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Fernstudium Immobilienwirtschaft

Immobilien begegnen uns überall: in der Wohnung, in der wir leben, im Bürogebäude, in dem gearbeitet wird, und in den Einkaufszentren, Logistikhallen und Pflegeheimen, die unsere Städte prägen. Hinter jedem dieser Objekte stehen Menschen, die kaufen, verkaufen, vermieten, verwalten, finanzieren und entwickeln. Die Immobilienwirtschaft ist einer der größten Wirtschaftszweige Deutschlands und verbindet betriebswirtschaftliches Denken mit rechtlichem Wissen, technischem Verständnis und dem direkten Kontakt zu Eigentümern, Mietern und Investoren. Wer in diesem Feld arbeitet, bewegt sich an der Schnittstelle von Kapital, Recht und gebauter Umwelt.

Doch lässt sich ein so praxisnahes Fach überhaupt aus der Ferne studieren? Die Antwort lautet: in weiten Teilen ja. Immobilienwirtschaft ist ein wirtschaftswissenschaftlich geprägtes Studienfach, das sich gut für ein berufsbegleitendes Fernstudium eignet, weil der Schwerpunkt auf Wissen, Rechtskenntnis und kaufmännischer Methodik liegt – und weniger auf Laborarbeit oder Werkstätten. Praktische Bezüge entstehen ohnehin meist über den eigenen Beruf, etwa in einer Hausverwaltung, bei einem Makler oder in der Bauwirtschaft. Dieser Ratgeber zeigt ehrlich, was ein Fernstudium Immobilienwirtschaft leisten kann, wo die Grenzen liegen und für wen sich der Weg lohnt.

Wichtige Punkte

  • Immobilienwirtschaft ist als Fernstudium gut umsetzbar, weil der Stoff überwiegend kaufmännisch und rechtlich geprägt ist.
  • Angeboten werden Bachelor- und Masterstudiengänge sowie kürzere Zertifikatskurse und Weiterbildungen.
  • Die Inhalte reichen von Immobilienmanagement und Bewertung über Recht und Finanzierung bis zu Projektentwicklung.
  • Eine kaufmännische Ausbildung im Immobilienbereich ist die praxisnähere Alternative oder eine sinnvolle Vorstufe zum Studium.
  • Berufsbegleitend Studierende sollten realistisch mit einer Dauer von mehreren Jahren und mittleren bis höheren vierstelligen Kosten rechnen.

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Was ist Immobilienwirtschaft?

Die Immobilienwirtschaft umfasst alle wirtschaftlichen Aktivitäten rund um Grundstücke und Gebäude über deren gesamten Lebenszyklus hinweg: von der Planung und Entwicklung über den Bau und den An- und Verkauf bis zur Vermietung, Verwaltung und schließlich dem Rückbau oder der Revitalisierung. Sie ist damit weit mehr als der klassische Maklerberuf, der vielen zuerst in den Sinn kommt. Tatsächlich ist das Feld stark ausdifferenziert.

Typische Teilbereiche sind das Immobilienmanagement (die laufende Bewirtschaftung von Beständen), das Asset- und Portfoliomanagement (die strategische Steuerung von Immobilienvermögen), die Projektentwicklung (das Planen und Realisieren neuer Objekte), die Immobilienbewertung (das fundierte Schätzen von Verkehrswerten) sowie die Immobilienfinanzierung. Hinzu kommen Spezialgebiete wie Facility Management, nachhaltiges Bauen oder die Digitalisierung von Immobilienprozessen, die in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen haben.

Wer Immobilienwirtschaft studiert, lernt, diese Bereiche fachlich zu durchdringen und unternehmerische Entscheidungen auf einer soliden Grundlage zu treffen. Das Studium ist betriebswirtschaftlich verankert, ergänzt diese Basis aber um die immobilienspezifischen Besonderheiten – etwa die lange Lebensdauer von Objekten, die Standortabhängigkeit oder die enge Verzahnung mit Recht und Steuern.

Gerade diese Besonderheiten machen das Fach anspruchsvoll: Eine Immobilie ist im Vergleich zu vielen anderen Wirtschaftsgütern wenig beweglich, sehr kapitalintensiv und über Jahrzehnte hinweg von Marktentwicklungen, gesetzlichen Vorgaben und gesellschaftlichen Trends abhängig. Themen wie Energieeffizienz, Klimaanpassung oder bezahlbares Wohnen prägen die Branche zunehmend und verlangen von Fachkräften, wirtschaftliche, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte gleichermaßen im Blick zu behalten. Das Fernstudium greift diese aktuellen Entwicklungen in der Regel auf und vermittelt nicht nur etabliertes Wissen, sondern auch ein Gespür für künftige Anforderungen an die gebaute Umwelt.

Studieninhalte und Schwerpunkte

Ein Fernstudium Immobilienwirtschaft beginnt in der Regel mit wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagen. Dazu gehören Betriebswirtschaftslehre, Rechnungswesen, Controlling, Volkswirtschaftslehre und statistische Methoden. Diese Basis sorgt dafür, dass Absolventinnen und Absolventen nicht nur immobilienspezifisches Detailwissen besitzen, sondern auch wirtschaftliche Zusammenhänge insgesamt verstehen.

Darauf aufbauend folgen die fachlichen Kernmodule. Häufig behandelt werden Immobilienrecht (Miet-, Kauf-, Bau- und Wohnungseigentumsrecht), Immobilienbewertung und Wertermittlung, Immobilienfinanzierung und Investitionsrechnung, Bau- und Projektmanagement sowie Immobilienmarketing und Vertrieb. Auch das Management von Wohnungsbeständen und gewerblichen Objekten ist meist ein eigenes Themenfeld.

In den letzten Semestern wählen Studierende oft Schwerpunkte, mit denen sie ihr Profil schärfen können – etwa Real Estate Investment, Projektentwicklung, nachhaltiges Immobilienmanagement oder Property und Facility Management. Den Abschluss bildet in einem Bachelor- oder Masterstudiengang die wissenschaftliche Abschlussarbeit, in der ein praxisnahes Thema eigenständig bearbeitet wird. Bei kürzeren Zertifikatskursen liegt der Fokus dagegen auf einem klar abgegrenzten Themenausschnitt, etwa der Immobilienverwaltung oder der Wertermittlung.

Hinweis
Die genauen Modulbezeichnungen und Schwerpunkte unterscheiden sich je nach Hochschule erheblich. Es lohnt sich, mehrere Studienverlaufspläne nebeneinanderzulegen und gezielt darauf zu achten, ob die für die eigene berufliche Richtung wichtigen Themen tatsächlich vertieft werden.

Fernstudium oder Ausbildung?

Wer in die Immobilienwirtschaft einsteigen möchte, steht oft vor der Frage, ob ein Fernstudium oder eine Ausbildung der bessere Weg ist. Beide haben ihre Berechtigung, richten sich aber an unterschiedliche Ausgangssituationen und Ziele.

Die klassische Ausbildung zur Immobilienkauffrau beziehungsweise zum Immobilienkaufmann ist eine duale Ausbildung, die in der Regel drei Jahre dauert (eine Verkürzung ist bei guten Leistungen oder Vorbildung möglich). Sie findet im Betrieb und in der Berufsschule statt, wird vergütet und vermittelt sehr praxisnah das Tagesgeschäft – von der Wohnungsverwaltung über die Mietabrechnung bis zum Kundenkontakt. Eine Ausbildung kostet die Lernenden grundsätzlich kein Geld, im Gegenteil: Es gibt eine Ausbildungsvergütung. Für Berufseinsteiger ohne Vorerfahrung und ohne Hochschulreife ist sie häufig der natürlichste Einstieg.

Das Fernstudium setzt dagegen meist auf eine bereits vorhandene berufliche Grundlage auf. Es dauert berufsbegleitend in der Regel länger als ein Vollzeitstudium, vermittelt aber ein breiteres und theoretisch fundierteres Wissen, das gerade für Fach- und Führungsaufgaben, für Bewertung, Finanzierung oder Projektentwicklung gefragt ist. Während die Ausbildung mit einem anerkannten Kammerabschluss endet, führt das Fernstudium zu einem akademischen Grad (Bachelor oder Master) oder zu einem Hochschulzertifikat. Anders als die Ausbildung ist das Fernstudium kostenpflichtig; die Gebühren liegen meist im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich, bei Masterstudiengängen teils darüber.

Eine häufige und sinnvolle Kombination sieht so aus: zuerst die Ausbildung als Immobilienkaufmann, dann nach einigen Berufsjahren ein berufsbegleitendes Fernstudium, um sich für höhere Positionen zu qualifizieren. Wer bereits eine kaufmännische Ausbildung und Praxiserfahrung mitbringt, kann unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Abitur ins Studium einsteigen. Die Eignung hängt damit weniger vom Fach als von der eigenen Lebenssituation ab: Berufseinsteiger fahren mit der Ausbildung oft besser, während das Fernstudium die richtige Wahl für alle ist, die sich neben dem Job weiterentwickeln und akademisch qualifizieren wollen.

Voraussetzungen und Zugang

Die Zugangsvoraussetzungen für ein Fernstudium Immobilienwirtschaft hängen vom angestrebten Abschluss ab. Für ein Bachelorstudium wird in der Regel die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife beziehungsweise die Fachhochschulreife vorausgesetzt. Viele Anbieter ermöglichen den Zugang aber auch beruflich Qualifizierten: Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung und mehrere Jahre einschlägige Berufserfahrung nachweisen kann, darf in vielen Bundesländern auch ohne Abitur ein Studium aufnehmen, teils nach einer Eignungsprüfung oder einem Probestudium.

Für ein Masterstudium ist üblicherweise ein erster Hochschulabschluss erforderlich, häufig ergänzt um Berufserfahrung. Manche Masterprogramme richten sich gezielt an Berufstätige, die sich neben einem fachfremden Erststudium in der Immobilienwirtschaft spezialisieren möchten. Zertifikatskurse und Weiterbildungen sind oft niedrigschwelliger zugänglich und verlangen mitunter nur eine kaufmännische Ausbildung oder einschlägige Praxiserfahrung.

Unabhängig vom formalen Zugang sind für ein erfolgreiches Fernstudium bestimmte persönliche Eigenschaften wichtig: Selbstdisziplin, gutes Zeitmanagement und die Bereitschaft, sich Stoff weitgehend eigenständig zu erarbeiten. Da das Fach mit Zahlen, Verträgen und Rechtsfragen arbeitet, helfen außerdem ein solides Grundverständnis für kaufmännische Zusammenhänge und kein Berührungsängste mit juristischen Texten.

Dauer, Ablauf und Kosten

Die Dauer eines Fernstudiums hängt stark von Abschluss und gewähltem Tempo ab. Ein Bachelor umfasst meist sechs bis sieben Semester in Vollzeitäquivalenz; berufsbegleitend dehnt sich diese Zeit häufig auf vier bis fünf Jahre, weil das Lernpensum auf weniger Stunden pro Woche verteilt wird. Ein Master dauert berufsbegleitend in der Regel zwei bis drei Jahre. Zertifikatslehrgänge und Weiterbildungen sind deutlich kürzer und reichen von wenigen Monaten bis zu etwa einem Jahr.

Der Ablauf eines Fernstudiums basiert überwiegend auf dem Selbststudium mit schriftlichen oder digitalen Studienmaterialien, ergänzt durch Online-Vorlesungen, virtuelle Lerngruppen und Online-Sprechstunden. Viele Hochschulen sehen zusätzlich freiwillige oder verpflichtende Präsenzphasen vor, etwa für Seminare, Klausuren oder praktische Übungen. Prüfungen werden je nach Anbieter online beaufsichtigt oder an Prüfungszentren abgelegt. Wer wenig reisen kann, sollte vorab klären, wie hoch der Präsenzanteil ausfällt und wo die Prüfungsstandorte liegen.

Bei den Kosten ist Vorsicht vor pauschalen Angaben geboten. Die Studiengebühren bewegen sich für ein berufsbegleitendes Bachelor- oder Masterstudium meist im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich insgesamt, bei einzelnen Masterprogrammen auch darüber. Hinzu kommen mögliche Kosten für Prüfungen, Präsenzphasen, Anreise und Fachliteratur. Dem stehen teils steuerliche Absetzbarkeit, Bildungsgutscheine, Stipendien oder eine Beteiligung des Arbeitgebers gegenüber. Ein genauer Vergleich mehrerer Anbieter lohnt sich, weil sich Leistungsumfang und Betreuung erheblich unterscheiden.

Karriere, Einsatzfelder und Gehalt

Die beruflichen Möglichkeiten in der Immobilienwirtschaft sind vielfältig, und der Bedarf an qualifizierten Fachkräften ist über die Jahre stabil geblieben. Absolventinnen und Absolventen arbeiten in Immobilien- und Wohnungsunternehmen, bei Projektentwicklern, in der Immobilienverwaltung, bei Banken und Versicherungen, in Beratungs- und Bewertungsgesellschaften, in der öffentlichen Verwaltung oder bei Maklerunternehmen.

Typische Tätigkeitsfelder reichen vom Property Management über das Asset Management, die Projektentwicklung und die Immobilienbewertung bis hin zu Vertrieb und Beratung. Mit zunehmender Erfahrung und einem höheren Abschluss eröffnen sich Wege in die Spezialisierung oder in Führungsverantwortung, etwa als Bereichsleitung im Bestandsmanagement oder als Projektverantwortliche in der Entwicklung.

Beim Gehalt ist Zurückhaltung angebracht, da die Spannen je nach Region, Unternehmensgröße, Position und Vorerfahrung erheblich auseinandergehen. Berufseinsteiger liegen tendenziell im unteren bis mittleren Bereich der branchenüblichen Vergütung, während sich mit Spezialisierung, Verantwortung und einigen Berufsjahren ein deutlich höheres Einkommen erreichen lässt. Belastbare Einzelzahlen lassen sich seriös nur im konkreten Einzelfall nennen; als Orientierung gilt, dass akademisch qualifizierte Fachkräfte und Spezialisten in Bewertung, Finanzierung oder Projektentwicklung in der Regel überdurchschnittlich vergütet werden.

Ein wichtiger Faktor für die Karriere ist außerdem die Lage am Standort: In Ballungsräumen mit angespannten Wohnungsmärkten und reger Bautätigkeit ist die Nachfrage nach Fachkräften meist höher, und auch die Vergütung fällt dort tendenziell großzügiger aus als in strukturschwächeren Regionen. Wer flexibel ist und bereit, sich in ein gefragtes Spezialgebiet einzuarbeiten, verbessert seine Aussichten zusätzlich. Auch berufsbegleitende Weiterbildungen nach dem Studium, etwa im Bereich nachhaltiges Bauen oder Immobiliencontrolling, können den weiteren Werdegang positiv beeinflussen.

Lohnt sich das Fernstudium Immobilienwirtschaft?

Ob sich der Aufwand lohnt, hängt von den eigenen Zielen ab. Für Menschen, die bereits in der Branche arbeiten und sich für anspruchsvollere Aufgaben oder eine Führungsrolle qualifizieren möchten, ist ein berufsbegleitendes Fernstudium ein sehr passender Weg, weil es Theorie und Praxis miteinander verzahnt. Auch Quereinsteiger aus verwandten kaufmännischen Bereichen können damit gezielt in die Immobilienwirtschaft wechseln.

Wer dagegen ganz am Anfang steht, keine Hochschulreife mitbringt und vor allem praktisches Handwerkszeug sucht, ist mit einer Ausbildung im Immobilienbereich oft schneller und kostengünstiger am Ziel – und kann das Studium später immer noch anschließen. Entscheidend ist eine ehrliche Selbsteinschätzung der eigenen zeitlichen Belastbarkeit, denn ein Fernstudium neben dem Beruf erfordert über Jahre hinweg Disziplin und Verzicht.

Häufige Fragen zum Fernstudium Immobilienwirtschaft

Kann man Immobilienwirtschaft komplett im Fernstudium studieren?
In weiten Teilen ja, da der Stoff überwiegend kaufmännisch und rechtlich geprägt ist. Manche Anbieter sehen jedoch verpflichtende Präsenzphasen oder Prüfungen vor Ort vor, weshalb der genaue Präsenzanteil vorab geklärt werden sollte.
Brauche ich Abitur für ein Fernstudium Immobilienwirtschaft?
Nicht zwingend. Neben der Hochschulreife ermöglichen viele Hochschulen den Zugang auch beruflich Qualifizierten mit abgeschlossener Ausbildung und einschlägiger Berufserfahrung, teils nach einer Eignungsprüfung.
Wie lange dauert ein berufsbegleitendes Fernstudium?
Ein Bachelor dauert berufsbegleitend häufig vier bis fünf Jahre, ein Master meist zwei bis drei Jahre. Zertifikatskurse sind mit wenigen Monaten bis etwa einem Jahr deutlich kürzer.
Was kostet ein Fernstudium Immobilienwirtschaft?
Die Gebühren liegen für ein berufsbegleitendes Studium insgesamt meist im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich, bei Masterprogrammen teils darüber. Hinzu kommen Kosten für Prüfungen, Präsenzphasen und Literatur.
Ist ein Studium oder eine Ausbildung besser für den Einstieg?
Das hängt von der Ausgangslage ab. Für Berufseinsteiger ohne Vorerfahrung ist die Ausbildung oft der praxisnähere und kostengünstigere Weg, während das Fernstudium sich vor allem für die akademische Weiterqualifizierung neben dem Beruf eignet.

Das Fernstudium Immobilienwirtschaft ist ein realistischer und gut umsetzbarer Weg, sich neben dem Beruf akademisch in einem stabilen und vielseitigen Wirtschaftszweig zu qualifizieren. Wer die nötige Selbstdisziplin mitbringt, die Kosten- und Zeitfrage ehrlich für sich klärt und das Studium auf die eigenen beruflichen Ziele abstimmt, schafft sich damit eine solide Grundlage für anspruchsvolle Aufgaben in der Immobilienbranche.

Wirtschaft und Recht


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