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Fernstudium Immobilienfachwirt

Der Immobilienmarkt ist eine Branche mit vielen Facetten: Vermietung und Verwaltung von Wohn- und Gewerbeobjekten, An- und Verkauf, Finanzierung, Wertermittlung und die Betreuung von Eigentümern wie Mietern. Wer in diesem Feld arbeitet und mehr Verantwortung übernehmen möchte, stößt früher oder später auf die Weiterbildung zum geprüften Immobilienfachwirt beziehungsweise zur geprüften Immobilienfachwirtin. Dieser Abschluss gilt als klassischer Aufstieg für Fachkräfte aus der Immobilienwirtschaft, die über kaufmännisches Grundlagenwissen hinaus in Führungs-, Projekt- oder Spezialistenrollen wechseln wollen.

Viele Interessierte stehen dabei mitten im Berufsleben und können sich kein Vollzeitstudium leisten. Genau hier kommt das Fernstudium ins Spiel: Die Vorbereitung auf die Immobilienfachwirt-Prüfung lässt sich gut berufsbegleitend organisieren. Wichtig ist allerdings, von Anfang an ehrlich einzuordnen, worum es sich hier handelt. Der Immobilienfachwirt ist kein akademischer Studienabschluss, sondern eine bundesweit geregelte Aufstiegsfortbildung auf Basis des Berufsbildungsgesetzes, die mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) endet. Ein Fernlehrgang bereitet auf diese Prüfung vor – die Prüfung selbst legt man bei der IHK ab. Der folgende Ratgeber erklärt, wie das in der Praxis funktioniert, was es kostet und für wen sich dieser Weg lohnt.

Wichtige Punkte

  • Der Immobilienfachwirt ist eine IHK-geregelte Aufstiegsfortbildung, kein Hochschulstudium – der Fernlehrgang bereitet auf die externe IHK-Prüfung vor.
  • Berufsbegleitend gut machbar: Selbststudium mit Lernheften, Online-Material und teils freiwilligen Präsenz- oder Webinarphasen.
  • Zugang setzt in der Regel eine kaufmännische Ausbildung plus Berufspraxis voraus – oft mit Bezug zur Immobilienwirtschaft.
  • Die Dauer liegt meist bei rund 18 bis 24 Monaten, die Kosten im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich.
  • Förderung über das Aufstiegs-BAföG ist häufig möglich und senkt die finanzielle Belastung spürbar.

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Was ist ein Immobilienfachwirt?

Der geprüfte Immobilienfachwirt ist ein anerkannter Fortbildungsabschluss auf der sogenannten Fortbildungsstufe, die im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) auf Niveau 6 eingeordnet ist – vergleichbar mit einem Bachelor, jedoch nicht akademisch, sondern berufspraktisch ausgerichtet. Geregelt wird die Fortbildung über eine bundeseinheitliche Verordnung, die Inhalte und Prüfungsanforderungen festlegt. Der Abschluss ist damit deutschlandweit einheitlich und unabhängig vom jeweiligen Bildungsanbieter.

Inhaltlich richtet sich der Immobilienfachwirt an Menschen, die in Hausverwaltungen, Wohnungsbaugesellschaften, Maklerunternehmen, bei Bauträgern, in der Immobilienabteilung von Banken oder in der öffentlichen Verwaltung tätig sind. Die Weiterbildung verbindet kaufmännisches und betriebswirtschaftliches Wissen mit immobilienspezifischem Fachwissen. Wer den Abschluss erwirbt, soll in der Lage sein, eigenverantwortlich kaufmännische und organisatorische Aufgaben zu übernehmen, Objekte wirtschaftlich zu steuern, Mitarbeitende zu führen und Kunden umfassend zu beraten.

Der Abschluss ist bewusst praxisorientiert. Anders als ein immobilienwirtschaftliches Hochschulstudium, das stärker theoretisch und forschungsnah angelegt ist, zielt der Immobilienfachwirt darauf ab, Fachkräfte mit Berufserfahrung für die nächste Verantwortungsstufe zu qualifizieren. Das macht ihn besonders für diejenigen attraktiv, die bereits im Beruf stehen und sich nicht für mehrere Jahre aus dem Arbeitsleben zurückziehen wollen oder können.

Studieninhalte und Schwerpunkte

Die Prüfung zum Immobilienfachwirt gliedert sich in mehrere inhaltliche Blöcke, die ein Fernlehrgang systematisch abdeckt. Ein wesentlicher Teil betrifft die wirtschaftlichen und rechtlichen Grundlagen: Volks- und Betriebswirtschaftslehre, rechtliche Rahmenbedingungen, Steuern sowie Grundlagen des Rechnungswesens und Controllings. Dieser Bereich schafft das kaufmännische Fundament, auf dem die fachspezifischen Themen aufbauen.

Den Kern bilden die immobilienwirtschaftlichen Handlungsfelder. Dazu gehören typischerweise die Steuerung und Bewirtschaftung von Immobilienbeständen, die kaufmännische Objekt- und Mietverwaltung, die Bewertung von Immobilien, die Begleitung von Bauprojekten und Modernisierungen sowie die Vermarktung und der Vertrieb von Objekten. Auch Finanzierungsfragen, Versicherungsthemen und das Vertragswesen rund um Kauf, Verkauf und Vermietung spielen eine zentrale Rolle.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Führung und Personal. Hier geht es um Mitarbeiterführung, Personalentwicklung, Zusammenarbeit im Team und um die Frage, wie man Veränderungsprozesse begleitet. Dieser Block trägt der Tatsache Rechnung, dass Immobilienfachwirte häufig Leitungsaufgaben übernehmen. Wer den Lehrgang absolviert, lernt also nicht nur Fachinhalte, sondern auch, wie man Verantwortung für Menschen und Prozesse übernimmt.

Im Fernstudium werden diese Inhalte meist über gedruckte oder digitale Studienhefte, ergänzende Online-Materialien, Übungsaufgaben und Musterklausuren vermittelt. Viele Anbieter bieten zusätzlich freiwillige Präsenzseminare oder Live-Webinare an, in denen schwierige Themen besprochen und Prüfungssituationen geübt werden. Diese Begleitangebote sind sinnvoll, weil die IHK-Prüfung anspruchsvoll ist und das reine Selbststudium nicht für jeden ausreicht.

Fernstudium oder Ausbildung?

Eine häufige Frage ist, ob man besser eine klassische Ausbildung absolviert oder direkt auf den Immobilienfachwirt setzt. Diese beiden Wege stehen allerdings nicht in Konkurrenz, sondern bauen aufeinander auf. Am Anfang steht in der Regel eine duale Ausbildung, typischerweise zum Immobilienkaufmann oder zur Immobilienkauffrau. Diese Ausbildung dauert je nach Verkürzung etwa zweieinhalb bis drei Jahre, findet im Betrieb und in der Berufsschule statt und kostet in der Regel nichts – im Gegenteil, man erhält eine Ausbildungsvergütung. Sie vermittelt das kaufmännische und immobilienspezifische Grundwissen und schließt mit einer IHK-Prüfung ab.

Der Immobilienfachwirt setzt genau dort an: Er ist die Aufstiegsfortbildung, die auf eine abgeschlossene Ausbildung und Berufspraxis aufbaut. Während die Ausbildung die Einstiegsqualifikation darstellt, qualifiziert der Fachwirt für anspruchsvollere Aufgaben und Führungsrollen. Wer also noch keinen kaufmännischen Abschluss hat, beginnt sinnvollerweise mit der Ausbildung. Wer bereits eine Ausbildung und Berufserfahrung mitbringt, für den ist der Fachwirt der nächste logische Schritt.

Die Unterschiede im Überblick: Die Ausbildung dauert länger, ist vergütet und endet mit einem Berufsabschluss. Der Immobilienfachwirt als Fortbildung ist kürzer (meist 18 bis 24 Monate berufsbegleitend), verursacht Lehrgangskosten im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich und endet mit einem höherwertigen Fortbildungsabschluss auf DQR-Niveau 6. In der Eignung unterscheiden sie sich klar: Die Ausbildung eignet sich für Berufseinsteiger ohne Vorkenntnisse, der Fachwirt für erfahrene Fachkräfte mit Aufstiegswunsch. Beide Wege ergänzen sich also zu einem stimmigen Karrierepfad.

Hinweis
Der Immobilienfachwirt ersetzt keine Ausbildung, sondern baut darauf auf. Ohne kaufmännische Vorbildung oder einschlägige Berufspraxis wird man in der Regel nicht zur IHK-Prüfung zugelassen. Wer ganz am Anfang steht, klärt zuerst die Ausbildungsfrage.

Voraussetzungen und Zugang

Der Zugang zur Immobilienfachwirt-Prüfung ist über die bundeseinheitliche Verordnung klar geregelt und knüpft an Vorbildung und Berufserfahrung an. In der Praxis gibt es mehrere mögliche Wege. Der häufigste setzt eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung mit Bezug zur Immobilienwirtschaft sowie eine anschließende Berufspraxis voraus. Auch mit einer anderen kaufmännischen Ausbildung ist der Zugang möglich, dann werden allerdings längere Praxiszeiten verlangt. Selbst ohne formalen Ausbildungsabschluss kann eine mehrjährige einschlägige Berufserfahrung den Zugang ermöglichen.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Lehrgang und Prüfung. Für die Teilnahme am Fernlehrgang selbst legen die Anbieter meist keine strengen formalen Hürden an – hier zählt vor allem, dass man die Inhalte bewältigen kann. Die formalen Zulassungsvoraussetzungen gelten für die IHK-Prüfung. Es empfiehlt sich deshalb dringend, vor der Anmeldung zum Lehrgang bei der zuständigen IHK abzuklären, ob man die Zulassungsbedingungen erfüllt. So vermeidet man, einen Lehrgang zu absolvieren, ohne anschließend zur Prüfung zugelassen zu werden.

Für ein erfolgreiches Fernstudium braucht es darüber hinaus Selbstdisziplin und ein gewisses Zeitbudget neben dem Beruf. Wer bereits in der Immobilienbranche arbeitet, hat einen klaren Vorteil, weil viele Lerninhalte direkt an den Berufsalltag anknüpfen und sich Theorie und Praxis gegenseitig stützen.

Dauer, Ablauf und Kosten

Berufsbegleitend dauert die Vorbereitung auf die Immobilienfachwirt-Prüfung in der Regel rund 18 bis 24 Monate. Manche Anbieter bieten auch intensivere Varianten an, die in kürzerer Zeit zum Ziel führen, was dann aber einen höheren wöchentlichen Lernaufwand bedeutet. Realistisch sollte man je nach Vorkenntnissen mit etwa zehn bis fünfzehn Stunden Lernzeit pro Woche rechnen – in Phasen kurz vor den Prüfungen entsprechend mehr.

Der Ablauf im Fernstudium folgt meist einem festen Muster: Man arbeitet die Studienhefte eigenständig durch, bearbeitet Einsendeaufgaben, nutzt Online-Lernplattformen und kann bei Fragen auf Tutoren oder Dozenten zurückgreifen. Optionale Präsenzphasen oder Webinare ergänzen das Selbststudium, besonders zur Klausurvorbereitung. Die eigentliche Prüfung besteht aus schriftlichen Teilen und einer mündlichen Prüfung, die alle bei der IHK abgelegt werden. Der Bildungsanbieter ist für die Prüfung nicht zuständig, bereitet aber gezielt darauf vor.

Bei den Kosten bewegen sich Fernlehrgänge zum Immobilienfachwirt typischerweise im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich. Hinzu kommen die separaten Prüfungsgebühren der IHK sowie eventuell Kosten für Lernmaterial oder freiwillige Seminare. Eine pauschale Zahl lässt sich nicht seriös nennen, weil Umfang, Betreuung und Begleitangebote zwischen den Anbietern stark variieren. Es lohnt sich, mehrere Angebote zu vergleichen und genau zu prüfen, welche Leistungen im Preis enthalten sind.

Ein entscheidender Punkt ist die Förderung. Für anerkannte Aufstiegsfortbildungen wie den Immobilienfachwirt kommt häufig das Aufstiegs-BAföG (früher Meister-BAföG) infrage, das einen erheblichen Teil der Lehrgangs- und Prüfungskosten übernehmen kann – teils als Zuschuss, teils als zinsgünstiges Darlehen. Auch andere Fördermöglichkeiten oder eine Kostenbeteiligung des Arbeitgebers sind denkbar. Wer die Förderfrage frühzeitig klärt, kann die finanzielle Belastung deutlich reduzieren.

Karriere, Einsatzfelder und Gehalt

Mit dem Abschluss als Immobilienfachwirt eröffnen sich zahlreiche Einsatzfelder. Typische Arbeitgeber sind Hausverwaltungen und Property-Management-Unternehmen, Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften, Maklerbüros, Bauträger und Projektentwickler, Banken und Versicherungen mit Immobiliengeschäft sowie die öffentliche Hand. Innerhalb dieser Organisationen übernehmen Immobilienfachwirte oft Aufgaben in der Objektverwaltung, im Bestandsmanagement, im Vertrieb, in der Bewertung oder in der Teamleitung.

Der Abschluss gilt als Sprungbrett in Positionen mit mehr Verantwortung. Mögliche Entwicklungen reichen von der Übernahme eines Objektportfolios über die Leitung einer Abteilung bis hin zur Selbstständigkeit, etwa als Verwalter oder Makler. Da der Immobilienfachwirt auf DQR-Niveau 6 eingeordnet ist, kann er zudem den Zugang zu weiterführenden Qualifikationen erleichtern, beispielsweise zu bestimmten Bachelor- oder Masterprogrammen, je nach Hochschule und deren Anrechnungsregeln.

Beim Gehalt ist Zurückhaltung angebracht, denn es hängt stark von Region, Unternehmensgröße, Verantwortungsbereich und Berufserfahrung ab. Grob lässt sich sagen, dass Immobilienfachwirte tendenziell besser vergütet werden als Fachkräfte ohne Fortbildungsabschluss. Realistisch bewegt sich das Einkommen je nach Konstellation in einem Rahmen, der mit zunehmender Verantwortung und in wirtschaftsstarken Regionen spürbar steigen kann. Konkrete Zahlen sollte man im Einzelfall mit Branchenüberblicken und Stellenanzeigen abgleichen, statt sich auf eine pauschale Angabe zu verlassen.

Für wen sich das Fernstudium eignet

Das Fernstudium zum Immobilienfachwirt richtet sich vor allem an Menschen, die bereits in der Immobilienbranche oder einem verwandten kaufmännischen Bereich arbeiten und sich weiterentwickeln wollen, ohne ihren Job aufzugeben. Die berufsbegleitende Form erlaubt es, Lernen, Beruf und Privatleben miteinander zu vereinbaren – vorausgesetzt, man bringt die nötige Selbstorganisation mit.

Besonders sinnvoll ist dieser Weg für alle, die eine Führungs- oder Spezialistenrolle anstreben, ihr kaufmännisches Wissen vertiefen und ihre Position auf dem Arbeitsmarkt stärken möchten. Wer hingegen ganz neu in die Branche einsteigt und noch keine Vorbildung hat, sollte zunächst die Ausbildung in Betracht ziehen und den Fachwirt als späteren Schritt einplanen. Auch wer ein klassisches, forschungsnahes Hochschulstudium sucht, ist beim Fachwirt nicht richtig – hier steht die berufspraktische Qualifikation im Vordergrund.

Häufige Fragen zum Fernstudium Immobilienfachwirt

Ist der Immobilienfachwirt ein anerkannter Abschluss?
Ja, es handelt sich um einen bundesweit einheitlich geregelten IHK-Fortbildungsabschluss auf DQR-Niveau 6, vergleichbar mit dem Niveau eines Bachelors, jedoch berufspraktisch ausgerichtet.
Kann ich den Immobilienfachwirt komplett im Fernstudium machen?
Die Vorbereitung ist als Fernlehrgang gut berufsbegleitend möglich. Die IHK-Prüfung selbst legt man jedoch in Präsenz bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer ab.
Wie lange dauert die Weiterbildung berufsbegleitend?
In der Regel rund 18 bis 24 Monate, abhängig vom gewählten Modell und dem persönlichen Lernaufwand pro Woche.
Was kostet der Fernlehrgang?
Die Lehrgangskosten liegen meist im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich, dazu kommen die IHK-Prüfungsgebühren. Eine Förderung über das Aufstiegs-BAföG ist häufig möglich.
Brauche ich eine abgeschlossene Ausbildung?
Für die IHK-Prüfung sind in der Regel eine kaufmännische Ausbildung und Berufspraxis erforderlich. Die genauen Zulassungsvoraussetzungen sollte man vorab bei der zuständigen IHK klären.

Der Immobilienfachwirt im Fernstudium ist ein solider Weg für Fachkräfte aus der Immobilienwirtschaft, die berufsbegleitend aufsteigen wollen. Wichtig ist, die Erwartungen realistisch zu halten: Es handelt sich um eine anspruchsvolle Aufstiegsfortbildung mit IHK-Prüfung, nicht um ein akademisches Studium. Wer die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt, Förderoptionen prüft und genügend Lernzeit einplant, erhält einen anerkannten Abschluss, der die beruflichen Chancen in einer stabilen Branche spürbar verbessern kann.

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