Französisch lernen – Französischkurse im Überblick

Savoir Vivre, Wein und Baguette – das verbinden sicherlich viele Menschen zuallererst mit Frankreich. Dazu die wunderbar klingende Sprachmelodie des Französischen im Ohr und es fällt leicht, sich in einen herrlichen Sommertag an der Küste in der Bretagne oder in ein uriges Gasthaus im Elsass zu versetzen.

Den Franzosen ist ihre Landessprache äußerst lieb und wichtig. Seit 1994 gibt es sogar ein Gesetz, das den französischen Sprachgebrauch fördert und reguliert. Um also tatsächlich mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen, sollten Sie sich auf jeden Fall bemüht zeigen, französisch zu sprechen. Allein dafür kann sich ein Sprachkurs bereits auszahlen.

Doch Französisch wird längst nicht nur in Frankreich, der Schweiz oder Luxemburg gesprochen. Es ist in 29 Ländern weltweit offizielle Amtssprache, darunter beispielsweise in zahlreichen afrikanischen Nationen wie der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda, dem Senegal oder Tschad sowie in Kanada. Weltweit sprechen etwa 250 bis 300 Millionen Menschen Französisch – damit ist es eine der Weltsprachen, die zudem hohe internationale Bedeutung hat.

So ist Französisch nicht zuletzt die Verhandlungssprache der Europäischen Union, fungiert am Europäischen Gerichtshof als interne Amtssprache und ist eine der Arbeitssprachen der Vereinten Nationen. Dementsprechend ist seine Bedeutung für viele im beruflichen Kontext ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Französisch für Anfänger – französisch lernen leichtgemacht

Französisch gehört wie Spanisch oder Italienisch zu den romanischen Sprachen. Damit weist es einige Besonderheiten gegenüber dem Deutschen auf. Was zuerst auffällt: Es klingt viel melodiöser. Dazu kommt die nasale Aussprache vieler Vokale. Nicht zuletzt werden im Französischen häufig Endungen nicht betont, sondern bleiben lautlos.

Auch in der Schriftsprache weist das Französische eine Besonderheit auf, die sich in der Aussprache niederschlägt. Es gibt zwar keine Umlaute, dafür werden jedoch Akzente sowie andere diakritische Zeichen gesetzt. Jedem bekannt sein sollte der „accent aigu“ vom Wort „Café“, der anzeigt, dass ein Vokal betont wird. Im Gegensatz dazu steht der „accent grave“, der deutlich macht, den Vokal kurz auszusprechen. Der „accent circonflexe“ – quasi eine kleine Haube auf einem Vokal „ô“ – ist hingegen vor allem schriftlich von Bedeutung und hat keine unmittelbare Auswirkung auf die Aussprache.

Tücken bringen besonders zwei Buchstaben mit sich: das H und das S. So gibt es im Französischen zwei Arten des H: das h muet (wie bei l’heure) und das h aspiré (wie bei le hibou). Wie die Beispiele schon zeigen, wird der Artikel davor entweder mit Apostroph oder ohne geschrieben. Beim S gibt es sowohl die stimmlose als auch stimmhafte Aussprache. Entscheiden Sie sich für die falsche, kann das unter Umständen den Sinngehalt eines ganzen Satzes verändern.

Doch keine Angst: Französisch lernen ist kein Hexenwerk. Wichtig ist, dass Sie von Beginn an sowohl die Schriftform als auch Aussprache der Vokabeln üben. Die Grammatik ist der Deutschen in vielerlei Hinsicht ähnlich, sei es was den Satzbau oder die Bildung von Zeitformen angeht. Sie müssen sich allerdings darauf einstellen, dass es doch einige Verben gibt, die unregelmäßig gebeugt werden.

Bevor Sie mit dem Lernen der französischen Sprache loslegen, sollten Sie sich genau mit den unterschiedlichen Möglichkeiten dafür befassen. Französisch ist eine der beliebtesten Fremdsprachen – entsprechend groß und häufig undurchschaubar ist das Kursangebot. Wenn Sie bereits Grundkenntnisse haben, so ist es im ersten Schritt sinnvoll, dass Sie Ihr Niveau korrekt einschätzen. Nur so vermeiden Sie, dass Sie womöglich in eine Weiterbildung investieren, die Sie unter- oder überfordert.

A, B oder C? Unterschiedliche Niveaustufen im Überblick

Den wichtigsten Anhaltspunkt liefern die Niveaustufen des „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen“. Sie beschreiben, was ein Sprachlernender können sollte, um ein bestimmtes Niveau zwischen A1 (Anfänger) und C2 (fast einem Muttersprachler ebenbürtig) zu erreichen. Zwar handelt es sich dabei um Empfehlungen, diese werden jedoch von fast allen Bildungseinrichtungen zur Orientierung herangezogen und eignen sich damit hervorragend zur Selbsteinschätzung.

C2 

(Fast) wie ein Muttersprachler: Es fällt ihnen leicht, sich in französischer Sprache in Gesprächen zu verständigen, auch wenn die Gesprächsthemen komplex und ihnen fremd sind. Auch umfangreiche Texte lesen und erfassen sie ohne Probleme.  

C1 

Ihr Französisch ist sehr gut. Sie sind in der Lage, schwierige Texte zu verstehen und können sich mit Muttersprachlern mühelos unterhalten.  

B2 

Im Alltag können Sie sich auf Französisch unterhalten und Sie verfügen inzwischen über ein gutes Textverständnis.  

B1 

Sie können sich in Gesprächen über vertraute Themen einbringen und verstehen auch etwas anspruchsvollere Texte bereits gut.    

A2 

In Alltagssituationen, zum Beispiel beim Einkaufen oder im Restaurant, können Sie sich verständlich machen.  

A1 

Einfache Texte zu verstehen und alltagsnahe Fragen und Aussagen zu formulieren gelingt Ihnen ohne Anstrengung.   

Nur die in der Tabelle aufgeführten Informationen reichen aber möglicherweise nicht aus, um die eigenen Kenntnisse einzustufen. Dementsprechend gibt es inzwischen zahlreiche kostenlose Einstufungstests im Internet und auch die Sprachzentren an Universitäten oder Volkshochschulen bieten eine Einstufung kostenfrei oder gegen eine geringe Gebühr an.

Französischlernen an der VHS oder online?

Im nächsten Schritt gilt es, sich Gedanken über die geeignete Art des Sprachkurses zu machen. Dafür sollten Sie sich zum einen die Frage stellen, was Sie erreichen möchten? Als Anfänger geht es Ihnen vielleicht in erster Linie darum, einen Zugang zur Sprache zu gewinnen und grundlegende Kenntnisse zu erwerben. Wenn Sie bereits fortgeschritten sind, möchten Sie vielleicht gezielt am fließenden Sprechen arbeiten oder Sie möchten Ihren berufsbezogenen Wortschatz ausbauen.

Zum anderen sollten Sie berücksichtigen, welcher Lerntyp Sie sind und wie viel Zeit Sie in das Sprachenlernen investieren können. Wenn Sie lieber selbstständig lernen und zeitlich wenig flexibel sind, dann kann ein Onlinekurs oder eine Weiterbildung an einer Fernhochschule ideal für Sie sein. Wenn Sie lieber in der Gruppe lernen, dann sind die Volkshochschule, Sprachenzentren oder sogar eine Sprachreise das Richtige. Letztere sind zudem von Vorteil, wenn es Ihnen vor allem um die Sprachpraxis geht.

Französischkurs an der VHS

In Deutschland gibt es fast 900 Volkshochschulen. Fast alle bieten Französischkurse an. Um sich im Vorfeld von der Qualität eines VHS-Kurses zu überzeugen, bietet es sich an, dass Sie eine Schnupperstunde besuchen. Das erlauben die meisten Volkshochschulen an, sodass Sie sich vor Ort von der Qualität der Lehrenden und der Lernmaterialien überzeugen können.

Französischkurse an der Fernhochschule

Sie lernen lieber flexibel und unabhängig für sich alleine? Dann könnte ein Französischkurs an einer Fernhochschule genau das Richtige für Sie sein. Nach Englisch ist Französisch sicherlich eine der beliebtesten Sprachen. Dementsprechend groß ist das Kursangebot der Fernhochschulen. Sie können sowohl Anfänger- als auch Fortgeschrittenenkurse besuchen. Teilweise gibt es überdies die sogenannten Volllehrgänge, bei denen Sie sich vom Anfänger- zum Fortgeschrittenenniveau durcharbeiten. Spezifisch auf den Beruf zugeschnittene Lehrgänge werden ebenfalls vereinzelt angeboten.

Je nachdem, für welchen Kurs und Anbieter Sie sich entscheiden, dauert ein Fernlehrgang zwischen neun und 14 Monaten. Die Kosten liegen höher als bei den Kursen an einer Volkshochschule. Sie belaufen sich auf zwischen 350 und 1.000 Euro. Dafür erhalten Sie jedoch völlige Flexibilität, was das Lernen angeht, hochwertige und didaktisch schlüssig aufbereitete Lernmaterialien und auch der persönliche Austausch kommt in der Regel nicht zu kurz.

So können Sie bei den meisten Fernschulen mit einem erfahrenen Fernlehrer per Mail oder telefonisch kommunizieren und viele bieten zudem ein Online-Portal für den Austausch mit Mitlernenden an. Um Ihre Lernfortschritte zu überprüfen, müssen Sie regelmäßig Einsendeaufgaben einreichen. Am Schluss steht dann eine Abschlussprüfung, wenn Sie ein international anerkanntes Zertifikat erwerben möchten oder Sie erhalten ein institutsinternes Teilnahmezertifikat.

Französischkurs online

Abseits der klassischen Anbieter von Sprachkursen, finden sich auch im Internet zunehmend Websites, um Sprachen zu lernen. Beachten Sie aber, dass die meisten Angebote nur teilweise kostenfrei zu nutzen sind. Oft können Sie lediglich Probelektionen mitmachen, stehen nur eingeschränkte Themen zur Verfügung oder Sie müssen zusätzliche Kursmaterialien erwerben. Für ein erstes Schnuppern in die französische Sprache eignen sie sich aber allemal.

Kostenfreie Französischkurse online

Ein Beispiel wäre Book2 des Goethe-Verlags. Hier können Sie kostenlos einige Lektionen Französisch durchlaufen, aber zusätzlich auch ein passendes Lehrbuch kaufen. Übungen zur französischen Grammatik finden Sie kostenfrei auf der Website Moddou.

Wenn Ihre Französischkenntnisse, beispielsweise aus der Schulzeit, noch gut sind, dann können Sie die Sprache auch vertiefen, indem Sie französischsprachige Medien konsumieren. Das muss nicht zwingend die französische Tageszeitung sein. Auch viele Serien stammen mittlerweile aus Frankreich und können bei Streamingdiensten wie Netflix im Originalton angeschaut werden.

Französisch lernen mit Sprachapps

Das Smartphone ist für viele Menschen zum alltäglichen und unverzichtbaren Begleiter geworden. Auch für Sie? Warum dann nicht zum Französisch lernen nutzen. Apps wie Duolingo oder Babbel machen es möglich.

Zumeist können Sie einige Inhalte bereits nutzen, ohne bezahlen zu müssen. Ein kostenpflichtiges Abonnement lohnt sich dann, wenn Sie auf den vollen Funktionsumfang zugreifen möchten. Sie können dann beispielsweise auch offline üben. Apps sind auf jeden Fall ein guter Einstieg in eine neue Sprache. Allerdings sind sie weniger geeignet, wenn Sie ein hohes Niveau anstreben, reale Gesprächssituationen üben oder Ihr berufsbezogenes Französisch ausbauen möchten.

Nachweis Ihrer Französischkenntnisse – anerkannte Prüfungen

Hervorragende Französischkenntnisse können auch im Beruf überaus hilfreich sein. Dafür müssen Sie sie nachweisen können. Selbiges gilt im universitären Kontext: Planen Sie beispielsweise ein Auslandsstudium, benötigen Sie einen Sprachnachweis.

Hier finden Sie einen Überblick über die verschiedenen international anerkannten Sprachnachweise:

  • DELF (Diplôme d’études de langue francaise) und DALF (Diplôme approfondi de langue francaise):
    Beide Zertifikate sind international anerkannt und decken unterschiedliche Niveaustufen ab. Entsprechend belaufen sich die Kosten auf zwischen 18 und 50 Euro (DELF-Sprachzertifikat) und 90 bis 110 Euro (DALF-Diplom). Die Prüfung kann an über 900 Testzentren weltweit abgelegt werden.
  • TELC-Zertifikat für Französisch:
    Für Französisch bietet die TELC GmbH einen Sprachtest an, der sämtliche Niveaustufen abdeckt. Darüber hinaus ist es möglich, ein spezialisiertes Zertifikat zu erwerben, etwa für den beruflichen Kontext.
  • DFP (Diplôme de Français Professionnel Affaires) und DFA (Diplôme de français des affaires):
    Diese Zertifikate werden von der IHK Paris angeboten und beziehen sich vor allem auf berufsbezogene Sprachkenntnisse.

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