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Fernstudium Ökonomie

Ob steigende Preise, der Arbeitsmarkt, internationale Lieferketten oder die Frage, wie ein Unternehmen überhaupt Geld verdient: Hinter all dem steckt Ökonomie. Die Wirtschaftswissenschaft beschäftigt sich damit, wie Menschen, Betriebe und ganze Gesellschaften mit knappen Mitteln umgehen und Entscheidungen treffen. Wer sich für wirtschaftliche Zusammenhänge interessiert, gerne mit Zahlen und Modellen arbeitet und nachvollziehen möchte, warum Märkte so funktionieren, wie sie funktionieren, findet in der Ökonomie ein breites und anschlussfähiges Fachgebiet. Es verbindet analytisches Denken mit ganz konkreten Anwendungen, von der Unternehmensführung bis zur Wirtschaftspolitik.

Für viele Interessierte stellt sich allerdings die Frage, ob sich Ökonomie auch berufsbegleitend per Fernstudium erschließen lässt – also neben Job, Familie und anderen Verpflichtungen. Die gute Nachricht vorweg: Wirtschaftswissenschaftliche Fächer gehören zu den am besten für das Fernstudium geeigneten Bereichen überhaupt. Vieles lässt sich über Lehrbriefe, Online-Vorlesungen und Selbststudium gut erarbeiten, weil der Stoff stark auf Texten, Modellen und Rechenaufgaben beruht. Trotzdem lohnt ein genauer Blick darauf, wie ein solches Studium abläuft, welche Voraussetzungen gelten und wo die ehrlichen Grenzen liegen.

Wichtige Punkte

  • Ökonomie (Wirtschaftswissenschaft) umfasst vor allem Volkswirtschaftslehre (VWL) und Betriebswirtschaftslehre (BWL) und ist als Fernstudium sehr gut umsetzbar.
  • Der Stoff ist text- und rechenlastig und eignet sich daher besonders für ortsunabhängiges Lernen mit flexibler Zeiteinteilung.
  • Prüfungen finden meist in Präsenz an Studienzentren oder zunehmend online-überwacht statt – reine Heim-Abschlüsse ohne jeden Präsenzanteil sind selten.
  • Möglich sind Bachelor, Master und kürzere Zertifikatskurse; die Dauer reicht je nach Modell und Tempo von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren.
  • Wer keinen akademischen Abschluss anstrebt, kann über eine kaufmännische Ausbildung oder Weiterbildung einen praxisnäheren, oft günstigeren Einstieg finden.

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Was ist Ökonomie eigentlich?

Der Begriff Ökonomie stammt aus dem Griechischen und bedeutete ursprünglich so viel wie „Haushaltsführung“. Heute steht er als Sammelbegriff für die Wirtschaftswissenschaften, die sich mit der Produktion, Verteilung und dem Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen befassen. Zentral ist dabei das Problem der Knappheit: Ressourcen wie Zeit, Geld, Arbeitskraft und Rohstoffe sind begrenzt, die Bedürfnisse aber nahezu unbegrenzt. Ökonomie fragt, wie unter diesen Bedingungen sinnvolle Entscheidungen getroffen werden – von einzelnen Haushalten über Unternehmen bis hin zu Staaten.

Üblicherweise unterscheidet man zwei große Teilgebiete. Die Volkswirtschaftslehre (VWL) betrachtet die Wirtschaft im Großen: Wachstum, Inflation, Arbeitslosigkeit, Außenhandel, Geld- und Fiskalpolitik. Die Betriebswirtschaftslehre (BWL) richtet den Blick auf das einzelne Unternehmen und Themen wie Rechnungswesen, Marketing, Personal, Finanzierung und Organisation. Viele ökonomische Studiengänge kombinieren beide Perspektiven und ergänzen sie um quantitative Methoden wie Statistik und Mathematik sowie um rechtliche Grundlagen.

Ökonomisches Denken ist dabei keine reine Theorie. Es hilft, Anreize zu verstehen, Risiken einzuschätzen und Folgen von Entscheidungen abzuwägen – Fähigkeiten, die in nahezu jeder Branche gefragt sind. Genau diese breite Anwendbarkeit macht das Fach für berufsbegleitend Studierende attraktiv, weil sich das Gelernte oft direkt im eigenen Arbeitsalltag wiederfindet.

Studieninhalte und Schwerpunkte im Fernstudium Ökonomie

Ein wirtschaftswissenschaftliches Fernstudium beginnt in der Regel mit den Grundlagen: Einführung in die VWL und BWL, Mikro- und Makroökonomie, Buchführung und Bilanzierung, Wirtschaftsmathematik und Statistik. Diese Module bilden das Fundament und sind anfangs durchaus anspruchsvoll, weil sie ein gewisses Maß an formalem und mathematischem Denken voraussetzen. Wer hier dranbleibt, legt den Grundstein für die spezialisierteren Themen, die später folgen.

Im weiteren Verlauf kommen vertiefende Felder hinzu, etwa Finanzierung und Investition, Controlling, Marketing, Wirtschaftspolitik, internationale Ökonomie oder Unternehmensführung. Viele Programme erlauben es, Schwerpunkte zu setzen – beispielsweise in Richtung Management, Finanzen, Steuern, Wirtschaftsrecht oder zunehmend auch Digitalisierung und Nachhaltigkeit. So lässt sich das Studium auf die eigenen beruflichen Ziele zuschneiden.

Im Fernstudium werden diese Inhalte über Studienhefte, digitale Lernplattformen, aufgezeichnete Vorlesungen und teils Live-Webinare vermittelt. Übungsaufgaben, Einsendearbeiten und Online-Tests begleiten den Lernprozess. Ein realistischer Hinweis: Gerade die quantitativen Module erfordern regelmäßiges Üben. Wer nur passiv liest, wird sich mit Statistik oder Investitionsrechnung schwertun. Das eigenständige Durchrechnen von Aufgaben ist im Selbststudium entscheidend.

Hinweis: VWL und BWL als eigene Studiengänge
„Ökonomie“ wird an Hochschulen selten exakt unter diesem Namen angeboten. Häufiger heißen die Studiengänge „Volkswirtschaftslehre“, „Betriebswirtschaftslehre“, „Wirtschaftswissenschaften“ oder „Economics“. Inhaltlich meinen sie das gleiche Feld. Bei der Suche nach einem passenden Fernstudium lohnt es sich daher, mehrere dieser Begriffe zu vergleichen.

Fernstudium oder Ausbildung?

Nicht jeder, der sich für Wirtschaft interessiert, muss studieren. Eine kaufmännische Ausbildung – etwa als Industriekaufmann oder -frau, im Groß- und Außenhandel, in der Steuerfachangestelltenrichtung oder als Kaufmann oder Kauffrau für Büromanagement – vermittelt ökonomisches Grundwissen sehr praxisnah und direkt im Betrieb. Die Frage „Fernstudium oder Ausbildung?“ lässt sich daher nicht pauschal beantworten, sondern hängt von Vorbildung, Zielen und Lebenssituation ab.

Eine duale Ausbildung dauert in der Regel zwei bis dreieinhalb Jahre, ist klar strukturiert und wird vergütet – man verdient also von Anfang an. Sie ist stark anwendungsorientiert und führt zu einem anerkannten Kammerabschluss. Wer früh ins Berufsleben möchte, lieber praktisch lernt und nicht zwingend einen akademischen Grad braucht, ist damit oft gut beraten. Allerdings ist der theoretische Tiefgang begrenzter, und für höhere Fach- oder Führungspositionen wird in manchen Bereichen ein Studium erwartet.

Ein Fernstudium der Ökonomie ist demgegenüber theoretischer, breiter und analytisch tiefer angelegt. Es führt zu einem akademischen Abschluss (Bachelor oder Master), eröffnet damit häufig anspruchsvollere Tätigkeiten und ist berufsbegleitend möglich, ohne den Job aufzugeben. Der Preis dafür: höhere Kosten, eine längere Dauer und ein erheblicher Anteil an Selbstdisziplin und Eigenorganisation. Wer bereits eine kaufmännische Ausbildung absolviert hat, kann ein Fernstudium übrigens hervorragend als Aufbau nutzen – viele Studierende gehen genau diesen Weg und kombinieren Praxiserfahrung mit akademischer Vertiefung.

Kurz gesagt: Die Ausbildung punktet mit Praxisnähe, Vergütung und schnellerem Einstieg, das Fernstudium mit höherem Abschluss, theoretischer Tiefe und besseren Aufstiegschancen in akademisch geprägten Feldern. Beide Wege schließen sich nicht aus, sondern lassen sich sinnvoll aufeinander aufbauen.

Voraussetzungen und Zugang

Für ein Bachelor-Fernstudium in Ökonomie wird in der Regel die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife beziehungsweise die Fachhochschulreife vorausgesetzt. Viele Fernhochschulen ermöglichen den Zugang aber auch über den dritten Bildungsweg, also ohne klassisches Abitur: etwa mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung plus Berufserfahrung, mit einer Aufstiegsfortbildung (zum Beispiel Meister oder Fachwirt) oder über eine Eignungs- beziehungsweise Zugangsprüfung. Die genauen Bedingungen unterscheiden sich je nach Hochschule und Bundesland.

Für ein Master-Fernstudium ist ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss nötig, meist ein einschlägiger Bachelor. Teilweise werden zusätzlich Berufserfahrung oder bestimmte Vorkenntnisse verlangt, vor allem bei spezialisierten oder MBA-ähnlichen Programmen.

Unabhängig vom formalen Zugang sind einige persönliche Voraussetzungen hilfreich: Freude an Zahlen und Modellen, eine gewisse mathematische Grundkompetenz, analytisches Denkvermögen sowie Durchhaltevermögen. Da im Fernstudium niemand zum Lernen auffordert, sind Selbstorganisation und eine realistische Zeitplanung mindestens so wichtig wie die fachliche Eignung.

Dauer, Ablauf und Kosten

Die Dauer hängt stark vom Abschluss und vom gewählten Lerntempo ab. Ein Bachelor-Fernstudium umfasst regulär sechs bis sieben Semester, lässt sich berufsbegleitend aber oft auf acht bis zwölf Semester strecken. Ein Master dauert meist zwei bis vier Semester in Vollzeit, berufsbegleitend entsprechend länger. Daneben gibt es kürzere Zertifikatskurse und Weiterbildungen zu einzelnen ökonomischen Themen, die schon nach wenigen Monaten abgeschlossen sein können.

Der Ablauf folgt bei den meisten Anbietern einem ähnlichen Muster: Man erhält Studienmaterial digital oder per Post, arbeitet die Module eigenständig durch, reicht Einsendeaufgaben ein und nimmt an optionalen oder verpflichtenden Webinaren teil. Prüfungen werden häufig an Studienzentren in verschiedenen Städten oder zunehmend online-überwacht abgelegt. Genau hier liegt der erwähnte Präsenzanteil: Ein vollständig ortsunabhängiger Abschluss ganz ohne überwachte Prüfungen ist im akademischen Bereich die Ausnahme.

Bei den Kosten gilt es ehrlich zu bleiben: Verbindliche Pauschalpreise lassen sich nicht nennen, weil sie je nach Hochschule, Abschluss und Modell deutlich schwanken. Ein komplettes Bachelor- oder Master-Fernstudium bewegt sich erfahrungsgemäß im mittleren bis hohen vierstelligen, bei manchen Programmen auch im unteren fünfstelligen Bereich. Kürzere Zertifikatskurse sind günstiger. Hinzu kommen mögliche Prüfungs-, Material- oder Reisekosten. Wer plant, sollte daher immer das aktuelle Gesamtpaket beim jeweiligen Anbieter anfragen und auf Förderungen achten.

Hinweis: Förderung und Steuer
Berufsbegleitende Fernstudiengänge können je nach Situation steuerlich absetzbar sein oder über Instrumente wie Bildungsgutschein, Aufstiegs-BAföG oder Arbeitgeberbeteiligung teilweise gefördert werden. Ob und in welchem Umfang das möglich ist, hängt vom Einzelfall ab – eine frühzeitige Beratung lohnt sich.

Karriere, Einsatzfelder und Gehalt

Ein wirtschaftswissenschaftlicher Hintergrund eröffnet ein außergewöhnlich breites Spektrum an Tätigkeiten. Absolventinnen und Absolventen arbeiten in Unternehmen aller Branchen, etwa im Controlling, Rechnungswesen, Marketing, Personalwesen, Vertrieb oder in der Unternehmensplanung. Auch Banken, Versicherungen, Beratungen, Verbände, Behörden und Forschungseinrichtungen gehören zu den klassischen Einsatzfeldern. Wer eher volkswirtschaftlich orientiert ist, findet zusätzlich Möglichkeiten in Wirtschaftsforschung, Politikberatung oder bei internationalen Organisationen.

Gerade für berufsbegleitend Studierende ist ein häufiger Effekt, dass das Studium die Position im aktuellen Job stärkt – etwa durch den Wechsel in eine Fachfunktion, mehr Verantwortung oder den Schritt in eine Führungsrolle. Das erworbene Wissen lässt sich oft unmittelbar anwenden, was den Lernaufwand zusätzlich rechtfertigt.

Beim Gehalt ist Zurückhaltung angebracht, da es stark von Branche, Region, Abschluss, Berufserfahrung und konkreter Funktion abhängt. Seriös lässt sich nur eine grobe Orientierung geben: Einstiegsgehälter für Akademikerinnen und Akademiker im wirtschaftlichen Bereich liegen tendenziell im mittleren Bereich und können mit Erfahrung, Spezialisierung und Verantwortung spürbar steigen. Wer in stark nachgefragten Feldern wie Finanzen, Controlling oder Consulting tätig ist, erzielt im Schnitt eher höhere Werte. Exakte Zahlen sind jedoch immer mit Vorsicht zu betrachten und nie garantiert.

Für wen sich das Fernstudium Ökonomie eignet

Besonders sinnvoll ist ein ökonomisches Fernstudium für Berufstätige, die sich neben dem Job akademisch weiterqualifizieren möchten, ohne ihre Stelle aufzugeben. Auch für Menschen mit kaufmännischer Ausbildung, die einen formalen Abschluss nachholen oder ihre Aufstiegschancen verbessern wollen, ist es ein naheliegender Weg. Ebenso profitieren Selbstständige und Gründende, die wirtschaftliche Zusammenhänge besser verstehen und ihr Unternehmen fundierter steuern möchten.

Weniger geeignet ist das Format für alle, die viel direkten Austausch, festen Stundenplan und ein klassisches Campusleben brauchen, oder die Schwierigkeiten haben, sich über längere Zeit selbst zu motivieren. Wer ehrlich einschätzt, dass ihm Eigenorganisation schwerfällt, sollte entweder bewusst Strukturen schaffen – feste Lernzeiten, Lerngruppen, klare Zwischenziele – oder ein stärker betreutes Präsenz- oder Ausbildungsmodell in Betracht ziehen.

Häufige Fragen zum Fernstudium Ökonomie

Kann man Ökonomie komplett per Fernstudium studieren?
Inhaltlich ja – der text- und rechenlastige Stoff eignet sich sehr gut für das Selbststudium. Die Abschlussprüfungen finden allerdings meist an Studienzentren oder online-überwacht statt, ein gewisser Präsenz- oder Aufsichtsanteil bleibt also bestehen.
Brauche ich Abitur für ein Fernstudium in Ökonomie?
Nicht zwingend. Viele Fernhochschulen ermöglichen den Zugang über den dritten Bildungsweg, etwa mit abgeschlossener Berufsausbildung und Berufserfahrung oder über eine Zugangsprüfung. Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Hochschule und Bundesland.
Wie viel Mathematik steckt im Studium?
Mehr, als viele erwarten. Wirtschaftsmathematik und Statistik gehören zu den Grundlagen, und Module wie Investitionsrechnung oder Mikroökonomie setzen formales Denken voraus. Tiefe Vorkenntnisse sind aber nicht nötig, regelmäßiges Üben genügt in der Regel.
Lohnt sich ein Fernstudium gegenüber einer Ausbildung?
Das hängt vom Ziel ab. Eine Ausbildung ist praxisnäher, vergütet und schneller, ein Fernstudium führt zu einem höheren Abschluss und besseren Aufstiegschancen in akademischen Feldern. Beide Wege lassen sich auch sinnvoll aufeinander aufbauen.
Wie lange dauert ein berufsbegleitendes Fernstudium?
Ein Bachelor dauert regulär sechs bis sieben Semester, lässt sich berufsbegleitend aber auf acht bis zwölf Semester strecken. Ein Master umfasst zwei bis vier Semester in Vollzeit und entsprechend länger neben dem Beruf.

Fazit: Ökonomie ist ein vielseitiges, breit anschlussfähiges Fach, das sich sehr gut als berufsbegleitendes Fernstudium umsetzen lässt – sofern man die nötige Selbstdisziplin und ein Mindestmaß an Freude am Rechnen mitbringt. Wer akademisch tiefer einsteigen und seine beruflichen Chancen verbessern möchte, findet hier einen flexiblen Weg. Wer dagegen schnell, praxisnah und vergütet starten will, sollte die Ausbildung ernsthaft mitdenken. In jedem Fall lohnt es sich, vor der Entscheidung mehrere Anbieter, Abschlüsse und Fördermöglichkeiten in Ruhe zu vergleichen.

Wirtschaft und Recht


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