Meisterausbildung im Fernstudium

Der Meister ist trotz zunehmender Akademisierung nach wie vor die Qualifizierung für verantwortungsvolle Führungspositionen im Handwerk und technischen Bereich. An der Meisterschule kann man den Meister in Vollzeit machen, sich aber durchaus auch für einen Teilzeit-Lehrgang entscheiden.

Vielen Berufstätigen bietet die Meisterausbildung in Teilzeit aber noch zu wenig Flexibilität, schließlich müssen sie parallel ihren beruflichen Verpflichtungen nachkommen und gegebenenfalls auch noch der Familie gerecht werden. Die Meisterausbildung im Fernstudium erscheint da als perfekte Lösung, denn einerseits kann man so den renommierten Meistertitel erwerben und andererseits von den Freiheiten eines Fernstudiums profitieren.

Ein Fernlehrgang mit dem Ziel Meister ist allerdings alles andere als ein Kinderspiel und mit einem nicht unerheblichen Aufwand verbunden. Man ist zwar zeitlich und örtlich unabhängig, muss die Sache aber sehr engagiert, diszipliniert und gut organisiert angehen.

Wer sich dies zutraut, kann durchaus über den Meister per Fernstudium nachdenken und sich auf die Suche nach der richtigen Qualifizierung begeben. Bei dieser Gelegenheit sollte man es nicht versäumen, mit verschiedenen Anbietern in Kontakt zu treten und gegebenenfalls das kostenlose Informationsmaterial unverbindlich anzufordern.

Meister oder Techniker – Was ist die richtige Fortbildung?

Angehörige technischer oder handwerklicher Berufe, die eine Weiterbildung in Angriff nehmen möchten, müssen sich zunächst zwischen dem Techniker und dem Meister entscheiden. Während der Techniker eher theorielastig daherkommt, setzt der Meister auf eine Kombination von Theorie und Praxis, so dass den Teilnehmern einer solchen Fortbildung eine umfassende Qualifizierung zuteilwird.

Die Bezeichnung Meister beschreibt einen höheren Berufsabschluss in technisch-gewerblichen, handwerklichen sowie landwirtschaftlichen und auch künstlerischen Berufen. In der Bundesrepublik Deutschland ist der Meister mit einer Aufstiegsfortbildung üblicherweise nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung verbunden.

Im Zuge einer entsprechenden Recherche zeigt sich zudem, dass es nicht nur einen Meister-Abschluss, sondern eine ganze Reihe an Meister-Abschlüssen gibt. Dabei handelt es sich um die folgenden Weiterbildungsabschlüsse:

  • Handwerksmeister
  • Industriemeister
  • Landwirtschaftsmeister
  • Hauswirtschaftsmeister
  • Fachmeister

Als Pendant zum Meister existieren speziell für kaufmännische Berufe zudem der funktionsbezogene Fachkaufmann und der branchenbezogene Fachwirt, die beide ebenfalls auf Meisterebene angesiedelt sind.

Meisterschule vs. Fernstudium – Wo kann man die Weiterbildung zum Meister machen?

Angehende Meister müssen zunächst eine Grundsatzentscheidung treffen und für sich selbst feststellen, ob sie mit einem Fernstudium zurechtkommen oder doch besser an einer klassischen Meisterschule aufgehoben sind. Grundsätzlich wird die Meisterprüfung stets vor der Handwerkskammer oder Industrie- und Handelskammer abgelegt, so dass es naheliegt, die dortigen Vorbereitungskurse zu besuchen.

Selbst wenn man sich für die Teilzeit-Variante entscheidet, ist man allerdings an feste Termine vor Ort gebunden. Dies passt nicht immer zur jeweiligen Lebenssituation, so dass Berufstätige zuweilen Abstand nehmen müssen. Dass der regelmäßige Besuch der Meisterschule nicht infrage kommt, muss allerdings keineswegs bedeuten, dass man den Traum von der Meisterausbildung aufgibt.

Über verschiedene Anbieter kann man die Qualifizierung per Fernstudium absolvieren, wobei sich dies natürlich nur auf die Vorbereitung auf die Prüfung beschränkt. Diese kann jedoch durchaus per Fernunterricht stattfinden, so dass als Anbieter einer Meister-Weiterbildung auch Fernschulen infrage kommen. Damit die Praxis auch im Fernstudium ausreichend gewürdigt wird, sind hier mehrere Seminare vorgesehen, die die Anwendung der erworbenen Kenntnisse schulen.

Ist die Meisterausbildung per Fernstudium anerkannt?

Dass die Meisterausbildung auch per Fernstudium absolviert werden kann, kommt vor allem Berufstätigen in der Regel sehr entgegen und sorgt dafür, dass diese eine Meisterausbildung überhaupt ins Auge fassen können. Trotz aller Flexibilität ist ein solcher Fernlehrgang mit einem nicht unerheblichen Aufwand verbunden und verlangt den Teilnehmern einiges ab.

Diese wollen im Gegenzug sicher sein können, dass sich der Aufwand lohnt und sie ihre weitere Karriere auf dem so berufsbegleitend erworbenen Fortbildungsabschluss aufbauen können. Nicht selten wird der Wert eines Fernstudiums mit dem Ziel Meister ernsthaft bezweifelt, weil Laien annehmen, ohne regelmäßige Präsenzen könnte es sich um keine anerkannte Aufstiegsfortbildung handeln.

Dem ist aber nicht so, denn die Meisterausbildung im Fernstudium steht der klassischen Meisterschule in Sachen Anerkennung in nichts nach. Dafür sorgt die Tatsache, dass auch am Ende des Fernstudiums die betreffende Meisterprüfung steht.

Lediglich die Vorbereitung läuft anders ab, was dem Wert des Meistertitels aber keinen Abbruch tut. Dieser verdient stattdessen noch mehr Respekt, schließlich ist es besonders schwierig, einen Fernlehrgang berufsbegleitend zu absolvieren und dann auch noch den Meister zu schaffen.

Meister-Studium als Fernlehrgang – Voraussetzungen, Dauer und Kosten

Die genauen Modalitäten des Meister-Fernstudiums sind für Interessierte an dieser Form der Aufstiegsfortbildung von großer Bedeutung und sollten schon vorab recherchiert werden. Dabei bietet es sich an, das kostenlose Informationsmaterial mehrerer Anbieter unverbindlich anzufordern und/oder eine ausführliche Bildungsberatung in Anspruch zu nehmen. Zunächst geht es dann um die Voraussetzungen für die Meisterausbildung. Im Allgemeinen müssen angehende Meisterschüler die folgenden Kriterien erfüllen:

  • abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung
  • mehrjährige berufliche Tätigkeit in einem relevanten Bereich

Wenn es ein Fernstudium mit dem Ziel Meister sein soll, sind zudem Disziplin, Organisationsgeschick, Ehrgeiz und Motivation in besonderem Maße gefordert.

Die Dauer der Meisterausbildung erweist sich als sehr variabel und kann beispielsweise ein Jahr betragen oder auch drei bis vier Jahre in Anspruch nehmen. Auch hinsichtlich der anfallenden Gebühren zeigen sich immer wieder gravierende Unterschiede. Hier kann man durchaus von einem vierstelligen Betrag ausgehen. Konkrete Angaben zu den Kosten findet man im Informationsmaterial der Anbieter.

Inhalte im Fernstudium zum Meister

Da Meister nicht gleich Meister ist, existieren hinsichtlich der Inhalte zum Teil erhebliche Differenzen. Zumindest auf dem Gebiet der fachrichtungsübergreifenden Teile besteht aber mehr oder weniger Einigkeit, so dass die folgenden Themen klassischerweise auf dem Lehrplan der Meisterausbildung stehen:

  • Betriebswirtschaft
  • Recht
  • Buchführung
  • Berufs- und Arbeitspädagogik

Top 10 der Meister-Fernstudiengänge

Während der fachrichtungsübergreifende Teil gewissermaßen die Basisqualifikation darstellt, wird das betreffende Spezialwissen im fachrichtungsspezifischen Teil vermittelt. Worum es dabei geht, hängt vom jeweils angestrebten Meister ab und lässt sich pauschal nicht sagen. Aus diesem Grund erscheint es sinnvoll, sich mit einigen der beliebtesten Meister-Fernkursen zu befassen. Das sind unter anderen:

  • geprüfter Industriemeister IHK der Fachrichtung Metall
  • geprüfter Industriemeister IHK der Fachrichtung Elektrotechnik
  • Meister für Bahnverkehr IHK
  • Ausbildung der Ausbilder IHK
  • Logistikmeister
  • geprüfter Industriemeister IHK der Fachrichtung Holz
  • geprüfter Industriemeister IHK der Fachrichtung Pharmazie
  • geprüfter Industriemeister IHK der Fachrichtung Mechatronik
  • geprüfter Industriemeister IHK der Fachrichtung Printmedien
  • geprüfter Industriemeister IHK der Fachrichtung Textil

Obgleich der Industriemeister im Fernstudienbereich stark vertreten ist, besteht durchaus auch die Möglichkeit, zumindest Teile des Handwerksmeisters per Fernstudium zu absolvieren.

Diesbezüglich sollten Interessenten mit der Handwerkskammer Kontakt aufnehmen und sich dort nach den Möglichkeiten für berufsbegleitenden Fernunterricht erkundigen. Rein theoretisch ist noch nicht einmal die Teilnahme an einem Fernkurs als Vorbereitungslehrgang erforderlich, sondern auch ein Selbststudium denkbar.

Vorteile der Meisterausbildung im Fernstudium

Wenn es um die Vorteile der Meisterausbildung im Fernstudium geht, sind zunächst die Vorzüge des Fernstudiums als Lernform zu nennen. Diese bestehen vor allem in der enormen Flexibilität, örtlichen und zeitlichen Unabhängigkeit sowie der ausgezeichneten Vereinbarkeit mit dem Beruf.

Weiterhin ist positiv hervorzuheben, dass man so den anerkannten Meistertitel erlangen kann und sich hinsichtlich der Anerkennung keine Sorgen machen muss, sofern am Ende die Meisterprüfung vor der Handwerkskammer oder Industrie- und Handelskammer abgelegt wird.

Zusätzlich ist auf die Vorteile des Meisters als Abschluss zu verweisen. Betreffende Aufstiegsfortbildungen genießen ein allgemein hohes Ansehen und sind öffentlich-rechtlich anerkannt. Darüber hinaus geht der Meistertitel mit einer Hochschulzugangsberechtigung einher, so dass erfolgreiche Absolventen ein akademisches Studium problemlos anschließen können, ohne zuvor das Abitur nachholen zu müssen.

Berufliche Perspektiven nach dem Fernstudium zum Meister

Wer den Meister neben dem Beruf per Fernstudium erworben hat, kann bei Personalern einerseits mit einer renommierten Aufstiegsfortbildung und andererseits mit umfassender Berufserfahrung punkten. Dementsprechend erwarten Absolventen eines Meister-Fernstudiums rosige Berufsaussichten.

Als Meister kümmern sie sich um die Ausbildung der Nachwuchskräfte, die Mitarbeiterführung, das Controlling, die Koordination der Arbeitsprozesse oder auch das Qualitätsmanagement. Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben sich vor allem in den folgenden Bereichen:

  • Metallindustrie
  • Handwerksbetriebe
  • Elektro-Branche
  • Pharma-Industrie
  • Maschinenbau
  • Bauwesen

Verdienstmöglichkeiten als Meister

Die Verdienstmöglichkeiten als Meister können recht unterschiedlich ausfallen bewegen sich aber in einem ansehnlichen Rahmen, der der Stellung des Meisters im Unternehmen Rechnung trägt. Obgleich die Vorbildung, Berufserfahrung, Branche sowie der Tätigkeitsbereich ausschlaggebende Faktoren sind, liegt das durchschnittliche Gehalt bei rund 30.000 Euro bis 55.000 Euro brutto im Jahr.

Akademisches Fernstudium als Alternative zur Meister-Weiterbildung

Wer sich neben dem Beruf weiterbilden möchte, muss nicht zwingend den Meister anstreben, sondern kann ein Fernstudium ebenfalls zum Erwerb eines akademischen Grades mit internationaler Anerkennung nutzen.

In Anbetracht der Tatsache, dass der Meistertitel mit einer allgemeinen Hochschulreife einhergeht, liegt es zuweilen auch nahe, nach der Meisterausbildung ein berufsbegleitendes Fernstudium mit dem Ziel Bachelor und/oder Master in Angriff zu nehmen. Interessante Fächer können hier unter anderem sein:

  • Mechatronik
  • Maschinenbau
  • Wirtschaftsingenieurwesen
  • Elektrotechnik

Es lohnt sich folglich, den Begriff Fernstudium auch wörtlich zu nehmen und an den Hochschulen nach berufsbegleitenden Studiengängen Ausschau zu halten.


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