Fernstudium Musikwissenschaft
Redaktionell geprüft von der Fernstudium – Berufsbegleitend studieren-Redaktion · Aktualisiert: · Lesezeit: ca. 9 Min
Musik begleitet fast jeden Menschen durch den Alltag, doch nur wenige beschäftigen sich systematisch mit der Frage, wie sie entsteht, wie sie sich historisch entwickelt hat und welche Rolle sie in Gesellschaft und Kultur spielt. Genau hier setzt die Musikwissenschaft an. Sie untersucht Musik nicht in erster Linie als ausübende Kunst, sondern als Gegenstand der Forschung: von der mittelalterlichen Notation über die großen Werke der Wiener Klassik bis hin zu Popmusik, Jazz und digitalen Klangwelten. Wer sich für Geschichte, Theorie, Akustik oder die kulturelle Bedeutung von Musik interessiert, findet in diesem Fach ein erstaunlich breites Betätigungsfeld.
Viele Interessierte stellen sich allerdings die Frage, ob und wie sich ein so theorie- und quellenlastiges Fach im Fernstudium berufsbegleitend studieren lässt. Die ehrliche Antwort vorweg: Musikwissenschaft ist als reines, grundständiges Fernstudium an staatlichen Universitäten in Deutschland kaum klassisch ausgeschrieben, weil das Fach stark an Präsenzformate, Bibliotheken, Notenarchive und gemeinsame Höranalysen gebunden ist. Es gibt jedoch praktikable Wege – etwa Fernuniversitäten mit kulturwissenschaftlichem Schwerpunkt, berufsbegleitende Teilzeit- und Hybridmodelle sowie eine wachsende Zahl an Online-Modulen und Zertifikatskursen. Dieser Ratgeber zeigt nüchtern, welche Optionen realistisch sind, womit man rechnen sollte und für wen sich der Weg lohnt.
Inhaltsverzeichnis
Wichtige Punkte
- Musikwissenschaft erforscht Musik in Geschichte, Theorie und Gesellschaft – sie ist kein Instrumental- oder Gesangsstudium.
- Ein reines grundständiges Fernstudium ist selten; üblich sind Hybrid-, Teilzeit- und Online-Modelle mit Präsenzanteilen.
- Schwerpunkte reichen von historischer Musikwissenschaft über Musiktheorie bis zu systematischer und ethnologischer Forschung.
- Karrierewege liegen in Kultur, Medien, Verlagen, Archiven, Bildung und Musikvermittlung – oft im Verbund mit weiteren Qualifikationen.
- Kosten variieren stark je nach Trägerart und reichen von moderaten Semesterbeiträgen bis in den vierstelligen Bereich bei privaten Anbietern.
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Was ist Musikwissenschaft? Das Berufs- und Fachfeld
Die Musikwissenschaft ist eine geisteswissenschaftliche Disziplin, die sich der Musik in all ihren Erscheinungsformen forschend und reflektierend nähert. Anders als ein künstlerisches Studium an einer Musikhochschule, bei dem das Beherrschen eines Instruments oder der Stimme im Mittelpunkt steht, geht es hier um das Verstehen, Einordnen und Analysieren von Musik. Studierende beschäftigen sich mit Fragen wie: Warum klingt Barockmusik anders als Romantik? Welche gesellschaftlichen Bedingungen prägten die Entstehung der Oper? Wie verändert die Digitalisierung das Hören und Produzieren von Musik?
Traditionell unterscheidet man drei große Teilbereiche. Die historische Musikwissenschaft befasst sich mit der Entwicklung der europäischen Kunstmusik, mit Komponisten, Werken, Quellen und Editionen. Die systematische Musikwissenschaft fragt nach den grundlegenden Phänomenen – etwa nach Akustik, Musikpsychologie, Ästhetik und Musiksoziologie. Die Musikethnologie schließlich untersucht Musik unterschiedlicher Kulturen weltweit und rückt damit auch außereuropäische Traditionen in den Blick. In den vergangenen Jahren sind populäre Musik, Filmmusik, Sound Studies und digitale Musikkulturen als Forschungsfelder hinzugekommen.
Wer Musikwissenschaft studiert, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es sich um ein lese-, schreib- und analyseintensives Fach handelt. Ein gutes Verständnis von Musiktheorie und die Fähigkeit, Notentexte zu lesen, sind hilfreich, lassen sich in vielen Programmen aber auch im Studienverlauf aufbauen.
Charakteristisch für das Fach ist seine Nähe zu zahlreichen Nachbardisziplinen. Wer Musikwissenschaft betreibt, arbeitet zwangsläufig mit Methoden der Geschichtswissenschaft, der Literatur- und Sprachwissenschaft, der Soziologie sowie – im systematischen Zweig – der Physik und Psychologie. Diese Interdisziplinarität ist Stärke und Herausforderung zugleich: Sie eröffnet einen weiten geistigen Horizont, verlangt aber zugleich die Bereitschaft, sich in unterschiedliche Denk- und Arbeitsweisen einzuarbeiten. Gerade im Fernstudium, in dem viel selbstständig erschlossen wird, ist diese Offenheit ein echter Vorteil.
Studieninhalte und Schwerpunkte im Fernstudium
Inhaltlich ähneln Fern- und Hybridprogramme dem klassischen Präsenzstudium, setzen aber stärker auf selbstständige Erarbeitung über Studienbriefe, Lernplattformen, Hörbeispiele und Online-Seminare. Zu den typischen Modulen gehören Musikgeschichte im Überblick, Gehörbildung und Höranalyse, Harmonielehre und Kontrapunkt, Notations- und Quellenkunde sowie wissenschaftliches Arbeiten. Hinzu kommen je nach Ausrichtung Module zu Musiksoziologie, Musikpsychologie, Musikvermittlung oder zur Geschichte populärer Musik.
Ein Teil der praktischen Anteile – etwa gemeinsame Analysen, der Zugang zu historischen Quellen oder die Arbeit in Notenbibliotheken – lässt sich online nur eingeschränkt abbilden. Deshalb enthalten viele berufsbegleitende Angebote Präsenzphasen an Wochenenden oder Blockwochen. Wer ein Programm vergleicht, sollte genau prüfen, welche Bereiche rein digital absolviert werden können und wo Anwesenheit gefordert ist.
Im Studienverlauf verschiebt sich der Schwerpunkt typischerweise von breit angelegten Grundlagenmodulen hin zu vertiefenden, forschungsnahen Themen. Während in den ersten Semestern Überblickswissen, methodisches Handwerkszeug und die musiktheoretischen Basics im Vordergrund stehen, wählen Studierende später zunehmend eigene Schwerpunkte und arbeiten an kleineren Forschungsprojekten, Seminararbeiten und schließlich der Abschlussarbeit. Gerade die Höranalyse spielt dabei eine zentrale Rolle: Das geschulte, aufmerksame Hören ist eine Kernkompetenz, die im Selbststudium über digitale Hörbeispiele zwar trainiert, aber durch den Austausch in Seminaren wertvoll ergänzt wird.
Ein praktischer Aspekt, der oft unterschätzt wird, ist die technische Ausstattung. Für ein Fernstudium in diesem Fach lohnen sich gute Kopfhörer oder Lautsprecher, ein zuverlässiger Internetzugang für umfangreiche Audio- und Videodateien sowie der Zugriff auf digitale Notenbibliotheken und wissenschaftliche Datenbanken. Viele Hochschulen stellen ihren Fernstudierenden einen Online-Zugang zu Fachzeitschriften und Notenausgaben bereit – ein Punkt, den man bei der Anbieterwahl ruhig erfragen sollte.
Spezialisierungen und Schwerpunkte
Je weiter das Studium fortschreitet, desto wichtiger wird die Frage nach der eigenen Spezialisierung. Die historische Musikwissenschaft bleibt der klassische Kern: Wer sich hier vertieft, beschäftigt sich mit Epochen, Gattungen und einzelnen Komponisten, mit Editionsfragen und der kritischen Auseinandersetzung mit Quellen. Dieser Weg eignet sich für Menschen, die Freude an Archivarbeit, historischen Zusammenhängen und genauer philologischer Detailarbeit haben.
Die systematische Musikwissenschaft öffnet dagegen den Blick in Richtung Naturwissenschaft und empirische Forschung. Akustik, Instrumentenkunde, Musikpsychologie und die Erforschung von Hörverhalten gehören hierher – Felder, die zunehmend mit digitalen Methoden, Datenanalyse und Experimenten arbeiten. Wer technisch und analytisch interessiert ist, findet hier spannende Anknüpfungspunkte, etwa zur Musikinformatik oder zur Erforschung künstlich erzeugter Klänge.
Die Musikethnologie schließlich richtet den Fokus auf Musik in ihren kulturellen Kontexten weltweit. Sie verbindet musikalische Analyse mit Feldforschung, Anthropologie und Kulturtheorie. Daneben haben sich in den letzten Jahren weitere zukunftsträchtige Schwerpunkte etabliert: die Erforschung populärer Musik, Sound Studies, Filmmusikforschung sowie die Musikvermittlung, die wissenschaftliches Wissen für ein breites Publikum aufbereitet. Im Fernstudium ist die Auswahl an Spezialisierungen oft etwas schmaler als an großen Präsenzuniversitäten – umso wichtiger ist es, vor der Einschreibung zu prüfen, ob der eigene Wunschschwerpunkt im Programm überhaupt vertreten ist.
Fernstudium oder Ausbildung?
Für Musikwissenschaft im engeren Sinn gibt es keine klassische duale Ausbildung – das Fach ist akademisch verankert und führt über ein Hochschulstudium zum Abschluss. Wer jedoch in einem musiknahen Berufsfeld arbeiten möchte, sollte dennoch beide Wege ehrlich gegeneinander abwägen, denn eine berufliche Ausbildung kann im Einzelfall der schnellere und günstigere Einstieg sein.
Eine Ausbildung – etwa als Veranstaltungskauffrau oder Veranstaltungskaufmann, im Medien- oder Musikfachhandel, in der Tontechnik oder im Bereich Bibliotheks- und Archivwesen – dauert in der Regel zwei bis drei Jahre, ist häufig vergütet und stark praxisorientiert. Sie führt zu einem anerkannten Berufsabschluss und eignet sich für alle, die früh praktisch arbeiten und einen klaren Berufsweg einschlagen wollen. Die Kosten sind gering, weil die Ausbildung in der Regel im Betrieb stattfindet.
Das Fernstudium der Musikwissenschaft dagegen ist breiter, theoretischer und wissenschaftlich orientiert. Es dauert berufsbegleitend meist deutlich länger, kostet je nach Anbieter Studiengebühren und setzt in der Regel eine Hochschulzugangsberechtigung voraus. Dafür eröffnet ein akademischer Abschluss Tätigkeitsfelder, die einer Ausbildung verschlossen bleiben – etwa in Forschung, Lehre, wissenschaftlicher Redaktion oder kuratorischer Arbeit. Für viele Interessierte ist die Frage daher weniger ein Entweder-oder als eine Frage des Ziels: Wer praktisch und schnell einsteigen will, ist mit einer Ausbildung oft gut beraten; wer wissenschaftlich, vermittelnd oder konzeptionell arbeiten möchte, kommt am Studium kaum vorbei. Auch eine Kombination ist denkbar – etwa eine Ausbildung als Basis und ein späteres berufsbegleitendes Studium zur Vertiefung.
Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Lebenssituation. Eine Ausbildung gibt jungen Menschen früh ein eigenes Einkommen und eine klare Struktur, während das berufsbegleitende Studium gerade für bereits Berufstätige attraktiv ist, die sich neben ihrem Job weiterqualifizieren möchten. Wer schon eine Ausbildung abgeschlossen hat und Berufserfahrung mitbringt, kann unter Umständen sogar ohne klassisches Abitur in ein Studium starten – die Brücke zwischen beruflicher und akademischer Bildung ist heute durchlässiger als noch vor wenigen Jahren.
Voraussetzungen und Zugang
Für ein grundständiges Fernstudium der Musikwissenschaft wird in der Regel die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife vorausgesetzt. An manchen Hochschulen ist auch ein Zugang über berufliche Qualifikation und Berufserfahrung möglich, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Wer beruflich qualifiziert ist, sollte direkt bei der jeweiligen Hochschule nachfragen, da die Regelungen je Bundesland und Träger variieren.
Anders als beim künstlerischen Studium an einer Musikhochschule ist eine bestandene Eignungs- oder Aufnahmeprüfung am Instrument meist nicht erforderlich. Erwartet wird jedoch häufig ein grundlegendes musikalisches Verständnis. Wer keine umfassende theoretische Vorbildung mitbringt, sollte sich nicht abschrecken lassen – viele Programme bieten Vorkurse oder Brückenmodule in Musiktheorie und Gehörbildung an. Wichtiger als perfekte Vorkenntnisse sind die Bereitschaft zum selbstständigen Lernen, ein Interesse an Geschichte und Kultur sowie eine gewisse Ausdauer beim Lesen wissenschaftlicher Texte.
Für ein Master-Fernstudium ist ein einschlägiger erster Hochschulabschluss nötig, etwa in Musikwissenschaft, einem benachbarten Kulturfach oder einem künstlerischen Studiengang. Auch hier lohnt der genaue Blick in die Zugangsordnung des jeweiligen Programms.
Dauer, Ablauf und Kosten
Ein berufsbegleitendes Bachelor-Studium dauert typischerweise länger als die sechs Semester eines Vollzeitstudiums, da das Pensum auf mehr Zeit verteilt wird – acht bis zwölf Semester sind realistisch. Ein Master fällt entsprechend kürzer aus. Der Ablauf ist meist modular aufgebaut: Studierende erarbeiten Inhalte über Lernplattformen, reichen Aufgaben ein, nehmen an Online-Seminaren teil und absolvieren Prüfungen, die teils online, teils in Präsenz stattfinden. Schriftliche Hausarbeiten und am Ende eine Abschlussarbeit gehören fest dazu.
Bei den Kosten lässt sich keine pauschale Zahl nennen, weil sie stark von der Trägerart abhängen. An staatlichen Fern- und Präsenzuniversitäten fallen vor allem Semester- und gegebenenfalls moderate Beleggebühren an. Bei privaten Anbietern und spezialisierten Programmen liegen die Gesamtkosten meist im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich, in Einzelfällen darüber. Hinzu kommen Ausgaben für Literatur, Noten, Reisen zu Präsenzphasen und mitunter Prüfungsgebühren. Wer plant, sollte daher nicht nur die reinen Studiengebühren betrachten, sondern die Gesamtkosten über die gesamte Studiendauer kalkulieren und mögliche Förderungen wie Bildungskredite, Stipendien oder steuerliche Absetzbarkeit prüfen.
Viele Fernhochschulen bieten flexible Zahlungsmodelle in monatlichen Raten an, was die Belastung über die lange Studiendauer planbarer macht. Berufstätige sollten zudem prüfen, ob ihr Arbeitgeber sich an den Kosten beteiligt – gerade wenn das Studium dem Unternehmen zugutekommt, sind anteilige Förderungen oder bezahlte Freistellungen für Präsenzphasen keine Seltenheit. Auch Bildungsurlaub kann je nach Bundesland eine Möglichkeit sein, Präsenzwochen abzudecken, ohne den eigenen Urlaubsanspruch zu verbrauchen.
Anerkennung und Akkreditierung
Wer Zeit und Geld in ein Fernstudium investiert, sollte vorab unbedingt klären, ob der angestrebte Abschluss formal anerkannt ist. Entscheidend ist dabei die Akkreditierung des Studiengangs: In Deutschland werden Bachelor- und Master-Programme durch dafür zugelassene Agenturen geprüft und zertifiziert. Ein akkreditierter Abschluss einer staatlich anerkannten Hochschule ist einem Präsenzabschluss rechtlich gleichgestellt – im Zeugnis ist in der Regel nicht erkennbar, ob das Studium per Fernstudium oder in Präsenz absolviert wurde.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Unterscheidung zwischen staatlich anerkannten Hochschulen und reinen Bildungsanbietern, die zwar Zertifikate ausstellen, aber keine akademischen Grade verleihen dürfen. Ein Zertifikatskurs kann fachlich wertvoll sein und das eigene Profil schärfen, ersetzt jedoch kein abgeschlossenes Studium. Wer einen vollwertigen akademischen Grad anstrebt, sollte daher gezielt auf die Begriffe staatlich anerkannt und akkreditiert achten und im Zweifel die Datenbanken der zuständigen Stellen prüfen oder direkt bei der Hochschule nachfragen.
Auch für eine mögliche spätere wissenschaftliche Laufbahn oder einen Wechsel an eine andere Hochschule ist die Anerkennung wichtig. Ein akkreditierter Master qualifiziert grundsätzlich für eine Promotion, sofern die jeweilige Fakultät die Zugangsvoraussetzungen erfüllt sieht. Wer solche Wege offenhalten möchte, sollte die Anerkennungsfrage von Anfang an mitdenken und nicht erst gegen Ende des Studiums klären.
Karriere, Einsatzfelder und Gehalt
Musikwissenschaftlerinnen und Musikwissenschaftler arbeiten selten in einem eng umrissenen Beruf, sondern in vielfältigen Feldern an der Schnittstelle von Musik, Kultur, Medien und Bildung. Typische Tätigkeitsbereiche sind Kulturredaktionen und Fachverlage, Rundfunk und Medien, Musikarchive und Bibliotheken, Konzerthäuser, Festivals und Orchesterverwaltungen, das Musikmanagement sowie die Musikvermittlung und Erwachsenenbildung. Auch in der Wissenschaft selbst – an Hochschulen und Forschungseinrichtungen – gibt es Karrierewege, die allerdings meist eine Promotion voraussetzen und stark von der Stellenlage abhängen.
Ein realistischer Blick gehört dazu: Der Arbeitsmarkt für reine Musikwissenschaft ist überschaubar und wettbewerbsintensiv. Viele erfolgreiche Berufsbiografien entstehen durch Kombinationen – etwa Musikwissenschaft plus Medienkompetenz, plus Sprachen, plus organisatorische oder digitale Fähigkeiten. Praktika, Netzwerke und ein klares Profil sind oft entscheidender als die Note allein.
Beim Gehalt ist Zurückhaltung angebracht, weil die Spannen sehr breit sind und stark von Branche, Region, Arbeitgeber und Zusatzqualifikation abhängen. Im Kultur- und Medienbereich bewegen sich Einstiegsgehälter häufig im unteren bis mittleren Bereich akademischer Berufe, während Positionen mit Leitungsverantwortung, im Management oder im öffentlichen Dienst mit Tarifbindung deutlich höher liegen können. Wer ein Studium primär unter Gehaltsgesichtspunkten wählt, sollte diese Realität nüchtern einkalkulieren – die Stärke des Fachs liegt eher in der inhaltlichen Tiefe und der Vielfalt der Wege als in garantierten Spitzengehältern.
Ein wachsender Markt eröffnet sich im digitalen Bereich. Streamingdienste, Musik-Datenbanken, Plattformen für Konzert- und Ticketing-Angebote sowie die Musikindustrie insgesamt brauchen Menschen, die musikalische Inhalte verstehen, beschreiben, kuratieren und vermitteln können. Wer sein musikwissenschaftliches Wissen mit Kenntnissen in Datenanalyse, Redaktion, Marketing oder Projektmanagement verbindet, schafft sich ein Profil, das über die klassischen Kulturberufe hinausreicht und auf einem deutlich breiteren Arbeitsmarkt gefragt ist.
Für wen sich das Fernstudium eignet
Das berufsbegleitende Fernstudium der Musikwissenschaft passt besonders zu Menschen, die bereits im Kultur-, Medien- oder Bildungsbereich tätig sind und ihr Wissen wissenschaftlich fundieren wollen, ohne ihren Beruf aufzugeben. Auch für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger mit großer Leidenschaft für Musik und einem Faible für historische und analytische Fragestellungen kann es ein erfüllender Weg sein. Wer dagegen vor allem praktisch musizieren oder unterrichten möchte, ist mit einem künstlerischen oder pädagogischen Studium an einer Musikhochschule besser beraten.
Entscheidend ist eine ehrliche Selbsteinschätzung: Das Fach erfordert Disziplin, Lesefreude und die Fähigkeit, sich Inhalte eigenständig zu erschließen. Wer diese Voraussetzungen mitbringt und sich für die kulturelle und historische Dimension von Musik begeistert, findet im Fernstudium ein flexibles und intellektuell anspruchsvolles Angebot.
Tipps für das berufsbegleitende Lernen
Der größte Stolperstein eines berufsbegleitenden Studiums ist selten der Stoff selbst, sondern das Zeitmanagement. Bewährt hat sich, feste Lernfenster zu reservieren und sie wie geschäftliche Termine zu behandeln – etwa zwei Abende unter der Woche und einen längeren Block am Wochenende. Wer Lernzeiten realistisch plant und mit dem privaten Umfeld abstimmt, vermeidet das ständige schlechte Gewissen und die typischen Last-Minute-Phasen vor Prüfungen.
Gerade bei einem hörintensiven Fach wie der Musikwissenschaft lohnt es sich, Alltagssituationen zum Lernen zu nutzen: Hörbeispiele und Vorlesungsaufzeichnungen lassen sich beim Pendeln oder bei Routinetätigkeiten hören, während das konzentrierte Lesen und Schreiben in ungestörten Zeitfenstern stattfinden sollte. Eine klare Trennung zwischen passivem Wiederholen und aktivem, vertieftem Arbeiten hilft, die begrenzte Zeit sinnvoll einzusetzen.
Nicht zu unterschätzen ist außerdem der Wert von Austausch und Vernetzung. Auch im Fernstudium bilden sich Lerngruppen, oft über Online-Foren, Videocalls oder Messenger-Gruppen. Der regelmäßige Kontakt zu Mitstudierenden hält die Motivation hoch, eröffnet neue Perspektiven auf den Stoff und schafft ein Netzwerk, das im späteren Berufsleben wertvoll sein kann. Wer die Präsenzphasen nutzt, um persönliche Kontakte zu Lehrenden und Kommilitonen aufzubauen, profitiert davon weit über das Studium hinaus.
Häufige Fragen zum Fernstudium Musikwissenschaft
Musikwissenschaft im Fernstudium ist kein bequemer Schnellweg, aber ein flexibler und intellektuell reizvoller Zugang zu einem faszinierenden Fach. Wer realistisch plant, die Präsenzanteile einkalkuliert und sein Profil bewusst mit weiteren Qualifikationen verbindet, kann berufsbegleitend einen fundierten Abschluss erreichen – und damit Türen in Kultur, Medien, Bildung und Wissenschaft öffnen.
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