Umschulung Buchhalter – Ausbildung Quereinsteiger
Redaktionell geprüft von der Fernstudium – Berufsbegleitend studieren-Redaktion · Aktualisiert: · Lesezeit: ca. 11 Min
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste auf einen Blick
- Förderung über Bildungsgutschein nach § 81 SGB III möglich – Arbeitsagentur übernimmt seit 2025 die Finanzierung
- Buchhalter verdienen durchschnittlich 4.259 € brutto monatlich (Median)
- Kaufleute für Büromanagement erhalten zwischen 2.987 € und 4.963 € brutto pro Monat
- Seit 2023 ist vollständige Förderung der kompletten Ausbildungszeit durch Bürgergeldgesetz möglich
Die Buchhaltung ist eine der zentralen Bereiche in jedem Unternehmen. Ohne professionelle Buchführung lässt sich kein Betrieb wirtschaftlich führen. Der Bedarf an entsprechenden Fachkräften ist dementsprechend hoch. Wer dies für einen ohnehin notwendigen Berufswechsel nutzen möchte, kann die Umschulung zum Buchhalter beziehungsweise zur Buchhalterin absolvieren.
Menschen, die kaufmännisch interessiert sind und gerne mit Zahlen umgehen, können dank der Umschulung den Einstieg in die Buchhaltung schaffen. Zunächst sollten sie sich allerdings ein genaues Bild machen. Im Folgenden finden sie einige Orientierungshilfen und erfahren viel Wissenswertes über die Buchhalter-Umschulung.
Berufsbild Buchhalter/in – Berufsaussichten und Verdienstmöglichkeiten
Noch bevor etwaige Details der Umschulungsmaßnahme erläutert werden, ist eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Beruf des Buchhalters dringend anzuraten. Interessierte sollten wissen, dass Buchhalter/innen für das betriebliche Rechnungswesen zuständig sind. Sie bearbeiten verschiedene Geschäftsfälle und führen die entsprechenden Buchungen unter Berücksichtigung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung durch. Die Arbeit des Buchhalters dient allerdings nicht nur der Erfüllung der rechtlichen Pflichten, sondern ist auch für Entscheidungen auf Führungsebene von großer Bedeutung. Die Buchhaltung liefert schließlich wichtige Informationen, die Auskunft über die wirtschaftliche Lage des Betriebs geben.
Buchhalterinnen und Buchhalter kommen in den Genuss vielfältiger Karrierechancen. Dabei sind sie auf keine bestimmte Branche festgelegt, sondern finden in nahezu allen Branchen und Bereichen Beschäftigungsmöglichkeiten vor. Es sind demnach unterschiedlichste Karrierewege möglich. Die eigenen Verdienstmöglichkeiten sollten Buchhalter/innen ebenfalls beschäftigen. Dass es im Einzelfall große Unterschiede bezüglich der Einkommenssituation geben kann, dürfte keine allzu große Überraschung sein. Zur ersten Orientierung kann aber ein durchschnittliches Gehalt von 34.000 Euro bis 50.000 Euro brutto im Jahr herangezogen werden.
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Per Umschulung Buchhalter/in werden
Eine klassische duale Ausbildung zum Buchhalter beziehungsweise zur Buchhalterin existiert nicht. Dementsprechend kann es auch keine Umschulung im eigentlichen Sinne geben. Nichtsdestotrotz kann man sich zum Buchhalter umschulen lassen, indem man als Berufswechsler an einem entsprechenden Lehrgang teilnimmt. Währenddessen machen sich die Teilnehmenden mit der Buchführung vertraut und widmen sich den folgenden Inhalten:
- Betriebswirtschaft
- Kosten- und Leistungsrechnung
- Finanzbuchhaltung
- Investition
- Finanzierung
- Organisation
- Steuern
- Recht
Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Buchhalter-Umschulung
Da unterschiedliche Lehrgänge zum Abschluss als Buchhalter/in führen, kann es keine pauschalen Angaben zu den Modalitäten geben. Eine bestimmte Vorbildung ist in der Regel nicht vorgeschrieben. Die Dauer kann beispielsweise zwischen drei und zwölf Monaten betragen. Die privaten Anbieter erheben außerdem teilweise sehr unterschiedliche Gebühren. Aus diesem Grund ist es wichtig, zu recherchieren und die Details beim jeweiligen Anbieter zu hinterfragen.
Die Finanzierung der Buchhalter-Umschulung
Wer darüber nachdenkt, im Zuge eines Berufswechsels Buchhalter/in zu werden, sollte die Finanzierung der Umschulung sicherstellen. Einerseits müssen die Lehrgangsgebühren bezahlt werden, andererseits darf der laufende Lebensunterhalt nicht außer Acht gelassen werden. Das Arbeitsamt erweist sich diesbezüglich immer wieder als große Stütze. Es kann einen Bildungsgutschein ausstellen, der für eine Übernahme der Umschulungskosten sorgt. Darüber hinaus kann das Arbeitsamt Hilfen zum Lebensunterhalt gewähren, sodass zumindest das Existenzminimum während der Qualifizierungsmaßnahme zum Buchhalter beziehungsweise zur Buchhalterin gesichert ist.
Checkliste zur Eignung als Buchhalter/in
Besondere formale Voraussetzungen sind in Zusammenhang mit der Buchhalter-Umschulung in der Regel nicht zu beachten. Daher ist es wichtig, dass Interessierte ihre persönliche Eignung kritisch betrachten. Nur wer für den Job geeignet ist, kann die Umschulung als Basis für einen langfristigen Berufswechsel nutzen. Die folgenden Kriterien sollten dabei besondere Beachtung finden:
- Organisationsgeschick
- Zuverlässigkeit
- Genauigkeit
- analytische Denkweise
- mathematisches Verständnis
- kaufmännisches Interesse
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten haben Buchhalter/innen?
Qualifizierte Buchhalter/innen können sich nicht über mangelnde Perspektiven beklagen. Im Bereich der Buchführung werden stets Fachkräfte gesucht. Gleichzeitig darf man das lebenslange Lernen nicht unterschätzen und sollte auch nach dem erfolgreichen Berufswechsel am Ball bleiben. Seminare, Online-Kurse und Workshops eignen sich bestens als kompakte Weiterbildungen. Außerdem stehen auch die folgenden Qualifizierungen zur Auswahl:
- Lohnbuchhalter/in
- Finanzbuchhalter/in
- Bilanzbuchhalter/in
Berufsbegleitend studieren können Buchhalter/innen mit Hochschulzugangsberechtigung ebenfalls. Beispielsweise per Fernstudium, Abendstudium oder anderem Teilzeitstudium können sie unter anderem in einem der folgenden Fächer einen akademischen Grad mit internationaler Anerkennung erlangen:
- Wirtschaftswissenschaft
- Betriebswirtschaftslehre
- Finanzmanagement
- Controlling
Welche Alternativen gibt es zur Buchhalter-Umschulung?
All diejenigen, die sich mit der Umschulung zum Buchhalter beziehungsweise zur Buchhalterin noch nicht sicher sind, sollten sich über mögliche Alternativen informieren. So können sie alle verfügbaren Optionen ergründen und schlussendlich die richtigen Weichen für ihre berufliche Zukunft stellen. Grundsätzlich kommt jede Umschulung in einem kaufmännischen Beruf als Alternative zur Buchhalter-Umschulung in Betracht. Kaufmännische Ausbildungen vermitteln schließlich stets fundierte Kenntnisse auf dem Gebiet der Buchführung.
Förderung durch Arbeitsagentur und Jobcenter
Kurz gesagt: Die Arbeitsagentur übernimmt seit Januar 2025 die Weiterbildungsfinanzierung über Bildungsgutschein nach § 81 SGB III. Jobcenter identifizieren den Weiterbildungsbedarf und bleiben für die Integration zuständig.
Seit dem 01.01.2025 hat sich die Zuständigkeit für berufliche weiterbildung grundlegend geändert. Die Arbeitsagenturen übernehmen nun die Weiterbildungsberatung, formale Abwicklung und Finanzierung von Umschulungen. Die Jobcenter identifizieren weiterhin den Weiterbildungsbedarf, klären Hemmnisse und leisten vorrangige Unterstützung. Die Integrationsverantwortung verbleibt bei den Jobcentern.
Der Bildungsgutschein ermöglicht erwerbsfähigen Leistungsberechtigten eine vollständige Kostenübernahme für anerkannte Umschulungen. Seit dem Bürgergeldgesetz 2023 kann die komplette Ausbildungszeit sowie schulische Ausbildungen gefördert werden. Die Bundesagentur für Arbeit prüft dabei die individuellen Voraussetzungen und berät zu passenden Umschulungsangeboten im bereich Buchhaltung und rechnungswesen.
Verdienstmöglichkeiten nach der Umschulung
Kurz gesagt: Finanzbuchhalter verdienen im Median 4.259 € brutto monatlich. Kaufleute für Büromanagement erhalten zwischen 2.987 € (unteres Quartil) und 4.963 € (oberes Quartil) brutto pro Monat.
Nach erfolgreichem Abschluss der Umschulung können Buchhalter mit attraktiven Verdienstmöglichkeiten rechnen. Finanzbuchhalter erreichen ein Medianentgelt von 4.259 € brutto monatlich. Diese Zahlen basieren auf aktuellen Daten der Bundesagentur für arbeit und spiegeln die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften in der finanzbuchhaltung wider.
Kaufleute für Büromanagement, die häufig auch Aufgaben in der buchhaltung übernehmen, verdienen durchschnittlich 3.975 € brutto monatlich. Das untere Quartil liegt bei 2.987 €, während das obere Quartil 4.963 € erreicht. Die Verdienstmöglichkeiten hängen stark von der Branche, Unternehmensgröße und der erworbenen Berufserfahrung ab.
unternehmen in der Finanzbranche oder größere Industriebetriebe zahlen oft höhere Gehälter als kleinere Betriebe. Wer nach der Umschulung weitere weiterbildung absolviert oder Spezialisierungen erwirbt, kann seine Verdienstchancen zusätzlich verbessern.
IHK-Abschluss als Alternative
Kurz gesagt: Kaufmann/-frau für Büromanagement ist ein anerkannter IHK-Ausbildungsberuf mit standardisierten inhalten. Für beide Qualifizierungen werden Vorbereitungen auf die Externenprüfung angeboten.
Während Buchhalter/in eine berufliche weiterbildung ist, die durch interne Vorschriften der Lehrgangsträger geregelt wird, existiert mit Kaufmann/-frau für Büromanagement ein anerkannter ihk-Ausbildungsberuf. Die Umschulung zum Kaufmann/-frau für Büromanagement folgt dem IHK-Standard und richtet sich gezielt an Quereinsteiger ohne kaufmännische ausbildung.
Beide Qualifizierungsoptionen bieten Vorbereitungen auf die Externenprüfung an. Die IHK-Umschulung hat den Vorteil eines bundesweit anerkannten Abschlusses und standardisierter Prüfungsverfahren. Absolventen erhalten damit eine solide Grundlage für die arbeit in verschiedenen Bereichen des rechnungswesen.
Die Entscheidung zwischen beiden Wegen hängt von den individuellen Zielen ab. Wer eine breite kaufmännische Grundlage mit Schwerpunkt buchhaltung sucht, ist mit der IHK-Umschulung gut beraten. Spezialisierte Buchhalter-Lehrgänge eignen sich für Personen mit konkreten Vorkenntnissen oder spezifischen Anforderungen.
Anbieter und regionale Verfügbarkeit
Kurz gesagt: Bundesweit bieten 23 Träger Umschulungen an, davon 12 im bereich Kaufmännisch/IT. Die DEKRA Akademie führt Umschulungen in Münster und Bielefeld durch.
Die Auswahl an Anbietern für Buchhalter-Umschulungen ist regional unterschiedlich. In der Region Ostthüringen führen beispielsweise 23 Träger Umschulungen durch, davon 12 im bereich Kaufmännisch/IT. Bei 7 Trägern können Teilnehmer im Vorfeld Grundkompetenzen erwerben, was den Einstieg in die Umschulung erleichtert.
Die DEKRA Akademie bietet in Münster und Bielefeld Umschulungen zum Kaufmann/-frau für Büromanagement an. Diese Standorte sind gut erreichbar und verfügen über moderne Ausstattung für die Vermittlung der inhalte in finanzbuchhaltung und allgemeiner buchführung.
Bundesweit können Interessierte passende Kurse über die Weiterbildungssuche der Bundesagentur für arbeit finden. Diese Plattform bietet eine umfassende Übersicht über alle verfügbaren Angebote und ermöglicht eine gezielte Suche nach Standort, Dauer und Schwerpunkten. Viele Anbieter arbeiten in vollzeit und teilzeit, um verschiedenen Lebenssituationen gerecht zu werden.
Voraussetzungen für Quereinsteiger
Kurz gesagt: Quereinsteiger benötigen Berufserfahrung in anderen Bereichen, grundlegende Schreib- und Rechenfähigkeiten sowie Motivation für kaufmännische Tätigkeiten. Eine formale ausbildung ist nicht zwingend erforderlich.
Die Umschulung richtet sich gezielt an Personen, die bereits Berufserfahrung in anderen Bereichen gesammelt haben und nun in die buchhaltung wechseln möchten. Grundlegende Schreib- und Rechenfähigkeiten sind wichtige Voraussetzungen, da die arbeit im rechnungswesen präzise Dokumentation und Kalkulationen erfordert.
Besonders wichtig ist die Motivation für kaufmännische Tätigkeiten und den Umgang mit Zahlen. Quereinsteiger sollten Interesse an betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen mitbringen und genau arbeiten können. Vorerfahrungen in verwandten Bereichen wie Verwaltung oder Kundenbetreuung können hilfreich sein, sind aber nicht zwingend erforderlich.
Die BERUFENET-Plattform bietet detaillierte Informationen zu den Anforderungen und hilft bei der Selbsteinschätzung. Viele Träger bieten auch Beratungsgespräche an, um die individuellen Voraussetzungen zu klären und den passenden Umschulungsweg zu finden.
Aktuelle gesetzliche Grundlagen
Kurz gesagt: Das Bürgergeldgesetz 2023 erweiterte die Förderungsmöglichkeiten erheblich. § 81 SGB III regelt den Bildungsgutschein, während sich die Zuständigkeiten zwischen Arbeitsagentur und Jobcenter ab 2025 neu verteilen.
Das Bürgergeldgesetz von 2023 brachte erhebliche Verbesserungen für Umschulungen mit sich. Seitdem ist es möglich, die komplette Ausbildungszeit sowie schulische Ausbildungen zu fördern. Diese Neuregelung macht Umschulungen für mehr Menschen zugänglich und erhöht die möglichkeit einer vollständigen Finanzierung.
Der § 81 SGB III bildet die rechtliche Grundlage für die Förderung beruflicher weiterbildung durch den Bildungsgutschein. Dieser Paragraph regelt die Voraussetzungen und den Umfang der Förderung für erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Die Arbeitsagentur prüft dabei sowohl die persönlichen Voraussetzungen als auch die Notwendigkeit der Umschulung.
Ab dem 01.01.2025 erfolgte eine wichtige Reorganisation der Zuständigkeiten. Die Arbeitsagenturen übernahmen die Weiterbildungsfinanzierung komplett von den Jobcentern. Diese Änderung soll die Verfahren vereinfachen und eine einheitlichere Bearbeitung gewährleisten. Die Bundesministerium für Arbeit und Soziales koordiniert diese Umstellung bundesweit.
Weiterführende Informationen
Die Bundesagentur für Arbeit bietet umfassende Beratung zu Förderungsmöglichkeiten und hilft bei der Beantragung des Bildungsgutscheins für Ihre Buchhalter-Umschulung.
Auf BERUFENET finden Sie detaillierte Berufsinformationen zu Buchhalter/in und verwandten kaufmännischen Berufen mit aktuellen Tätigkeitsbeschreibungen und Anforderungsprofilen.
Das IHK-Portal informiert über anerkannte Ausbildungsberufe wie Kaufmann/-frau für Büromanagement und die entsprechenden Prüfungsstandards für Umschulungen.
Wer übernimmt die Kosten für die Buchhalter-Umschulung?
Die Arbeitsagentur finanziert Umschulungen über den Bildungsgutschein nach § 81 SGB III. Seit 2025 sind die Arbeitsagenturen allein für die Weiterbildungsfinanzierung zuständig.
Wie viel verdient man als Buchhalter nach der Umschulung?
Finanzbuchhalter verdienen im Median 4.259 € brutto monatlich. Kaufleute für Büromanagement erhalten zwischen 2.987 € und 4.963 € brutto je nach Erfahrung und Unternehmen.
Welche Voraussetzungen brauchen Quereinsteiger für die Umschulung?
Quereinsteiger benötigen Berufserfahrung, grundlegende Rechen- und Schreibfähigkeiten sowie Motivation für kaufmännische Tätigkeiten. Eine formale Vorbildung ist nicht zwingend erforderlich.
Was ist der Unterschied zwischen Buchhalter-Lehrgang und IHK-Umschulung?
Buchhalter-Lehrgänge sind durch interne Vorschriften geregelt. Die IHK-Umschulung zum Kaufmann/-frau für Büromanagement bietet einen bundesweit anerkannten Abschluss mit standardisierten Prüfungen.
Wo finde ich Anbieter für Buchhalter-Umschulungen?
Bundesweit können Sie Anbieter über die Weiterbildungssuche der Bundesagentur für Arbeit finden. Die DEKRA Akademie bietet beispielsweise Umschulungen in Münster und Bielefeld an.
Seit wann gilt das neue Bürgergeldgesetz für Umschulungen?
Das Bürgergeldgesetz gilt seit 2023 und ermöglicht seitdem die Förderung der kompletten Ausbildungszeit. Ab 2025 übernahmen die Arbeitsagenturen die Weiterbildungsfinanzierung komplett.
Umschulung im Bereich Wirtschaft
- Automobilkaufmann
- Bankkaufmann
- Buchhalter
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- E-Commerce
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- Fachlagerist
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