Umschulung Ernährungsberater – Ausbildung Quereinsteiger
Redaktionell geprüft von der Fernstudium – Berufsbegleitend studieren-Redaktion · Aktualisiert: · Lesezeit: ca. 11 Min
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste auf einen Blick
- Förderung durch Bildungsgutschein nach § 81 SGB III oder SGB II bei der Bundesagentur für Arbeit möglich
- Quereinstieg ist grundsätzlich möglich – viele Stellenangebote kennzeichnen dies explizit
- Ausbildung zum Diätassistenten dauert 3 Jahre und führt zu einem staatlich anerkannten Abschluss
- Online-Lehrgänge bieten zeitliche und örtliche Flexibilität für Berufstätige
Die Umschulung zum Ernährungsberater beziehungsweise zur Ernährungsberaterin ist der Wunsch vieler Menschen, die nach neuen beruflichen Perspektiven suchen und im Zuge dessen die Ernährungsberatung als neues Tätigkeitsfeld ins Auge fassen. Die Relevanz der Ernährung im Allgemeinen sowie die Zunahme ernährungsbedingter Gesundheitsprobleme im Speziellen sorgen für vielversprechende Aussichten.
In Zusammenhang mit der Ernährungsberater-Umschulung müssen angehende Berufswechsler/innen aber auch einiges bedenken und beachten. Abgesehen davon, dass es stets eine Herausforderung ist, den Beruf zu wechseln, sollte man sich auch über die Ausbildung zum Ernährungsberater informieren.
Berufsbild Ernährungsberater/in – Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten
Der Beruf des Ernährungsberaters widmet sich der professionellen Ernährungsberatung. Diese zielt in erster Linie darauf ab, Wissen rund um die Ernährung zu vermitteln. Die Klienten und Klientinnen werden eingehend rund um ihre Ernährung beraten und erfahren viel Wissenswertes über die biochemischen, ernährungsphysiologischen und allergologischen Eigenschaften ihrer Ernährung. Weiterhin sind die Lebensmittelstrukturen ein wesentliches Thema der Ernährungsberatung.
Die individuelle Lebensführung im Zusammenhang mit dem Essverhalten und dem Körperbewusstsein sind weitere Aspekte, die im Rahmen der Ernährungsberatung thematisiert werden. Ernährungsberater/innen nehmen somit verschiedene Aufgaben wahr. In erster Linie analysieren sie das Essverhalten ihrer Kunden, beraten diese in Sachen Ernährung, erstellen individuelle Ernährungspläne und begleiten die Ernährungsumstellung. Diese Kenntnisse und Kompetenzen führen zu spannenden Perspektiven in den folgenden Bereichen:
- Reha-Einrichtungen
- Lebensmittelindustrie
- Apotheken
- Kliniken und Krankenhäuser
- Gesundheitszentren
- Fitnessstudios
- Pflegeeinrichtungen
- Arztpraxen
- Ernährungsberatungen
- Wellness-Einrichtungen
Viele Ernährungsberater/innen entscheiden sich auch für eine berufliche Selbständigkeit, indem sie eine eigene Praxis eröffnen. Dass dann kein festes Gehalt existiert, liegt in der Natur der Sache. Trotzdem bewegt sich das durchschnittliche Einkommen in der Ernährungsberatung zwischen rund 20.000 Euro und 34.000 Euro brutto im Jahr.
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Per Umschulung Ernährungsberater/in werden
Wer sich zum Ernährungsberater umschulen lassen möchte, sollte darin vor allem eine Zusatzqualifikation sehen, die neue berufliche Perspektiven bietet. Menschen mit medizinischer oder sozialer Vorbildung haben hier folglich die besten Karrierechancen. Zwingend erforderlich sind derartige Vorkenntnisse aber nicht. Die Lehrgänge, die als Ernährungsberater-Ausbildung dienen, vermitteln umfassendes Wissen. Insbesondere die folgenden Inhalte sind hier zu nennen:
- Grundlagen der Medizin
- Lebensmittelkunde
- Ernährungslehre
- besondere Ernährungsformen
- Kommunikation
- Recht
- Hygiene
- Betriebswirtschaft
Interessierte an der Qualifizierung als Ernährungsberater/in müssen allerdings beachten, dass sie im Zuge dessen keinen offiziellen Berufsabschluss, sondern nur ein Zertifikat des Anbieters erwerben. Das ist dem Umstand geschuldet, dass Ernährungsberater/in kein anerkannter Ausbildungsberuf ist und es daher auch keine Umschulung im eigentlichen Sinne geben kann. Entsprechende Maßnahmen stellen keine Zweitausbildungen dar, sondern kommen vielmehr als Weiterbildungen daher.
Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Ernährungsberater-Umschulung
Da es keine einheitliche Ausbildung beziehungsweise Umschulung zum/zur Ernährungsberater/in gibt, können die Modalitäten einer entsprechenden Qualifizierung sehr unterschiedlich ausfallen. Interessierte sollten daher mit verschiedenen Anbietern in Kontakt treten und die Details erfragen. Oftmals besteht auch die Möglichkeit, kostenloses Informationsmaterial unverbindlich anzufordern. Die folgenden Ausführungen können als grobe Anhaltspunkte dienen und für eine erste Orientierung sorgen:
- Voraussetzungen: keine besonderen Vorkenntnisse erforderlich
- Dauer: zwischen wenigen Wochen und mehreren Monaten
- Kosten: sehr variabel
Finanzierungsmöglichkeiten für die Umschulung zum Ernährungsberater
Die Ernährungsberater-Ausbildung wird stets von privaten Anbietern durchgeführt, die Gebühren erheben. Je nach Lehrgang und Anbieter können die Kosten stark variieren. Einzelne Seminare oder Online-Kurse beginnen bei beispielsweise rund 300 Euro, während mehrmonatige Lehrgänge mit beispielsweise 3.000 Euro und mehr zu Buche schlagen. Dass es einer Finanzierung bedarf, steht somit außer Frage.
Indem man die Maßnahme berufsbegleitend absolviert, kann man auf sein festes Einkommen zurückgreifen und davon beispielsweise monatliche Raten zahlen. Ansonsten kann es auch eine Option sein, einen Kredit aufzunehmen. In anderen Fällen kann eine Förderung, wie zum Beispiel per Bildungsgutschein, in Betracht kommen.
Checkliste zur persönlichen Eignung als Ernährungsberater/in
Besondere formale Voraussetzungen müssen angehende Ernährungsberater/innen in der Regel nicht erfüllen. Die betreffenden Qualifizierungen sind in vielen Fällen für alle Interessierten zugänglich. Dass bedeutet aber nicht, dass die Ernährungsberatung ein Betätigungsfeld für jedermann ist. Insbesondere Berufswechsler/innen sollten an ihre persönliche Eignung denken und vor allem den folgenden Kriterien Beachtung schenken:
- Kommunikationsstärke
- Verantwortungsbewusstsein
- Einfühlungsvermögen
- Organisationsgeschick
- Durchsetzungsstärke
- Geduld
- Verständnis
- medizinisches Interesse
Welche Weiterbildungen sind für Ernährungsberater/innen geeignet?
Seminare, Workshops und Online-Kurse sind interessante Weiterbildungen für Ernährungsberater/innen. Im Rahmen einer solchen kompakten Maßnahme können sie ihr Wissen auffrischen oder auch erweitern. Dabei kann es um medizinische Grundlagen oder besondere Ernährungsformen gehen.
In Zeiten zunehmender Akademisierung sollten ambitionierte Ernährungsberater/innen mitunter berufsbegleitend studieren. Per Fernstudium oder anderem Teilzeitstudium können sie nebenbei einen akademischen Grad erlangen. Dadurch erzielen sie die Anerkennung ihrer Qualifikation. Die folgenden Studienfächer bieten sich für ein solches Unterfangen ganz besonders an:
- Gesundheitswissenschaft
- Gesundheitsmanagement
- Ernährungswissenschaft
- Ökotrophologie
- Lebensmitteltechnologie
- Rehabilitation
- Prävention
- Therapiewissenschaft
Was sind die Alternativen zu einer Ernährungsberater-Umschulung?
Der Abschluss als Ernährungsberater/in wird üblicherweise nicht anerkannt und eignet sich bestenfalls als Zusatzqualifikation. Wer aber einen grundlegenden Berufswechsel vollziehen möchte und daher mit einer Ernährungsberater-Umschulung liebäugelt, sollte sich gegebenenfalls nach anderen Optionen umsehen. Als Umschulungsalternativen bieten sich unter anderem die folgenden Berufe an:
- Diätassistent/in
- Koch/Köchin
- Hauswirtschafter/in
- Pflegefachmann/-frau
Förderung der Ernährungsberater-Qualifizierung durch die Arbeitsagentur
Kurz gesagt: Die Bundesagentur für Arbeit kann Ihre Qualifizierung zum Ernährungsberater über einen Bildungsgutschein nach § 81 SGB III fördern. Auch Empfänger von Arbeitslosengeld II können eine Förderung nach SGB II erhalten.
Eine Finanzierung Ihrer Ernährungsberater-Qualifizierung ist durch verschiedene Förderinstrumente möglich. Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt Umschulungen und Weiterbildungen über den Bildungsgutschein nach § 81 SGB III. Diese Förderung steht sowohl Arbeitslosen als auch von Arbeitslosigkeit bedrohten Personen zur Verfügung.
Für Empfänger von Arbeitslosengeld II gelten die Bestimmungen des SGB II. Hier prüft das Jobcenter, ob die Qualifizierung zur Integration in den Arbeitsmarkt beiträgt. Die Bundesagentur für Arbeit informiert auf ihrer Website über alle verfügbaren Förderinstrumente und Voraussetzungen für eine Kostenübernahme.
Quereinstieg als Ernährungsberater – Voraussetzungen und Möglichkeiten
Kurz gesagt: Ein Quereinstieg in den Beruf des Ernährungsberaters ist grundsätzlich möglich. Viele Arbeitgeber kennzeichnen ihre Stellenangebote explizit mit „Quereinstieg möglich“ und setzen keine spezifische Vorbildung voraus.
Der Bereich Ernährungsberatung steht Quereinsteigern offen. Die Arbeitsagentur verzeichnet mehrere Stellenangebote, die explizit „Quereinstieg möglich“ kennzeichnen. Das zeigt, dass Arbeitgeber bereit sind, auch Bewerbern ohne direkte Vorerfahrung eine Chance zu geben.
Besonders Menschen mit medizinischer, sozialer oder gesundheitsorientierter Vorbildung finden gute Anschlussmöglichkeiten. Aber auch Quereinsteiger aus völlig anderen Bereichen können sich erfolgreich qualifizieren. Die Motivation und das Interesse am Bereich Gesundheit sind oft wichtiger als die formale Vorerfahrung.
Diätassistent als staatlich anerkannte Alternative
Kurz gesagt: Die Ausbildung zum Diätassistenten dauert 3 Jahre und führt zu einem staatlich anerkannten Abschluss. Voraussetzung ist ein Sekundarabschluss I oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener zweijähriger Berufsausbildung.
Im Gegensatz zur Ernährungsberater-Qualifizierung ist Diätassistent/in ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und bietet einen offiziell anerkannten Abschluss. Sie erhalten nach erfolgreichem Abschluss ein staatliches Zeugnis, das bundesweit anerkannt wird.
Für die Ausbildung benötigen Sie einen Sekundarabschluss I (Realschulabschluss) oder einen Hauptschulabschluss mit abgeschlossener mindestens zweijähriger Berufsausbildung. Diätassistenten arbeiten hauptsächlich in Kliniken, Reha-Einrichtungen und Beratungsstellen. Das BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit bietet detaillierte Informationen zu diesem anerkannten Beruf.
Verwandte Berufe im Bereich Ernährung und Gesundheit
Kurz gesagt: Neben der Ernährungsberatung gibt es verwandte Qualifikationen wie Gesundheitsberater, die zusätzlich Bewegungsangebote, Entspannungstrainings und ergonomische Arbeitsplatzgestaltung anbieten.
Im Bereich Ernährung und Gesundheit finden Sie verschiedene berufliche Möglichkeiten. Gesundheitsberater/innen arbeiten ganzheitlicher und erstellen nicht nur Ernährungspläne, sondern bieten auch Bewegungsangebote, Entspannungstrainings und ergonomische Arbeitsplatzgestaltung an. Diese umfassende Beratung spricht Kunden an, die ihre gesamte Lebensführung optimieren möchten.
Ernährungsberater/innen konzentrieren sich primär auf die Ernährung selbst. Sie halten Einzel- und Gruppenberatungen ab und analysieren das Essverhalten von Ratsuchenden. Diese Spezialisierung ermöglicht eine tiefere fachliche Expertise in Ernährungsfragen. Beide Berufswege bieten gute Perspektiven, da das Interesse an gesunder Ernährung und präventiver Gesundheitsvorsorge kontinuierlich wächst.
Online-Ausbildung zum Ernährungsberater – Flexibel lernen
Kurz gesagt: Online-Lehrgänge ermöglichen eine zeitlich und örtlich flexible Qualifizierung zum Ernährungsberater. Sie können berufsbegleitend lernen und Ihr Lerntempo selbst bestimmen.
Viele Anbieter bieten Online-Lehrgänge für die Ernährungsberater-Qualifizierung an. Diese Form des Lernens ist zeitlich und örtlich flexibel gestaltet. Sie können die Inhalte berufsbegleitend erarbeiten und Ihr Lerntempo an Ihre persönlichen Umstände anpassen.
Online-Ausbildungen dauern je nach Anbieter unterschiedlich lange – typisch sind Zeiträume zwischen mehreren Monaten bis zu einem Jahr. Die Lehrgänge vermitteln dieselben Inhalte wie Präsenzveranstaltungen und schließen mit einem Zertifikat des Anbieters ab. Viele Berufstätige wählen diese Variante, weil sie Familie, Job und Weiterbildung besser vereinbaren können.
Auswahl des richtigen Anbieters für die Ernährungsberater-Qualifizierung
Kurz gesagt: Bei der Anbieterauswahl sollten Sie auf Zertifizierungen, Lehrinhalte, Betreuungsqualität und Anerkennung in der Branche achten. Die Kosten und Dauer variieren zwischen den Anbietern erheblich.
Die Wahl des richtigen Anbieters beeinflusst maßgeblich die Qualität Ihrer Qualifizierung. Seriöse Anbieter sind meist zertifiziert und ihre Lehrgänge entsprechen bestimmten Qualitätsstandards. Achten Sie auf detaillierte Lehrpläne, kompetente Dozenten und eine gute Betreuung während der gesamten Ausbildungszeit.
Die Kosten und Dauer der Lehrgänge variieren zwischen den Anbietern stark. Einige bieten Kurse über wenige Monate an, andere erstrecken sich über ein Jahr oder länger. Informieren Sie sich auch über die Anerkennung des Zertifikats in der Branche und ob Absolventen erfolgreich in den Beruf eingestiegen sind. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bietet Orientierungshilfen für die Auswahl von Weiterbildungsanbietern.
Weiterführende Informationen
Die Bundesagentur für Arbeit informiert über Förderungsmöglichkeiten wie den Bildungsgutschein nach § 81 SGB III für Ihre Qualifizierung zum Ernährungsberater.
Das BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit bietet detaillierte Berufsprofile zu Ernährungsberater und verwandten Berufen wie Diätassistent.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt Orientierungshilfen für die Auswahl seriöser Weiterbildungsanbieter zur Verfügung.
Kann ich als Quereinsteiger Ernährungsberater werden?
Ja, ein Quereinstieg ist möglich. Viele Stellenangebote kennzeichnen explizit „Quereinstieg möglich“ und setzen keine spezifische Vorbildung voraus.
Übernimmt die Arbeitsagentur die Kosten für die Ernährungsberater-Ausbildung?
Ja, eine Förderung über Bildungsgutschein nach § 81 SGB III ist möglich. Auch Empfänger von Arbeitslosengeld II können Förderung nach SGB II erhalten.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Diätassistenten?
Die staatlich anerkannte Ausbildung zum Diätassistenten dauert 3 Jahre und führt zu einem offiziell anerkannten Abschluss.
Kann ich die Ernährungsberater-Ausbildung online machen?
Ja, viele Anbieter bieten Online-Lehrgänge an. Diese sind zeitlich und örtlich flexibel und können berufsbegleitend absolviert werden.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Diätassistent-Ausbildung?
Sie benötigen einen Sekundarabschluss I oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener mindestens zweijähriger Berufsausbildung.
Was ist der Unterschied zwischen Ernährungsberater und Gesundheitsberater?
Gesundheitsberater arbeiten ganzheitlicher und bieten neben Ernährungsplänen auch Bewegungsangebote, Entspannungstrainings und ergonomische Arbeitsplatzgestaltung an.
Umschulung im Bereich Gesundheit
- Arzthelferin
- Bademeister
- Diätassistent
- Ergotherapie
- Ernährungsberater
- Fachkraft für Arbeitssicherheit
- Fitnesskaufmann
- Fitnesstrainer
- Hebamme
- Heilerziehungspfleger
- Heilpädagoge
- Heilpraktiker
- Kauffrau im Gesundheitswesen
- Kinderpfleger
- Krankenschwester
- Logopädie
- Masseur
- Medizinische Fachangestellte
- Notfallsanitäter
- Pflegefachkraft
- Pflegehelfer
- Physiotherapie
- Podologe
- Psychologischer Berater
- Rettungssanitäter
- Tierarzthelfer
- Tierheilpraktiker
- Tierpfleger
- Tierphysiotherapeut
- Yogalehrer
- Heilerziehungspfleger




