Studieren mit Behinderung

Behinderungen oder auch chronische Erkrankungen sind Handicaps, die Betroffene im alltäglichen Leben mehr oder weniger stark einschränken und dementsprechend einen angepassten Lebensstil erfordern.

Obgleich es natürlich schwerfällt, dies zu akzeptieren, muss man mit den Konsequenzen dieser Beeinträchtigung leben und das Beste aus seinem Leben machen. Dazu kann unter anderem auch ein Studium trotz Behinderung gehören, denn obwohl sich gewisse Einschränkungen nicht von der Hand weisen lassen, besteht vielfach die Möglichkeit, trotzdem zu studieren und so einen hohen Bildungsstatus zu erlangen.

Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung können im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihr Leben selbst in die Hand nehmen und müssen keineswegs die Hände in den Schoß legen und sich vollends von ihren Mitmenschen und/oder staatlichen Leistungen abhängig machen.

Das Studieren mit Behinderung erweist sich hier als großer und vielversprechender Schritt in ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben mit spannenden beruflichen Perspektiven.

Die Möglichkeit eines Studiums mit Behinderung zeigt, dass Menschen mit gewissen Einschränkungen ihre Situation einerseits akzeptieren, andererseits aber auch das Maximum aus ihren Möglichkeiten herausholen sollten.

In Deutschland leben Millionen Menschen mit Handicap, doch wenn es ums Studieren geht, machen sie lediglich eine kleine Minderheit aus und werden mit besonderen Herausforderungen konfrontiert.

Bereits bei der Studienwahl muss mitunter auf die vorliegenden Beeinträchtigungen Rücksicht genommen werden. Auch die Organisation des Studienalltags kann zu Problemen führen. Die Finanzierung des Studiums ist zudem eine Herausforderung, die alle Studierenden gleichermaßen zu meistern haben.

Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung sind dabei zwar in besonderem Maße gefordert, können aber auch besondere Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen. Damit das Studium nicht am Handicap scheitert, tun Menschen mit Behinderung gut daran, vorab besonders sorgfältig zu recherchieren.

Eine gute Vorbereitung ist das A und O und schafft die Basis für ein erfolgreiches Studium trotz aller Hindernisse.

Wer glaubt, eine Behinderung oder chronische Erkrankung sei ein Hinderungsgrund und mache ein Studium an einer Hochschule unmöglich, sollte diese Haltung grundsätzlich überdenken und zunächst etwas Recherche betreiben.

Im Folgenden finden sich relevante Informationen rund um das Studieren mit Behinderung, die vielen Menschen die Augen öffnen dürften. Ein Studium mit Handicap ist durchaus möglich, sofern einige Aspekte berücksichtigt werden.

Unter diesen Voraussetzungen ist ein Studium mit Behinderung möglich

Ein Handicap erschwert den Studienalltag ohne Frage, muss aber kein Hinderungsgrund sein. Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung erleben im Alltag immer wieder, dass sie sich durchbeißen und besondere Hindernisse überwinden müssen, um ihre Ziele zu erreichen.

Im Falle eines Studiums ist dies ebenfalls der Fall. Allerdings müssen die Rahmenbedingungen stimmen, damit die akademische Ausbildung an der Hochschule trotz bestehender Beeinträchtigungen gelingen kann.

Im Studium bekommt niemand etwas geschenkt, so dass der hohe Anspruch auch Behinderte betrifft und sie immer wieder herausfordert. Zugleich sollten sie ihnen zur Verfügung stehende Hilfsmittel nutzen, um die durch ihre Behinderung bestehenden Nachteile bestmöglich auszugleichen.

Barrierefreiheit ist ebenfalls ein großes Thema und sollte gegeben sein, damit auch Menschen mit Beeinträchtigungen Zugang zum Studium haben. Nicht nur die Räumlichkeiten der Hochschule, sondern unter anderem auch der gesamte Campus sowie die Anfahrt mit dem Auto oder öffentlichen Personennahverkehr muss trotz Handicap zu schaffen sein.

Familie, Freunde und auch Unterstützungsangebote vor Ort sorgen dann für rundum gelungene Bedingungen zum Studieren trotz Behinderung.

Studienwahl mit Handicap

Ein bestehendes Handicap in Form einer chronischen Erkrankung oder Behinderung macht sich bereits in Zusammenhang mit der Studienwahl bemerkbar. Behinderte Studieninteressierte müssen sich zunächst fragen, inwiefern der Studiengang mit ihrer Beeinträchtigung zu vereinbaren ist und ob das Handicap die spätere Berufstätigkeit in dem konkreten Bereich beeinträchtigen könnte.

Wer sich den Umstand zunutze machen möchte, dass ein Studienabschluss Menschen mit Behinderung einen leichteren Zugang zum ersten Arbeitsmarkt verschafft, sollte sich keine zusätzlichen Steine durch eine unglückliche Studienwahl in den Weg legen.

Nicht nur hinsichtlich der individuellen Fähigkeiten sowie in Anbetracht der beruflichen Perspektiven ist die Studienwahl für Menschen mit Behinderung ein besonders heikles Thema. Auch die Barrierefreiheit an der Hochschule sowie die sonstigen Rahmenbedingungen vor Ort sind wichtige Aspekte, die stets zu beachten sind.

Die Wahl des Studienfaches sollte allerdings vor allem den persönlichen Interessen und beruflichen Plänen entsprechen. Ein interessantes Fach zu studieren, ist daher auch für Menschen mit Handicap das A und O. Insbesondere bei der Wahl der Hochschule sollte man aber nicht nur auf eine spannende Stadt setzen, sondern vorab ergründen, inwiefern man dort auf Studierende mit Behinderung eingestellt ist.

Vielleicht möchte man auch in der Heimatstadt wohnen bleiben und sucht daher nach einer Hochschule in der Nähe, um so sein heimisches Netzwerk nach wie vor hinter sich zu wissen.

Besondere Rechte behinderter und beeinträchtigter Studierender

Ein Studium ist für alle Anfänger eine Herausforderung, fällt Menschen mit Behinderung jedoch oftmals besonders schwer. Nichtsdestotrotz ist es möglich, trotz Behinderung zu studieren. Dafür sorgen unter anderem die besonderen Rechte behinderter Studierender, die ihnen gewisse Erleichterungen verschaffen sollen.

Wichtige Gesetze sind hier das SGB IX, SGB XII, die Eingliederungshilfeverordnung sowie das Behindertengleichstellungsgesetz. Durch all diese gesetzlichen Regelungen soll dafür Sorge getragen werden, dass Behinderte Zugang zu Bildung haben und unter anderem auch studieren können.

Damit dies vor Ort tatsächlich funktioniert, finden die folgenden Sonderregelungen im Studienalltag mit Handicap Anwendung:

  • Nachteilsausgleich bei der Studienplatzvergabe
  • Nachteilsausgleich bei Prüfungen
  • Spezielle Regelungen in Zusammenhang mit dem BAföG

Studienorganisation für Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung

Die Anfahrt, der Zugang zu den Hörsälen und Seminarräumen, die Aufbereitung der Skripte, der Zugang zu Fachliteratur und auch die zeitlichen Vorgaben in Zusammenhang mit Prüfungen sind Dinge, die die meisten Studierenden als gegeben hinnehmen, ohne sich weitere Gedanken darüber zu machen.

All diejenigen, die den Alltag mit einem Handicap bestreiten müssen, beschäftigen sich dahingegen gezwungenermaßen mit diesen Themen und müssen bei der Organisation ihres Studiums besonders viel Geschick an den Tag legen.

Ohne eine umfassende Planung sowie die Inanspruchnahme etwaiger Hilfen ließe sich das Studium für Betroffene kaum bewerkstelligen. Im Allgemeinen sind dabei vor allem die folgenden Aspekte zu beachten:

  • Barrierefreies Wohnen
  • Mobilität trotz Handicap
  • Barrierefreiheit der Hochschule
  • Unterstützungsangebote im Studienalltag

Unterstützungsangebote für Studierende mit Behinderung

Wenn es um ein Studium mit Handicap geht, sind die verfügbaren Unterstützungsangebote von großer Bedeutung. Es ist keine Schande, darauf angewiesen zu sein, sondern ein Segen, dass ein Studium so trotz Behinderung oder chronischer Erkrankung möglich ist.

Nachfolgend findet sich eine kurze Übersicht mit lohnenden Angeboten in Zusammenhang mit einem Studium mit Handicap:

  • Studienassistenz
  • Nachteilsausgleiche
  • Technische Unterstützung
  • Angepasste Lernmaterialien

Finanzielle Hilfen für Studierende mit Handicap

Studierende mit Behinderung sind nicht nur wie ihre Kommilitonen oftmals knapp bei Kasse, sondern zuweilen auch besonderen finanziellen Belastungen ausgesetzt.

Da sie zudem mitunter länger bis zum angestrebten Abschluss brauchen, ist die Finanzierung ein großes Thema. Grundsätzlich sollten die folgenden finanziellen Hilfen unter Berücksichtigung des vorliegenden Handicaps genau analysiert werden:

  • BAföG
  • Stipendium
  • Eingliederungshilfe
  • Studienkredit

Fernstudium als Alternative für Studierende mit Handicap

Obgleich Studierenden mit Behinderung oder chronischer Erkrankung unterschiedlichste Hilfen zuteil werden können, lässt sich ein klassisches Präsenzstudium in vielen Fällen nicht bewerkstelligen.

Sind die Einschränkungen zu groß, besteht allerdings mitunter noch die Möglichkeit eines Fernstudiums. Dieses bietet maximale Freiheiten und erlaubt Behinderten eine individuelle Studienorganisation.

Da man dabei von zuhause aus studiert, ist man gegenüber den Kommilitonen ohne Handicap kaum eingeschränkt und erlebt so keine massiven Nachteile. Angepasste Lernmaterialien und besondere Regelungen in Zusammenhang mit den erforderlichen Prüfungen lassen sich in der Regel problemlos über einen Nachteilsausgleich erreichen.

Die Flexibilität von Fernstudiengängen ist somit nicht nur für Berufstätige, sondern auch für Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung ein wahrer Segen.

Studieren mit Behinderung – Hier erhalten Betroffene weitere Informationen

Wenn es ums Studieren mit Behinderung geht, zeigt sich, dass grundsätzlich auch Menschen mit Handicap Zugang zum Hochschulwesen haben, im Alltag aber besondere Herausforderungen meistern müssen. Studierende mit Behinderung müssen folglich zusätzliche Hürden nehmen und sollten sich vorab genau informieren.

Hier sind die Hochschulen, die Agentur für Arbeit, Studentenwerke sowie Behindertenverbände als wichtige Anlaufstellen zu nennen. Nicht selten gibt es spezielle Beratungsstellen für Studieninteressierte sowie Studierende mit Behinderung.

Gegebenenfalls lohnt es sich auch, alternative Studienformen, wie zum Beispiel ein Fernstudium, in Betracht zu ziehen, um trotz der bestehenden Einschränkungen studieren zu können.


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