Italienisch lernen – Italienischkurse im Überblick

Bella Italia – seit Jahrzehnten ist Italien ungebrochen eines der bei deutschen Urlaubern beliebtesten Reiseziele. Damit erklärt sich auch die Beliebtheit, der sich die italienische Sprache bei Sprachlernenden erfreut. Denn Italienisch ist anders als etwa Spanisch oder Englisch keine Weltsprache.

Neben Italien wird sie allerdings beispielsweise noch in der Schweiz, in San Marino, Vatikanstadt und von Minderheiten in Slowenien und Kroatien gesprochen. Dazu kommt, dass die Sprache vergleichsweise leicht zu erlernen ist, wenn Sie bereits andere romanische Sprachen wie Spanisch oder Französisch sprechen.

Italienisch für Anfänger – italienisch lernen leichtgemacht

Italienisch ist eine indogermanische Sprache und wird dem romanischen Zweig zugeordnet. Entwickelt hat sich die Sprache beruhend auf dem Lateinischen. Die italienische Sprache ist sehr facettenreich, nicht zuletzt deshalb, weil sich das Hochitalienisch, das auch geschrieben wird, sehr deutlich unterscheidet von den diversen gesprochenen Dialekten. Nicht nur landschaftlich und kulturell ist Italien ein äußerst vielfältiges Land – dies spiegelt sich ebenso in der Sprache wider.

So werden Sie etwa markante Unterschiede zwischen den in Nord- und Süditalien gesprochenen Dialekten finden. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Sprache idealerweise nicht nur aus einem Lehrbuch beziehungsweise in einem Kurs zu erlernen, sondern auch vor Ort zu erleben und mit Muttersprachlern in Kontakt zu kommen.

Da die italienische Sprache, wie auch, Deutsch das lateinische Alphabet nutzt, sollte es alles in allem nicht allzu schwierig sein, sie zu erlernen. Dennoch hält sie natürlich auch einige Besonderheiten bereit. Sie betreffen einerseits die Aussprache: So müssen Sie beachten, dass manche Buchstaben stumm sind, das heißt nicht ausgesprochen werden. Darüber hinaus unterscheidet sich die Aussprache des „g“ und des „c“, je nachdem, welcher Vokal folgt.

Andererseits beziehen sie sich auf den Wortschatz sowie die Grammatik: Auf der Hut sein müssen Sie bei den italienischen Vokabeln insbesondere vor den „False Friends“ (falsche Freunde). Das sind Wörter, die dank ihrer Ähnlichkeit zu Ihnen bekannten Begriffen, leicht falsch übersetzt werden. Ein Beispiel ist das Wort „caldo“ – vermutlich denken Sie nun an das vermeintlich naheliegende „kalt“. Doch hier zeigt der falsche Freund sein Gesicht: In der Tat bedeutet „caldo“ nämlich warm. Verwirrend, nicht wahr?! Auf diese falschen Freunde sollten Sie beim Italienisch lernen also von Beginn an achten und sich die Vokabeln gut einprägen.

Die Grammatik ist nicht sehr kompliziert. Im Gegensatz zum Deutschen unterscheidet Italienisch nur das männliche und das weibliche Geschlecht. Da beim Bilden von Sätzen sowohl Artikel als auch Adjektive ausgehend vom dazugehörigen Substantiv in männlich und weiblich aufgeteilt werden, sollten Sie das Geschlecht von Anfang an korrekt lernen. Dazu kommt, dass Artikel im Italienischen nicht immer mit den Deutschen übereinstimmen. Auch deshalb ist Disziplin beim Vokabelpauken nötig.

Wenn Sie sich für das Lernen der italienischen Sprache entscheiden, so haben Sie diverse Möglichkeiten. So können Sie beispielsweise auf Sprachreisen von sehr gut ausgebildeten Muttersprachlern lernen. Da es sich meist um mehrwöchige Intensivkurse handelt, erwerben Sie nicht nur schnell solide Grundkenntnisse, sondern können zudem Land und Leute kennenlernen und leicht Sprachpraxis bekommen.

Neben Grundkursen gibt es auch spezielle Angebote, etwa für Personen, die in der Tourismusbranche arbeiten oder Kenntnisse im Wirtschaftsitalienisch vertiefen möchten. Es spricht also vieles für eine Sprachreise. Allerdings sind sie einerseits recht teuer, andererseits kann Ihr Italienisch sehr schnell wieder abbauen, wenn Sie zu Hause nicht am Ball bleiben und regelmäßig üben.

Neben Sprachreisen sind Sprachkurse an der Volkshochschule, an privaten Sprachschulen und Fernhochschulen gut geeignet, um Italienisch zu lernen. Ganz auf sich gestellt, können Sie die Sprache auch zunächst online kennenlernen. Um sich darüber klar zu werden, wie Sie am liebsten Italienisch lernen möchten, hilft es, wenn Sie sich über drei verschiedene Aspekte Gedanken machen:

  • Vorkenntnisse: Ist Ihnen die italienische Sprache noch völlig unvertraut oder bringen Sie Vorwissen mit? Wie ist es um Ihre Sprachkenntnisse bestellt?
  • Ziele: Warum möchten Sie Italienisch lernen? Geht es in vor allem um Grundlagen oder benötigen sie fortgeschrittenes Italienisch im Beruf?
  • Lerntyp: Wie lernen Sie eine Sprache am liebsten? Mögen Sie den aktiven Austausch in der Gruppe oder lernen Sie lieber für sich alleine?

A, B oder C? Unterschiedliche Niveaustufen im Überblick

Falls Sie bereits etwas Italienisch sprechen, so können Sie Ihr aktuelles Sprachniveau an vielen Volkshochschulen und Universitäten testen lassen. Ab und an finden sich auch online kostenfreie Einstufungstests. Sie orientieren sich normalerweise allesamt an den Niveaustufen des „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen“ des Europarats.

Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen differenziert in insgesamt sechs verschiedene Niveaustufen. Die Stufen A1 und A2 werden für Grundkenntnisse vergeben. Sprachlernende weisen damit nach, dass sie sich in Alltagsgesprächen verständigen und einfache Texte verstehen können. B1 und B2 zeigen ein mittleres Sprachniveau an: Die Sprachlernenden sind bereits fortgeschritten. Auf den Niveaustufen C1 und C2 nähern sich Sprachlernende schließlich Muttersprachlern an und können sich sprachlich in den verschiedensten Kontexten mühelos zurechtfinden.

C2 

Sie sind fast einem Muttersprachler ebenbürtig, das heißt, Sie können schwierigen Gesprächen folgen, sich mündlich und schriftlich sehr gut ausdrücken und auch schwierige Texte mühelos lesen und verstehen. 

C1 

Sie sind in der Lage, sich über diverse Themen in Gesprächen auszutauschen; komplexe Texte verstehen Sie gut.  

B2 

Sie führen Gespräche zu Alltagsthemen ohne Probleme und können durchschnittlich komplexe Texte lesen und verstehen.  

B1 

Über Ihnen vertraute Themen zu sprechen, gelingt Ihnen und auch Ihr Textverständnis ist bereits fortgeschritten.  

A2 

Sie können sich im Alltag verständigen und einfache Texte lesen und verstehen. 

A1 

Sie können einfache, alltagsnahe Fragen und Antworten formulieren und haben einen grundlegenden Wortschatz aufgebaut.  

Italienisch lernen an der VHS oder online?

Wie bereits angesprochen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, Italienisch zu lernen. Wir werden Ihnen nun einige davon genauer vorstellen.

Italienischkurs an der VHS

In Deutschland sind die Volkshochschulen eine zentrale Anlaufstelle. Vor allem in großen Städten bieten diese ein reichhaltiges Angebot an Sprachkursen. Auch die italienische Sprache werden Sie in den meisten Fällen lernen können.

Wenn eine VHS in Ihrer Nähe Italienischkurse anbietet, so lohnt es sich allemal, in einen Kurs zu schnuppern. Bei den meisten VHS ist dies unverbindlich und kostenfrei möglich. Achten Sie dann vor allem darauf, wie gut ausgebildet das Lehrpersonal ist. Idealerweise handelt es sich sogar um einen Muttersprachler. Scheuen Sie nicht davor zurück, sich mit anderen Lernenden auszutauschen, um etwas über die Kursqualität und die Atmosphäre im Kurs zu erfahren. Auch das Angebot an Fortgeschrittenenkursen kann Aufschluss über diese geben, denn zufriedene Lerner machen gerne weiter.

Die VHS hat einige Vorteile: Die Kurse sind erschwinglich, vor allem verglichen mit privaten Akademien oder Sprachreisen. Zudem sind Sie nicht auf sich alleine gestellt, sondern lernen unter Anleitung und in einer motivierten Gruppe. Dadurch können Sie auch über die Kursstunden hinaus Kontakte knüpfen und möglicherweise sogar einen Sprachpartner zum Üben finden. Natürlich kommt durch den Gruppenkontext neben dem Vokabel- und Grammatiklernen auch die Sprachpraxis nicht zu kurz.

Ein Wermutstropfen ist hingegen, dass Sie an feste Kurszeiten gebunden sind. Zweifelsohne ist das gut, um regelmäßig zu üben. Es wird allerdings dann schwierig, wenn Sie beruflich und privat eingespannt und wenig flexibel sind. In diesem Falle könnte ein Kurs an einer Fernhochschule besser geeignet sein.

Italienischkurse an der Fernhochschule

Kurse an Fernhochschulen sind zwar etwas kostspieliger, aber dafür haben Sie sehr viel Flexibilität, können sich Ihre Lernzeiten selbstständig einteilen, und das ohne völlig ohne Lehrperson auskommen zu müssen. An den meisten Fernhochschulen ist es nämlich inzwischen selbstverständlich, dass Sie durch Tutoren unterstützt werden und dass es ein Online-Portal gibt, wo Sie sich mit anderen Kursteilnehmenden austauschen können. Die Kurse sind nicht zuletzt didaktisch sinnvoll aufbereitet und Sie erhalten qualitativ hochwertige Lernmaterialien zum Üben.

Renommierte Fernschulen wie die ILS oder die SGD bieten Italienischkurse an. Im Mittelpunkt stehen Anfänger- bzw. Grundkurse, doch es gibt auch einige Angebote für Fortgeschrittene. Für einen Grundkurs müssen Sie im Durchschnitt zwischen fünf und zwölf Monaten einplanen, abhängig von der Fernschule sowie Ihrem eigenen Lerntempo.

Wenn Sie ambitioniert sind, können Sie nicht zuletzt einen Volllehrgang absolvieren, bei dem Sie sich vom Anfänger zum Fortgeschrittenenkurs durcharbeiten. Die Kosten belaufen sich auf zwischen 350 und 1.500 Euro. Bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden, sollten Sie also das Angebot vorab testen. Das ist normalerweise kostenlos für vier Wochen möglich.

In der Regel können Sie nach Abschluss des Fernkurses eine freiwillige Abschlussprüfung ablegen und ein Teilnahmezertifikat erwerben.

Italienischkurs online

Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, ob Ihnen Italienisch lernen wirklich Spaß macht und liegt, dann könnte ein Onlinekurs perfekt sein. Zumeist können Sie nämlich auch bei Onlinekursen oder bei Sprach-Apps einige Lektionen ausprobieren, ohne dass Ihnen Kosten entstehen.

Kostenfreie Italienischkurse online

Um Ihnen leider direkt die Hoffnung zu nehmen: Die meisten Onlinekurse bleiben nicht komplett kostenlos. Um in den Genuss aller Inhalte zu kommen, müssen Sie bei den meisten großen Anbietern wie Duolingo oder Babbel ein Abo abschließen. Was Sie jedoch online finden und durchaus (ergänzend) heranziehen können, sind verschiedene Lernhilfen, Grammatikübungen oder Vokabellisten.

Italienisch lernen mit Sprachapps

Die beiden gerade genannten Sprachlernanbieter sind wohl vor allem bekannt für ihre Apps. Apps sind für Sprachanfänger super, denn Sie ermöglichen es, sich in einem ungezwungenen, spielerisch aufgebauten Rahmen mit einer Sprache zu beschäftigen. Das Smartphone ist heutzutage ohnehin kaum aus dem Alltag wegzudenken: Warum also nicht auch für das Sprachlernen nutzen?

Nachweis Ihrer Italienischkenntnisse – anerkannte Prüfungen

Wenn Sie Italienisch nicht nur für den nächsten Urlaub lernen, dann möchten Sie Ihre Kenntnisse sicherlich auch nachweisen können. Vor allem für den Beruf oder im universitären Kontext ist das unerlässlich. Für Italienisch gibt es eine Reihe unterschiedlicher Zertifikate, die verschiedene Sprachniveaus abdecken sowie spezifische Kenntnisse, etwa Wirtschaftsitalienisch, berücksichtigen:

  • CELI (Certificazione della Conoscenza della Lingua Italiana) – Hierbei handelt es sich um einen international anerkannten Sprachnachweis, der von der Università per Stranieri di Perugia vergeben wird. Die Prüfung kann abgelegt werden auf verschiedenen Niveaustufen (A1 bis C2). Darüber hinaus gibt es ein Zertifikat, das sich an Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren richtet und sich auf nur drei Niveaustufen (A2 bis B2) beschränkt. Die CELI-Prüfung können Sie auch in Deutschland ablegen. Sie kostet etwa 100 Euro.
  • DELI (Diploma elementare di lingua italiana „Firenze“) – Die DELI-Zertifikate werden ausgestellt durch die AIL (Accademia Italiana di Lingua), einem Verband staatlicher und privater Schulen. Sie sind ebenfalls weltweit anerkannt und decken alle sechs Niveaustufen ab. Darüber hinaus gibt es ein Wirtschaftsdiplom. Die Prüfung kostet zwischen 85 und 125 Euro, je nach Niveaustufe.
  • PLIDA (Progetto Lingua Italiana Dante Alighieri) – Das Zertifikat richtet sich ebenfalls an Nicht-Muttersprachler. Verantwortlich ist die Universität La Sapienza in Rom. Es ist vor allem geeignet, wenn Sie ein Studium an einer italienischen Universität absolvieren möchten oder Italienisch im Beruf benötigen. So gibt es mit dem PLIDA Commerciale ein Zertifikat, das Kenntnisse im Wirtschaftsitalienisch belegt (B1 bis C1).
  • CILS (Certificazione di Italiano come Lingua Straniera) – Ebenfalls ein Zertifikat einer italienischen Universität, der Università per Stranieri di Siena. Es prüft Kenntnisse auf allen sechs Niveaustufen.
  • TELC (The European Language Certificate) – TELC-Zertifikate können auch für Italienisch erworben werden. Auch diese Prüfungen orientieren sich am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen und sind anerkannt. Sie kosten zwischen 130 und 230 Euro. Für VHS-Kursteilnehmende gibt es häufig einen Rabatt bei der Sprachprüfung.

Einige der Zertifikate erfordern eine Prüfung, die Sie direkt in Italien ablegen (z.B. AIL, CLIS). Dann bietet sich die Kombination mit einer vorhergehenden Sprachreise an.


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