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Fernstudium Wirtschaftswissenschaften

Ob in Unternehmen, in der öffentlichen Verwaltung, bei Banken oder in Beratungen: Wirtschaftswissenschaften gehören zu den Disziplinen, die fast überall im Berufsleben anschlussfähig sind. Wer versteht, wie Märkte funktionieren, wie Unternehmen Entscheidungen treffen und wie sich Geld, Güter und Informationen bewegen, hat in vielen Branchen einen breiten Zugang. Genau diese Breite macht das Fach für viele Interessierte attraktiv – es legt sich nicht von Anfang an auf einen einzigen Beruf fest, sondern eröffnet mehrere Richtungen.

Doch lässt sich ein so umfangreiches Fach auch berufsbegleitend per Fernstudium bewältigen? Die kurze Antwort: Ja, Wirtschaftswissenschaften eignen sich gut für ein Fernstudium, weil ein großer Teil des Stoffes über Texte, Aufgaben und digitale Lernmaterialien vermittelbar ist. Anders als bei stark laborgebundenen oder klinischen Fächern braucht es hier keine umfangreichen Präsenzanteile. Dieser Ratgeber ordnet ehrlich ein, was ein Fernstudium Wirtschaftswissenschaften leisten kann, wo seine Grenzen liegen und für wen sich dieser Weg lohnt.

Wichtige Punkte

  • Wirtschaftswissenschaften verbinden Volkswirtschaftslehre (VWL) und Betriebswirtschaftslehre (BWL) und sind als Fernstudium gut umsetzbar.
  • Der Stoff ist überwiegend selbststudiumstauglich; Präsenz beschränkt sich meist auf Prüfungen oder optionale Seminare.
  • Abschlüsse reichen vom Bachelor über den Master bis zu kürzeren Zertifikatskursen ohne akademischen Grad.
  • Mathematik und Statistik sind feste Bestandteile – das sollte man bei der Erwartung nicht unterschätzen.
  • Berufsbegleitend dauert das Studium länger als in Vollzeit, lässt sich aber flexibel um Job und Familie herum planen.

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Was sind Wirtschaftswissenschaften?

Wirtschaftswissenschaften sind der Oberbegriff für die wissenschaftliche Beschäftigung mit wirtschaftlichem Handeln. Sie gliedern sich klassisch in zwei große Teilgebiete: die Betriebswirtschaftslehre (BWL), die sich mit einzelnen Unternehmen und ihren Entscheidungen beschäftigt, und die Volkswirtschaftslehre (VWL), die das große Ganze betrachtet – also Märkte, Konjunktur, Geldpolitik und gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge. Viele Studiengänge unter dem Namen Wirtschaftswissenschaften vermitteln beide Perspektiven und ergänzen sie um quantitative Methoden, Recht und teils Informatik.

Der Reiz des Fachs liegt darin, dass es Theorie und Anwendung verbindet. Modelle und Konzepte aus der Forschung treffen auf konkrete Fragen aus dem Berufsalltag: Wie kalkuliert man Preise? Wann lohnt sich eine Investition? Wie wirkt eine Zinsänderung auf Verbraucher und Unternehmen? Wer Wirtschaftswissenschaften studiert, lernt nicht nur Fakten, sondern vor allem eine bestimmte Denkweise – das Abwägen von Kosten und Nutzen, das Arbeiten mit Annahmen und das Interpretieren von Daten.

Gerade weil das Fach so anschlussfähig ist, finden sich Absolventinnen und Absolventen später in sehr unterschiedlichen Funktionen wieder: im Controlling, im Marketing, im Personalwesen, in der Unternehmensberatung, bei Banken und Versicherungen oder in der öffentlichen Verwaltung. Das Studium ist damit weniger eine direkte Berufsausbildung als eine breite Grundlage, auf der man je nach Interesse und Gelegenheit aufbaut.

Historisch haben sich die Wirtschaftswissenschaften aus der praktischen Frage entwickelt, wie knappe Ressourcen sinnvoll eingesetzt werden. Dieses Spannungsfeld zwischen begrenzten Mitteln und unbegrenzten Bedürfnissen zieht sich bis heute durch nahezu alle Teildisziplinen. Wer das Fach studiert, beschäftigt sich daher immer wieder mit der Frage, welche Alternative unter gegebenen Bedingungen die beste ist – sei es bei einer unternehmerischen Investitionsentscheidung oder bei der Gestaltung wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen. Diese gedankliche Klammer macht das Studium über die vielen einzelnen Themenfelder hinweg zu einem zusammenhängenden Ganzen.

Studieninhalte und Schwerpunkte

Ein Fernstudium Wirtschaftswissenschaften beginnt in der Regel mit den Grundlagen beider Hauptrichtungen. In der BWL geht es zunächst um Themen wie Buchführung, Kosten- und Leistungsrechnung, Marketing, Organisation und Personalführung. In der VWL stehen Mikroökonomie (Verhalten einzelner Marktteilnehmer) und Makroökonomie (gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge) im Vordergrund. Hinzu kommen Querschnittsfächer wie Wirtschaftsmathematik, Statistik, Wirtschaftsrecht und Grundlagen der Wirtschaftsinformatik.

Im weiteren Verlauf lassen sich meist Schwerpunkte setzen. Verbreitet sind Vertiefungen in Finanzen und Controlling, Marketing und Vertrieb, Management und Unternehmensführung, Wirtschaftsinformatik oder internationales Management. Diese Spezialisierung ist wichtig, weil sie aus dem breiten Grundstudium ein eigenes Profil formt, mit dem man sich später im Berufsleben positionieren kann.

Ein Punkt, den Interessierte realistisch einplanen sollten: Mathematik und Statistik sind keine Randthemen, sondern durchziehen das Studium. Wer mit Zahlen grundsätzlich nichts anfangen kann, wird sich hier zumindest am Anfang anstrengen müssen. Die gute Nachricht ist, dass es im Fernstudium meist umfangreiche Aufgabensammlungen und Online-Tutorien gibt, mit denen man diese Bereiche in eigenem Tempo aufarbeiten kann.

Neben den fachlichen Inhalten vermittelt ein wirtschaftswissenschaftliches Studium auch eine Reihe von Methoden, die im Berufsleben dauerhaft nützlich bleiben. Dazu gehört das strukturierte Lösen von Problemen ebenso wie der saubere Umgang mit Daten, das kritische Lesen von Kennzahlen und das Erstellen nachvollziehbarer Analysen. Viele Fernstudiengänge bauen außerdem den Umgang mit gängiger Software ein – von der Tabellenkalkulation über Statistikprogramme bis hin zu betriebswirtschaftlichen Anwendungen. Diese praktischen Kompetenzen sind oft genauso entscheidend wie das reine Fachwissen, weil sie sich unmittelbar im Arbeitsalltag einsetzen lassen.

Hinweis: VWL und BWL unterscheiden
Manche Hochschulen bieten reine BWL- oder reine VWL-Studiengänge an, andere bündeln beides unter dem Titel Wirtschaftswissenschaften. Vor der Wahl lohnt ein Blick in den konkreten Studienplan – die inhaltliche Gewichtung kann sich deutlich unterscheiden.

Spezialisierungen und Schwerpunkte

Mit fortschreitendem Studium wird die Wahl der Spezialisierung zunehmend wichtig, denn sie prägt das berufliche Profil stärker als der allgemeine Studientitel. Wer sich auf Finanzen und Controlling konzentriert, beschäftigt sich vertieft mit Investitions- und Finanzierungsfragen, mit Budgetierung und mit der Steuerung von Unternehmen über Kennzahlen. Diese Richtung ist gefragt, weil nahezu jede Organisation belastbare Zahlen für ihre Entscheidungen braucht.

Ein Schwerpunkt in Marketing und Vertrieb richtet den Blick stärker auf Märkte, Kunden und Kommunikation. Hier geht es um Marktforschung, um Markenführung und zunehmend um digitale Kanäle und datengestütztes Marketing. Wer dagegen einen Schwerpunkt im Personalmanagement wählt, vertieft Themen wie Personalentwicklung, Arbeitsrecht und Organisationsgestaltung – Felder, die in Zeiten von Fachkräftemangel an Bedeutung gewinnen.

Besonders anschlussfähig ist die Kombination aus Wirtschaft und Informatik. Eine Vertiefung in Richtung Wirtschaftsinformatik oder Digitalisierung verbindet betriebswirtschaftliches Denken mit dem Verständnis für Prozesse, Daten und IT-Systeme. Daneben gibt es Schwerpunkte im internationalen Management, im Logistik- und Supply-Chain-Bereich oder in der Nachhaltigkeit und im nachhaltigen Wirtschaften. Welche Richtung am sinnvollsten ist, hängt weniger von kurzfristigen Trends als von den eigenen Interessen und vom angestrebten Berufsfeld ab.

Voraussetzungen und Zugang

Für ein grundständiges Bachelor-Fernstudium Wirtschaftswissenschaften ist üblicherweise die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife erforderlich. Daneben gibt es in allen Bundesländern Wege für beruflich Qualifizierte: Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung und einschlägige Berufserfahrung mitbringt oder eine Aufstiegsfortbildung wie den Fachwirt oder Betriebswirt absolviert hat, kann häufig auch ohne Abitur studieren. Die genauen Regelungen unterscheiden sich je nach Hochschule und Bundesland.

Für ein Master-Fernstudium wird in der Regel ein erster wirtschaftswissenschaftlicher oder fachverwandter Hochschulabschluss vorausgesetzt, manchmal ergänzt um Anforderungen an die Abschlussnote oder an Berufserfahrung. Wer aus einer anderen Fachrichtung kommt, sollte prüfen, ob Brückenmodule nötig sind.

Neben den formalen Kriterien zählen beim Fernstudium vor allem persönliche Voraussetzungen: Selbstdisziplin, ein realistisches Zeitmanagement und die Bereitschaft, sich Stoff eigenständig zu erarbeiten. Wer berufsbegleitend studiert, sollte zudem vorab klären, wie viele Wochenstunden er dauerhaft aufbringen kann – das ist oft entscheidender für den Erfolg als die formalen Zugangsvoraussetzungen.

Viele Hochschulen bieten zudem die Möglichkeit, das Studium zunächst unverbindlich zu testen. In einer kostenlosen Probezeit von oft mehreren Wochen lässt sich prüfen, ob die Lernform und das Fach zu den eigenen Erwartungen passen. Wer unsicher ist, ob er die Anforderungen in Mathematik und Statistik erfüllt, kann diese Phase nutzen, um die ersten Studienhefte realistisch einzuschätzen, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.

Dauer, Ablauf und Kosten

Ein Bachelor-Fernstudium dauert in Vollzeit meist sechs bis sieben Semester, berufsbegleitend entsprechend länger, häufig acht bis zwölf Semester. Viele Anbieter erlauben es, die Studienzeit flexibel zu strecken oder zu verkürzen und das Tempo an die eigene Lebenssituation anzupassen. Ein Master ist oft auf vier Semester in Vollzeit angelegt und dauert berufsbegleitend ebenfalls länger.

Der Ablauf ist beim Fernstudium stark auf das Selbststudium ausgerichtet. Lerninhalte kommen über Studienhefte, digitale Lernplattformen, Videos und Online-Vorlesungen. Hinzu kommen Übungsaufgaben, Einsendearbeiten und je nach Hochschule optionale oder verpflichtende Präsenz- beziehungsweise Online-Seminare. Prüfungen finden teils in Prüfungszentren vor Ort, zunehmend aber auch als beaufsichtigte Online-Klausuren statt. Genau diese Flexibilität macht den Reiz aus: Man lernt dann, wenn es in den Tag passt, und ist nicht an feste Hörsaalzeiten gebunden.

Bei den Kosten sollte man ehrlich sein: Ein akademisches Fernstudium ist eine Investition. Die Gesamtgebühren bewegen sich je nach Hochschule und Abschluss im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich, bei manchen privaten Programmen auch darüber. Staatliche Fernhochschulen sind tendenziell günstiger als private Anbieter. Zu den reinen Studiengebühren können Kosten für Prüfungen, Material oder Präsenzphasen hinzukommen. Es lohnt sich, vor der Entscheidung mehrere Angebote zu vergleichen und auch nach Förder- und Steuermöglichkeiten zu fragen.

Hinweis: Förderung prüfen
Berufsbegleitende Studiengebühren lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich als Werbungskosten oder Fortbildungskosten geltend machen. Auch Arbeitgeberzuschüsse oder Bildungsförderungen können infrage kommen – eine individuelle Beratung ist hier sinnvoll.

Anerkennung und Akkreditierung

Ein häufiges und berechtigtes Anliegen lautet: Ist ein per Fernstudium erworbener Abschluss genauso viel wert wie einer aus dem Präsenzstudium? Die klare Antwort ist ja – vorausgesetzt, der Studiengang ist ordnungsgemäß akkreditiert. Bachelor- und Master-Abschlüsse von staatlich anerkannten Hochschulen sind rechtlich gleichgestellt, unabhängig davon, ob sie in Präsenz oder per Fernstudium erworben wurden. Im Abschlusszeugnis ist die Studienform in der Regel nicht einmal vermerkt.

Wichtig ist, vor der Anmeldung zwei Dinge zu prüfen: Erstens, ob die Hochschule staatlich anerkannt ist, und zweitens, ob der konkrete Studiengang akkreditiert wurde. Die Akkreditierung bestätigt, dass Inhalte, Aufbau und Qualität bestimmten Standards entsprechen. Diese Angaben finden sich meist transparent auf den Seiten der Hochschule oder lassen sich über offizielle Verzeichnisse nachvollziehen.

Wer eine internationale Laufbahn anstrebt, sollte zusätzlich auf die Vergleichbarkeit der Abschlüsse im europäischen Hochschulraum achten. Akkreditierte Bachelor- und Master-Grade sind hier in der Regel gut anschlussfähig, etwa wenn später ein weiterführendes Studium oder eine Tätigkeit im Ausland geplant ist. Im Zweifel hilft eine Nachfrage bei der Studienberatung der jeweiligen Hochschule, um spätere Überraschungen zu vermeiden.

Fernstudium oder Ausbildung?

Wer in den wirtschaftlichen Bereich einsteigen möchte, steht oft vor der Frage: akademisches Fernstudium oder eine kaufmännische Ausbildung? Beide Wege sind solide, führen aber zu unterschiedlichen Profilen und passen zu unterschiedlichen Lebenssituationen.

Eine kaufmännische Ausbildung – etwa zum Industriekaufmann, zur Bürokauffrau oder im Bereich Groß- und Außenhandel – dauert üblicherweise drei Jahre, findet im dualen System aus Betrieb und Berufsschule statt und ist für die Lernenden in der Regel nicht mit Studiengebühren verbunden, sondern wird sogar vergütet. Sie ist stark praxisorientiert, vermittelt unmittelbar einsetzbare Fertigkeiten und führt zu einem anerkannten Berufsabschluss der zuständigen Kammern. Wer schnell ins Berufsleben möchte und eher praktisch lernt, ist hier gut aufgehoben.

Ein Fernstudium Wirtschaftswissenschaften dagegen führt zu einem akademischen Grad – Bachelor oder Master. Es ist breiter und theoretischer angelegt, dauert berufsbegleitend meist länger und ist mit Studiengebühren verbunden, die sich über die gesamte Studienzeit im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich, bei manchen Programmen auch darüber, bewegen können. Dafür eröffnet ein akademischer Abschluss tendenziell mehr Aufstiegs- und Spezialisierungsmöglichkeiten, etwa in Richtung Management, Controlling oder Beratung.

In der Praxis schließen sich beide Wege nicht aus. Viele beginnen mit einer Ausbildung und hängen später ein berufsbegleitendes Fernstudium an, um auf dem bereits Gelernten aufzubauen. Eine abgeschlossene Ausbildung samt Berufserfahrung kann zudem ein Zugangsweg zum Studium sein, auch ohne klassisches Abitur. Wer noch ganz am Anfang steht, sollte ehrlich abwägen: schneller, praxisnaher Einstieg über die Ausbildung oder die breitere, langfristig oft anschlussfähigere akademische Grundlage über das Studium.

Karriere, Einsatzfelder und Gehalt

Die beruflichen Möglichkeiten nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften sind breit gefächert. Typische Einsatzfelder sind Controlling und Finanzen, Marketing und Vertrieb, Personalmanagement, Einkauf und Logistik, Unternehmensberatung sowie Funktionen in Banken, Versicherungen und der öffentlichen Verwaltung. Wer einen volkswirtschaftlichen Schwerpunkt setzt, findet zusätzlich Anknüpfungspunkte in Verbänden, Forschungseinrichtungen oder im Bereich Wirtschaftspolitik.

Ein berufsbegleitendes Fernstudium hat dabei einen besonderen Vorteil: Viele Studierende sind bereits berufstätig und können das Gelernte unmittelbar anwenden. Der akademische Abschluss dient dann oft als Hebel für den nächsten Karriereschritt – etwa den Wechsel in eine Fach- oder Führungsfunktion oder die Spezialisierung in einem bestimmten Bereich.

Beim Gehalt ist Zurückhaltung angebracht, denn die Spannen sind groß und hängen von Branche, Region, Unternehmensgröße, Funktion und Berufserfahrung ab. Grob lässt sich sagen, dass Einstiegsgehälter im Bereich der Wirtschaftswissenschaften häufig im mittleren Bereich akademischer Einstiegsgehälter liegen und mit Erfahrung, Verantwortung und Spezialisierung deutlich steigen können. Konkrete Zahlen sollte man immer im Einzelfall und mit Blick auf die jeweilige Branche prüfen – pauschale Versprechen sind hier wenig hilfreich.

Tipps für das berufsbegleitende Lernen

Der Erfolg eines berufsbegleitenden Fernstudiums hängt weniger vom reinen Intellekt ab als von der Fähigkeit, das Lernen dauerhaft in den Alltag einzubauen. Bewährt hat sich, feste Lernzeiten einzuplanen und diese ähnlich verbindlich zu behandeln wie berufliche Termine. Wer das Lernen nur auf gut gemeinte freie Minuten verschiebt, verliert über die langen Studienjahre leicht den Anschluss. Realistisch sind oft mehrere Stunden pro Woche, die sich auf mehrere kleinere Einheiten verteilen lassen.

Hilfreich ist außerdem, den Stoff in überschaubare Etappen zu zerlegen und sich Zwischenziele zu setzen. Eine abgeschlossene Einsendearbeit oder ein durchgearbeitetes Studienheft sind kleine Erfolge, die motiviert halten. Viele Fernhochschulen bieten zudem Online-Gruppen, Foren oder Lerngemeinschaften an – der Austausch mit anderen Studierenden kann gerade in schwierigen Phasen den entscheidenden Unterschied machen und das Gefühl der Isolation verringern.

Nicht zu unterschätzen ist das Gespräch mit dem direkten Umfeld. Wer Familie und Arbeitgeber frühzeitig einbindet, schafft Verständnis für die zeitliche Belastung und kann eher mit Unterstützung rechnen. Manche Arbeitgeber gewähren sogar Lernfreistellungen oder beteiligen sich an den Kosten, wenn das Studium für das Unternehmen einen erkennbaren Nutzen hat. Und schließlich gilt: Pausen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern Teil einer nachhaltigen Strategie – wer sich über Jahre nicht überlastet, kommt am Ende zuverlässiger ans Ziel.

Für wen eignet sich das Fernstudium?

Ein Fernstudium Wirtschaftswissenschaften passt vor allem zu Menschen, die neben Beruf, Familie oder anderen Verpflichtungen einen akademischen Abschluss anstreben und dabei flexibel bleiben wollen. Wer gerne strukturiert und eigenständig arbeitet, Freude an analytischem Denken hat und sich nicht von Mathematik und Statistik abschrecken lässt, findet hier ein Fach mit guten Perspektiven.

Weniger geeignet ist der Weg für alle, die intensiven persönlichen Austausch im Hörsaal und einen festen Stundenplan brauchen, um motiviert zu bleiben. Auch wer einen sehr schnellen, rein praktischen Einstieg sucht, sollte die Alternative einer Ausbildung ernsthaft mitdenken. Letztlich ist die Entscheidung individuell – sie hängt von Lerntyp, Lebenssituation und beruflichem Ziel ab.

Häufige Fragen zum Fernstudium Wirtschaftswissenschaften

Kann man Wirtschaftswissenschaften vollständig per Fernstudium studieren?
Ja, der Großteil des Stoffes lässt sich im Selbststudium bewältigen. Präsenz beschränkt sich meist auf Prüfungen oder optionale Seminare, die teils auch online stattfinden.
Brauche ich Abitur für das Fernstudium?
Nicht zwingend. Neben Abitur oder Fachhochschulreife gibt es Zugangswege für beruflich Qualifizierte mit Ausbildung und Berufserfahrung oder einer Aufstiegsfortbildung.
Wie lange dauert ein berufsbegleitendes Fernstudium?
Ein Bachelor dauert berufsbegleitend häufig acht bis zwölf Semester, ein Master entsprechend kürzer. Viele Hochschulen erlauben es, die Studienzeit flexibel anzupassen.
Wie viel Mathematik kommt im Studium vor?
Mathematik und Statistik sind feste Bestandteile und ziehen sich durch das Studium. Vorkenntnisse helfen, sind aber kein Muss – meist gibt es Tutorien zur Aufarbeitung.
Lohnt sich das Fernstudium neben dem Beruf?
Für viele ja, weil sich Gelerntes direkt anwenden lässt und der Abschluss als Hebel für den nächsten Karriereschritt dient. Es erfordert allerdings Disziplin und Durchhaltevermögen.
Ist ein Fernstudien-Abschluss genauso anerkannt wie ein Präsenzabschluss?
Ja, sofern Hochschule und Studiengang staatlich anerkannt und akkreditiert sind. Bachelor- und Master-Grade sind rechtlich gleichgestellt; die Studienform steht meist nicht einmal im Zeugnis.
Welche Spezialisierung sollte ich wählen?
Das hängt vom angestrebten Berufsfeld und den eigenen Interessen ab. Verbreitet sind Finanzen und Controlling, Marketing, Personal sowie Wirtschaftsinformatik – ein Blick in den Studienplan hilft bei der Entscheidung.

Ein Fernstudium Wirtschaftswissenschaften ist ein realistischer und flexibler Weg zu einem breit anschlussfähigen akademischen Abschluss – vorausgesetzt, man bringt Selbstdisziplin und Interesse an analytischem Denken mit. Wer ehrlich abwägt, ob die akademische Tiefe oder ein schnellerer, praxisnaher Einstieg über eine Ausbildung besser zur eigenen Situation passt, trifft die für sich richtige Entscheidung. In beiden Fällen gilt: Eine gründliche Information über Inhalte, Kosten und Anbieter im Vorfeld zahlt sich aus.

Wirtschaft und Recht


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