Fernstudium Islamwissenschaften
Redaktionell geprüft von der Fernstudium – Berufsbegleitend studieren-Redaktion · Aktualisiert: · Lesezeit: ca. 8 Min
Die Islamwissenschaften beschäftigen sich mit Sprache, Religion, Geschichte und Kultur des Islam und der islamisch geprägten Welt. Wer sich für arabische Quellen, theologische Debatten, die Geschichte des Nahen Ostens oder den interkulturellen Dialog interessiert, findet hier ein Fach mit großer wissenschaftlicher Tiefe und hoher gesellschaftlicher Relevanz. Es geht nicht um religiöse Verkündigung, sondern um die kritische, akademische Auseinandersetzung mit einer der prägendsten Kulturen der Menschheitsgeschichte.
Wer Islamwissenschaften per Fernstudium lernen möchte, sollte allerdings von Anfang an realistisch herangehen: Es handelt sich um ein klassisches geisteswissenschaftliches Universitätsfach mit starkem Präsenzanteil, vor allem wegen des intensiven Sprachunterrichts in Arabisch. Ein reines, vollständig akkreditiertes Fernstudium der Islamwissenschaften ist im deutschsprachigen Raum die absolute Ausnahme. Dieser Ratgeber zeigt dir ehrlich, welche fern- und berufsbegleitenden Wege es trotzdem gibt, was dich erwartet und welche realistischen Alternativen infrage kommen.
Inhaltsverzeichnis
Wichtige Punkte
- Islamwissenschaften ist ein akademisches Fach (Bachelor/Master) mit Fokus auf Sprache, Religion und Kultur des Islam.
- Ein reines Fernstudium ist selten – der Sprachunterricht in Arabisch verlangt meist Präsenz oder intensive Online-Betreuung.
- Realistische Fernwege: einzelne Online-Module, Fernuni-Bausteine, berufsbegleitende Teilzeitmodelle und verwandte Fächer.
- Eine klassische duale Ausbildung im Sinne eines Ausbildungsberufs gibt es für dieses Fach nicht.
- Berufsfelder: Wissenschaft, Medien, Kultur, Verwaltung, Bildung, internationale Organisationen und Beratung.
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Islamwissenschaften: Fach und Berufsbild im Überblick
Die Islamwissenschaft (oft auch Islamische Studien, Arabistik oder Orientalistik genannt) ist eine kulturwissenschaftliche Disziplin. Im Zentrum steht die Erforschung des Islam als Religion und als kulturelles, soziales und politisches Phänomen – von der Entstehung im 7. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Anders als die islamische Theologie, die innerhalb der religiösen Tradition argumentiert und etwa Imame oder Religionslehrkräfte ausbildet, betrachtet die Islamwissenschaft ihren Gegenstand von außen, historisch-kritisch und vergleichend.
Absolventinnen und Absolventen arbeiten selten in einem einzigen, klar umrissenen Beruf. Vielmehr öffnet das Studium ein breites Feld: wissenschaftliche Forschung und Lehre an Universitäten, Tätigkeiten in Museen, Bibliotheken und Archiven, Journalismus und Medien mit Nahost-Bezug, Stiftungen und politische Bildung, Migrations- und Integrationsarbeit, Auswärtiges Amt und internationale Organisationen sowie Beratung für Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in arabische Länder. Sprach- und Kulturkompetenz ist dabei das eigentliche Kapital, das du mitbringst.
Inhalte: Das lernst du im Islamwissenschaften-Studium
Das Studium kombiniert intensives Sprachenlernen mit Theorie, Geschichte und Methodik. Die genaue Gewichtung hängt von der Hochschule ab, doch einige Säulen finden sich in fast jedem Curriculum. Wer das Fach per Fernstudium oder im Selbststudium angeht, sollte besonders die Sprachkomponente nicht unterschätzen – sie ist der härteste, aber auch wertvollste Teil.
Arabisch und weitere Sprachen
Hocharabisch ist das Rückgrat des Studiums. In den ersten Semestern stehen Grammatik, Schrift, Wortschatz und Lektüre im Mittelpunkt, später kommen klassische und moderne Texte hinzu. Je nach Schwerpunkt lernst du zusätzlich Persisch, Türkisch oder Osmanisch. Gerade hier ist regelmäßige Übung und Korrektur entscheidend, weshalb ein rein selbstgesteuertes Lernen ohne Betreuung an Grenzen stößt.
Religion, Theologie und Geistesgeschichte
Du beschäftigst dich mit dem Koran und seiner Auslegung, mit der Hadith-Literatur, islamischem Recht (Scharia, Fiqh), Strömungen wie Sunna und Schia, Mystik (Sufismus) sowie philosophischen und theologischen Debatten. Ziel ist ein differenziertes Verständnis innerislamischer Vielfalt statt eines vereinfachten Bildes.
Geschichte und Gegenwart der islamischen Welt
Vom frühen Kalifat über die großen Reiche bis zur Kolonialzeit und zu modernen Nationalstaaten: Die historische Perspektive hilft, aktuelle Entwicklungen im Nahen Osten, in Nordafrika und in muslimischen Gemeinschaften weltweit einzuordnen. Themen wie Politik, Gesellschaft, Migration und der Islam in Europa gehören dazu.
Methoden und Kulturwissenschaft
Quellenkritik, Hermeneutik, wissenschaftliches Arbeiten und kulturwissenschaftliche Theorien bilden das methodische Handwerkszeug. Du lernst, Texte und Phänomene kritisch zu analysieren und eigene Forschungsfragen zu entwickeln – eine Kompetenz, die weit über das Fach hinaus gefragt ist.
Fernstudium oder Ausbildung: Welcher Weg führt zum Ziel?
Viele Suchende geben den Begriff „Islamwissenschaften Ausbildung“ ein. Hier ist eine klare Einordnung wichtig: Eine klassische duale Ausbildung – also einen anerkannten Ausbildungsberuf mit Berufsschule und Betrieb – gibt es für die Islamwissenschaft nicht. Das Fach ist und bleibt ein akademisches Studium an Universitäten. Wer also eine „Ausbildung in Islamwissenschaften“ sucht, meint in der Regel den Bildungsweg ins Fach insgesamt, und dieser führt über ein Hochschulstudium.
Eine berufliche Ausbildung im engeren Sinn existiert nur in benachbarten oder anwendungsnahen Feldern. Wer beruflich mit muslimischen Communities, mit interkultureller Arbeit oder mit Sprache und Kultur des Nahen Ostens zu tun haben möchte, kann etwa über Ausbildungen oder Weiterbildungen im sozialen Bereich, als Übersetzerin oder Dolmetscher für Arabisch, in der Verwaltung oder im interkulturellen Coaching einsteigen. Diese Wege sind praxisnäher und teils kürzer, vermitteln aber nicht die wissenschaftliche Tiefe des Studiums.
Der Unterschied lässt sich so zusammenfassen: Die Ausbildung (sofern in einem verwandten Beruf) ist praxisorientiert, vergütet und führt schnell in einen konkreten Job. Das Studium – ob in Präsenz oder, soweit möglich, fern- und berufsbegleitend – ist theorie- und forschungsorientiert, dauert länger und qualifiziert für anspruchsvollere, oft akademische oder analytische Tätigkeiten. Wer in Forschung, höhere Medien-, Kultur- oder Beratungsfunktionen will, kommt am Studium nicht vorbei. Wer schnell praktisch arbeiten möchte, fährt mit einer einschlägigen Ausbildung oder Weiterbildung besser.
Voraussetzungen: Für wen sich das Fernstudium eignet
Für ein Bachelorstudium der Islamwissenschaften brauchst du in der Regel die allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder die Fachhochschulreife, an manchen Hochschulen ist auch ein Zugang über berufliche Qualifikation möglich. Für ein Masterstudium ist ein einschlägiger erster Hochschulabschluss Voraussetzung. An der Fernuniversität in Hagen, der einzigen staatlichen Fernuniversität Deutschlands, lassen sich kulturwissenschaftliche Studiengänge teils ohne klassische Hochschulzugangsberechtigung über besondere Zugangswege beginnen – die genauen Bedingungen solltest du direkt prüfen.
Persönlich passt das Fach zu dir, wenn du gern liest, schreibst und dich in fremde Denkweisen hineinarbeitest. Geduld und Disziplin sind beim Sprachenlernen unerlässlich, besonders im Fernformat ohne festen Stundenplan. Offenheit, Sensibilität für religiöse und kulturelle Themen sowie die Bereitschaft, kontroverse Debatten sachlich zu führen, gehören ebenso dazu. Wer arabische Vorkenntnisse mitbringt, hat es leichter, doch zwingend sind sie nicht.
Gut zu wissen
Der größte Stolperstein im Fernstudium der Islamwissenschaften ist nicht die Theorie, sondern das Arabische. Sprache lebt von Korrektur, Aussprache und Wiederholung. Plane daher fest Online-Sprachkurse, Tandempartner oder zumindest gelegentliche Präsenzphasen ein – sonst stagnierst du genau an der Stelle, die später beruflich den Unterschied macht.
Ablauf, Dauer und Formate
Ein Bachelorstudium dauert in Vollzeit sechs bis acht Semester, ein Master weitere zwei bis vier. Im Fern- oder Teilzeitmodell verlängert sich die Studiendauer entsprechend, häufig auf acht bis zwölf Semester für den Bachelor. Genau das ist aber auch der Vorteil: Du kannst neben Beruf oder Familie in deinem Tempo studieren.
Da ein vollwertiges reines Fernstudium der Islamwissenschaften kaum angeboten wird, sind in der Praxis vor allem diese Wege realistisch: erstens kulturwissenschaftliche Fernstudiengänge mit islam- oder orientbezogenen Modulen, etwa an der Fernuniversität in Hagen; zweitens berufsbegleitende oder teilzeitfähige Präsenzstudiengänge mit hohem Online-Anteil; drittens einzelne Online-Zertifikatskurse und Module zu Arabisch, Islam und Nahost, die du flexibel belegst und später ggf. anrechnen lässt; viertens das Selbststudium ergänzt durch Online-Sprachkurse als Vorbereitung auf ein späteres Präsenz- oder Teilzeitstudium.
Typisch für das Fernlernen sind digitale Lernplattformen, Studienbriefe, Videovorlesungen, Webinare und Online-Sprechstunden. Prüfungen finden je nach Anbieter online (beaufsichtigt) oder in Prüfungszentren statt. Achte beim Vergleich darauf, ob ein Anbieter staatlich oder von der ZFU (Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht) zugelassen ist und ob der Abschluss akademisch anerkannt wird.
Kosten und Förderung
Die Kosten hängen stark vom Weg ab. Ein Studium an der staatlichen Fernuniversität in Hagen ist mit vergleichsweise niedrigen Semester- und Materialbeiträgen sehr günstig – hier zahlst du in der Regel nur einen niedrigen drei- bis mittleren dreistelligen Betrag pro Semester. Private Fernhochschulen und Online-Anbieter verlangen für vollständige Studiengänge dagegen deutlich höhere Gebühren, die sich über die gesamte Studienzeit summieren. Einzelne Online-Sprachkurse oder Zertifikate liegen je nach Umfang in einer überschaubaren Spanne.
Konkrete Preise nennen wir hier bewusst nicht, da sie sich je nach Anbieter, Modell und Jahr unterscheiden – die aktuellen Konditionen erhältst du am besten direkt im Infomaterial. Zur Finanzierung kommen je nach Situation BAföG (auch für Fernstudiengänge unter bestimmten Bedingungen), Bildungskredite, Stipendien, der Bildungsgutschein oder steuerliche Absetzbarkeit der Studienkosten infrage. Berufsbegleitend Studierende können die Ausgaben oft als Werbungskosten oder Fortbildungskosten geltend machen.
Gehalt und Karrierechancen
Beim Gehalt gilt für Islamwissenschaften wie für die meisten Geisteswissenschaften: Es gibt keinen festen Tarif, der Verdienst hängt von Branche, Funktion und Zusatzqualifikation ab. Der Einstieg liegt häufig im mittleren Bereich geisteswissenschaftlicher Berufe; im öffentlichen Dienst orientiert er sich an Tarifgruppen, in der freien Wirtschaft, in Beratung oder in internationalen Organisationen ist mehr möglich, gerade mit gefragten Sprachkenntnissen.
Entscheidend für die Karriere ist die Kombination aus Spezialwissen und praktischen Zusatzkompetenzen. Wer fließend Arabisch spricht, journalistisch oder redaktionell arbeiten kann, Projektmanagement beherrscht oder Auslandserfahrung mitbringt, hebt sich deutlich ab. Gefragt sind Islamwissenschaftlerinnen und Islamwissenschaftler überall dort, wo fundiertes Wissen über die islamische Welt gebraucht wird: in Medien, Politikberatung, Stiftungen, Sicherheitsbehörden, Bildungseinrichtungen, Verlagen, im Auswärtigen Dienst und in der Wirtschaft mit Nahost-Bezug. Eine Promotion eröffnet zusätzlich den Weg in Forschung und Lehre.
Checkliste: Passt das zu mir?
- Ich interessiere mich ehrlich für Sprache, Religion und Kultur des Islam – jenseits von Klischees.
- Ich bringe Geduld und Disziplin mit, um Arabisch über Jahre konsequent zu lernen.
- Ich kann mir selbstständiges, ortsunabhängiges Lernen ohne festen Stundenplan vorstellen.
- Ich akzeptiere, dass ein reines Fernstudium selten ist und plane ggf. Online-Sprachkurse oder Präsenzphasen ein.
- Ich strebe ein akademisches, analytisches Berufsfeld an – nicht eine schnelle duale Ausbildung.
Ein vollständiges, rein virtuelles Fernstudium der Islamwissenschaften ist im deutschsprachigen Raum die Ausnahme. Realistisch sind kulturwissenschaftliche Fernstudiengänge mit islambezogenen Modulen, berufsbegleitende Teilzeitmodelle mit Online-Anteil sowie einzelne Online-Kurse zu Arabisch und Islam. Welche aktuellen Angebote zu dir passen, zeigt das kostenlose Infomaterial.
Nein, einen anerkannten dualen Ausbildungsberuf „Islamwissenschaftler“ gibt es nicht. Das Fach ist ein Hochschulstudium. Wer praxisnah einsteigen möchte, kann über verwandte Ausbildungen oder Weiterbildungen gehen, etwa im sozialen Bereich, als Übersetzer für Arabisch oder in der interkulturellen Arbeit.
In Teilzeit oder berufsbegleitend dauert ein Bachelor meist acht bis zwölf Semester, ein Master entsprechend länger. Das Tempo bestimmst du im Fernformat weitgehend selbst, was den Spagat mit Beruf oder Familie erleichtert.
Nein, Arabisch wird von Grund auf gelehrt. Vorkenntnisse helfen, sind aber keine Voraussetzung. Wichtig ist die Bereitschaft, kontinuierlich und diszipliniert zu üben – gerade im Fernformat ist regelmäßiges Sprachtraining der Schlüssel zum Erfolg.
Typische Felder sind Wissenschaft und Lehre, Medien und Journalismus, Kultur und Museen, politische Bildung, Stiftungen, Verwaltung, Auswärtiger Dienst, internationale Organisationen und Beratung. Sprach- und Kulturkompetenz ist dabei dein wichtigstes Kapital.
Absolventinnen und Absolventen arbeiten unter anderem in Medien, Bildung, Kultureinrichtungen, Verwaltung, Stiftungen sowie in der internationalen Zusammenarbeit. Das Fach qualifiziert weniger für einen festen Beruf als für ein breites Feld, in dem fundiertes Wissen über Sprache, Religion und Kultur der islamisch geprägten Welt gefragt ist.
Fazit
Islamwissenschaften ist ein faszinierendes, gesellschaftlich hochrelevantes Fach – aber kein typisches Fernstudienfach. Wer es per Fernstudium lernen möchte, sollte ehrlich kalkulieren: Ein reines Fernstudium ist selten, der Sprachunterricht verlangt Betreuung, und der Weg ins Fach führt über ein akademisches Studium, nicht über eine duale Ausbildung. Mit kulturwissenschaftlichen Fern- oder Teilzeitstudiengängen, Online-Modulen und konsequentem Sprachtraining lässt sich das Ziel aber durchaus flexibel und berufsbegleitend erreichen.
Bevor du dich festlegst, lohnt sich der konkrete Anbietervergleich: Welche Modelle sind staatlich anerkannt, wie ist die Sprachbetreuung organisiert, und passt das Format zu deinem Leben? Fordere dazu unverbindlich und kostenlos Infomaterial an, vergleiche die aktuellen Studiengänge und Konditionen und triff deine Entscheidung auf einer fundierten Grundlage.
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