufen. Zum einen deswegen, weil man auch finanziell glücklich sein will und zum anderen, weil das auch mit Selbstwertschätzung, Selbstbewusstsein und Selbsterhaltung zu tun hat. Und genau das will der potentielle neue Arbeitgeber hier auch sehen.

Gibt es richtige oder falsche Antworten darauf?

Die falsche Antwort gibt es nicht, sondern nur Richtige. Zu antworten, dass man auf diese Frage keine Antwort hat, wäre verkehrt. Gestellt wird diese Frage nämlich sehr bewusst.

Übertreiben sollte man nicht, es ist ein Leichtes herauszufinden, was einem zustünde. Gerade die bereits erworbenen beruflichen Erfahrungen spielen hier auch eine wesentliche Rolle.

Wie reagiert man darauf?

Verzichtet werden sollte auf Spielereien. Stellen Sie keine Gegenfragen, beantworten Sie die Frage nach den Gehaltsvorstellungen direkt und ohne Umschweife. Hierbei geht es um nichts anderes als Fakten und Zahlen. Und das ist auch okay so.

Im Bewerbungsanschreiben ist das in einem Satz abgehakt: “Meine Gehaltsvorstellungen liegen zwischen Summe X und Summe Y jährlich.”

Woher weiß ich, wie viel Gehalt ich erwarten sollte?

Man kann sich zunächst im Internet nach den entsprechenden Manteltarifverträgen erkundigen. Es gibt zu den meisten Berufen klar strukturierte Gehaltstabellen. Hier sollte beachtet werden, wo die Stelle ausgeschrieben ist, denn noch immer gibt es leider im Lohnbereich deutliche Unterschiede zwischen Ost und West.

Zudem wäre es sinnvoll, sich auch bei anderen Arbeitsgebern und auf Plattformen im web zu erkundigen. “Ortsübliche Vergütung” deutet auf den Ost- oder West-Tarif hin, meist steht dort allerdings auch dazu, wenn die Konditionen nicht an den entsprechenden Manteltarifvertrag angelehnt ist.

Wie verhandelt man, wenn der Arbeitgeber diese Vorstellung nicht erfüllt?

Wenn man Glück hat, wird die Frage nicht gestellt, sondern der Personalleiter definiert klar, was sein Spielraum hergibt, was man auch später eventuell erreichen kann. Dann kann man intuitiv entscheiden, ob das passend ist für die eigenen Bedürfnisse.

Sollte es Verhandlungen geben weil zuerst gefragt wird, wie viel man verdienen möchte, sollte man Mut beweisen. So viel wie nötig ist wichtig, übertreiben sollte man nicht. Aber sich unter Wert verkaufen ebenfalls nicht.

“Wie sehen ihre Gehaltsvorstellungen aus?” – Hier ist eine Antwortmöglichkeit: “Ich habe mich mit den aktuellen Tarifverträgen auseinander gesetzt und möchte daran auch meine Lohnvorstellungen anlehnen. Das heißt: Ich habe 11 Jahre nachweisliche Berufserfahrung, im West-Tarif lägen wir somit bei 2.368 Euro. Genau das wäre mein Wunsch.”

Gemieden werden sollte auf Unsicherheit basierende Antworten, wie: “Ich bin unbezahlbar” oder “Wie viel ich denke zu verdienen oder wie viel ich bekommen sollte?”

Kommt man aus einer bereits sicheren Position, sollte man generell gedanklich etwa 10 % mehr des vorherigen Gehaltes veranschlagen. Nur so steigt man auf.

Es geht bei den Gehaltsvorstellungen nicht nur um den Lohn

Bei den Gehaltsvorstellungen wird nur ein Punkt besprochen, mit dem man vergütet wird. Doch es gibt weitaus mehr, was wichtig ist abzustecken.

Die Urlaubstage sollten angemessen sein. Auch diesbezüglich findet man alle relevanten Angaben im entsprechenden Tarifvertrag. Auch die Anzahl der Urlaubstage richtet sich nach den nachgewiesenen Berufserfahrungen in Jahren.

Vermögenswirksame Leistungen werden in großen Unternehmen oftmals direkt von selbst zur Sprache gebracht. Wenn nicht, sollte das jedoch auch von Seiten des Bewerbers nicht in Vergessenheit geraten.

Der Dienstwagen ist oft notwendig. Darüber muss ebenfalls gesprochen werden, wenn es zum Vertragsabschluss kommen soll. Hier sollte klar definiert werden, ob der Arbeitnehmer einen eigenen Anteil bei Verschleiß des Kfz etc. tragen muss. Auch gehört abgeklärt, was im Schadensfall passiert. Meist sind 500 Euro Selbstbeteiligung im Schadensfall die Regel. Zudem gibt es Unternehmen, die dann diesen Eigenanteil des Arbeitnehmers direkt vom Gehalt, teils auch ratenweise, abziehen.

Man stellt sich im Vorstellungstermin und in den Bewerbungsunterlagen als engagiert und motiviert und wissbegierig dar. Daher sollte auch zur Sprache kommen, wer die Kosten für Fort- und Weiterbildungen übernimmt und wie sich die Reisekosten aufteilen. Diese Frage sollte im Idealfall vom Bewerber ausgehen, das bekundet weiterhin Interesse und Wirtschaftlichkeit.

Nach Weihnachts- und Urlaubsgeld zu fragen ist keine Unverschämtheit. Und auch Rabatte firmenintern können erfragt werden. Das wiederrum zeugt davon, dass der Bewerber auch persönlich ernsthaftes Interesse an den angebotenen Produkten an den Tag legt.

Manche Arbeitgeber lassen auch mit sich verhandeln, wenn es um zusätzliche Versicherungen geht. Das ist so, weil der spätere Arbeitgeber meist Förderungen erhält bzw. diese Extrakosten beispielsweise von der Steuer zurückerstattet bekommt. Verzichten Sie also bitte nicht aus Scham auf solche Fragen.

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