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Fernstudium Luft- und Raumfahrttechnik

Flugzeuge, Triebwerke, Satelliten und Raketen entstehen nicht am Reissbrett allein, sondern aus einem tiefen Verstaendnis von Stroemung, Werkstoffen, Statik und Regelungstechnik. Wer Luft- und Raumfahrttechnik per Fernstudium lernen moechte, steigt damit in eine der anspruchsvollsten Ingenieurdisziplinen ein – und das berufsbegleitend, ortsunabhaengig und im eigenen Tempo. Das ist kein Spaziergang, denn die Mathematik und Physik sind fordernd, aber gerade fuer technisch Begeisterte mit Job und festem Wohnort ist das Fernstudium oft der einzig realistische Weg zum Hochschulabschluss in diesem Feld.

Dieser Ratgeber erklaert, was ein Fernstudium Luft- und Raumfahrttechnik tatsaechlich umfasst, welche Inhalte dich erwarten, wie lange es dauert, was es kostet und welche Voraussetzungen du mitbringen solltest. Ausserdem grenzen wir den akademischen Weg ehrlich von einer klassischen Ausbildung ab, denn viele suchen zunaechst nach einer Luft- und Raumfahrttechnik Ausbildung, obwohl sie eigentlich einen Ingenieurberuf anstreben. Am Ende weisst du, ob dieser Weg zu deiner Lebenssituation und deinen Zielen passt.

Wichtige Punkte

  • Luft- und Raumfahrttechnik ist eine Ingenieurwissenschaft mit starkem Maschinenbau-Bezug – im Fernstudium als Bachelor oder Master moeglich.
  • Reine Online-Fernstudiengaenge mit genau diesem Namen sind selten; oft fuehrt der Weg ueber Maschinenbau oder eine Vertiefung an Praesenzhochschulen mit Fernanteil.
  • Die Regelstudienzeit liegt berufsbegleitend meist bei rund 8 bis 12 Semestern fuer den Bachelor, 4 bis 6 fuer den Master.
  • Voraussetzung ist in der Regel die Hochschul- oder Fachhochschulreife; teils ist ein Zugang ueber Berufserfahrung moeglich.
  • Praesenz- und Laboranteile lassen sich im rein virtuellen Fernstudium nicht vollstaendig ersetzen – das musst du einplanen.

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Berufsbild und Einordnung der Luft- und Raumfahrttechnik

Luft- und Raumfahrttechnik ist eine Spezialisierung innerhalb der Ingenieurwissenschaften und baut technisch eng auf dem Maschinenbau auf. Im Kern geht es darum, Fluggeraete und Raumfahrtsysteme zu entwerfen, zu berechnen, zu bauen und zu betreiben – vom Verkehrsflugzeug ueber Hubschrauber und Drohnen bis zu Satelliten, Traegerraketen und Raumsonden. Das Fach verbindet Aerodynamik, Leichtbau, Antriebstechnik, Werkstoffkunde, Elektronik und Systemintegration zu einem Ganzen.

Als Ingenieurin oder Ingenieur in diesem Bereich arbeitest du spaeter selten an einem kompletten Flugzeug allein, sondern an klar abgegrenzten Teilsystemen: an einem Tragfluegelprofil, an einer Triebwerkskomponente, an der Strukturauslegung eines Satelliten oder an der Flugregelung. Typische Arbeitgeber sind Flugzeug- und Triebwerkshersteller, Zulieferer, Raumfahrtunternehmen, Forschungseinrichtungen, Luftfahrtbehoerden und zunehmend auch Firmen aus der Drohnen- und New-Space-Branche. Wer den Studiengang per Fernstudium absolviert, bringt zusaetzlich Disziplin und Selbstorganisation mit – Eigenschaften, die im Projektgeschaeft der Branche hoch geschaetzt werden.

Inhalte im Fernstudium Luft- und Raumfahrttechnik

Die ersten Semester eines Bachelor-Fernstudiums gleichen weitgehend einem Maschinenbaustudium: Du legst ein breites ingenieurwissenschaftliches Fundament, bevor die luft- und raumfahrtspezifischen Vertiefungen folgen. Erwarte einen hohen Anteil an Mathematik und Physik – das ist der haeufigste Grund fuer Studienabbrueche und sollte dich nicht ueberraschen, sondern motivieren, von Anfang an dranzubleiben.

Mathematisch-naturwissenschaftliche Grundlagen

Hoehere Mathematik, technische Mechanik, Thermodynamik und Physik bilden das Rueckgrat. Ohne sichere Differential- und Integralrechnung, lineare Algebra und ein gutes Verstaendnis von Kraeften und Energien laesst sich kein Flugzeug auslegen. Im Fernstudium arbeitest du diese Module ueber Skripte, Lernvideos und Uebungsaufgaben durch – Selbstdisziplin ersetzt hier den festen Vorlesungsrhythmus.

Aerodynamik und Stroemungslehre

Wie entsteht Auftrieb, wie verhaelt sich Luft bei Unter- und Ueberschall, wie reduziert man Widerstand? Die Stroemungsmechanik ist das Herzstueck der Luftfahrttechnik. Hier kommen auch numerische Verfahren ins Spiel, mit denen Stroemungen am Rechner simuliert werden.

Leichtbau, Werkstoffe und Struktur

In der Luft- und Raumfahrt zaehlt jedes Gramm. Du lernst, wie man tragende Strukturen aus Aluminiumlegierungen und Faserverbundwerkstoffen so auslegt, dass sie maximal leicht und trotzdem sicher sind. Festigkeitslehre, Werkstoffkunde und die Finite-Elemente-Methode sind hier zentrale Werkzeuge.

Antriebe, Systeme und Regelungstechnik

Triebwerke, Raketenantriebe, Avionik und Flugregelung runden das Profil ab. Dazu kommen Bordsysteme, Elektrotechnik und Grundlagen der Mess- und Regelungstechnik. In Masterprogrammen vertiefst du einzelne dieser Felder, etwa Raumfahrtsysteme, Triebwerkstechnik oder Flugmechanik.

Fernstudium oder Ausbildung – die Wege in den Beruf

Viele tippen bei Google „Luft- und Raumfahrttechnik Ausbildung“ ein, meinen damit aber sehr Unterschiedliches. Hier lohnt eine klare Abgrenzung, denn Ausbildung und Studium fuehren zu verschiedenen Berufsrollen und sind nicht gegeneinander austauschbar.

Eine klassische duale Ausbildung in der Luft- und Raumfahrt gibt es – allerdings nicht zum Ingenieur. Ausbildungsberufe wie Fluggeraetmechaniker, Fluggeraetelektroniker, Konstruktionsmechaniker oder technischer Produktdesigner qualifizieren fuer Fertigung, Montage, Wartung und Konstruktionsunterstuetzung. Diese Ausbildungen dauern in der Regel dreieinhalb Jahre, finden im Betrieb plus Berufsschule statt und sind praktisch ausgerichtet. Sie sind kein Fernstudium und lassen sich auch nicht aus der Ferne absolvieren, weil der Werkstatt- und Betriebsanteil im Zentrum steht.

Das Fernstudium Luft- und Raumfahrttechnik dagegen ist ein akademischer Weg. Es fuehrt zum Bachelor oder Master und qualifiziert fuer Entwicklung, Berechnung, Forschung und Projektleitung. Du brauchst dafuer eine Hochschulzugangsberechtigung, planst mehr Theorie ein und arbeitest spaeter typischerweise im Buero, am Pruefstand oder im Labor statt an der Werkbank. Wer ehrgeizig ist, kann beides kombinieren: zuerst eine technische Ausbildung in der Branche, dann ein berufsbegleitendes Fernstudium – so sammelst du Praxis, Gehalt und akademischen Abschluss in Folge. Gerade dieser Doppelweg ist im Fernstudium beliebt, weil sich Arbeit und Lernen zeitlich verbinden lassen.

Wer also nach einer Ausbildung sucht, aber eigentlich entwickeln und berechnen moechte, ist im Studium besser aufgehoben. Wer dagegen schnell ins praktische Arbeiten will und Theorie nur dosiert mag, fuer den ist die Ausbildung der passendere Einstieg. Beide Wege haben in der Branche ihren festen Platz.

Voraussetzungen und fuer wen sich das Fernstudium eignet

Fuer ein Bachelor-Fernstudium brauchst du in der Regel die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife. An vielen Fernhochschulen ist der Zugang auch ohne Abitur moeglich, etwa mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung plus mehrjaehriger Berufserfahrung oder ueber eine Meister- oder Technikerqualifikation. Fuer ein Master-Fernstudium ist ein erster ingenieurwissenschaftlicher Hochschulabschluss Voraussetzung, meist in Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnik oder einer verwandten Richtung.

Inhaltlich solltest du keine Scheu vor Mathematik und Physik haben – oder zumindest die Bereitschaft, dir Schwaechen konsequent zu erarbeiten. Wer hier ein solides Schulwissen mitbringt, hat es deutlich leichter. Genauso wichtig sind die typischen Fernstudium-Tugenden: Selbstorganisation, Durchhaltevermoegen und die Faehigkeit, ueber Jahre neben dem Beruf am Ball zu bleiben. Englisch hilft, weil ein grosser Teil der Fachliteratur und der spaeteren Arbeit international ist.

Geeignet ist dieser Weg vor allem fuer Berufstaetige aus technischen Feldern, die sich akademisch weiterqualifizieren wollen, fuer Quereinsteiger mit starkem Technikinteresse und fuer alle, die aus familiaeren oder beruflichen Gruenden nicht an einen Praesenzhochschulort ziehen koennen. Wer dagegen viel praktische Laborarbeit sucht und Selbstlernen als Last empfindet, sollte ein Praesenzstudium oder eine Ausbildung in Betracht ziehen.

Gut zu wissen

Ein Studiengang, der exakt „Luft- und Raumfahrttechnik“ heisst und zu 100 Prozent rein online ohne jede Praesenz laeuft, ist selten. Realistischer sind drei Wege: ein berufsbegleitendes Studium an einer Hochschule mit hohem Fernanteil und einzelnen Praesenz- oder Laborblocks, ein klassisches Fernstudium Maschinenbau mit Vertiefung Luft- und Raumfahrt, oder ein Maschinenbau-Fernstudium als Basis mit anschliessender Spezialisierung im Master. Pruefe bei jedem Angebot genau, ob es akkreditiert ist und wie viele Praesenztage tatsaechlich anfallen.

Ablauf, Dauer und Formate

Ein Fernstudium laeuft anders ab als ein Praesenzstudium: Du erhaeltst Studienhefte, Online-Lernmodule, Vorlesungsaufzeichnungen und Zugang zu Lernplattformen. Du teilst dir den Stoff selbst ein, reichst Einsendeaufgaben ein und legst Pruefungen entweder online oder an festen Pruefungszentren ab. Bei technischen Faechern kommen Laborpraktika oder Praesenzseminare hinzu, die in Bloecken stattfinden – das ist in der Luft- und Raumfahrttechnik unvermeidlich, weil Stroemungskanaele, Pruefstaende und Simulationssoftware nun einmal Praxis erfordern.

Die Dauer haengt stark vom gewaehlten Tempo ab. Ein berufsbegleitender Bachelor ist meist auf rund 8 bis 12 Semester ausgelegt, also etwa vier bis sechs Jahre, weil du neben dem Job ein reduziertes Pensum faehrst. Ein Master dauert berufsbegleitend typischerweise 4 bis 6 Semester. Viele Fernhochschulen erlauben es, das Tempo flexibel anzupassen und die Regelstudienzeit kostenfrei oder gegen geringe Gebuehr zu verlaengern – ein grosser Vorteil, wenn das Leben dazwischenkommt.

Plane realistisch: Neben einem Vollzeitjob sind je nach Lebensphase rund 15 bis 20 Stunden Lernzeit pro Woche ein realistischer Richtwert. In Pruefungsphasen wird es mehr. Wer das ueber Jahre durchhalten will, braucht ein stabiles Umfeld und klare Prioritaeten.

Kosten und Foerdermoeglichkeiten

Ein Fernstudium ist eine Investition. Die Gebuehren privater Fernhochschulen liegen fuer einen kompletten Bachelor je nach Anbieter und Studiendauer meist im mittleren bis hoeheren vierstelligen, teils niedrigen fuenfstelligen Bereich; Masterprogramme bewegen sich oft im mittleren vierstelligen Bereich. Staatliche Fernhochschulen sind in der Regel deutlich guenstiger, dafuer ist die Auswahl an luft- und raumfahrtspezifischen Studiengaengen dort begrenzt. Konkrete Preise unterscheiden sich stark – die genauen Konditionen erhaeltst du am besten direkt vom jeweiligen Anbieter im kostenlosen Infomaterial.

Fuer die Finanzierung gibt es mehrere Hebel. Berufstaetige koennen die Studiengebuehren haeufig als Werbungskosten oder Fortbildungskosten steuerlich geltend machen. Je nach persoenlicher Situation kommen Aufstiegs-BAfoeg, Bildungskredite, Stipendien oder eine Beteiligung des Arbeitgebers infrage – gerade wenn das Studium fachlich zum Job passt, lohnt sich das Gespraech mit dem Arbeitgeber. Manche Bundeslaender bieten zusaetzlich Bildungsschecks oder Praemien fuer Weiterbildung. Vergleiche vor der Entscheidung mehrere Anbieter, nicht nur beim Preis, sondern auch bei Akkreditierung, Betreuung und Praesenzaufwand.

Gehalt und Karrierechancen

Luft- und Raumfahrtingenieure gehoeren zu den gut bezahlten Ingenieurberufen. Das Einstiegsgehalt liegt je nach Region, Branche und Abschluss oft im Bereich von rund 45.000 bis 55.000 Euro brutto im Jahr, mit Berufserfahrung und Verantwortung sind 65.000 bis deutlich ueber 80.000 Euro erreichbar. Wer in Fuehrung, Spezialgebiete oder gefragte Nischen wie Triebwerkstechnik geht, kann mehr verdienen. Ein berufsbegleitend erworbener Abschluss wird auf dem Arbeitsmarkt grundsaetzlich gleichwertig behandelt – entscheidend sind Akkreditierung und nachgewiesene Kompetenz.

Die Branche ist breiter, als viele denken. Neben der klassischen Luftfahrt und Raumfahrt eroeffnen sich Felder wie Drohnentechnik, Satellitenkommunikation, New Space, Verteidigung und sogar die Automobil- und Energiebranche, weil Aerodynamik- und Leichtbau-Know-how dort ebenso gefragt ist. Der ingenieurwissenschaftliche Kern macht Absolventen flexibel einsetzbar. Wer mit einem Bachelor einsteigt, kann spaeter per Master nachlegen und sich weiter spezialisieren – auch das geht wieder berufsbegleitend.

Checkliste: Passt das zu mir?

  • Ich bringe Hochschulreife oder einen anerkannten Zugang ueber Berufserfahrung mit.
  • Mathematik und Physik schrecken mich nicht ab – ich bin bereit, hart dafuer zu arbeiten.
  • Ich kann mich ueber Jahre selbst organisieren und neben dem Beruf konsequent lernen.
  • Ich akzeptiere, dass einzelne Praesenz- und Laborblocks unvermeidlich sind.
  • Ich strebe einen Ingenieurberuf in Entwicklung, Berechnung oder Forschung an – nicht primaer eine handwerkliche Taetigkeit.
Gibt es Luft- und Raumfahrttechnik wirklich als reines Fernstudium?

Ein zu 100 Prozent ortsunabhaengiges Programm mit genau diesem Namen ist selten. Realistisch sind berufsbegleitende Studiengaenge mit hohem Fernanteil und einzelnen Praesenzblocks oder ein Maschinenbau-Fernstudium mit Vertiefung Luft- und Raumfahrt. Labor- und Praktikumsanteile lassen sich nicht vollstaendig digitalisieren.

Wie lange dauert das Fernstudium?

Berufsbegleitend liegt der Bachelor meist bei 8 bis 12 Semestern, der Master bei 4 bis 6 Semestern. Viele Anbieter erlauben eine flexible Verlaengerung der Studienzeit, oft kostenfrei.

Welche Voraussetzungen brauche ich?

Fuer den Bachelor in der Regel die Hochschul- oder Fachhochschulreife, teils ein Zugang ueber Berufserfahrung. Fuer den Master einen ersten ingenieurwissenschaftlichen Abschluss. Solide Mathekenntnisse und Selbstdisziplin sind faktisch Pflicht.

Was unterscheidet das Studium von einer Ausbildung?

Eine Ausbildung, etwa zum Fluggeraetmechaniker, ist praktisch und betrieblich und dauert rund dreieinhalb Jahre. Das Fernstudium ist akademisch, fuehrt zum Bachelor oder Master und qualifiziert fuer Entwicklung, Berechnung und Forschung. Beides laesst sich nacheinander kombinieren.

Wie sind die Job- und Gehaltsaussichten?

Die Aussichten sind gut, da Aerodynamik- und Leichtbau-Know-how breit gefragt ist. Einstiegsgehaelter liegen oft bei rund 45.000 bis 55.000 Euro, mit Erfahrung sind deutlich hoehere Werte erreichbar. Ein berufsbegleitender Abschluss ist gleichwertig.

Fazit

Ein Fernstudium Luft- und Raumfahrttechnik ist ein anspruchsvoller, aber lohnender Weg zum Ingenieurberuf – ideal fuer technisch Begeisterte, die berufsbegleitend und ortsunabhaengig studieren wollen. Wichtig ist die realistische Erwartung: Ein reines Online-Programm mit genau diesem Namen ist selten, oft fuehrt der Weg ueber ein berufsbegleitendes Studium mit Praesenzanteilen oder ueber Maschinenbau mit Vertiefung. Wer Mathematik, Physik und mehrjaehriges Selbstlernen nicht scheut, findet hier eine zukunftssichere Qualifikation.

Grenze fuer dich klar ab, ob du den akademischen Weg oder eine praktische Ausbildung suchst – oder beides nacheinander kombinierst. Vergleiche dann mehrere Anbieter hinsichtlich Akkreditierung, Praesenzaufwand, Betreuung und Kosten. Den schnellsten Ueberblick bekommst du, indem du dir kostenlos und unverbindlich das Infomaterial der passenden Fernhochschulen anforderst und in Ruhe vergleichst.


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