Umschulung Hebamme – Ausbildung Quereinsteiger
Redaktionell geprüft von der Fernstudium – Berufsbegleitend studieren-Redaktion · Aktualisiert: · Lesezeit: ca. 15 Min
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Hebamme-Ausbildung gibt es seit 2020 nur noch als duales Studium mit Bachelor-Abschluss, kein klassischer Ausbildungsweg mehr.
- Quereinsteiger mit Pflegeausbildung können das Hebammenstudium auf 2 Jahre verkürzen, statt 3 Jahre zu studieren.
- Bundesweit fehlen laut Deutschem Hebammenverband rund 5.200 Hebammen, die Jobchancen sind entsprechend gut.
- Förderung über BAföG, Stipendien oder die Agentur für Arbeit ist möglich, dazu gibt es eine Vergütung in den Praxisphasen.
Der Bedarf an Hebammen ist zweifelsohne groß. Viele schwangere Frauen wissen gar nicht, wie wichtig es ist, rechtzeitig eine Hebamme zu finden und müssen dann häufig ohne fachliche Unterstützung auskommen. Die Hebammen sind oft über Monate ausgelastet und haben kaum noch freie Kapazitäten, doch die Nachfrage ist groß. Unter anderem macht das den Beruf für potenzielle Berufswechsler interessant, aber wer darüber nachdenkt, sich zur Hebamme, beziehungsweise zum Entbindungspfleger umschulen zu lassen, sollte im Vorfeld noch einiges wissen.
Die Arbeit mit Frauen während und nach der Schwangerschaft beinhaltet sensible Themen und oft viel Unsicherheit. Bei Fragen und Problemen muss eine Hebamme stets kompetent beraten und auch in der Lage sein, ernsthafte Probleme von normalen Veränderungen zu unterscheiden. Man trägt eine große Verantwortung, vor allem, wenn es um die Arbeit mit Neugeborenen geht.
In vielerlei Hinsicht ist man gut damit beraten, sich über den Beruf im Vorfeld gut zu informieren und die persönliche Eignung dafür genau zu hinterfragen. Wer genau dies tun möchte, kann sich in dem folgenden Beitrag ein Bild von dem Beruf machen und Wissenswertes recherchieren. Eine reguläre Umschulung in Form einer schulischen Ausbildung gibt es so nicht mehr. Wer sich jetzt umentscheidet und Entbindungspfleger/in werden möchte, dem sollte klar sein, dass ein duales Studium die Voraussetzung ist.
Berufsbild und Verdienstmöglichkeiten einer Hebamme und eines Entbindungspflegers
Werdende Eltern stehen häufig vor neuen Herausforderungen, die mit viel Unsicherheit einhergehen. Daher ist es sehr gut geschulte Fachleute an der Seite zu haben, die als Ansprechpartner für Fragen und bei Problemen bereitstehen. Hebammen und Entbindungspfleger betreuen werdende Mütter vor und während der Entbindung bis nach der Geburt, womit sie eine wichtige Aufgabe übernehmen.
Damit umfasst der Beruf nicht nur die reine Geburtsbegleitung, sondern ganze Schwangerschaften und auch Stillphasen. In dieser sehr anstrengenden und aufreibenden Zeit müssen Hebammen viel leisten, vor allem auch als emotionale Begleitung. Feste Arbeitszeiten sind daher schwierig einzuhalten, denn in diesem Beruf ist nur sehr wenig planbar.
Als Hebamme und Entbindungshelfer kann man an mehreren Orten eine Beschäftigung finden, die nicht zu ersetzen ist, infrage kommen:
- Krankenhäuser
- Geburtshäuser
- Hebammenpraxen
- Soziale Dienste
- Gesundheitsämter
Auch wenn Hebammen sehr wichtig sind und man sich zu diesem Beruf geeignet fühlen sollte, spielt das Gehalt für die Entscheidung eine wichtige Rolle. Die Jahresgehälter liegen zwischen 36.000 Euro und 44.400 Euro, wobei es auf die Berufserfahrung und Anstellungsart ankommt. Viele Hebammen arbeiten selbstständig und haben daher auch abweichende Gehälter.
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Persönliche Eignung für den Beruf des/r Entbindungspflegers/in
Die Arbeit in diesem Bereich kann auf der einen Seite emotional belastend und stressig sein, auf der anderen Seite allerdings auch sehr erfüllend. Viele Hebammen empfinden ihren Job als Berufung, obwohl er viel Empathie und Stressresistenz erfordert. Dennoch sollte die persönliche Eignung vor dem beruflichen Neustart hinterfragt werden, weshalb nachfolgend ein paar Eigenschaften aufgelistet sind, die besonders benötigt werden:
- Belastbarkeit
- Kommunikationsstärke
- Empathie und Einfühlungsvermögen
- Flexibilität
- Stressresistenz in besonderen Situationen
- medizinisches Interesse
- Verantwortungsbewusstsein
- Organisationsgeschick
Die Umschulung zur Hebamme
Um als Hebamme und Entbindungspfleger arbeiten zu dürfen, muss seit dem Gesetz vom 1. Januar 2020 ein Bachelorstudium abgeschlossen und bestanden werden. Seit dem 31.12.2022 ist es nicht mehr möglich, eine schulische Ausbildung oder Umschulung zu beginnen. Wer sich in einer solchen befindet, hat Zeit sie bis zum 31.12.2027 zu beenden und damit auf ursprüngliche Weise seinen Abschluss zu erhalten.
Das Studium ist in Voll- oder Teilzeit möglich und ersetzt inzwischen die Ausbildung zur Hebamme. 2023 muss man also keine Hebammenschule mehr besuchen, sondern absolviert die Praxisphasen in einer Klinik, während die Theorie an einer Hochschule erlernt wird. Mit entsprechenden Voraussetzungen ist es aber auch so möglich, einen Berufswechsel zu vollziehen, besonders wenn man bereits zur Pflegefachkraft ausgebildet ist.
Zugangsvoraussetzungen und Dauer des Studiums der Hebammenwissenschaft
Um für das Studium der Hebammenwissenschaft zugelassen zu werden, benötigt man in jedem Fall ein Gesundheitszeugnis sowie ein erweitertes Führungszeugnis. Wenn beides vorhanden und unproblematisch ist, gibt es mehrere Möglichkeiten, die Voraussetzungen für die Zulassung zu erfüllen:
- erreichte, allgemeine Hochschulreife (Abitur), oder Fachabitur mit Fachhochschulreife
- 10-jährige allgemeine Schulbildung, Ausbildung mit Berufsabschluss, mehrere Jahre Berufserfahrung
- abgeschlossene Ausbildung zur Pflegefachkraft sämtlicher Spezialisierungen
Zusätzlich sind Deutschkenntnisse auf B2-Niveau mindestens notwendig, wobei C1 noch empfehlenswerter wäre. Weitere Vorgaben, falls individuell von der Hochschule verlangt, sollten auf den Seiten der Einrichtungen prüfen. Manchmal werden weitere Nachweise oder zusätzlich Praktika gefordert.
Das Studium in Vollzeit hat eine Dauer von drei bis vier Jahren und ist als „duales, praxisintegrierendes Studium“ angesetzt. Das bedeutet, es ist eine Zusammensetzung aus theoretischen und praktischen Anteilen, die beide je 2.200 Stunden enthalten. Während des gesamten Studiums erhält man eine Vergütung von dem jeweiligen Klinikum oder der ambulanten Einrichtung, in der man den Praxisanteil absolviert.
Inhalte des Studiums für Hebammenwissenschaften
Als Hebamme kann man verschiedene Aufgaben übernehmen, dazu gehören medizinische und psychologische Betreuungsleistungen für werdende Mütter, Beratung und Unterstützung für die Entscheidungsfindung und Begleitung der verschiedenen Phasen.
Daher werden auch im Studium medizinische Grundlagen, Organisation und psychologische Betreuung thematisiert. Der Abschluss des Studiums befähigt zu folgenden Aufgaben:
- Feststellung einer Schwangerschaft und Ausstellen des Mutterpasses
- Geburtsvorbereitungskurse halten
- Erste-Hilfe-Kurse für Neugeborene anbieten
- Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen
- Betreuung von Geburten
Weiterbildungsmöglichkeiten und Perspektiven für Hebammen
Die Fortbildung zur Familienhebamme kann nach erfolgreichem Studienabschluss zusätzlich erfolgen. Diese Weiterbildung ist gewöhnlich kostenfrei und bietet Zusatzqualifikationen für Entbindungspfleger/innen, mit denen Familien in schwierigen Umständen geholfen werden kann. Die Betreuung der Familie hält dann bis zum Ende des ersten Lebensjahres des Neugeborenen an und fordert zusätzliche Kenntnisse, wie beispielsweise den Umgang mit suchtkranken Menschen. Etwa 300 Stunden Theorie sind damit zusätzlich zu absolvieren, was auch berufsbegleitend möglich ist.
Weiterhin besteht die Möglichkeit auf einen Masterabschluss der Hebammenwissenschaften, für alle die sich auch nach dem Bachelor noch weiterbilden möchten. Dieser qualifiziert einen selbst in die Lehre zu gehen oder die Versorgung in Einrichtungen zu optimieren und innovativ zu gestalten.
Alternativen für den Beruf der Hebamme
Wenn der Beruf einer Hebamme doch nicht mehr infrage kommt, dann gibt es verwandte Bereiche, die als Alternative dienen können. Folgende Möglichkeiten können zusätzlich berücksichtigt werden:
- Mütterpfleger/in
- Pflegefachkraft
Hebammenstudium: So sieht der Weg zur Hebamme heute wirklich aus
Kurz gesagt: Wer Hebamme werden möchte, muss seit 2020 ein duales Studium absolvieren. Das dauert 3 Jahre und endet mit dem Bachelor of Science. Eine klassische Ausbildung zur Hebamme gibt es nicht mehr.
Die Frage „Hebamme Ausbildung oder Studium?“ stellt sich heute eigentlich nicht mehr. Das Hebammengesetz (HebGebG) von 2020 hat das geklärt: Der einzige zugelassene Weg ist das duale Hebammenstudium. Schulische Ausbildungen wurden damit abgeschafft. Wer also Hebamme werden will, braucht einen Studienplatz an einer Hochschule.
Das duale Studium bedeutet: 50 % Theorie an der Hochschule, 50 % Praxis in einer Klinik oder einem Geburtshaus. Beides läuft gleichzeitig. Am Ende stehen 180 ECTS-Punkte und der Abschluss Bachelor of Science Hebamme. Wer den Beruf dann auch ausüben darf, entscheidet die staatliche Prüfung, die zur Approbation führt. Bundesweit gibt es rund 50 Hochschulen, die diesen Studiengang anbieten, darunter die Hochschule Esslingen und die HAW Hamburg.
Für viele klingt „Studium“ abschreckend, besonders wenn man keinen Schulabschluss mit Abitur hat. Tatsächlich gibt es aber Zugangswege auch ohne klassische Hochschulreife. Wer sich fragt, was man braucht, um Hebamme zu werden, sollte genau hinschauen, welche Voraussetzungen die jeweilige Hochschule für Quereinsteiger festlegt.
Welchen Abschluss braucht man für Hebamme? Voraussetzungen für Quereinsteiger
Kurz gesagt: Für das Hebammenstudium braucht man in der Regel Fachhochschulreife oder Abitur. Quereinsteiger mit abgeschlossener Pflegeausbildung und Realschulabschluss können aber über § 2 HebGebG einen gesonderten Zugang nutzen.
Wer sich fragt, wie man Hebamme werden kann, ohne Abitur zu haben: Es gibt einen Weg. § 2 HebGebG regelt ausdrücklich, dass Quereinsteiger mit einer abgeschlossenen Pflegeausbildung, zum Beispiel als Pflegefachkraft, und einem Realschulabschluss zum Studium zugelassen werden können. Auch ein Hauptschulabschluss kombiniert mit einer abgeschlossenen zweijährigen Berufsausbildung kann ausreichen. Das bedeutet: Wer bereits in einem Pflegeberuf arbeitet, hat konkrete Chancen auf einen Studienplatz.
Neben dem Schulabschluss brauchen Sie für die Bewerbung ein erweitertes Führungszeugnis und ein ärztliches Attest, das die gesundheitliche Eignung bestätigt. Außerdem müssen Sie vor Studienbeginn einen Praxisplatz in einer Klinik oder einem Geburtshaus sichern. Das ist ein Punkt, den viele unterschätzen. Ohne Praxisvertrag kein Studium. Bewerben Sie sich also nicht nur bei der Hochschule, sondern gleichzeitig bei einer Klinik in Ihrer Nähe. Bewerbungsfristen liegen oft 12 Monate vor dem eigentlichen Starttermin.
Ca. 25 bis 30 % der Studierenden im Hebammenstudium haben laut Statistischem Bundesamt einen Pflegehintergrund. Der Quereinstieg ist also kein Sonderweg, sondern ein anerkannter und genutzter Zugang.
Hebammenstudium in Teilzeit und verkürzte Studiengänge für Quereinsteiger
Kurz gesagt: Wer bereits eine Pflegeausbildung hat, kann das Hebammenstudium auf 2 Jahre verkürzen. Teilzeitstudiengänge sind an einzelnen Hochschulen möglich, aber nicht überall verfügbar.
Das normale Hebammenstudium dauert 3 Jahre. Für Quereinsteiger mit einer abgeschlossenen Pflegeausbildung ist eine Verkürzung auf 2 Jahre möglich. Die Grundlage dafür ist die Hebammenstudiengang-Verordnung (HebStPrV) von 2021, die Verkürzungsoptionen für bereits qualifizierte Bewerber ausdrücklich vorsieht. Konkret bedeutet das: Inhalte, die aus der Pflegeausbildung bekannt sind, werden angerechnet.
Ein Teilzeitstudium als Hebamme ist an manchen Hochschulen möglich, aber kein Standard. Wenn Sie Familie haben oder finanziell auf ein zweites Standbein angewiesen sind, sollten Sie diesen Punkt bei der Hochschulwahl direkt ansprechen. Nicht alle Anbieter sind flexibel. Realistisch gesehen ist das duale Studium in Vollzeit der Regelfall, weil schon die Praxisphasen viel Zeit in Anspruch nehmen.
Was viele nicht wissen: Die Praxisphasen werden vergütet. Je nach Klinik und Bundesland erhalten Studierende in der Praxis zwischen 1.200 und 1.500 € brutto im Monat. Das ist kein Gehalt, aber es hilft, die laufenden Kosten zu decken.
Kosten und Förderung: Wer zahlt das Hebammenstudium?
Kurz gesagt: Das Hebammenstudium lässt sich über BAföG, Stipendien oder Förderung durch die Agentur für Arbeit finanzieren. Dazu kommt eine Vergütung während der Praxiszeiten von bis zu 1.500 € im Monat.
Die Frage nach den Kosten ist für viele Quereinsteiger entscheidend. Gute Nachricht: Das duale Hebammenstudium ist häufig gefördert. BAföG kann beantragt werden, wenn Sie die Einkommensgrenzen erfüllen. Wer vor dem Studium arbeitslos ist oder wird, kann bei der Agentur für Arbeit eine Förderung der Umschulung beantragen. Das läuft über den sogenannten Bildungsgutschein.
Neben BAföG gibt es KfW-Stipendien und in einigen Bundesländern spezielle Förderprogramme für Gesundheitsberufe. Es lohnt sich, gezielt bei der Agentur für Arbeit nachzufragen, welche Optionen in Ihrem Fall infrage kommen. Für die Beratung dazu ist kein Termin beim Berufsberater nötig, ein Anruf reicht oft aus.
Semestergebühren fallen an manchen Hochschulen an, liegen aber meistens im üblichen Rahmen. Da der Praxisanteil im Studium 50 % ausmacht und dieser vergütet wird, haben Sie während des gesamten Studiums ein kleines, aber regelmäßiges Einkommen. Wer in der Praxis 1.200 bis 1.500 € im Monat erhält, kann damit zumindest die Grundausgaben decken.
Wie gut sind die Jobchancen nach dem Hebammenstudium?
Kurz gesagt: Die Jobchancen nach dem Hebammenstudium sind sehr gut. Bundesweit fehlen rund 5.200 Hebammen. Wer den Bachelor of Science Hebamme hat, findet in der Regel schnell eine Stelle.
Der Fachkräftemangel im Hebammenbereich ist real. Laut Deutschem Hebammenverband fehlten 2025 bundesweit rund 5.200 Hebammen. Auf der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit waren im Mai 2026 über 700 offene Stellen für Hebammen und Entbindungspfleger ausgeschrieben, mit Startdaten wie dem 13.04.2026, 11.05.2026 oder 01.06.2026. Der Beruf Hebamme gehört damit zu den wenigen Berufen, in denen Sie nach dem Abschluss praktisch sofort Arbeit finden.
Die Ausbildung als Hebamme, beziehungsweise das Studium, lohnt sich also auch strategisch. Die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften wird in den nächsten Jahren nicht sinken, der demografische Wandel und der bereits bestehende Mangel sorgen dafür. Wer sich für den Beruf Hebamme entscheidet, entscheidet sich für eine Branche mit echten Perspektiven.
Beschäftigung finden Hebammen nach dem Studium vor allem in Krankenhäusern und Geburtshäusern, aber auch in Hebammenpraxen, bei sozialen Diensten oder in der freiberuflichen Arbeit. Die freiberufliche Tätigkeit bietet mehr Flexibilität, aber auch mehr Eigenverantwortung bei Abrechnung und Versicherung.
Alternative zum Hebammenstudium: Was ist sonst noch möglich?
Kurz gesagt: Wer Hebamme werden will, hat keinen anderen offiziellen Weg als das duale Studium. Wer das Studium nicht schafft oder nicht will, kann in verwandte Berufe wechseln, die ähnliche Inhalte haben.
Manche fragen sich, ob es alternative Jobs für Hebammen oder einen alternativen Einstieg gibt. Die Antwort ist klar: Den Beruf Hebamme darf man in Deutschland nur mit der staatlichen Approbation ausüben, und die setzt das Bestehen des dualen Studiums voraus. Es gibt keinen anderen legalen Weg, um als Hebamme zu arbeiten.
Wer das Studium nicht anstreben kann oder will, hat trotzdem Optionen in einem ähnlichen Berufsfeld. Pflegefachkräfte mit Schwerpunkt Wochenbett, Kinderkrankenpfleger oder Pflegekräfte in Geburtskliniken arbeiten eng mit Hebammen zusammen. Auch die Arbeit als Doula, also als nicht-medizinische Geburtsbegleiterin, ist eine Möglichkeit, wenn auch ohne die gleiche medizinische Verantwortung und ohne gesetzlich geregelte Vergütung durch Krankenkassen.
Wer aus einem völlig anderen Berufsfeld kommt und unsicher ist, ob das Studium das Richtige ist, kann vorab ein Praktikum in einer Geburtsklinik oder einem Geburtshaus machen. Das kostet nichts und gibt ein realistisches Bild vom Alltag im Beruf Hebamme.
Weiterführende Informationen
Aktuelle Stellenangebote und Ausbildungsplätze im Hebammenbereich finden Sie direkt bei der Bundesagentur für Arbeit: Bundesagentur für Arbeit: Jobbörse Hebamme und Entbindungspfleger
Den offiziellen Deutschen Hebammenverband mit Informationen zu Ausbildung, Voraussetzungen und Fachkräftemangel finden Sie hier: Deutscher Hebammenverband: Informationen zum Hebammenberuf
Zahlen zu Studierendenzahlen und Quereinsteigeranteilen im Hebammenstudium liefert das Statistische Bundesamt: Statistisches Bundesamt: Hochschulstatistik Deutschland
Muss man als Hebamme studieren?
Ja. Seit 2020 ist das duale Studium der einzige zugelassene Weg. Eine klassische Ausbildung zur Hebamme gibt es nicht mehr. Das Studium dauert 3 Jahre und endet mit dem Bachelor of Science.
Wie kann man Hebamme werden ohne Abitur?
Über § 2 HebGebG ist ein Zugang mit Realschulabschluss und abgeschlossener Pflegeausbildung möglich. Auch Hauptschulabschluss plus zweijährige Berufsausbildung kann reichen. Die genauen Voraussetzungen legt jede Hochschule selbst fest.
Wie lange dauert die Ausbildung zur Hebamme?
Das duale Hebammenstudium dauert in der Regel 3 Jahre. Quereinsteiger mit Pflegeausbildung können es auf 2 Jahre verkürzen, wenn Studieninhalte aus der Pflegeausbildung angerechnet werden.
Was verdient man während des Hebammenstudiums?
In den Praxisphasen erhalten Studierende eine Vergütung von ca. 1.200 bis 1.500 € brutto im Monat. Das ist keine feste Regel, hängt von der Klinik und dem Bundesland ab.
Gibt es staatliche Förderung für das Hebammenstudium?
Ja. Möglich sind BAföG, Stipendien und bei Arbeitslosigkeit auch ein Bildungsgutschein über die Agentur für Arbeit. Eine Beratung bei der Agentur für Arbeit klärt, welche Option im Einzelfall passt.
Wie gut sind die Jobchancen nach dem Hebammenstudium?
Sehr gut. 2025 fehlten bundesweit rund 5.200 Hebammen. Über 700 offene Stellen waren allein im Mai 2026 auf arbeitsagentur.de gelistet. Wer den Abschluss hat, findet in der Regel schnell eine Stelle.
Achtung! Tipp aus der Redaktion
Auch wenn nicht genügend Stellen für Hebammen ausgeschrieben sind, so werden sie dennoch dringend gebraucht. Hausgeburten sind oft sehr gewünscht und vor allem junge Eltern sind auf die Expertise der Fachleute angewiesen, denen sie persönlich vertrauen können, wenn es um sensible Themen geht. Diesen Beruf selbstständig auszuüben, ist ein sehr erfolgsversprechendes Unterfangen und sollte angehende Umschüler/innen nicht abschrecken.
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