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Fernstudium Geowissenschaften

Wie ist die Erde aufgebaut, wie bewegen sich Kontinente, wo lagern Rohstoffe und wie verändert sich das Klima über geologische Zeiträume? Die Geowissenschaften gehen genau diesen Fragen nach – sie erforschen das System Erde von der Kruste bis zum Erdkern, von tektonischen Prozessen über das Grundwasser bis zu Naturgefahren wie Erdbeben und Vulkanismus. Wer sich für dieses faszinierende, stark naturwissenschaftlich geprägte Feld interessiert, fragt sich oft, ob ein Einstieg auch per Fernstudium möglich ist.

Die ehrliche Antwort vorweg: Geowissenschaften gehören zu den Fächern, die fast ausschließlich an Präsenzhochschulen mit Laboren, Geländeübungen und Exkursionen gelehrt werden. Reine Fernstudiengänge sind selten. Trotzdem gibt es fern- und berufsbegleitende Wege, verwandte Online-Studiengänge sowie Teilbereiche, die sich gut im Selbststudium oder per Fernlehre vertiefen lassen. Dieser Ratgeber zeigt dir realistisch, was geht, welche Inhalte dich erwarten, wie sich Fernstudium und Ausbildung unterscheiden und welche Karrierechancen das Feld bietet.

Wichtige Punkte

  • Geowissenschaften erforschen das System Erde: Geologie, Geophysik, Mineralogie, Hydrogeologie und mehr.
  • Reine Fernstudiengänge sind rar – Gelände, Labor und Exkursionen sind fester Bestandteil des Fachs.
  • Realistisch sind berufsbegleitende, teil-virtuelle oder verwandte Online-Studiengänge sowie Weiterbildungen.
  • Voraussetzung ist meist die (Fach-)Hochschulreife; Mathematik, Physik und Chemie sind wichtig.
  • Karrierechancen bestehen in Rohstoffwirtschaft, Umwelt, Geotechnik, Energie und Forschung.

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Geowissenschaften: Das System Erde verstehen

Geowissenschaften – oft auch Geosciences oder Erdwissenschaften genannt – sind ein Sammelbegriff für alle Disziplinen, die sich mit dem Planeten Erde und seinen Prozessen beschäftigen. Dazu gehören klassische Teilfächer wie die Geologie (Aufbau und Geschichte der Erdkruste), die Geophysik (physikalische Vorgänge im Erdinneren), die Mineralogie und Petrologie (Minerale und Gesteine), die Paläontologie (fossile Lebewesen) sowie angewandte Bereiche wie Hydrogeologie, Ingenieurgeologie, Rohstoffgeologie und Geochemie.

Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler arbeiten an der Schnittstelle von Grundlagenforschung und praktischer Anwendung. Sie kartieren Untergründe für Bauprojekte, suchen und bewerten Rohstoff- und Wasservorkommen, beurteilen Naturgefahren, untersuchen Altlasten und Böden oder rekonstruieren das Klima vergangener Erdzeitalter. Das Berufsbild ist dadurch ausgesprochen vielseitig: Es reicht vom Feldeinsatz mit Hammer und Bohrkern über die Auswertung von Messdaten am Rechner bis zur Arbeit im geochemischen Labor. Genau diese Praxisanteile machen ein vollständiges Fernstudium so schwierig – ohne Gelände und Labor bleibt das Fach unvollständig.

Inhalte: Was du in den Geowissenschaften lernst

Ein geowissenschaftliches Studium kombiniert ein breites naturwissenschaftliches Fundament mit erdspezifischen Fächern. In den ersten Semestern stehen Grundlagen aus Mathematik, Physik, Chemie und Biologie im Vordergrund, bevor die fachlichen Schwerpunkte folgen. Wer Teile davon im Fern- oder Selbststudium vertieft, sollte sich vor allem auf die theoretisch gut vermittelbaren Bausteine konzentrieren.

Allgemeine und Historische Geologie

Hier lernst du, wie Gesteine entstehen, wie sich die Erdkruste durch Plattentektonik bewegt und wie man die Erdgeschichte aus Gesteinsschichten rekonstruiert. Themen sind Sedimentologie, Stratigraphie, Tektonik und der Gesteinskreislauf. Diese Grundlagen lassen sich auch über Lehrbücher, Vorlesungsaufzeichnungen und digitale Module gut nachvollziehen.

Geophysik und Geochemie

Die Geophysik untersucht die Erde mit physikalischen Methoden: Seismik, Schwerefeld, Magnetik und Geothermik. Die Geochemie betrachtet die stoffliche Zusammensetzung und Stoffkreisläufe. Beide Bereiche sind rechen- und datenlastig, was sie für virtuelle Lehrformate und eigenständige Datenauswertung am Computer zugänglich macht.

Mineralogie, Petrologie und Paläontologie

In diesen Fächern geht es um Minerale, Gesteine und Fossilien – ihre Bestimmung, Bildung und Bedeutung. Hier sind praktische Bestimmungsübungen mit echten Proben und Mikroskopie zentral, weshalb dieser Block kaum vollständig auf Distanz vermittelbar ist. Theorie und Systematik lassen sich vorbereiten, das praktische Bestimmen braucht jedoch Präsenz.

Angewandte Geowissenschaften

Dazu zählen Hydrogeologie (Grundwasser), Ingenieur- und Umweltgeologie, Rohstoff- und Lagerstättenkunde sowie Geographische Informationssysteme (GIS). Gerade GIS, Fernerkundung und die Auswertung geophysikalischer Daten sind digitale Kompetenzen, die sich hervorragend online und ortsunabhängig erlernen lassen – ein realistischer Anknüpfungspunkt für fernstudien-ähnliche Vertiefungen.

Fernstudium oder Ausbildung: Welcher Weg führt in den Beruf?

Viele suchen nach einer „Geowissenschaften Ausbildung“ – hier ist eine klare Einordnung wichtig. Geowissenschaftler ist kein klassischer Ausbildungsberuf mit dualer Lehre im Betrieb. Wer wissenschaftlich-akademisch in dieses Feld will, führt der Weg über ein Hochschulstudium (Bachelor und meist Master) an einer Universität. Eine duale Berufsausbildung zum „Geowissenschaftler“ gibt es in dieser Form nicht.

Es existieren allerdings verwandte Ausbildungsberufe, die im erdwissenschaftlichen Umfeld angesiedelt sind. Dazu zählt etwa die Ausbildung zum Geologietechnischen Assistenten (oft an Berufsfachschulen), zur Fachkraft im Bereich Geomatik beziehungsweise zum Vermessungstechniker, oder Ausbildungen im Bergbau- und Bohrtechnik-Umfeld. Diese Ausbildungen sind praxisnäher, kürzer und führen in unterstützende technische Tätigkeiten – nicht in die forschende oder planende Geowissenschaft, für die ein Studium nötig ist.

Für ein Fernstudium gilt: Ein vollwertiger geowissenschaftlicher Studiengang als reines Fernstudium ist im deutschsprachigen Raum praktisch nicht verfügbar, weil Geländearbeit, Exkursionen und Laborpraktika unverzichtbar sind. Realistisch sind diese fernlernfreundlichen Wege: berufsbegleitende oder teilvirtuelle Studiengänge mit Präsenzblöcken, verwandte Online-Studiengänge wie Umweltwissenschaften, Geographie, Wasserwirtschaft oder Geoinformatik sowie zertifizierte Weiterbildungen und Hochschulzertifikate in Teilbereichen (etwa GIS oder Umweltmanagement). Wer flexibel lernen will, ohne Präsenz vollständig zu meiden, findet hier die praxistauglichsten Optionen.

Gut zu wissen

Geländeübungen und Laborpraktika sind in den Geowissenschaften kein optionales Extra, sondern prüfungsrelevanter Pflichtbestandteil. Selbst bei berufsbegleitenden oder teilvirtuellen Studiengängen musst du daher mit Präsenzphasen rechnen – etwa Kartierkursen, Exkursionen oder Laborblöcken. Wer ein „100 Prozent online“-Studium der Geowissenschaften verspricht, ist mit Vorsicht zu genießen. Seriös sind dagegen Online-Vertiefungen in Teilbereichen wie GIS, Fernerkundung oder Umweltmanagement.

Voraussetzungen: Für wen die Geowissenschaften passen

Für ein geowissenschaftliches Studium brauchst du in der Regel die allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder die Fachhochschulreife. An einigen Hochschulen ist auch ein Zugang über berufliche Qualifikation (etwa Meister oder Techniker mit einschlägiger Berufserfahrung) möglich. Ein Numerus clausus ist eher selten, viele Studiengänge sind zulassungsfrei.

Inhaltlich solltest du ein solides Interesse an Naturwissenschaften mitbringen. Mathematik, Physik und Chemie bilden das Rückgrat des Studiums – wer hier große Lücken hat, wird es schwer haben. Ebenso wichtig sind räumliches Vorstellungsvermögen, analytisches Denken und die Bereitschaft, auch bei Wind und Wetter im Gelände zu arbeiten. Für berufsbegleitende oder fernlernende Formate kommen Selbstdisziplin, gutes Zeitmanagement und die Fähigkeit zum eigenständigen Erarbeiten von Theorie hinzu, da der Lernstoff weitgehend selbst strukturiert werden muss.

Wer aus einem technischen oder geografischen Beruf kommt und sich weiterbilden möchte, findet über Teilbereiche wie GIS, Umweltmanagement oder Wasserwirtschaft oft einen leichteren Einstieg als über ein komplettes geowissenschaftliches Vollstudium.

Ablauf, Dauer und Formate

Ein klassisches Bachelorstudium der Geowissenschaften dauert in der Regel sechs Semester (drei Jahre), der darauf aufbauende Master meist weitere vier Semester (zwei Jahre). Erst der Master gilt in der Berufswelt häufig als vollwertiger Abschluss, da er fachliche Spezialisierung ermöglicht. Im berufsbegleitenden oder teilzeitnahen Format verlängert sich die Studiendauer entsprechend, oft auf acht bis zwölf Semester.

Fern- und onlineorientierte Formate funktionieren in den Geowissenschaften typischerweise als Blended Learning: Theoriephasen werden online über Lernplattformen, Videovorlesungen und digitale Skripte vermittelt, während Praxis in kompakten Präsenzblöcken stattfindet. Diese Blöcke umfassen Geländekurse, Exkursionen und Laborpraktika und sind zeitlich gebündelt, sodass sie sich besser mit Beruf oder Familie vereinbaren lassen. Reine Weiterbildungen und Hochschulzertifikate in Teilbereichen sind dagegen oft kürzer und dauern wenige Monate bis ein Jahr.

Wer nicht das Vollstudium anstrebt, sondern gezielt Kompetenzen aufbauen will, kann über einzelne Online-Module, Zertifikatskurse oder MOOCs einsteigen und diese später gegebenenfalls auf ein Studium anrechnen lassen. Welche konkreten fern- und berufsbegleitenden Angebote aktuell verfügbar sind, lässt sich am besten über kostenloses Infomaterial der Anbieter vergleichen.

Kosten und Förderung

An staatlichen Universitäten fallen für ein grundständiges Geowissenschaften-Studium in Deutschland in der Regel keine Studiengebühren an, sondern nur der Semesterbeitrag, der je nach Hochschule meist im niedrigen dreistelligen Bereich pro Semester liegt. Hinzu kommen Kosten für Exkursionen, Geländeausrüstung und Lehrmaterial.

Berufsbegleitende, private oder weiterbildende Angebote sind dagegen kostenpflichtig. Je nach Format – vom kurzen Zertifikatskurs bis zum berufsbegleitenden Masterstudium – bewegen sich die Gebühren in unterschiedlichen Spannen, von einigen hundert Euro für einzelne Module bis in den vier- oder fünfstelligen Bereich für komplette Studiengänge. Konkrete Preise hängen stark vom jeweiligen Anbieter ab und sollten direkt erfragt werden.

Bei der Finanzierung helfen verschiedene Wege: BAföG für grundständige Studiengänge, Aufstiegs-BAföG für bestimmte Weiterbildungen, Bildungskredite, Stipendien sowie Förderungen durch den Arbeitgeber. Für berufsbegleitende Weiterbildungen kommen je nach Bundesland Bildungsgutscheine oder Bildungsprämien in Frage. Weiterbildungskosten lassen sich zudem häufig steuerlich als Werbungskosten absetzen.

Gehalt und Karrierechancen

Die Berufsaussichten in den Geowissenschaften sind solide, wenn auch von der jeweiligen Spezialisierung und Branche abhängig. Klassische Arbeitgeber sind Ingenieur- und Umweltbüros, die Rohstoff- und Energiewirtschaft, Wasserwirtschaft und Behörden (etwa geologische Landesämter), Bauunternehmen, Versicherungen sowie Forschungseinrichtungen und Universitäten. Mit dem wachsenden Bedarf an Geothermie, Grundwassermanagement, CO2-Speicherung, Rohstoffsicherung und der Bewertung von Naturgefahren entstehen zusätzliche Beschäftigungsfelder.

Beim Einstiegsgehalt sind Geowissenschaftler mit Masterabschluss im Vergleich zu anderen Naturwissenschaften ordentlich aufgestellt. Realistisch sind Einstiegsgehälter im mittleren bis oberen Bereich für Akademiker, die mit Berufserfahrung, Spezialisierung und Führungsverantwortung deutlich steigen können. Besonders gut bezahlt sind Positionen in der Energie- und Rohstoffwirtschaft sowie in der Geotechnik. In Forschung und öffentlichem Dienst orientiert sich die Vergütung an den jeweiligen Tarifstrukturen.

Wer über Teilbereiche oder Weiterbildungen einsteigt – etwa als GIS-Fachkraft, im Umweltmanagement oder in der Geodatenanalyse – findet ebenfalls gefragte und zukunftssichere Tätigkeiten, oft an der Schnittstelle von Erdwissenschaften und Digitalisierung. Gerade diese datengetriebenen Felder wachsen und bieten auch Quereinsteigern aus verwandten Disziplinen Chancen.

Passt das zu mir?

Bevor du dich für einen fern- oder berufsbegleitenden Weg in die Geowissenschaften entscheidest, lohnt ein ehrlicher Selbstcheck. Die folgende Checkliste hilft dir einzuschätzen, ob das Fach und ein flexibles Lernformat zu deinen Interessen und Lebensumständen passen.

Checkliste: Passt das zu mir?

  • Ich interessiere mich für die Erde, Gesteine, Klima und Naturprozesse.
  • Mathematik, Physik und Chemie schrecken mich nicht ab.
  • Ich kann mich selbst organisieren und Theorie eigenständig erarbeiten.
  • Ich bin bereit, für Präsenzblöcke, Gelände und Labor Zeit einzuplanen.
  • Ich bin offen für Teilbereiche oder verwandte Fächer, falls kein reines Fernstudium passt.

Infomaterial vergleichen

Da die Angebotslage in den Geowissenschaften unübersichtlich ist und sich passende fern- und berufsbegleitende Wege oft erst im Detail zeigen, lohnt sich ein direkter Vergleich. Fordere kostenlos und unverbindlich Infomaterial an, um Studienformate, Inhalte und Kosten verschiedener Anbieter nebeneinander zu sehen.

Kann man Geowissenschaften wirklich als Fernstudium studieren?

Ein vollständiges Fernstudium der Geowissenschaften ist im deutschsprachigen Raum praktisch nicht verfügbar, weil Gelände, Exkursionen und Labor unverzichtbar sind. Realistisch sind berufsbegleitende oder teilvirtuelle Studiengänge mit Präsenzblöcken sowie verwandte Online-Studiengänge und Weiterbildungen in Teilbereichen.

Gibt es eine Ausbildung im Bereich Geowissenschaften?

Geowissenschaftler ist kein dualer Ausbildungsberuf – der Weg führt über ein Hochschulstudium. Es gibt aber verwandte Ausbildungen, etwa zum Geologietechnischen Assistenten, im Bereich Geomatik oder Vermessung sowie in der Bohr- und Bergbautechnik. Diese sind praxisnäher und führen in technisch-unterstützende Tätigkeiten.

Welche Voraussetzungen brauche ich?

In der Regel die allgemeine oder Fachhochschulreife, teils auch ein Zugang über berufliche Qualifikation. Inhaltlich sind Interesse an Naturwissenschaften sowie Grundkenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie wichtig. Für flexible Lernformate kommen Selbstdisziplin und gutes Zeitmanagement hinzu.

Wie lange dauert das Studium?

Der Bachelor dauert meist sechs Semester, der Master weitere vier. Berufsbegleitend verlängert sich das auf rund acht bis zwölf Semester. Reine Weiterbildungen und Zertifikatskurse in Teilbereichen dauern dagegen oft nur wenige Monate bis ein Jahr.

Wie sind die Berufschancen und das Gehalt?

Die Aussichten sind solide, vor allem in Rohstoff- und Energiewirtschaft, Umwelt, Wasserwirtschaft, Geotechnik und Forschung. Mit Masterabschluss sind ordentliche Einstiegsgehälter üblich, die mit Erfahrung und Spezialisierung deutlich steigen. Besonders gefragt sind datengetriebene Felder wie GIS und Geodatenanalyse.

Fazit

Geowissenschaften sind ein spannendes, breit aufgestelltes Feld mit guten Berufsaussichten – aber kein typisches Fernstudienfach. Gelände, Labor und Exkursionen gehören untrennbar dazu, weshalb ein vollwertiges reines Fernstudium kaum existiert. Wer flexibel lernen möchte, sollte ehrlich abwägen und auf berufsbegleitende, teilvirtuelle Studiengänge mit Präsenzblöcken oder auf verwandte Online-Fächer wie Umweltwissenschaften, Geographie und Geoinformatik setzen.

Besonders zugänglich sind Teilbereiche wie GIS, Fernerkundung und Umweltmanagement, die sich gut online vertiefen lassen und zugleich gefragt sind. Vergleiche die verfügbaren fern- und berufsbegleitenden Wege in Ruhe und fordere kostenlos Infomaterial an, um das Format zu finden, das zu deinen Zielen und deinem Alltag passt.


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