Fernstudium

Qualifizierungsmaßnahmen, die auf Fernunterricht setzen und dementsprechend auf Präsenzen verzichten, werden im Allgemeinen unter dem Begriff Fernstudium zusammengefasst. In diesem Zusammenhang muss man allerdings rasch feststellen, dass Fernstudium nicht gleich Fernstudium ist.

Kennzeichnend für ein echtes Fernstudium ist, dass es einerseits weitgehend auf Präsenzen verzichtet und so eine maximale Flexibilität bietet, andererseits aber zu einem anerkannten akademischen Abschluss führt. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich um kein akademisches Fernstudium.

So entpuppt sich das eine oder andere Fernstudium bei näherer Betrachtung als Fernlehrgang, was jedoch keineswegs bedeutet, dass nicht auch diese Maßnahme sinnvoll ist und ihre Daseinsberechtigung hat. Interessierte sollten sich aber dessen bewusst sein, dass nicht jedes Fernstudium zu einem anerkannten akademischen Abschluss führt.

Unabhängig davon, ob es sich um einen Fernkurs oder ein Fernstudium handelt, ist das gemeinsame Merkmal der Fernunterricht. Die Teilnehmer einer entsprechenden Qualifizierung lernen so zeitlich und örtlich unabhängig, was ihnen ein Höchstmaß an Flexibilität beschert. Insbesondere Berufstätigen kommt dies sehr entgegen, denn auf diese Art und Weise lässt sich das Bildungsziel trotz Job erreichen.

Im Falle eines Fernstudiums muss man somit keine Kompromisse eingehen und kann Studium und Beruf unter einen Hut bringen. In Anbetracht der zunehmenden Akademisierung erscheint ein Fernstudium als ideale Lösung für Berufstätige und kommt als moderne Form der wissenschaftlichen Weiterbildung daher.

Berufsbegleitende Studienmodelle

Berufstätige, die sich fachlich weiterentwickeln möchten, verstehen unter einem Fernstudium zuweilen alle Möglichkeiten einer berufsbegleitenden Qualifizierung. Streng genommen handelt es sich dabei aber längst nicht immer um ein Fernstudium. Um sich ein genaues Bild von den verschiedenen Studienformen zu machen und zu erörtern, welche Chancen ein Fernstudium bietet, ist eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema unerlässlich. Bei dieser Gelegenheit stellen Interessierte fest, dass auch die folgenden Studienformen für ein berufsbegleitendes Studium infrage kommen:

  • Duales Studium
    Duale Studiengänge sind üblicherweise ausbildungsintegrierend und finden dementsprechend parallel zu einer Berufsausbildung statt.

  • Teilzeitstudium
    An einigen Hochschulen umfasst das Studienangebot neben Vollzeitstudiengängen auch das eine oder andere Teilzeitstudium. Beispielsweise an zwei Tagen in der Woche besuchen die Studierenden Veranstaltungen an der Hochschule, während ansonsten genug Zeit für den Beruf bleibt.

  • Wochenendstudium
    Wer trotz eines berufsbegleitenden Studiums keine Kompromisse im Job eingehen möchte und die Studienzeit auf seine Freizeit beschränken will, sollte ein Wochenendstudium ins Auge fassen. Wie der Name bereits aussagt, finden dabei die Vorlesungen und sonstigen Veranstaltungen am Wochenende statt.

  • Abendstudium
    Das Konzept eines Abendstudiums erinnert an eine Abendschule, führt allerdings zu einem akademischen Grad. Mehrmals wöchentlich kann man so nach Feierabend an Vorlesungen und Seminaren teilnehmen. Der regelmäßige Kontakt zu Kommilitonen und Dozenten kann das Lernen erheblich erleichtern.

  • Fernstudium
    Geht es um berufsbegleitende Studienmodelle darf das Fernstudium selbstverständlich nicht unerwähnt bleiben. Für viele Menschen ist das Fernstudium der Inbegriff eines berufsbegleitenden Studiums. Ohne ständige Präsenzen kann man im Zuge dessen den Bachelor oder Master erlangen, indem man fleißig daheim lernt und sich anhand der Studienunterlagen mehr oder weniger in Eigenregie auf die jeweiligen Modulabschlussprüfungen vorbereitet.

In Zusammenhang mit einem Studium neben dem Beruf ist das Fernstudium folglich nur ein Studienmodell von vielen. Es bietet jedoch maximale Freiheiten und ist somit bestens für all diejenigen geeignet, die beruflich stark eingespannt sind, eine Familie haben und gleichzeitig auch noch studieren möchten, um weiter auf der Karriereleiter aufsteigen zu können.

Weiterbildung per Fernstudium

Neben den akademischen Formen des Fernstudiums gibt es auch noch entsprechende Angebote außerhalb des Hochschulwesens. So mancher Fernlehrgang wird im Allgemeinen als Fernstudium bezeichnet, was das grundlegende Konzept der betreffenden Qualifizierung hervorheben soll. Hierbei darf man jedoch nicht den Fehler machen, Fernstudiengänge und Fernkurse zu verwechseln.

Letztere führen zu keinem anerkannten Hochschulabschluss, sondern sind eher als Weiterbildungen zu betrachten. Als Aufstiegs- beziehungsweise Anpassungsqualifizierung kann ein solcher Fernkurs bestens geeignet sein. Dies trifft vor allem auf die Fernlehrgänge zu, die der Vorbereitung auf einen Fortbildungsabschluss dienen. Grundsätzlich ist ohnehin jede Qualifizierung ein Gewinn und vermittelt zusätzliches Wissen und Kompetenzen.

Welche Abschlüsse sind per Fernstudium möglich?

Ein simpler Fernkurs führt nicht immer zu einem Abschluss, so dass man diesbezüglich genau differenzieren muss. Zuweilen kann man an einer Fernschule zwar eine Weiterbildung per Fernlehrgang absolvieren und einen Fortbildungsabschluss erlangen, dies ist jedoch eher die Ausnahme. All diejenigen, die nicht nur einen institutseigenen Abschluss erlangen möchten, dessen Anerkennung fraglich sein könnte, liegen mit einem akademischen Fernstudium goldrichtig. Im Zuge dessen kann man allgemein übliche Studienabschlüsse berufsbegleitend erlangen. Nachfolgend findet sich eine Übersicht über die akademischen Grade, die durch ein Fernstudium auch neben dem Beruf winken:

Das Bachelor-Fernstudium

Der Bologna-Prozess macht auch vor dem Fernstudium nicht Halt und hat dafür gesorgt, dass grundständige Fernstudiengänge zum Bachelor führen. Dieser gilt als berufsqualifizierend und punktet zudem mit einer internationalen Anerkennung.

Das Master-Fernstudium

Ebenfalls anerkannt ist der Master, der als Abschluss postgradualer Aufbaustudiengänge gilt. Dieser akademische Grad kommt postgradual und konsekutiv daher, so dass ein einschlägiges Erststudium zwingende Voraussetzung ist, auf dem dann das Master-Fernstudium aufbauen kann.

Das MBA-Fernstudium

Das MBA-Studium nimmt im Bereich der postgradualen Studiengänge eine besondere Rolle ein, denn es ist nicht konsekutiv. Dementsprechend richtet es sich an Absolventen unterschiedlichster Fächer. Auf dem Weg zum Master of Business Administration erwerben diese dann ökonomische Kompetenzen, die vor allem für Führungspositionen essentiell sein können.

Anerkennung eines Fernstudiums

Hinsichtlich der Anerkennung muss man sich üblicherweise keine Sorgen machen, sofern man ein akademisches Fernstudium mit dem Bachelor, Master oder MBA abgeschlossen hat. Bei Laien entsteht nichtsdestotrotz mitunter der Eindruck, es handele sich um kein vollwertiges Hochschulstudium, weil die regelmäßigen Präsenzen fehlen.

Selbst Personaler sind vor einer solchen Fehleinschätzung nicht gefeit. Aus diesem Grund besteht hier oftmals noch Aufklärungsbedarf. Ein akademischer Grad aus einem Fernstudium ist formal ebenso anerkannt wie Abschlüsse klassischer Präsenzstudiengänge. Da Fernstudierende einer enormen Doppelbelastung ausgesetzt und beim Lernen mehr oder weniger auf sich alleingestellt sind, weisen Fernstudiengänge in der Praxis einen besonders hohen Anspruch auf. Dementsprechend sollten eigentlich keine Zweifel an der Anerkennung des Fernstudiums bestehen.

Was ist die ZFU-Zulassung?

Auch einfache Fernkurse erwecken mitunter den Eindruck einer allgemeinen Anerkennung, da die Anbieter explizit auf die ZFU-Zulassung des betreffenden Fernlehrgangs hinweisen. Laien wissen zumeist gar nicht, was sich dahinter verbirgt und nehmen so an, der Abschluss sei anerkannt. Dem ist jedoch nicht so, denn die ZFU-Zulassung sagt nichts über die Anerkennung des Abschlusses aus.

Die Abkürzung ZFU steht für die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht. Diese in Köln ansässige Behörde prüft Fernlehrgänge nach dem Fernunterrichtsschutzgesetz und lässt diese offiziell zu. Dies ist immer dann zwingend notwendig, wenn es sich nicht bloß um einen Hobby-Fernkurs handelt. Die ZFU-Zulassung ist folglich kein besonderer Pluspunkt, sondern sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Voraussetzungen, Dauer und Kosten eines Fernstudiums

Die Unterscheidung zwischen einem Fernstudium und einem Fernlehrgang ist insbesondere hinsichtlich der Rahmenbedingungen von großer Bedeutung. Fernkurse kommen zumeist ohne besondere Voraussetzungen daher und richten sich somit an alle Interessierten. Im Gegensatz dazu setzt ein grundständiges Bachelor-Fernstudium die Fachhochschulreife oder das Abitur voraus, wobei unter anderem für beruflich Qualifizierte und Absolventen beruflicher Aufstiegsfortbildungen alternative Zulassungsbedingungen gelten. Das Master-Fernstudium erfordert jedoch stets ein abgeschlossenes grundständiges Studium.

Nicht nur die Voraussetzungen für ein Fernstudium, sondern auch die Dauer unterscheidet sich zum Teil erheblich. Aufgrund der unterschiedlichen Abschlüsse sowie der hohen Flexibilität lassen sich praktisch keine pauschalen Angaben zur Studiendauer machen.

Um hier konkrete Informationen zu erhalten, muss man umfassend recherchieren und sollte das kostenlose Informationsmaterial unverbindlich anfordern. Die Unterlagen enthalten ebenfalls Infos über die stark variierenden Kosten, die je nach Anbieter und Fernstudium zwischen wenigen Hundert Euro und einem fünfstelligen Betrag liegen können.

Top 10 der beliebtesten Fernstudiengänge

All diejenigen, die das Konzept eines Fernstudiums zu schätzen wissen und sich diese Form der Qualifizierung zunutze machen wollen, fragen sich, was sie per Fernstudium neben dem Beruf studieren können. Bis auf wenige Ausnahmen, wie zum Beispiel die Medizin, sind praktisch alle Fächer auch als Fernstudiengänge realisierbar, so dass angehende Fernstudenten mehr oder weniger die Qual der Wahl haben.

Immer mehr Hochschulen bauen ihr Fernstudienangebot aus, wodurch sich nahezu unzählige Möglichkeiten für ein entsprechendes Studium neben dem Beruf ergeben. Wer berufsbegleitend studieren möchte, sollte sich erst einmal selbst fragen, welche Richtung er einschlagen möchte. So kann man sich in der Regel auf einen der folgenden Fachbereiche konzentrieren:

  • Wirtschaftswissenschaften

  • Sozialwissenschaften und Pädagogik

  • Gesundheitswesen

  • Ingenieurwissenschaften

  • Kunst und Gestaltung

  • Agrar- und Forstwissenschaften
  • Rechtswissenschaften
  • Kulturwissenschaften
  • Sprachwissenschaft
  • Naturwissenschaften und Mathematik

Nachdem man die richtige Fachrichtung gefunden hat, steht gewissermaßen ein Fernstudiumcheck an. Dabei gilt es zu ergründen, welche Möglichkeiten für ein Fernstudium in dem jeweiligen Bereich existieren.

Alle Fernstudiengänge aufzulisten, ist aufgrund der enormen Vielzahl nicht möglich, doch die beispielshafte Top 10 der beliebtesten Fernstudiengänge vermittelt einen guten Eindruck von der Bandbreite, die sich Interessierten hier bietet:

  • BWL

  • Psychologie
  • Wirtschaftsingenieurwesen
  • Informatik
  • Wirtschaftsinformatik
  • Management
  • Sozialarbeit
  • Pädagogik
  • Wirtschaftsrecht
  • Gesundheitsmanagement

Gut zu wissen

Wer mit einem berufsbegleitenden Fernstudium liebäugelt, sollte sich im Vorfeld schlaumachen und intensiv mit dem Thema auseinandersetzen.

Eine große Hilfe ist dabei immer wieder aufs Neue das kostenlose Informationsmaterial, das viele Anbieter bereithalten. Dieses liefert Informationen aus erster Hand, kann einen unabhängigen Fernstudium Guide jedoch nicht ersetzen. Hier auf Fernstudium.com, dem Online-Portal in Sachen Fernstudium, finden Interessierte anbieterunabhängige Informationen zu unterschiedlichsten Fernstudiengängen.

Berufsbegleitendes Studium: Für wen lohnt sich das?

Ein berufsbegleitendes Studium erweist sich zwar immer wieder aufs Neue als immense Herausforderung, bietet aber zugleich viel Potenzial, das es zu nutzen gilt. Im Zuge der Entscheidungsfindung stellen sich Interessierte regelmäßig die Frage, ob sich der Aufwand eines Studiums neben dem Beruf überhaupt lohnt.

Eine allgemeingültige Antwort kann es hier kaum geben, so dass die Beurteilung der Sinnhaftigkeit eines berufsbegleitenden Studiums stets unter Berücksichtigung der jeweiligen Ziele geschehen muss.

Grundsätzlich ist Bildung ein hohes Gut und lohnt sich dementsprechend immer. Für Menschen, die eines der folgenden Ziele verfolgen, lohnt sich ein Studium neben dem Beruf aber in besonderem Maße:

  • Aufstieg auf der Karriereleiter
  • Gehaltserhöhung
  • Nutzung einer Übergangsphase
  • Fachliche Qualifizierung
  • Verbesserung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt
  • Persönliche Weiterentwicklung
  • Berufliche Veränderung

Für all diejenigen, die flexibel neben dem Beruf den Bachelor oder Master als anerkannten akademischen Grad erwerben möchten, lohnt sich ein berufsbegleitendes Studium und kann die Grundlage für die weitere berufliche Laufbahn schaffen.

Berufsbegleitendes Studium: Abendstudium oder Vollzeitstudium?

Wenn es um ein berufsbegleitendes Studium geht, müssen Interessenten zunächst eine Entscheidung hinsichtlich der Studienform treffen, denn hier existieren zum Teil erhebliche Unterschiede. So muss man nicht nur das richtige Fach finden, sondern ebenfalls entscheiden, ob man sich beispielsweise für ein Abendstudium oder Vollzeitstudium einschreibt.

Hierbei lohnt es sich, sich mit allen Studienformen zu befassen, das kostenlose Informationsmaterial unverbindlich anzufordern und vielleicht auch den einen oder anderen Erfahrungsbericht zu lesen. Auf diese Art und Weise kann man sich vorab ein genaues Bild von den verschiedenen Varianten machen und anschließend eine persönliche Entscheidung treffen.

Da der Erfolg eines berufsbegleitenden Studiums zu einem nicht unwesentlichen Teil auch von der gewählten Studienform abhängt, sollten Berufstätige mit Interesse an einem parallelen Studium diesen Punkt auf keinen Fall unterschätzen.

Sowohl das Vollzeitstudium als auch das Abendstudium hat seine Vor- und Nachteile, so dass es hier stets abzuwägen gilt. Nachfolgend finden Interessenten die wichtigsten Eckpunkte in einer kurzen Übersicht:

  • Abendstudium
    Das grundlegende Konzept eines Abendstudiums ist mehr oder weniger selbsterklärend, denn wie der Name bereits vermuten lässt, finden die Präsenzen eines solchen Studiums abends statt. Für Berufstätige bietet dies den enormen Vorteil, dass sie trotz Job an den Vorlesungen und sonstigen Präsenzen teilnehmen können, weil diese nach Feierabend stattfinden. Regelmäßige Arbeitszeiten sowie eine gewisse Wohnortnähe des Studienzentrums sind allerdings zwingende Voraussetzungen. Zudem können die fixen Präsenzzeiten durchaus auch das Wochenende betreffen.

  • Vollzeitstudium
    Auf den ersten Blick erscheint ein Vollzeitstudium neben dem Beruf vollkommen ausgeschlossen, schließlich kann man nicht parallel zum Job ein klassisches Präsenzstudium absolvieren. Zeitlich und auch hinsichtlich des Aufwands lässt sich dies wohl kaum bewerkstelligen. Nichtsdestotrotz steht ein Vollzeitstudium durchaus zur Debatte, wenn es um ein berufsbegleitendes Studium geht. Hier bietet sich ein Fernstudium an, das größtenteils auf obligatorische Präsenzen verzichtet und dementsprechend mit einem Höchstmaß an Flexibilität aufwartet. Dank der vielen Freiheiten ist es zumindest rein theoretisch möglich, per Fernstudium berufsbegleitend in Vollzeit zu studieren.

Bei der Wahl einer passenden Form für das berufsbegleitende Studium spielt das zur Verfügung stehende Angebot eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig sollte man ebenfalls auf die eigene Disziplin und Belastbarkeit Rücksicht nehmen.

Checkliste

Haben Sie das Zeug zum berufsbegleitenden Studieren?

Viele Menschen interessieren sich grundsätzlich für ein berufsbegleitendes Studium, wissen aber nicht, ob dies tatsächlich die richtige Wahl für sie wäre. So stellt sich immer wieder die Frage, ob man das Zeug zum berufsbegleitenden Studieren hat, schließlich stellt diese Studienform besondere Anforderungen.

Es kommt also längst nicht nur auf formale Kriterien, sondern ganz besonders auf die persönliche Eignung an. Dementsprechend sollten Interessenten an einem berufsbegleitenden Studium mit dem Ziel Bachelor, Master oder MBA wissen, was für ein Lerntyp sie sind. Aufgrund der unterschiedlichen Varianten des berufsbegleitenden Studiums lässt sich im Allgemeinen durchaus eine geeignete Option finden.

Wer sich ein Höchstmaß an Flexibilität wünscht, kommt bei einem Fernstudium auf seine Kosten, während all diejenigen, die regelmäßigen Kontakt zu Dozenten sowie Kommilitonen suchen und Frontalunterricht bevorzugen, dahingegen ein Abendstudium ins Auge fassen sollten.

Menschen, die nach einer Checkliste für ein berufsbegleitendes Studium suchen und auf diese Art und Weise feststellen möchten, ob sie das Zeug zum berufsbegleitenden Studieren haben, sollten dabei vor allem die folgenden Fragen klären:

  • Habe ich trotz Job und Familie ausreichend Zeit für ein berufsbegleitendes Studium?

  • Bringe ich die notwendige Belastbarkeit für ein akademisches Studium neben dem Beruf mit?

  • Bin ich gewillt, einen Großteil meiner Freizeit in das berufsbegleitende Studium zu investieren?

  • Kann ich mir das berufsbegleitende Studium leisten?

  • Liegen mir intensive Selbstlernphasen?

Wer diese Punkte bejahen kann, bringt beste Voraussetzungen für ein Studium neben dem Beruf mit und sollte es zumindest einmal auf einen Versuch ankommen lassen. Am Ende muss sich dann in der Praxis zeigen, ob man ausreichend Motivation, Durchhaltevermögen und Disziplin für ein berufsbegleitendes Studium mitbringt.

Fernstudium Ziele: Warum wollen Sie berufsbegleitend studieren?

Die Motivation, die hinter einem Fernstudium steht, ist maßgebend für den Erfolg des berufsbegleitenden Studiums, weshalb Interessenten ihre Ziele stets hinterfragen sollten. Ein akademisches Studium erweitert zwar stets den Horizont, ist aber nie reiner Selbstzweck. Dies trifft in besonderem Maße auf berufsbegleitende Studiengänge zu, die sich immer wieder aufs Neue als enorme Herausforderungen erweisen.

Der damit verbundene Aufwand darf trotz der Flexibilität eines Fernstudiums nicht unterschätzt werden und kann nur bewältigt werden, wenn man die erforderliche Motivation mitbringt. Wenn es darum geht, die persönlichen Ziele in Zusammenhang mit dem geplanten Fernstudium zu ergründen, stellen sich die folgenden Fragen:

  • Kommen Schulungen, Seminare und Weiterbildungen vielleicht als Alternativen infrage?
  • Welche beruflichen Ambitionen verfolge ich?
  • Habe ich ausreichend Zeit, Geld und Kraft für ein akademisches Studium neben dem Beruf?
  • Wird dem Fernstudium seitens des Arbeitgebers die Anerkennung zuteil, die es verdient?

Berufsbegleitendes Fernstudium: Wo lohnt es sich besonders?

Grundsätzlich erweisen sich zusätzliche Qualifikationen immer als lohnenswert, so dass sich die Frage, ob sich ein berufsbegleitendes Fernstudium lohnt, zumindest theoretisch gar nicht stellt. Ein zusätzlicher Abschluss, insbesondere ein akademischer Grad, beschert dem Absolventen einen nachhaltigen Kenntnisgewinn und bietet zudem attraktive Karrierechancen inklusive adäquater Verdienstmöglichkeiten. Im Falle eines berufsbegleitenden Fernstudiums muss man aber mitunter genau abwägen, denn der damit verbundene Aufwand, der parallel zum Job zu bewerkstelligen ist, kann durchaus enorm sein.

Untersuchungen zeigen immer wieder, dass sich Bildung lohnt und auf beruflicher Ebene für höhere Verdienstmöglichkeiten sorgt. In diesem Zusammenhang ist vielfach von der sogenannten Bildungsrendite die Rede. Das mögliche Gehalt ist folglich ein wesentlicher Punkt, der auch für ein berufsbegleitendes Fernstudium spricht. Geld allein macht aber auch nicht glücklich, weshalb Studieninteressierte nicht ausschließlich auf diesen Aspekt setzen sollten. Auch die folgenden Argumente sprechen für ein berufsbegleitendes Studium:

  • Zusätzliche Qualifikation
    Der Erwerb einer zusätzlichen Qualifikation mit allgemeiner Anerkennung spricht eindeutig für ein berufsbegleitendes Studium und kann die Basis für einen Aufstieg auf der Karriereleiter schaffen.
  • Netzwerk
    Im Zuge des berufsbegleitenden Studiums kann man ein Netzwerk aufbauen, das aus Gleichgesinnten sowie besonders erfahrenen Experten besteht.
  • Soft Skills
    Die meisten Menschen beachten bei der Entscheidung für ein berufsbegleitendes Studium lediglich den erreichbaren Abschluss und vernachlässigen die Soft Skills, die im Zuge dessen ebenfalls geschult werden. Wer ein Studium neben dem Beruf erfolgreich abgeschlossen hat, kann schließlich mit Belastbarkeit, Engagement, Disziplin und Durchhaltevermögen punkten. Arbeitgeber wissen diese Eigenschaften sehr zu schätzen, so dass ein Fernstudium eine solide Basis für einen erfolgreichen Jobwechsel schaffen kann.

In einigen Bereichen lohnt sich ein berufsbegleitendes Fernstudium ganz besonders, weil Führungskräfte einerseits über einen akademischen Abschluss und andererseits umfassende Praxiserfahrungen verfügen sollten. Durch ein Fernstudium neben dem Beruf lassen sich beide Punkte erfüllen, so dass dies insbesondere in den folgenden Bereichen eine vielversprechende Option ist:

  • Gesundheitswesen
  • Pflegemanagement

Der in der Gesundheitsbranche vorherrschende Fachkräftemangel bietet viel Entwicklungspotenzial, das es beispielsweise mithilfe eines berufsbegleitenden Fernstudiums zu nutzen gilt.

Fernstudium finanzieren: Geld. Stipendien und Fördermittel

In Zusammenhang mit der Bildung sollte Geld rein theoretisch keine Rolle spielen, doch Theorie und Praxis klaffen oftmals weit auseinander. Besonders deutlich wird dies in Zusammenhang mit einem berufsbegleitenden Fernstudium, das je nach Hochschule mit beträchtlichen Kosten einhergehen kann.

Das Spektrum reicht von rund 2.500 Euro bis hin zu mehr als 20.000 Euro, so dass die Aufnahme eines Studiums neben dem Beruf regelmäßig eine Kostenfrage ist. Die mit einem Fernstudium verbundenen Kosten setzen sich folgendermaßen zusammen:

  • Studiengebühren
  • Semesterbeitrag
  • Prüfungsgebühren
  • Reisekosten
  • Verpflegungskosten
  • Ausgaben für zusätzliche Fachliteratur
  • Seminarkosten
  • Auslandsveranstaltungen

Ob und in welcher Höhe entsprechende Kosten anfallen, ergibt sich stets aus dem gewählten Studiengang. An einer privaten Hochschule wird ein berufsbegleitendes Studium in der Regel teurer, während staatliche Hochschulen auch öffentliche Gelder erhalten und sich somit nicht einzig und allein über die Gebühren finanzieren müssen.

Zudem macht es einen Unterschied, ob man regelmäßig zu weit entfernten Präsenzorten reisen oder lediglich zu den Prüfungen am Ende eines jeden Semesters im nächstgelegenen Studienzentrum erscheinen muss. Angesichts der zum Teil massiven Unterschiede ist es nicht verwunderlich, dass hinsichtlich der Kosten eines berufsbegleitenden Studiums große Differenzen existieren.

Viele Menschen machen allerdings den Fehler, die Finanzierung eines berufsbegleitenden Fernstudiums zu unterschätzen. Sie gehen zuweilen davon aus, dass sie die Kosten problemlos stemmen können, schließlich studieren sie berufsbegleitend und erwirtschaften somit ein regelmäßiges Einkommen.

Dieses wird aber zunächst für die laufenden Lebenshaltungskosten gebraucht. Mehrere Hundert Euro im Monat, die durchaus anfallen können, übersteigen daher oftmals die finanziellen Möglichkeiten berufstätiger Studenten.

Nichtsdestotrotz muss das Vorhaben nicht am Geld scheitern, sofern man das Ganze realistisch angeht und sich frühzeitig um die Finanzierung des berufsbegleitenden Fernstudiums kümmert. Dabei kommen vor allem die folgenden Optionen infrage:

  • Förderung durch den Arbeitgeber
  • Stipendium
  • finanzielle Unterstützung durch Freunde und Familie
  • Studienkredit

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