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Fernstudium Human Resources

Personal ist in fast jedem Unternehmen ein zentrales Thema: Wer wird eingestellt, wie werden Mitarbeitende entwickelt, gehalten und fair vergütet, und wie gelingt es, in Zeiten von Fachkräftemangel überhaupt geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden? Genau darum dreht sich der Bereich Human Resources, im Deutschen meist als Personalwesen oder Personalmanagement bezeichnet. Aus der früher rein verwaltenden Personalabteilung ist längst ein strategisches Feld geworden, das über die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Organisationen mitentscheidet. Entsprechend gefragt sind Menschen, die sowohl rechtliche und betriebswirtschaftliche Grundlagen beherrschen als auch ein gutes Gespür für Kommunikation und Zusammenarbeit mitbringen.

Viele Interessierte, die schon im Berufsleben stehen, fragen sich, ob sie sich für diesen Bereich auch ohne klassisches Präsenzstudium qualifizieren können. Die gute Nachricht: Human Resources lässt sich sehr gut als Fernstudium oder berufsbegleitendes Studium absolvieren. Das Fach ist überwiegend theorie- und anwendungslastig und kommt ohne Labore oder zwingende Praxiswochen aus, sodass es sich gut für das ortsunabhängige Lernen von zu Hause aus eignet. Dieser Ratgeber zeigt ehrlich, was ein solches Studium umfasst, welche Wege es daneben gibt und worauf man bei der Entscheidung achten sollte.

Wichtige Punkte

  • Human Resources umfasst Personalgewinnung, -entwicklung, -verwaltung sowie Arbeits- und Vertragsrecht.
  • Das Fach eignet sich gut für ein Fernstudium, da es kaum auf Präsenz oder Labore angewiesen ist.
  • Mögliche Abschlüsse reichen vom Zertifikatskurs über Bachelor bis hin zum Master.
  • Neben dem Studium gibt es auch Ausbildungs- und Weiterbildungswege in den Personalbereich.
  • Berufsbegleitende Modelle erlauben es, Theorie und Praxis direkt zu verbinden.

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Was ist Human Resources? Das Berufsbild

Human Resources, kurz HR, bezeichnet den gesamten Umgang einer Organisation mit ihren Mitarbeitenden. Der englische Begriff hat sich im deutschsprachigen Raum weitgehend durchgesetzt, gemeint sind aber dieselben Aufgaben wie beim Personalwesen oder Personalmanagement. Dazu gehört die Suche und Auswahl neuer Beschäftigter ebenso wie die Betreuung bestehender Belegschaften, die Lohn- und Gehaltsabrechnung, die Weiterbildung und Förderung von Talenten sowie die Begleitung von Veränderungsprozessen.

In der Praxis ist Human Resources breit gefächert. Manche Fachkräfte spezialisieren sich auf das Recruiting und verbringen ihren Arbeitstag mit Bewerbungsgesprächen und der Ansprache geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten. Andere kümmern sich um Personalentwicklung, also um Schulungen, Karrierepfade und Führungskräftethemen. Wieder andere arbeiten eher administrativ, etwa in der Entgeltabrechnung oder im Vertragswesen. In größeren Unternehmen sind diese Rollen klar getrennt, in kleineren liegt häufig alles in einer Hand.

Wer sich für diesen Bereich interessiert, sollte gerne mit Menschen arbeiten, organisiert sein und ein gewisses Interesse an rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen mitbringen. Diskretion und ein verantwortungsvoller Umgang mit sensiblen Daten gehören ebenfalls dazu, denn HR-Verantwortliche haben oft Einblick in persönliche und vertrauliche Informationen.

Studieninhalte und Schwerpunkte im Fernstudium

Ein Fernstudium im Bereich Human Resources verbindet typischerweise betriebswirtschaftliche Grundlagen mit personalspezifischen Vertiefungen. In den ersten Semestern stehen häufig allgemeine Themen wie Betriebswirtschaftslehre, Buchführung, Wirtschaftsrecht und Grundlagen der Unternehmensführung auf dem Programm. Darauf bauen die fachlichen Schwerpunkte des Personalbereichs auf.

Zu den zentralen Inhalten zählen in der Regel:

  • Personalgewinnung und Recruiting, einschließlich Auswahlverfahren und Personalmarketing
  • Personalentwicklung, Weiterbildung und Talentmanagement
  • Arbeits- und Sozialrecht sowie Vertragsgestaltung
  • Entgeltsysteme, Vergütung und betriebliche Sozialleistungen
  • Arbeitspsychologie, Mitarbeiterführung und Kommunikation
  • Digitalisierung im Personalwesen und HR-Software

Je nach Studiengang und Anbieter unterscheiden sich die Schwerpunkte. Manche Programme sind stärker betriebswirtschaftlich ausgerichtet und führen zu einem allgemeinen Wirtschaftsabschluss mit HR-Schwerpunkt, andere sind speziell auf Personalmanagement zugeschnitten. Wer schon eine bestimmte Richtung im Blick hat, etwa Recruiting oder Personalentwicklung, sollte die Modulpläne genau vergleichen, da nicht jeder Studiengang alle Bereiche gleich tief behandelt.

Hinweis zur Begriffsvielfalt
Studiengänge zum Thema Human Resources tragen sehr unterschiedliche Namen: Personalmanagement, Human Resource Management, Wirtschaftspsychologie mit HR-Schwerpunkt oder Betriebswirtschaft mit Vertiefung Personal. Inhaltlich überschneiden sie sich stark. Es lohnt sich, beim Vergleich auf die konkreten Module statt nur auf den Titel zu achten.

Fernstudium oder Ausbildung?

Nicht jeder Weg in den Personalbereich führt zwingend über ein Studium. Eine klassische kaufmännische Ausbildung, etwa zur Kauffrau oder zum Kaufmann für Büromanagement oder im Personaldienstleistungsbereich, kann ebenfalls ein solider Einstieg sein. Darauf lässt sich später mit einer Weiterbildung zur Personalfachkauffrau oder zum Personalfachkaufmann aufbauen, einem anerkannten Fortbildungsabschluss, der gezielt auf HR-Aufgaben vorbereitet.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick: Eine Ausbildung dauert in der Regel zwei bis drei Jahre, findet im dualen System zwischen Betrieb und Berufsschule statt und wird vergütet. Sie ist praxisnah und besonders für diejenigen geeignet, die früh in den Beruf einsteigen und konkret im Tagesgeschäft lernen möchten. Ein Studium hingegen vermittelt mehr theoretischen und strategischen Hintergrund, öffnet eher den Weg in Fach- und Führungspositionen und dauert je nach Abschluss und Modell zwischen drei und fünf Jahren.

Bei den Kosten unterscheiden sich beide Wege deutlich. Eine Ausbildung kostet keine Studiengebühren, im Gegenteil wird sie vergütet. Ein Fernstudium ist dagegen kostenpflichtig und bewegt sich je nach Abschluss und Anbieter im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich, bei manchen Masterprogrammen auch darüber. Beim Abschluss steht am Ende der Ausbildung ein anerkannter Berufsabschluss, beim Studium ein akademischer Grad wie Bachelor oder Master.

Welcher Weg der richtige ist, hängt von der eigenen Ausgangslage ab. Wer noch keine Berufserfahrung hat und praktisch einsteigen will, ist mit einer Ausbildung oft gut beraten. Wer bereits im Beruf steht und sich für anspruchsvollere oder leitende Aufgaben qualifizieren möchte, profitiert von einem berufsbegleitenden Studium, das sich neben dem Job absolvieren lässt. Auch eine Kombination ist üblich: erst Ausbildung, dann berufsbegleitendes Fernstudium.

Voraussetzungen und Zugang

Die Zugangsvoraussetzungen für ein Fernstudium im Bereich Human Resources richten sich nach dem angestrebten Abschluss. Für einen Bachelor wird üblicherweise die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife verlangt. Viele Fernhochschulen ermöglichen den Zugang aber auch über berufliche Qualifikationen, etwa über eine abgeschlossene Berufsausbildung in Kombination mit mehrjähriger Berufserfahrung. Damit steht das Studium ausdrücklich auch denjenigen offen, die keinen klassischen Schulabschluss für die Hochschule mitbringen.

Für ein Masterstudium ist in der Regel ein erster Hochschulabschluss erforderlich, häufig im wirtschafts- oder sozialwissenschaftlichen Bereich. Manche Programme verlangen zusätzlich einschlägige Berufserfahrung. Wer unsicher ist, ob die eigenen Voraussetzungen passen, sollte vorab das Gespräch mit der Studienberatung des jeweiligen Anbieters suchen, da die Regelungen von Hochschule zu Hochschule variieren.

Neben den formalen Kriterien spielt die persönliche Eignung eine Rolle. Ein Fernstudium verlangt ein hohes Maß an Selbstorganisation und Eigenmotivation, weil der feste Stundenplan eines Präsenzstudiums fehlt. Wer es gewohnt ist, sich Lernstoff selbstständig zu erarbeiten, und über ein gutes Zeitmanagement verfügt, bringt gute Startbedingungen mit.

Dauer, Ablauf und Kosten

Die Dauer eines Fernstudiums hängt vom Abschluss und vom gewählten Zeitmodell ab. Ein Bachelor umfasst in Vollzeit meist sechs bis sieben Semester, berufsbegleitend dauert er entsprechend länger, häufig acht bis zwölf Semester. Ein Master ist auf etwa drei bis vier Semester ausgelegt, in Teilzeit ebenfalls länger. Daneben gibt es kürzere Zertifikatskurse und Weiterbildungen, die nur wenige Monate dauern und sich auf einzelne Themen konzentrieren.

Der Ablauf eines Fernstudiums ist auf Flexibilität ausgerichtet. Die Lerninhalte werden meist über eine Online-Lernplattform bereitgestellt, ergänzt durch Studienhefte, Videos und interaktive Aufgaben. Gelernt wird zeit- und ortsunabhängig, Prüfungen finden je nach Hochschule online oder an Prüfungszentren statt. Manche Anbieter bieten freiwillige oder verpflichtende Präsenzphasen an, etwa für Seminare oder Klausuren. Bei HR-Studiengängen sind diese Präsenzanteile aber überschaubar, da das Fach kein Labor und keine praktischen Pflichtmodule vor Ort erfordert.

Bei den Kosten gilt: Ein Fernstudium ist eine Investition. Die Gebühren werden in der Regel monatlich erhoben und summieren sich über die gesamte Studienzeit. Je nach Abschluss und Anbieter liegt der Gesamtbetrag im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich, bei manchen Masterprogrammen auch darüber. Hinzu kommen mögliche Kosten für Prüfungen oder Präsenzphasen. Es lohnt sich, frühzeitig nach Fördermöglichkeiten zu schauen, etwa nach Bildungsgutscheinen, Aufstiegs-BAföG oder einer finanziellen Unterstützung durch den Arbeitgeber, der von einer Weiterqualifizierung im Personalbereich oft direkt profitiert.

Tipp
Wer berufsbegleitend studiert, sollte realistisch kalkulieren: Neben dem Vollzeitjob bleiben pro Woche meist mehrere Stunden für das Lernen. Ein klar geplanter Wochenrhythmus und das offene Gespräch mit dem Arbeitgeber helfen, Beruf und Studium dauerhaft unter einen Hut zu bekommen.

Karriere, Einsatzfelder und Gehalt

Human Resources ist ein Querschnittsbereich, der in nahezu allen Branchen gebraucht wird. Absolventinnen und Absolventen finden Einsatzfelder in Personalabteilungen von Unternehmen jeder Größe, bei Personaldienstleistern und Zeitarbeitsfirmen, in Unternehmensberatungen mit HR-Schwerpunkt sowie im öffentlichen Dienst. Typische Rollen sind HR-Generalist, Recruiter, Personalentwickler, Referent im Personalbereich oder, mit zunehmender Erfahrung, Personalleitung.

Die Karrierewege sind vielfältig. Wer mit einem Bachelor einsteigt, beginnt oft als Sachbearbeitung oder als HR-Generalist und übernimmt mit der Zeit mehr Verantwortung. Ein Master oder eine Spezialisierung kann den Weg in Fach- und Führungspositionen ebnen. Auch eine Selbstständigkeit, etwa als Berater oder im Recruiting, ist mit entsprechender Erfahrung denkbar.

Beim Gehalt lässt sich keine pauschale Aussage treffen, da es stark von Region, Branche, Unternehmensgröße, Berufserfahrung und Verantwortung abhängt. Als grobe Orientierung bewegen sich Einstiegsgehälter im Personalbereich meist im unteren bis mittleren Bereich akademischer Einstiegsvergütungen, während erfahrene Fachkräfte und insbesondere Personen in Leitungsfunktionen deutlich darüber liegen können. Diese Angaben sind als grobe Spanne zu verstehen und sollten nicht als feste Größe gelesen werden.

Für wen sich das Fernstudium eignet

Ein Fernstudium im Bereich Human Resources passt besonders gut zu Menschen, die bereits im Berufsleben stehen und sich weiterentwickeln möchten, ohne ihren Job aufzugeben. Auch für Quereinsteiger aus anderen kaufmännischen oder sozialen Berufen kann es ein guter Weg sein, um sich gezielt für den Personalbereich zu qualifizieren. Wer aus einer Elternzeit zurückkehrt oder aus anderen Gründen zeitlich flexibel lernen muss, profitiert ebenfalls vom ortsunabhängigen Format.

Weniger geeignet ist das Fernstudium für diejenigen, die viel Wert auf den direkten Austausch im Hörsaal legen oder Schwierigkeiten haben, sich ohne festen Rahmen selbst zu motivieren. In diesen Fällen kann ein Präsenzstudium oder eine Ausbildung mit klarer Struktur die bessere Wahl sein. Eine ehrliche Selbsteinschätzung vor dem Start spart später Frust und vermeidet Studienabbrüche.

Hilfreich ist es, vor der Anmeldung ein kostenloses Probestudium oder einen Testzugang zu nutzen, den viele Fernhochschulen anbieten. So lässt sich unverbindlich herausfinden, ob das Lernformat zum eigenen Alltag passt und ob die Inhalte den eigenen Erwartungen entsprechen. Auch der Austausch mit Studierenden oder Absolventinnen und Absolventen kann ein realistisches Bild davon vermitteln, wie sich ein berufsbegleitendes Studium tatsächlich anfühlt und wo die typischen Stolpersteine liegen.

Häufige Fragen zum Fernstudium Human Resources

Kann man Human Resources komplett per Fernstudium studieren?
Ja, das Fach lässt sich weitgehend ortsunabhängig studieren, da es kaum auf Präsenz angewiesen ist. Manche Anbieter setzen einzelne freiwillige oder verpflichtende Präsenzphasen für Seminare oder Prüfungen an.
Welcher Abschluss ist für den Personalbereich sinnvoll?
Das hängt vom Ziel ab: Für den Einstieg reicht oft ein Bachelor oder eine fachspezifische Weiterbildung, während ein Master eher für Fach- und Führungspositionen interessant ist.
Brauche ich Abitur für ein HR-Fernstudium?
Nicht zwingend. Viele Fernhochschulen ermöglichen den Zugang auch über eine Berufsausbildung in Kombination mit Berufserfahrung. Die genauen Regeln unterscheiden sich je nach Hochschule.
Wie lange dauert ein berufsbegleitendes HR-Fernstudium?
Ein berufsbegleitender Bachelor dauert häufig acht bis zwölf Semester, ein Master entsprechend kürzer. Kürzere Zertifikatskurse sind oft in wenigen Monaten abgeschlossen.
Lohnt sich ein Fernstudium gegenüber einer Ausbildung?
Beide Wege haben ihre Berechtigung. Eine Ausbildung ist praxisnah und wird vergütet, ein Studium vermittelt mehr Theorie und öffnet eher den Weg in höhere Positionen. Oft ist auch eine Kombination sinnvoll.

Human Resources ist ein vielseitiges Feld mit guten Perspektiven, das sich dank seiner theorie- und anwendungsbezogenen Inhalte besonders gut für ein Fernstudium eignet. Wer sich für die Arbeit mit Menschen, für rechtliche und betriebswirtschaftliche Fragen sowie für die Entwicklung von Organisationen interessiert, findet hier einen Bereich mit Zukunft. Entscheidend ist, den passenden Weg zwischen Studium, Ausbildung und Weiterbildung ehrlich zu wählen und die eigenen Voraussetzungen sowie das nötige Maß an Selbstorganisation realistisch einzuschätzen.

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