Fernstudium Arabistik
Redaktionell geprüft von der Fernstudium – Berufsbegleitend studieren-Redaktion · Aktualisiert: · Lesezeit: ca. 9 Min
Arabisch gehört zu den meistgesprochenen Sprachen der Welt und ist Amtssprache in mehr als zwanzig Ländern. Wer sich mit der arabischen Sprache, der Geschichte des Nahen Ostens, dem Islam als kulturprägender Kraft oder der reichen Literaturtradition des arabischsprachigen Raums beschäftigt, bewegt sich im Feld der Arabistik. Diese geisteswissenschaftliche Disziplin verbindet intensive Sprachausbildung mit Kultur-, Literatur- und Religionswissenschaft und öffnet den Blick auf eine Region, die politisch, wirtschaftlich und kulturell hohe Bedeutung hat. Für viele Interessierte ist Arabistik nicht nur ein akademisches Fach, sondern auch ein Schlüssel zu interkultureller Verständigung.
Wer sich für Arabistik interessiert und gleichzeitig berufstätig ist, Familie hat oder ortsunabhängig lernen möchte, stellt sich schnell die Frage nach einem Fernstudium. Lässt sich eine derart sprachintensive Disziplin überhaupt aus der Ferne studieren? Die ehrliche Antwort lautet: teilweise. Reine Fernstudiengänge mit dem Schwerpunkt Arabistik sind in Deutschland selten, doch es gibt fernlern-taugliche Wege, von akkreditierten Online-Sprachmodulen über Fernkurse bis hin zu Studiengängen mit hohem Selbstlernanteil und ergänzenden Präsenzphasen. Dieser Ratgeber ordnet die Möglichkeiten ein und zeigt, worauf es ankommt.
Inhaltsverzeichnis
Wichtige Punkte
- Arabistik verbindet Sprachausbildung mit Kultur-, Literatur- und Religionswissenschaft des arabischsprachigen Raums.
- Reine Fernstudiengänge sind rar; verbreitet sind Online-Sprachkurse, Fernkurse und Hybridmodelle mit Präsenzanteilen.
- Der Spracherwerb ist anspruchsvoll und erfordert hohe Selbstdisziplin sowie regelmäßiges Üben – gerade beim Lernen aus der Ferne.
- Einsatzfelder reichen von Übersetzung und Kulturvermittlung über Medien und NGOs bis zu Wissenschaft und öffentlichem Dienst.
- Eine berufsbegleitende Variante ermöglicht es, Sprachkompetenz neben dem Beruf aufzubauen, verlangt aber realistische Zeitplanung.
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Was ist Arabistik? Berufsbild und Fachverständnis
Die Arabistik ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit der arabischen Sprache und den Kulturen, in denen sie gesprochen und geschrieben wird. Im Kern steht der Erwerb des Hocharabischen, der überregionalen Schrift- und Standardsprache, ergänzt um Kenntnisse einzelner Dialekte wie etwa des ägyptischen oder syrisch-levantinischen Arabisch. Daneben befasst sich das Fach mit der klassischen und modernen arabischen Literatur, mit der Geschichte des Nahen Ostens und Nordafrikas sowie mit dem Islam als religiöser und kultureller Prägekraft.
Arabistik ist in vielen Fällen mit der Islamwissenschaft oder der Orientalistik verwandt und wird an Hochschulen teils gemeinsam angeboten. Das Berufsbild im engeren Sinne gibt es nicht: Wer Arabistik studiert, qualifiziert sich vielmehr für ein breites Spektrum an Tätigkeiten, in denen Sprachkompetenz, Regionalwissen und interkulturelle Kompetenz gefragt sind. Das reicht von der Übersetzung und Sprachmittlung über die Kultur- und Bildungsarbeit bis zur Forschung. Wichtig ist die Erkenntnis, dass das Fach weniger ein konkretes Tätigkeitsfeld vorgibt, sondern ein Fundament aus Sprache und Kulturverständnis legt, das in unterschiedlichste Berufe einfließen kann.
Gerade diese Offenheit macht Arabistik für viele attraktiv, die ihren beruflichen Werdegang mit fundierten Arabischkenntnissen anreichern wollen – etwa Fachkräfte aus Verwaltung, Sozialarbeit, Journalismus oder Wirtschaft, die mit dem arabischsprachigen Raum zu tun haben.
Studieninhalte und Schwerpunkte
Im Mittelpunkt eines Arabistik-Studiums steht der systematische Spracherwerb. Die ersten Semester sind meist sehr sprachlastig: Schrift, Grammatik, Wortschatz und Aussprache des Hocharabischen werden Schritt für Schritt aufgebaut. Da das arabische Schriftsystem von rechts nach links verläuft und keine vollständige Vokalisierung kennt, ist der Einstieg ungewohnt und verlangt regelmäßiges, diszipliniertes Üben. Genau hier liegt eine der größten Herausforderungen für das Lernen aus der Ferne, weil Sprache vom Sprechen und vom direkten Feedback lebt.
Aufbauend auf den Sprachkenntnissen kommen kulturwissenschaftliche Inhalte hinzu. Typische Themenfelder sind:
- Hocharabisch in Wort und Schrift sowie Einführung in einen Dialekt
- Klassische und moderne arabische Literatur
- Geschichte und Gesellschaft des Nahen Ostens und Nordafrikas
- Islamwissenschaft und religiöse Strömungen
- Übersetzungsübungen und Textarbeit an Originalquellen
- Landeskunde, Politik und Gegenwartskultur der Region
In stärker fachwissenschaftlich ausgerichteten Studiengängen treten zudem methodische Inhalte hinzu, etwa Quellenkritik, wissenschaftliches Arbeiten und Theorien der Kulturwissenschaft. Bei einem berufsbegleitenden oder fernlern-orientierten Angebot liegt der Schwerpunkt dagegen häufig auf der praktischen Sprachkompetenz und auf landeskundlichem Grundwissen, das sich gut über Lehrbriefe, Online-Module und Videolektionen vermitteln lässt.
Arabistik als Fernstudium: Was geht und was nicht
Ein vollwertiger, ausschließlich online absolvierbarer Bachelor- oder Masterstudiengang mit dem Titel Arabistik ist in Deutschland kaum zu finden. Das hängt mit der Natur des Fachs zusammen: Sprachpraxis und der Austausch in Seminaren lassen sich nur eingeschränkt vollständig digitalisieren. Realistisch sind daher vor allem drei Wege.
Erstens gibt es zertifizierte Fernkurse und Online-Sprachprogramme, die gezielt Arabischkenntnisse vermitteln – von Anfängerniveau bis zu fortgeschrittenen Stufen. Diese sind kein akademisches Studium, eignen sich aber hervorragend, um berufsbegleitend Sprachkompetenz aufzubauen. Zweitens bieten einzelne Hochschulen Studiengänge mit hohem Selbstlernanteil und ergänzenden Präsenz- oder Online-Live-Phasen an, in denen Arabisch als Sprache oder als Teil der Orientalistik belegt werden kann. Drittens lässt sich Arabistik im Rahmen eines Teilzeit- oder Gasthörerstudiums verfolgen, das sich besser mit dem Beruf vereinbaren lässt als ein klassisches Vollzeitstudium.
Wer ein Fernstudium ins Auge fasst, sollte daher genau prüfen, welches Ziel verfolgt wird: Geht es um einen anerkannten akademischen Abschluss, führt der Weg meist über Hochschulen mit Präsenzanteilen. Geht es vorrangig um solide Sprachkenntnisse und Kulturverständnis für den Beruf, sind Fernkurse oft der pragmatischere und flexiblere Weg. Diese Unterscheidung offen zu treffen erspart spätere Enttäuschungen.
Fernstudium oder Ausbildung?
Eine klassische duale Ausbildung im engeren Sinne gibt es für Arabistik nicht, da es sich um eine wissenschaftliche und sprachbezogene Disziplin handelt. Dennoch lohnt der Vergleich zwischen einem akademisch geprägten Fernstudium und ausbildungsähnlichen, stärker praxisorientierten Wegen wie einer Sprachausbildung, einer Weiterbildung zum Übersetzer oder einer berufsbegleitenden Qualifizierung im interkulturellen Bereich. Beide Richtungen führen zu Arabischkompetenz, unterscheiden sich aber deutlich.
Ein Fernstudium beziehungsweise ein Hochschulstudium mit Fernlernanteilen ist breiter angelegt: Es verbindet Sprache mit wissenschaftlichem Arbeiten, Kultur- und Literaturwissenschaft und schließt mit einem akademischen Grad ab. Die Dauer liegt für einen Bachelor üblicherweise bei mehreren Jahren, in Teilzeit entsprechend länger. Die Kosten variieren stark je nach Anbieter und Modell und können sich bei privaten Hochschulen im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich oder darüber bewegen, während staatliche Hochschulen meist nur Semesterbeiträge erheben.
Eine Ausbildung oder ausbildungsähnliche Weiterbildung ist dagegen praxisnäher und kürzer. Eine zertifizierte Sprachausbildung oder ein Übersetzer-Lehrgang konzentriert sich auf anwendbare Sprachkompetenz und dauert je nach Intensität einige Monate bis wenige Jahre. Die Kosten reichen von überschaubaren Beträgen für einzelne Fernkurse bis in den vierstelligen Bereich für umfangreichere Programme. Der Abschluss ist in der Regel ein Zertifikat, kein akademischer Grad.
Welcher Weg passt, hängt vom Ziel ab. Wer wissenschaftlich arbeiten, lehren oder eine breite geisteswissenschaftliche Qualifikation erwerben möchte, ist mit einem Studium besser bedient. Wer schnell und gezielt einsetzbare Arabischkenntnisse für den Beruf sucht und Wert auf Flexibilität legt, fährt mit einer ausbildungsnahen Weiterbildung oder einem Sprachfernkurs oft pragmatischer. Beide Wege schließen sich nicht aus – ein Sprachkurs kann auch die Vorstufe zu einem späteren Studium sein.
Voraussetzungen und Zugang
Die Zugangsvoraussetzungen hängen vom gewählten Format ab. Für ein akademisches Studium ist in der Regel die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife erforderlich; manche Hochschulen ermöglichen unter bestimmten Bedingungen auch beruflich Qualifizierten den Zugang. Für ein Masterstudium wird ein einschlägiger erster Hochschulabschluss vorausgesetzt, häufig verbunden mit nachgewiesenen Sprachkenntnissen.
Für Fernkurse und Online-Sprachprogramme sind die Hürden niedriger: Sie stehen meist allen Interessierten offen, unabhängig von formalen Vorbildungen. Wichtiger als ein bestimmter Abschluss sind hier persönliche Eigenschaften. Da der Spracherwerb Geduld und Kontinuität verlangt, sind Durchhaltevermögen, Selbstorganisation und echtes Interesse an der Kultur entscheidend. Vorkenntnisse im Arabischen sind nicht zwingend nötig, ein Gespür für Sprachen und die Bereitschaft, sich auf ein neues Schriftsystem einzulassen, erleichtern den Einstieg aber erheblich.
Wer berufsbegleitend lernt, sollte zudem ehrlich einschätzen, wie viel Zeit sich realistisch neben Arbeit und privaten Verpflichtungen aufbringen lässt. Sprachenlernen funktioniert über Regelmäßigkeit; wenige Minuten täglich bringen oft mehr als seltene lange Lerneinheiten.
Dauer, Ablauf und Kosten
Die Dauer eines Arabistik-orientierten Bildungswegs variiert stark. Ein Bachelorstudium mit Fernlernanteilen erstreckt sich in Vollzeit über mehrere Jahre, in der berufsbegleitenden Teilzeitvariante deutlich länger. Fernkurse zum Spracherwerb sind flexibler und reichen von wenigen Wochen für Einsteigermodule bis zu mehreren Semestern für aufeinander aufbauende Programme. Viele Anbieter erlauben es, im eigenen Tempo zu lernen, was gerade für Berufstätige ein großer Vorteil ist.
Der Ablauf eines Fernstudiums oder Fernkurses kombiniert in der Regel Selbstlernphasen mit digitalen Materialien, Lehrbriefen, Videolektionen und Online-Aufgaben. Hochwertige Angebote ergänzen dies um Live-Tutorien, Sprechübungen und persönliche Betreuung durch Lehrende. Bei Studiengängen mit Präsenzanteilen kommen Blockseminare oder Prüfungswochenenden hinzu. Prüfungen finden je nach Format online, in Präsenz oder als Kombination statt.
Bei den Kosten lässt sich keine pauschale Zahl nennen, da sie stark vom Anbieter, vom Umfang und vom Format abhängen. Staatliche Hochschulen erheben meist nur Semesterbeiträge, private Anbieter und Fernhochschulen verlangen Studiengebühren, die sich über die gesamte Studienzeit im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich oder darüber bewegen können. Einzelne Sprachfernkurse sind oft deutlich günstiger. Wer berufsbegleitend lernt, sollte zusätzlich prüfen, ob Förderungen, Bildungsurlaub oder steuerliche Absetzbarkeit infrage kommen.
Karriere, Einsatzfelder und Gehalt
Arabistik führt nicht zu einem festen Berufsbild, eröffnet aber vielfältige Einsatzfelder. Gefragt sind Absolventinnen und Absolventen überall dort, wo Sprachkompetenz und Regionalwissen zum Nahen Osten und Nordafrika gebraucht werden. Typische Bereiche sind Übersetzung und Dolmetschen, Kultur- und Bildungsarbeit, Medien und Journalismus, internationale Organisationen und Nichtregierungsorganisationen, Tourismus, Außenhandel sowie der öffentliche Dienst und die Wissenschaft.
In der Praxis ist die Kombination aus Arabischkenntnissen und einer weiteren Qualifikation besonders wertvoll. Wer etwa Sozialarbeit, Verwaltung, Wirtschaft oder Journalismus mit fundierten Arabischkenntnissen verbindet, hebt sich von anderen ab und kann in spezialisierten Funktionen arbeiten – beispielsweise in der Integrations- und Migrationsarbeit, in der Auslandskommunikation von Unternehmen oder in der Berichterstattung über die Region.
Beim Gehalt lassen sich nur vorsichtige Aussagen treffen, da es weniger vom Fach als von Branche, Position, Region und Zusatzqualifikation abhängt. Geisteswissenschaftliche Profile starten häufig im unteren bis mittleren Bereich, während spezialisierte Tätigkeiten, etwa als erfahrene Fachübersetzerin oder in leitenden Funktionen internationaler Organisationen, deutlich höher vergütet werden können. Wer Arabistik strategisch mit einem gefragten zweiten Standbein verbindet, verbessert die Verdienstaussichten spürbar.
Für wen sich ein Fernstudium Arabistik eignet
Ein fernlern-orientierter Weg in die Arabistik passt vor allem zu Menschen, die ortsunabhängig und in flexiblem Tempo lernen wollen, ohne ihren Beruf aufzugeben. Berufstätige, die mit dem arabischsprachigen Raum zu tun haben, Eltern mit Betreuungsverpflichtungen oder Interessierte, die bereits einen anderen Abschluss besitzen und ihr Profil erweitern möchten, profitieren von der Flexibilität.
Weniger geeignet ist das reine Fernlernen für alle, die den intensiven persönlichen Austausch in der Sprachpraxis und das Seminarleben einer Präsenzhochschule suchen oder die wenig Selbstdisziplin für eigenständiges Lernen mitbringen. In diesen Fällen ist ein Studium mit ausgewogenen Präsenzanteilen oder ein klassisches Vollzeitstudium die bessere Wahl. Eine ehrliche Selbsteinschätzung im Vorfeld ist hier viel wert.
Häufige Fragen zum Fernstudium Arabistik
Arabistik im Fernstudium ist möglich, verlangt aber eine klare Vorstellung vom Ziel. Wer einen akademischen Abschluss anstrebt, sollte Studiengänge mit Präsenzanteilen prüfen; wer berufsbegleitend solide Sprach- und Kulturkenntnisse aufbauen möchte, findet in Fernkursen und Online-Programmen flexible Wege. Entscheidend sind realistische Zeitplanung, Durchhaltevermögen und echtes Interesse an Sprache und Region – dann wird aus der Faszination für die arabische Welt eine tragfähige Qualifikation.




