Fernstudium Literaturwissenschaft
Redaktionell geprüft von der Fernstudium – Berufsbegleitend studieren-Redaktion · Aktualisiert: · Lesezeit: ca. 9 Min
Texte verstehen, einordnen und kritisch durchdringen – das ist der Kern der Literaturwissenschaft. Wer sich für dieses Fach interessiert, beschäftigt sich mit Romanen, Gedichten, Dramen und Sachtexten ebenso wie mit den Theorien dahinter: Wie entsteht Bedeutung? Wie wirkt Sprache? Welche Rolle spielt der historische und kulturelle Kontext eines Werks? Die Literaturwissenschaft ist eine Geisteswissenschaft mit langer Tradition, und sie bildet die Grundlage für viele Berufe in Bildung, Medien, Verlagswesen, Kulturbetrieb und Kommunikation.
Doch lässt sich ein so lese- und diskussionsintensives Fach überhaupt aus der Ferne studieren? Die ehrliche Antwort lautet: teilweise, aber gut. Ein vollwertiges grundständiges Bachelorstudium der Literaturwissenschaft als reines Fernstudium ist im deutschsprachigen Raum eher selten und oft an Präsenzanteile gebunden. Häufiger findet man literaturwissenschaftliche Inhalte als Teil von Studiengängen wie Germanistik, Anglistik, Geistes- und Kulturwissenschaften oder Sprach- und Kulturwissenschaften – und einige davon werden im Fernstudium oder berufsbegleitend angeboten. Dieser Ratgeber zeigt, was im Fernstudium realistisch möglich ist, welche Wege es gibt und worauf man achten sollte.
Inhaltsverzeichnis
Wichtige Punkte
- Literaturwissenschaft ist textbasiert und damit grundsätzlich gut für das Selbststudium geeignet – reine Fernstudiengänge mit genau diesem Namen sind aber selten.
- Häufig führt der Weg über verwandte Fächer wie Germanistik, Anglistik oder Kulturwissenschaften, die teils berufsbegleitend studierbar sind.
- Manche Programme verlangen Präsenzphasen, Seminare oder Prüfungen vor Ort – das sollte vor der Anmeldung geklärt werden.
- Die Kosten bewegen sich je nach Anbieter und Abschluss im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich, an staatlichen Fernuniversitäten oft deutlich günstiger.
- Berufschancen entstehen vor allem in Kombination mit weiteren Qualifikationen, etwa im Lektorat, Journalismus, in der Bildung oder im Kulturmanagement.
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Was ist Literaturwissenschaft eigentlich?
Die Literaturwissenschaft untersucht Literatur systematisch und methodisch. Sie fragt nicht nur, worum es in einem Text geht, sondern auch, wie er gemacht ist, in welcher Tradition er steht und welche Bedeutung er für seine Zeit und für heutige Leserinnen und Leser hat. Dabei verbindet sie analytisches Denken mit kultureller und historischer Bildung.
Klassisch unterteilt sich das Fach in mehrere Bereiche. Die Literaturgeschichte ordnet Werke und Epochen ein, von der Antike über die Klassik bis zur Gegenwartsliteratur. Die Literaturtheorie liefert die Werkzeuge der Analyse, etwa Strukturalismus, Hermeneutik oder Diskursanalyse. Hinzu kommen die Gattungslehre, also die Beschäftigung mit Lyrik, Epik und Dramatik, sowie die Editionswissenschaft und der Vergleich verschiedener Nationalliteraturen in der Komparatistik.
Literaturwissenschaft ist selten ein isoliertes Studienfach. Meist ist sie eingebettet in ein sprachwissenschaftliches Studium: In der Germanistik steht die deutschsprachige Literatur im Mittelpunkt, in der Anglistik die englischsprachige, in der Romanistik die französische, spanische oder italienische. Wer also nach einem Fernstudium sucht, sollte den Blick weiten und auch diese verwandten Studiengänge in Betracht ziehen.
Wichtig ist auch die Abgrenzung zur reinen Sprachwissenschaft. Während sich die Linguistik mit dem Aufbau und der Funktionsweise von Sprache an sich beschäftigt, also mit Grammatik, Bedeutung und Sprachwandel, richtet die Literaturwissenschaft ihren Blick auf das Kunstwerk Text. Im Studium begegnen sich beide Felder dennoch immer wieder, denn ohne ein Grundverständnis von Sprache lässt sich Literatur kaum fundiert analysieren. Wer ein Fernstudium aufnimmt, wird daher fast immer auch sprachwissenschaftliche Module belegen, selbst wenn der eigene Schwerpunkt klar auf der Literatur liegt.
Studieninhalte und Schwerpunkte im Fernstudium
Ein literaturwissenschaftlich ausgerichtetes Fernstudium vermittelt zunächst das methodische Handwerkszeug: Wie analysiert man einen Text? Wie zitiert und argumentiert man wissenschaftlich? Wie liest man kritisch und ordnet Quellen ein? Diese Grundlagen sind im Selbststudium besonders wichtig, weil viel eigenständige Lektüre und schriftliche Arbeit gefragt sind.
Im weiteren Verlauf vertiefen Studierende einzelne Epochen, Autorinnen und Autoren sowie literarische Strömungen. Typische Module behandeln etwa die Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts, die literarische Moderne, Gegenwartsliteratur oder einzelne Gattungen im Detail. Hinzu kommen oft Bausteine aus der Sprachwissenschaft, der Kulturgeschichte und der Medien- oder Kommunikationswissenschaft.
Im Fernstudium erfolgt die Wissensvermittlung über Studienbriefe, digitale Lernplattformen, aufgezeichnete Vorlesungen und betreute Online-Seminare. Statt im Hörsaal zu diskutieren, schreiben Studierende Essays, Hausarbeiten und Analysen und tauschen sich in Foren oder virtuellen Seminaren aus. Wer gern selbstständig liest und schreibt, findet hier ideale Bedingungen.
Ein wachsender Teil der Programme bezieht zudem digitale Methoden ein. Unter dem Stichwort Digital Humanities lernen Studierende, große Textmengen mit Software auszuwerten, Korpora zu durchsuchen oder literarische Texte computergestützt zu analysieren. Auch wenn das die klassische Lektüre nicht ersetzt, erweitert es das Handwerkszeug deutlich und passt gut zur ohnehin digital geprägten Lernumgebung eines Fernstudiums. Ergänzend gehören in vielen Studiengängen das Verfassen von Rezensionen, die Arbeit mit historischen Quellen und das Halten von Online-Referaten zum festen Programm.
Spezialisierungen und Schwerpunkte
Gerade weil die Literaturwissenschaft so breit angelegt ist, lohnt es sich, früh über mögliche Schwerpunkte nachzudenken. Viele Fernstudiengänge erlauben es, ab dem mittleren Studienabschnitt eigene Akzente zu setzen, sei es über Wahlmodule, das Thema der Abschlussarbeit oder die Auswahl von Seminaren. Ein klares Profil hilft später nicht nur bei der Bewerbung, sondern macht das Studium auch motivierender, weil man sich mit Themen beschäftigt, die einen wirklich interessieren.
Beliebte Schwerpunkte sind die Komparatistik, also der Vergleich von Literaturen verschiedener Sprachen und Kulturen, sowie die Gegenwartsliteratur, die sich mit aktuellen Strömungen und Autorinnen und Autoren befasst. Wer gern an der Schnittstelle zu anderen Medien arbeitet, findet in der Medien- und Kulturwissenschaft Anknüpfungspunkte, etwa zur Verfilmung von Literatur, zur Theaterpraxis oder zur digitalen Erzählkunst. Auch die Kinder- und Jugendliteratur ist ein eigenständiges, wachsendes Feld mit Bezug zu Pädagogik und Verlagswesen.
Ein weiterer Schwerpunkt ergibt sich aus der gewählten Sprache: In der Anglistik liegt der Fokus auf englischsprachiger Literatur und ermöglicht den Zugang zu einem internationalen Arbeitsumfeld, während die Romanistik oder Slawistik andere Sprachräume erschließen. Wer eine akademische Laufbahn anstrebt, kann sich zudem über die Editionswissenschaft oder die Literaturtheorie spezialisieren. Welche Spezialisierung sinnvoll ist, hängt stark vom angestrebten Berufsziel ab – hier lohnt ein nüchterner Blick darauf, wohin die eigene Reise gehen soll.
Fernstudium oder Ausbildung?
Die Literaturwissenschaft ist ein akademisches Fach und hat kein direktes Gegenstück in Form einer klassischen dualen Ausbildung. Wer literarisch und sprachlich arbeiten möchte, ohne zu studieren, kann jedoch über verwandte Ausbildungsberufe einsteigen. Naheliegend sind etwa die Ausbildung zum Medienkaufmann oder zur Medienkauffrau Digital und Print, zum Buchhändler beziehungsweise zur Buchhändlerin oder Ausbildungen im Bereich Verlagswesen und Bibliothek.
Eine Ausbildung dauert in der Regel zwei bis drei Jahre, findet meist dual im Betrieb und in der Berufsschule statt und wird vergütet – es entstehen also keine Studiengebühren, sondern es fließt von Anfang an ein Gehalt. Der Abschluss ist berufsqualifizierend und praxisnah, führt aber nicht zu einer wissenschaftlichen Qualifikation und öffnet seltener die Tür zu Tätigkeiten, die einen akademischen Grad voraussetzen.
Ein Fernstudium dagegen ist eine akademische Qualifikation. Es dauert berufsbegleitend oft sechs bis zwölf Semester für einen Bachelor, kostet je nach Anbieter im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich und schließt mit einem akademischen Grad wie dem Bachelor oder Master ab. Es eignet sich für alle, die wissenschaftlich arbeiten, sich breit bilden oder gezielt für Berufe mit Studienanforderung qualifizieren möchten – und die genug Selbstdisziplin für das eigenständige Lernen mitbringen.
Die Entscheidung hängt vom Ziel ab. Wer rasch praktisch im Buch- oder Medienbetrieb arbeiten und verdienen möchte, ist mit einer Ausbildung gut beraten. Wer eine akademische Laufbahn, eine Lehrtätigkeit oder anspruchsvolle Tätigkeiten in Forschung, Lektorat oder Wissenschaft anstrebt, kommt um ein Studium kaum herum. Beide Wege lassen sich auch kombinieren, etwa indem man nach einer Ausbildung berufsbegleitend ein Fernstudium aufnimmt.
Interessant ist die Kombination beider Wege auch deshalb, weil eine Ausbildung wertvolle Praxiserfahrung und Branchenkontakte liefert, die im rein akademischen Werdegang oft fehlen. Wer etwa zunächst eine Ausbildung im Buchhandel absolviert und anschließend berufsbegleitend ein literaturwissenschaftliches Fernstudium aufnimmt, verbindet praktisches Können mit wissenschaftlicher Tiefe. Gerade in einem Feld, in dem Arbeitgeber häufig sowohl Fachwissen als auch Hands-on-Erfahrung schätzen, kann diese Doppelqualifikation den Einstieg erleichtern und die Verhandlungsposition verbessern.
Voraussetzungen und Zugang
Für ein grundständiges Bachelor-Fernstudium mit literaturwissenschaftlichem Schwerpunkt wird in der Regel die allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder die Fachhochschulreife vorausgesetzt. An vielen Fernuniversitäten ist ein Zugang auch ohne Abitur möglich, etwa über eine abgeschlossene Berufsausbildung mit mehrjähriger Berufserfahrung oder über eine Meister- oder Aufstiegsfortbildung. Die genauen Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland und Hochschule.
Für ein Master-Fernstudium ist ein erster Hochschulabschluss erforderlich, häufig in einem einschlägigen oder verwandten Fach. Teilweise werden Sprachkenntnisse verlangt – in der Anglistik etwa gute Englischkenntnisse, in der Romanistik entsprechende Kenntnisse der jeweiligen Sprache.
Neben den formalen Voraussetzungen zählen vor allem persönliche Eigenschaften. Wer Literaturwissenschaft im Fernstudium erfolgreich betreiben will, sollte gern und viel lesen, Freude am Schreiben haben und in der Lage sein, sich über längere Zeit selbst zu organisieren. Gerade beim Fernlernen ohne festen Stundenplan ist Selbstdisziplin entscheidend.
Dauer, Ablauf und Kosten
Die Studiendauer hängt vom angestrebten Abschluss und vom gewählten Tempo ab. Ein Bachelor umfasst regulär sechs Semester in Vollzeit, im berufsbegleitenden Fernstudium verlängert sich diese Zeit häufig auf acht bis zwölf Semester, weil weniger Stunden pro Woche aufgewendet werden. Ein Master dauert in der Regel vier Semester in Vollzeit und entsprechend länger berufsbegleitend.
Der Ablauf ist flexibel: Studierende bearbeiten Lerneinheiten weitgehend im eigenen Rhythmus, reichen Aufgaben und Hausarbeiten ein und legen Prüfungen ab. Viele Anbieter erlauben ein individuelles Lerntempo und die kostenlose Verlängerung der Regelstudienzeit innerhalb gewisser Grenzen. Das ist gerade für Berufstätige und Menschen mit Familie ein wichtiger Vorteil.
Bei den Kosten gibt es große Unterschiede. Staatliche Fernuniversitäten erheben vergleichsweise niedrige Semesterbeiträge, sodass ein komplettes Studium dort oft im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich bleibt. Private Fernhochschulen sind teurer und bewegen sich für einen vollständigen Studiengang meist im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich, je nach Programm auch darüber. Hinzu kommen Ausgaben für Fachliteratur und mögliche Reisekosten zu Präsenzterminen. Es lohnt sich, mehrere Angebote zu vergleichen und auf Förderungsmöglichkeiten wie Bildungskredite oder steuerliche Absetzbarkeit zu achten.
Anerkennung und Akkreditierung
Ein häufig unterschätztes, aber zentrales Thema ist die Anerkennung des Abschlusses. Grundsätzlich gilt: Ein im Fernstudium erworbener Bachelor oder Master ist einem im Präsenzstudium erworbenen Grad gleichwertig, sofern die Hochschule staatlich anerkannt und der Studiengang akkreditiert ist. Auf dem Abschlusszeugnis ist in der Regel nicht erkennbar, ob das Studium in Präsenz oder aus der Ferne absolviert wurde. Diese Gleichwertigkeit ist ein wichtiges Argument für alle, die mit einem Fernstudium liebäugeln, aber Sorge um die spätere Akzeptanz beim Arbeitgeber haben.
Entscheidend ist daher, vor der Anmeldung zwei Dinge zu prüfen. Erstens, ob die Hochschule staatlich anerkannt ist – das gilt für staatliche Fernuniversitäten ebenso wie für seriöse private Anbieter mit staatlicher Anerkennung. Zweitens, ob der konkrete Studiengang durch eine offizielle Akkreditierungsagentur akkreditiert wurde. Eine Programmakkreditierung bestätigt, dass Inhalte, Aufbau und Qualität bestimmten Standards entsprechen. Beide Informationen finden sich meist auf der Website der Hochschule und lassen sich über öffentliche Verzeichnisse gegenprüfen.
Wer einen internationalen Berufsweg oder ein anschließendes Studium im Ausland plant, sollte zusätzlich auf die Vergabe von ECTS-Punkten achten. Diese Leistungspunkte erleichtern die Anrechnung von Studienleistungen über Ländergrenzen hinweg und machen den Abschluss vergleichbar. Ein sauber akkreditierter, mit ECTS versehener Fernstudiengang öffnet damit nicht nur in Deutschland, sondern auch im europäischen Hochschulraum Türen.
Karriere, Einsatzfelder und Gehalt
Ein literaturwissenschaftliches Studium qualifiziert nicht für einen einzelnen, klar umrissenen Beruf, sondern für ein breites Feld. Absolventinnen und Absolventen arbeiten im Verlagswesen und Lektorat, im Journalismus und in den Medien, in der Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation, im Kulturbetrieb, in Bibliotheken und Archiven sowie in der Erwachsenenbildung. Auch der Weg in Forschung und Lehre an Hochschulen steht offen, setzt allerdings meist eine Promotion voraus.
Wer Lehrerin oder Lehrer werden möchte, sollte beachten, dass dafür ein spezielles Lehramtsstudium nötig ist, das in der Regel nicht vollständig als Fernstudium absolviert werden kann. Reine literaturwissenschaftliche Abschlüsse berechtigen nicht automatisch zum Schuldienst.
Beim Gehalt lassen sich nur vorsichtige Spannen nennen, weil die Einsatzfelder so unterschiedlich sind. Einstiegsgehälter in Medien, Verlag und Kultur liegen häufig im unteren bis mittleren Bereich akademischer Einstiegsgehälter, während Tätigkeiten in der Unternehmenskommunikation oder im Management oft besser vergütet werden. Entscheidend sind Branche, Region, Zusatzqualifikationen und praktische Erfahrung. Wer Praktika, Volontariate oder weitere Kompetenzen wie Fremdsprachen oder digitales Know-how mitbringt, verbessert seine Aussichten spürbar.
Gefragt sind vor allem die übertragbaren Kompetenzen, die ein solches Studium schult: präzises Lesen, strukturiertes Argumentieren, das Verfassen klarer Texte und das schnelle Erfassen komplexer Zusammenhänge. Diese Fähigkeiten sind in vielen Branchen wertvoll, auch jenseits des klassischen Kulturbetriebs, etwa im Content-Marketing, in der Wissenschaftskommunikation oder in der Beratung. Wer sein literaturwissenschaftliches Profil bewusst mit solchen anschlussfähigen Qualifikationen kombiniert, erschließt sich ein deutlich breiteres Spektrum an Karrierewegen.
Tipps für das berufsbegleitende Lernen
Ein Fernstudium neben Beruf und Alltag zu stemmen, ist machbar, verlangt aber Organisation. Der wichtigste Hebel ist eine realistische Zeitplanung: Wer feste Lernzeiten in der Woche reserviert und diese wie einen Termin behandelt, kommt verlässlicher voran als jemand, der nur dann lernt, wenn gerade Luft ist. Gerade die lese- und schreibintensive Literaturwissenschaft profitiert von Routine, weil sich Lektüre und Analyse schlecht in letzter Minute nachholen lassen.
Hilfreich ist es außerdem, das große Ziel in kleine Etappen zu zerlegen. Statt sich von einem ganzen Modul erschlagen zu lassen, plant man einzelne Studienbriefe, Kapitel oder Teilaufgaben über mehrere Wochen. Wer dabei früh mit dem Schreiben beginnt und Hausarbeiten nicht aufschiebt, vermeidet Stress vor Abgabefristen. Viele Studierende führen ein Lesejournal, in dem sie Gedanken, Zitate und Argumente festhalten – das erleichtert später das Verfassen von Arbeiten erheblich.
Auch der Austausch sollte aktiv gesucht werden. Online-Seminare, Lerngruppen und Foren wirken der Vereinzelung entgegen, die im Fernstudium leicht entsteht, und gerade in einem diskussionsfreudigen Fach wie der Literaturwissenschaft ist der Dialog mit anderen Gold wert. Schließlich lohnt es sich, das eigene Umfeld einzubeziehen: Wer Familie und Arbeitgeber frühzeitig über das Vorhaben informiert, kann oft auf Verständnis und Flexibilität zählen, sei es bei der Freistellung für Prüfungen oder bei der Aufteilung von Aufgaben zu Hause.
Für wen lohnt sich das Fernstudium besonders?
Ein literaturwissenschaftliches Fernstudium passt gut zu Menschen, die bereits im Beruf stehen und sich akademisch weiterbilden möchten, ohne ihren Job aufzugeben. Es spricht auch jene an, die aus persönlichem Interesse ihr Wissen vertiefen wollen, sowie Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, die in Richtung Medien, Bildung oder Kultur wechseln möchten.
Weniger geeignet ist die Fernform für alle, die den lebendigen Austausch im Seminar und das studentische Umfeld vor Ort als zentral empfinden. Literaturwissenschaft lebt vom Diskutieren und Interpretieren, und auch wenn Online-Seminare und Foren vieles auffangen, bleibt der direkte Dialog im Fernstudium reduzierter. Wer das weiß und mit hoher Eigenmotivation an die Sache geht, kann jedoch sehr gut auf diesem Weg studieren.
Häufige Fragen zum Fernstudium Literaturwissenschaft
Wer gern liest, schreibt und Texte tiefgründig verstehen möchte, findet in der Literaturwissenschaft ein anspruchsvolles und vielseitiges Fach. Als Fernstudium ist es mit etwas Recherche und realistischen Erwartungen gut zugänglich – oft über verwandte Studiengänge und mit Blick auf mögliche Präsenzanteile. Entscheidend sind die eigene Lesefreude, Selbstdisziplin und ein klares Ziel, wohin die Reise beruflich gehen soll. Wer das mitbringt, kann sich auf diesem Weg fundiert und flexibel weiterbilden.
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