Fernstudium Floristik
Redaktionell geprüft von der Fernstudium – Berufsbegleitend studieren-Redaktion · Aktualisiert: · Lesezeit: ca. 9 Min
Blumensträuße binden, Hochzeitsfloristik gestalten, Trauerschmuck arrangieren oder ein Schaufenster saisonal in Szene setzen: Floristik verbindet handwerkliches Können mit gestalterischem Gespür und einem feinen Gefühl für Pflanzen, Farben und Stimmungen. Wer in diesem kreativen Feld arbeiten oder sein Wissen erweitern möchte, fragt sich oft, ob das auch berufsbegleitend und ortsunabhängig geht. Genau hier setzt der Gedanke eines Fernstudiums Floristik an.
Diese Seite erklärt ehrlich, was per Fernstudium und Fernlehrgang in der Floristik wirklich möglich ist, wo die Grenzen eines reinen Online-Formats liegen und wie sich ein solcher Weg von der klassischen Ausbildung zum Floristen unterscheidet. Du erfährst, welche Inhalte vermittelt werden, wie lange so ein Lehrgang dauert, mit welchen Kosten du rechnen solltest und welche Karriere- und Verdienstmöglichkeiten der Beruf bietet.
Inhaltsverzeichnis
Wichtige Punkte
- Ein reines Fernstudium Floristik mit Hochschulabschluss gibt es in Deutschland praktisch nicht – der Weg führt über Fernlehrgänge, Weiterbildungen und die Ausbildung.
- Per Fernlehrgang lernst du Theorie wie Pflanzenkunde, Gestaltungslehre, Farbenlehre und betriebswirtschaftliche Grundlagen flexibel von zu Hause.
- Praktische Bindetechniken erfordern Übung und sind ohne Werkstatt oder Praxisphasen nur eingeschränkt zu erlernen.
- Der staatlich anerkannte Beruf Florist/Floristin entsteht klassisch über eine dreijährige duale Ausbildung; darauf baut der Meister auf.
- Fernformate eignen sich besonders zur Vorbereitung, Spezialisierung, für Quereinsteiger und als Auffrischung neben dem Job.
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Floristik als Berufsfeld: zwischen Handwerk und Gestaltung
Floristik ist die Kunst und das Handwerk der Pflanzen- und Blumengestaltung. Floristinnen und Floristen kombinieren Schnittblumen, Topfpflanzen, Zweige, Gräser und Dekomaterialien zu Sträußen, Gestecken, Kränzen, Tisch- und Raumschmuck. Sie beraten Kunden, gestalten zu festlichen und traurigen Anlässen, dekorieren Räume und Schaufenster und kümmern sich um Pflege, Einkauf und Verkauf der Ware.
Der Beruf verlangt eine Mischung aus Kreativität, botanischem Wissen und kaufmännischem Verständnis. Ein gutes Auge für Form, Farbe und Proportion ist genauso wichtig wie das Wissen, welche Pflanze welche Pflege braucht und wie lange eine Blume haltbar bleibt. Floristik findet im Blumenfachgeschäft statt, in Gärtnereien, in Großhandel und Werkstätten, in der Eventgestaltung sowie in der Friedhofs- und Trauerfloristik. Wer den Begriff „Floristik Studium“ sucht, meint in der Regel genau dieses Berufsfeld und die Wege hinein, weniger ein akademisches Studium im engeren Sinn.
Gibt es ein echtes Fernstudium Floristik?
An dieser Stelle ist Ehrlichkeit wichtig: Ein klassisches, akademisches Fernstudium Floristik mit Bachelor- oder Master-Abschluss existiert in Deutschland praktisch nicht. Floristik ist ein anerkannter Ausbildungsberuf und ein Handwerk, kein eigenständiger Hochschulstudiengang. Wer „Floristik Fernstudium“ oder „Floristik studium“ sucht, findet daher in der Realität vor allem Fernlehrgänge, zertifizierte Weiterbildungen und Vorbereitungskurse – nicht den Weg über die Universität.
Das bedeutet aber nicht, dass ortsunabhängiges Lernen unmöglich ist. Mehrere Fernschulen bieten staatlich zugelassene Fernlehrgänge an, die floristisches Grundlagenwissen, Gestaltungsprinzipien und Pflanzenkunde vermitteln. Solche Kurse schließen mit einem Institutszertifikat ab, nicht mit einem staatlich anerkannten Gesellenbrief. Sie sind ideal als Einstieg, zur Orientierung, als Hobby-Vertiefung oder als Ergänzung zu einer praktischen Tätigkeit – aber sie ersetzen keine vollwertige Ausbildung, wenn du den geschützten Berufstitel Florist anstrebst.
Der praktische Teil der Floristik lässt sich aus der Ferne nur begrenzt vermitteln. Bindetechnik, Drahten, der Umgang mit frischem Material und das Gefühl für Standfestigkeit eines Gestecks erlernt man durch Üben mit echten Blumen. Gute Fernlehrgänge setzen deshalb auf Übungsaufträge, Materiallisten und teils begleitende Präsenzseminare, damit Theorie und Handwerk zusammenkommen.
Inhalte: Was in einem Floristik-Fernlehrgang vermittelt wird
Die Inhalte variieren je nach Anbieter und Niveau, decken aber meist ein gemeinsames Grundgerüst ab. Im Mittelpunkt stehen botanisches Wissen, gestalterische Prinzipien und das praktische Handwerk, ergänzt um kaufmännische Grundlagen für alle, die später selbstständig oder im Verkauf arbeiten wollen.
Pflanzen- und Materialkunde
Du lernst die wichtigsten Schnittblumen, Topfpflanzen, Zweige und Gräser kennen – mit ihren Namen, Eigenschaften, Saisonzeiten und Haltbarkeiten. Dazu kommen Pflege und Konditionierung von Schnittblumen, der Umgang mit Vasenwasser und Frischhaltemitteln sowie das Wissen über giftige Pflanzen und Allergene. Materialkunde umfasst außerdem Steckmassen, Drähte, Bänder, Gefäße und nachhaltige Alternativen zu Kunststoff.
Gestaltungs- und Farbenlehre
Hier geht es um die gestalterische Seite: Proportion, Symmetrie und Asymmetrie, Linienführung, Rhythmus und die klassischen Gestaltungsarten wie vegetativ, dekorativ, formal-linear und parallel. Die Farbenlehre vermittelt Farbkreis, Harmonien, Kontraste und Wirkung von Farben – entscheidend, um stimmige Sträuße und Arrangements für unterschiedliche Anlässe zu gestalten.
Bindetechniken und Werkstücke
Über Übungsaufträge werden grundlegende Techniken wie der gewendelte Strauß, das Stecken in Steckmasse, das Kranzbinden, Drahten und das Anfertigen von Gestecken vermittelt. Typische Werkstücke reichen vom Tischgesteck über Brautstrauß und Anstecker bis zu Trauerschmuck und Raumdekoration. Diese praktischen Teile profitieren stark von eigenem Üben mit echtem Material.
Verkauf, Kundenberatung und Betriebswirtschaft
Wer im Laden steht oder ein eigenes Geschäft plant, braucht kaufmännisches Grundwissen: Kalkulation und Preisgestaltung, Einkauf und Warenwirtschaft, Kundenberatung, Schaufenster- und Verkaufsgestaltung sowie Grundlagen der Selbstständigkeit und des Marketings. Viele Lehrgänge greifen auch Trends, Saisonthemen und Eventfloristik auf.
Fernstudium oder Ausbildung: die Wege in den Beruf
Viele Suchende geben „Floristik Ausbildung“ ein – und das aus gutem Grund, denn die Ausbildung ist der klassische und einzige Weg zum staatlich anerkannten Berufsabschluss. Es lohnt sich daher, beide Wege klar voneinander abzugrenzen.
Die Ausbildung zur Floristin oder zum Floristen ist eine duale Berufsausbildung. Sie dauert in der Regel drei Jahre, findet im Betrieb und in der Berufsschule statt und endet mit einer Gesellenprüfung vor der zuständigen Kammer. Wer diese Ausbildung abschließt, darf sich offiziell Florist nennen und hat damit die Basis für alle weiterführenden Qualifikationen, etwa den Floristmeister. Diese Ausbildung lässt sich nicht durch ein Fernstudium ersetzen, weil der praktische Anteil und die Prüfung an reale Betriebs- und Werkstattarbeit gebunden sind.
Ein Fernlehrgang dagegen ist flexibel, ortsunabhängig und ohne feste Zugangsvoraussetzungen zugänglich. Er eignet sich hervorragend, um vor einer Ausbildung herauszufinden, ob der Beruf passt, um als Quereinsteiger Grundlagen aufzubauen, um sich auf eine Bewerbung vorzubereiten oder um neben dem Job Spezialwissen zu vertiefen. Wer Floristik als Hobby auf gehobenem Niveau betreiben oder den eigenen Dekobetrieb mit fundiertem Wissen unterfüttern will, ist mit einem Fernlehrgang gut bedient. Für den geschützten Berufstitel und die besten Karrierechancen führt jedoch kein Weg an der praktischen Ausbildung vorbei. Eine sinnvolle Kombination kann sein, zuerst per Fernlehrgang die Theorie zu sichern und parallel oder anschließend Praxis im Betrieb zu sammeln.
Gut zu wissen
Der Floristmeister ist die anerkannte Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung. Teile der Meistervorbereitung – etwa Betriebswirtschaft, Recht und die fachtheoretischen Module – lassen sich durchaus berufsbegleitend und teils im Fernformat lernen. Der gestalterisch-praktische Prüfungsteil und die Ausbildereignung bleiben aber an Präsenz und echte Werkstattarbeit gebunden. Ein „reines“ Online-Meister ist daher nicht realistisch, eine fernunterstützte Vorbereitung sehr wohl.
Voraussetzungen: Für wen sich ein Fernlehrgang eignet
Für die meisten Floristik-Fernlehrgänge gibt es keine formalen Zugangsvoraussetzungen – kein bestimmter Schulabschluss, keine Vorerfahrung. Das macht sie besonders niedrigschwellig und offen für Quereinsteiger, Hobbygärtner, Wiedereinsteiger nach der Familienphase oder Menschen, die sich beruflich neu orientieren wollen.
Wichtiger als Formalien sind persönliche Eignung und Interesse. Gestalterisches Gespür, Freude am Umgang mit Pflanzen, handwerkliches Geschick und ein Sinn für Farben und Formen helfen enorm. Da der Beruf körperlich fordernd ist – Stehen, kühle Räume, Arbeit mit Wasser und nassem Material – sollten Allergien gegen Pollen oder Pflanzen bedacht werden. Für das Lernen im Fernformat braucht es zudem Selbstdisziplin, Zeitmanagement und die Bereitschaft, praktische Übungen eigenständig mit echtem Material durchzuführen. Wer später beruflich einsteigen will, sollte sich bewusst sein, dass die anerkannte Qualifikation über die Ausbildung läuft.
Ablauf, Dauer und Formate
Floristik-Fernlehrgänge sind auf Flexibilität ausgelegt. Du erhältst Studienhefte oder Online-Module, arbeitest in deinem eigenen Tempo und sendest Übungsaufgaben oder Einsendeaufträge an Tutoren zur Korrektur. Viele Anbieter ergänzen das Selbststudium um optionale oder verpflichtende Präsenzseminare, in denen unter Anleitung praktische Werkstücke entstehen – ein wichtiger Baustein, weil sich Bindetechnik allein aus Heften nur schwer aneignen lässt.
Die Dauer hängt vom Umfang ab. Kompakte Grundlagenkurse lassen sich oft in wenigen Monaten absolvieren, umfangreichere Lehrgänge mit Zertifikat sind meist auf etwa sechs bis fünfzehn Monate ausgelegt. Da fast alle Anbieter berufsbegleitend konzipiert sind, kannst du parallel arbeiten und die wöchentliche Lernzeit selbst bestimmen. Eine kostenlose Verlängerung der Betreuungszeit ist bei seriösen Fernschulen üblich, falls du mehr Zeit brauchst. Die meisten Lehrgänge bieten zudem eine vierwöchige Probezeit, in der du den Kurs kostenfrei kündigen kannst.
Kosten und Förderung
Die Kosten für einen Floristik-Fernlehrgang bewegen sich je nach Umfang, Dauer und enthaltenen Seminaren in einer überschaubaren bis mittleren Spanne. Kurze Grundlagenkurse liegen am unteren Ende, umfangreiche Zertifikatslehrgänge mit Präsenzanteilen entsprechend höher. Hinzu kommen laufende Materialkosten für Blumen, Steckmasse, Draht und Werkzeug, die du für die praktischen Übungen selbst beschaffst. Konkrete Preise nennen wir hier bewusst nicht – sie unterscheiden sich stark je nach Anbieter. Über den Infomaterial-Button bekommst du aktuelle Konditionen direkt von den Fernschulen.
Bei der Finanzierung lohnt ein Blick auf Fördermöglichkeiten. Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit, Bildungsprämie oder regionale Weiterbildungsförderungen kommen je nach Lebenssituation und Kurszertifizierung infrage. Für die Meistervorbereitung nach der Ausbildung gibt es das Aufstiegs-BAföG, das einen erheblichen Teil der Kosten übernimmt. Auch steuerlich lassen sich Weiterbildungskosten oft als Werbungskosten geltend machen. Welche Förderung passt, hängt vom konkreten Lehrgang und deinem Status ab – die Anbieter beraten dazu meist direkt.
Gehalt und Karrierechancen
Floristik ist ein Beruf mit Herzblut, aber traditionell kein Spitzenverdiener-Feld. Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt im unteren bis mittleren Bereich der handwerklichen Berufe; mit Erfahrung, Spezialisierung und Verantwortung steigt es an. Wer Filialleitung, Meistertitel oder Selbstständigkeit anstrebt, hat deutlich bessere Verdienstaussichten. Tarifbindung, Region und Betriebsgröße beeinflussen das Gehalt zusätzlich, sodass sich pauschale Zahlen verbieten.
Die spannenderen Perspektiven liegen oft in der Spezialisierung und Selbstständigkeit. Hochzeits- und Eventfloristik, Trauerfloristik, Raumbegrünung und Interior-Styling, Trockenblumen und nachhaltige Floristik oder ein eigenes Atelier mit Workshops sind Felder, in denen sich Engagement und Profil auszahlen. Der Floristmeister öffnet den Weg in Betriebsleitung, eigene Ausbildung von Lehrlingen und höhere Positionen. Fernlehrgänge spielen hier ihre Stärke als Spezialisierungs- und Weiterbildungsinstrument aus: Sie helfen, ein klares Profil aufzubauen, Trends zu setzen und das eigene Angebot betriebswirtschaftlich solide aufzustellen.
Checkliste: Passt das zu mir?
- Ich habe Freude an Pflanzen, Farben und gestalterischer Arbeit und bringe handwerkliches Geschick mit.
- Ich kann mir Theorie selbstständig erarbeiten und brauche keine feste Klassenstruktur.
- Ich bin bereit, praktische Übungen mit echtem Blumenmaterial eigenständig durchzuführen.
- Mir ist klar, dass ein Fernlehrgang den anerkannten Abschluss über die Ausbildung nicht ersetzt.
- Ich möchte flexibel und ortsunabhängig lernen – als Einstieg, zur Vertiefung oder neben dem Beruf.
Nein. Den geschützten Berufstitel Florist erwirbst du nur über die dreijährige duale Ausbildung mit Gesellenprüfung. Per Fernlehrgang lernst du Theorie und Grundlagen, erhältst aber ein Institutszertifikat, keinen anerkannten Berufsabschluss. Fernformate sind ideal zur Vorbereitung, Orientierung und Vertiefung.
Das hängt vom Umfang ab. Kompakte Grundlagenkurse sind in wenigen Monaten machbar, umfangreichere Zertifikatslehrgänge dauern meist etwa sechs bis fünfzehn Monate. Da fast alle Kurse berufsbegleitend angelegt sind, bestimmst du das Tempo weitgehend selbst.
Für die meisten Fernlehrgänge gibt es keine formalen Zugangsvoraussetzungen – kein bestimmter Schulabschluss, keine Vorerfahrung. Wichtig sind Interesse an Pflanzen und Gestaltung, handwerkliches Geschick, Selbstdisziplin und die Bereitschaft, praktisch zu üben.
Floristik ist kein klassischer Spitzenverdiener-Beruf. Das Gehalt steigt mit Erfahrung, Meistertitel und Verantwortung. Die besten Aussichten bieten Spezialisierung, Filialleitung und Selbstständigkeit, etwa in der Hochzeits-, Event- oder Trauerfloristik.
Je nach Lehrgang und Status kommen Bildungsgutschein, Bildungsprämie oder regionale Förderungen infrage. Für die Meistervorbereitung nach der Ausbildung gibt es das Aufstiegs-BAföG. Weiterbildungskosten lassen sich oft steuerlich absetzen. Die Anbieter beraten dazu direkt.
Fazit
Ein reines, akademisches Fernstudium Floristik gibt es nicht – dafür flexible Fernlehrgänge, die floristisches Grundlagenwissen, Gestaltungslehre und betriebswirtschaftliche Basics ortsunabhängig vermitteln. Sie sind die richtige Wahl, wenn du dich orientieren, als Quereinsteiger einsteigen, ein Hobby auf hohem Niveau betreiben oder dich neben dem Beruf spezialisieren willst. Den staatlich anerkannten Berufstitel und die volle Praxis erwirbst du dagegen über die klassische Ausbildung, auf der auch der Meister aufbaut.
Wer ehrlich abwägt, welches Ziel er verfolgt, findet im Fernformat ein wertvolles Werkzeug – besonders zur Vorbereitung, Vertiefung und Spezialisierung. Am besten verschaffst du dir einen Überblick über die konkreten Lehrgänge, Inhalte und Konditionen und vergleichst, was zu deinem Weg passt. Fordere dazu unverbindlich und kostenlos Infomaterial der Fernschulen an.
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