Fernstudium Volkswirtschaftslehre
Redaktionell geprüft von der Fernstudium – Berufsbegleitend studieren-Redaktion · Aktualisiert: · Lesezeit: ca. 9 Min
Warum steigen die Mieten, obwohl genug Wohnungen gebaut werden? Wieso treibt eine höhere Inflation die Notenbanken zu steigenden Zinsen, und wer trägt am Ende die Folgen? Solche Fragen sind der Kern der Volkswirtschaftslehre, kurz VWL. Anders als die Betriebswirtschaftslehre, die das einzelne Unternehmen in den Blick nimmt, untersucht die Volkswirtschaftslehre das große Ganze: Märkte, Güter- und Geldströme, das Verhalten ganzer Haushalts- und Unternehmensgruppen sowie die Rolle des Staates. Wer wirtschaftliche Zusammenhänge nicht nur verfolgen, sondern verstehen und einordnen will, findet in der VWL ein anspruchsvolles und vielseitiges Fach.
Für viele Berufstätige stellt sich dabei die Frage, ob sich Volkswirtschaftslehre auch berufsbegleitend per Fernstudium erarbeiten lässt – ohne den Job aufzugeben und ohne an feste Vorlesungszeiten gebunden zu sein. Die ehrliche Antwort lautet: ja, in weiten Teilen. Reine VWL-Fernstudiengänge sind allerdings seltener als wirtschaftswissenschaftliche Programme, in denen VWL als großer Schwerpunkt enthalten ist. Dieser Ratgeber zeigt, wie ein Fernstudium mit VWL-Fokus aufgebaut ist, welche Voraussetzungen gelten und worauf man bei der Wahl achten sollte.
Inhaltsverzeichnis
Wichtige Punkte
- VWL beschäftigt sich mit gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen wie Märkten, Konjunktur, Inflation und Wirtschaftspolitik.
- Ein berufsbegleitendes Fernstudium ist gut möglich, oft als wirtschaftswissenschaftlicher Studiengang mit VWL-Schwerpunkt.
- Mathematik und Statistik spielen eine wichtige Rolle – quantitatives Denken sollte einem nicht völlig fremd sein.
- Die Kosten liegen je nach Anbieter und Abschluss meist im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich.
- Volkswirtinnen und Volkswirte arbeiten unter anderem in Banken, Verbänden, Behörden, Forschung und Unternehmensberatung.
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Was ist Volkswirtschaftslehre eigentlich?
Die Volkswirtschaftslehre ist eine Sozialwissenschaft, die sich mit der Erzeugung, Verteilung und dem Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen in einer Gesellschaft befasst. Sie fragt, wie knappe Ressourcen verteilt werden, wie sich Preise auf Märkten bilden und wie wirtschaftspolitische Eingriffe wirken. Traditionell unterscheidet man zwei große Bereiche: die Mikroökonomie und die Makroökonomie.
Die Mikroökonomie betrachtet das Verhalten einzelner Akteure – also wie Haushalte ihre Kaufentscheidungen treffen oder wie Unternehmen Preise und Mengen festlegen. Die Makroökonomie nimmt dagegen die gesamtwirtschaftliche Ebene in den Blick: Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit, Inflation, Außenhandel und die Rolle von Staat und Zentralbank. Beide Perspektiven greifen ineinander und liefern zusammen ein Bild davon, wie Volkswirtschaften funktionieren.
VWL ist dabei kein reines Theoriefach. Modelle und Annahmen werden immer wieder an realen Daten überprüft. Wer Volkswirtschaftslehre studiert, lernt deshalb nicht nur ökonomische Denkweisen, sondern auch, wie man Hypothesen mit statistischen Methoden testet und wirtschaftliche Entwicklungen quantitativ beschreibt. Genau diese Verbindung aus Theorie, Empirie und kritischem Denken macht das Fach für viele Interessierte reizvoll.
Hilfreich ist es, sich die Denkweise der VWL als eine bestimmte Brille vorzustellen, durch die man die Welt betrachtet. Ökonominnen und Ökonomen fragen stets nach Anreizen, nach Knappheit und nach den Folgen, die eine Entscheidung an anderer Stelle auslöst. Eine staatliche Mietpreisbremse etwa lässt sich nicht isoliert beurteilen, sondern erst im Zusammenspiel mit dem Verhalten von Vermietern, Investoren und Wohnungssuchenden. Diese Art, in Wechselwirkungen und Nebenfolgen zu denken, ist eine Kernkompetenz, die das Studium von Anfang an schult und die weit über das Fach hinaus nützlich ist.
Studieninhalte und Schwerpunkte im Fernstudium
Ein Fernstudium mit VWL-Ausrichtung baut in den ersten Semestern meist ein breites wirtschaftswissenschaftliches Fundament auf. Dazu gehören die schon genannten Grundlagen der Mikro- und Makroökonomie, ergänzt um Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler, Statistik und häufig auch Einführungen in die Betriebswirtschaftslehre, das Rechnungswesen und das Wirtschaftsrecht. Dieser Mix sorgt dafür, dass man wirtschaftliche Zusammenhänge sowohl aus volkswirtschaftlicher als auch aus betrieblicher Sicht versteht.
In den höheren Semestern kommen vertiefende und anwendungsnähere Themen hinzu. Typische Felder sind Geld- und Währungstheorie, internationale Wirtschaftsbeziehungen, Finanzwissenschaft und Steuern, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, Wettbewerbs- und Industrieökonomik oder Umwelt- und Ressourcenökonomie. Viele Programme erlauben es, über Wahlmodule einen eigenen Schwerpunkt zu setzen, etwa in Richtung Finanzmärkte, Wirtschaftspolitik oder empirische Wirtschaftsforschung.
Ein roter Faden durch das gesamte Studium ist das quantitative Arbeiten. Ökonometrie, also die statistische Analyse wirtschaftlicher Daten, gilt vielen als Königsdisziplin der modernen VWL. Wer hier sicher wird, kann Zusammenhänge nicht nur behaupten, sondern mit Zahlen belegen – eine Fähigkeit, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt ist.
Nicht zu unterschätzen sind außerdem die methodischen und überfachlichen Kompetenzen, die im Laufe des Studiums entstehen. Dazu zählen wissenschaftliches Arbeiten, das Lesen und Einordnen empirischer Studien, der souveräne Umgang mit Tabellenkalkulation und statistischer Software sowie das klare Aufbereiten komplexer Zusammenhänge in Berichten und Präsentationen. Viele Fernhochschulen verankern diese Fähigkeiten in eigenen Modulen oder in praxisnahen Fallstudien, die zeigen, wie ökonomische Theorie auf konkrete Fragestellungen angewendet wird. Gerade Berufstätige profitieren davon, weil sie das Gelernte oft unmittelbar in ihrem Arbeitsalltag wiedererkennen und einsetzen können.
Ist VWL als Fernstudium überhaupt sinnvoll möglich?
Volkswirtschaftslehre lässt sich grundsätzlich gut im Selbststudium erarbeiten, weil ein großer Teil aus dem Durcharbeiten von Texten, Modellen und Rechenaufgaben besteht. Das passt zur Logik eines Fernstudiums, bei dem man Lerninhalte überwiegend eigenständig und zeitlich flexibel bearbeitet. Skripte, Lehrvideos, Online-Vorlesungen und digitale Übungsplattformen ersetzen die klassische Präsenzvorlesung weitgehend.
Trotzdem gibt es Punkte, die man realistisch sehen sollte. Anspruchsvolle quantitative Module wie Statistik oder Ökonometrie fallen vielen ohne direkten Austausch schwerer. Gute Fernhochschulen begegnen dem mit Online-Tutorien, Foren und teils freiwilligen oder verpflichtenden Präsenz- beziehungsweise Online-Seminaren. Klausuren werden je nach Anbieter an Prüfungszentren oder zunehmend als beaufsichtigte Online-Prüfungen abgelegt. Wer also völlig ohne Präsenztermine auskommen möchte, sollte das vor der Einschreibung genau prüfen.
Unter dem Strich ist ein berufsbegleitendes Studium mit VWL-Inhalten gut machbar – vorausgesetzt, man bringt Disziplin, Durchhaltevermögen und eine gewisse Affinität zu Zahlen mit. Wer hauptsächlich an wirtschaftspolitischen Debatten interessiert ist, die Mathematik aber scheut, sollte sich die Modulpläne vorab sehr genau ansehen.
Fernstudium oder Ausbildung?
Eine reine Ausbildung zum Volkswirt gibt es nicht – VWL ist ein akademisches Fach und wird über ein Studium erworben. Wer dennoch zwischen einem akademischen Weg und einer praxisnahen Ausbildung abwägt, vergleicht in der Regel ein wirtschaftswissenschaftliches Studium mit einer kaufmännischen Ausbildung, etwa zur Bankkauffrau, zum Industriekaufmann oder zur Steuerfachangestellten. Beide Wege führen in die Wirtschaft, unterscheiden sich aber grundlegend.
Eine duale Ausbildung dauert meist zweieinhalb bis drei Jahre, findet im Betrieb und in der Berufsschule statt und wird vergütet – man verdient also von Beginn an Geld. Der Fokus liegt auf praktischen Abläufen und konkreten Tätigkeiten. Ein Studium der Volkswirtschaftslehre dauert im Bachelor in der Regel sechs bis acht Semester, im berufsbegleitenden Fernstudium oft etwas länger, und kostet je nach Anbieter Studiengebühren. Dafür vermittelt es analytische Methoden, theoretisches Tiefenwissen und einen akademischen Abschluss, der für viele höhere Funktionen vorausgesetzt wird.
Auch bei der Eignung gibt es Unterschiede. Wer schnell ins Berufsleben einsteigen, praktisch arbeiten und früh eigenes Geld verdienen möchte, ist mit einer Ausbildung häufig besser bedient. Wer dagegen wirtschaftliche Zusammenhänge tiefer durchdringen, analytisch arbeiten und sich Türen zu Forschung, Beratung oder anspruchsvollen Fachpositionen offenhalten will, profitiert vom Studium. Ein beliebter Mittelweg ist die Kombination: erst eine kaufmännische Ausbildung absolvieren und anschließend berufsbegleitend per Fernstudium die akademische Qualifikation draufsetzen. So verbindet man Praxiserfahrung mit theoretischem Fundament, ohne den Job aufgeben zu müssen.
Voraussetzungen und Zugang
Für ein Bachelor-Fernstudium mit VWL-Schwerpunkt ist in der Regel die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife erforderlich. Viele Fernhochschulen öffnen ihre Studiengänge zusätzlich für beruflich Qualifizierte: Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung und einschlägige Berufserfahrung mitbringt, kann häufig auch ohne klassisches Abitur zugelassen werden. Die genauen Bedingungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Hochschule.
Für ein Masterstudium wird ein erster Hochschulabschluss vorausgesetzt, meist in Wirtschaftswissenschaften oder einem verwandten Fach mit ausreichendem Anteil an quantitativen und ökonomischen Inhalten. Manche Programme verlangen zudem Kenntnisse in Statistik oder Mathematik auf einem bestimmten Niveau und gelegentlich Englischkenntnisse, da viele Fachtexte auf Englisch verfasst sind.
Unabhängig vom formalen Zugang sind einige persönliche Voraussetzungen entscheidend für den Erfolg: Selbstorganisation, weil niemand den Lernrhythmus vorgibt, ein gewisses Durchhaltevermögen über mehrere Jahre hinweg und die Bereitschaft, sich mit Formeln, Diagrammen und Daten auseinanderzusetzen. Wer das mitbringt, hat gute Chancen, ein berufsbegleitendes Studium erfolgreich abzuschließen.
Spezialisierungen und Schwerpunkte
Volkswirtschaftslehre ist ein breites Fach, und gerade in den höheren Semestern lohnt es sich, einen eigenen Schwerpunkt zu setzen. Eine klassische Richtung ist die Finanz- und Geldwirtschaft: Hier geht es um Notenbankpolitik, Finanzmärkte, Zinsbildung und die Stabilität des Finanzsystems. Wer in Banken, Versicherungen oder im Treasury von Unternehmen arbeiten möchte, findet in diesem Bereich anschlussfähiges Wissen. Eng verwandt ist die internationale Ökonomie, die sich mit Außenhandel, Wechselkursen und globalen Wertschöpfungsketten beschäftigt.
Eine zweite große Linie ist die Wirtschaftspolitik in ihren verschiedenen Ausprägungen, etwa Arbeitsmarkt-, Sozial-, Wettbewerbs- oder Umweltpolitik. Diese Schwerpunkte sind besonders interessant für alle, die später in Verbänden, Behörden, Ministerien oder politiknahen Organisationen tätig sein wollen. Hier verbindet sich ökonomische Theorie mit der Frage, wie staatliches Handeln Märkte und Gesellschaft gestaltet, und wie man die Wirkung von Maßnahmen seriös abschätzt.
Stark im Kommen ist die empirische und datengetriebene VWL. Wer sich auf Ökonometrie, Datenanalyse und quantitative Methoden konzentriert, eröffnet sich Tätigkeitsfelder, die weit über die klassische Volkswirtschaft hinausreichen, etwa in der Marktforschung, im Risikomanagement oder in der Data-Analytics-Abteilung großer Unternehmen. Beim Vergleich der Anbieter lohnt deshalb ein genauer Blick in die Modulpläne: Sie verraten, welche Schwerpunkte sich tatsächlich vertiefen lassen und wie viel Wahlfreiheit ein Studiengang bietet.
Anerkennung und Akkreditierung
Ein häufiges Bedenken bei Fernstudiengängen betrifft die Wertigkeit des Abschlusses. Hier gilt eine klare Faustregel: Ein Bachelor oder Master einer staatlich anerkannten Hochschule ist rechtlich gleichwertig, unabhängig davon, ob er im Fernstudium oder in Präsenz erworben wurde. Im Zeugnis ist in der Regel nicht erkennbar, in welchem Format studiert wurde. Entscheidend ist also nicht das Etikett Fernstudium, sondern die Anerkennung der Hochschule und die Akkreditierung des Studiengangs.
Worauf man achten sollte, sind zwei Ebenen. Erstens die staatliche Anerkennung der Hochschule selbst, die sicherstellt, dass es sich um eine ordnungsgemäße akademische Einrichtung handelt. Zweitens die Programmakkreditierung des einzelnen Studiengangs durch eine anerkannte Akkreditierungsagentur, die Qualität, Aufbau und Studierbarkeit prüft. Beide Informationen veröffentlichen seriöse Anbieter offen, etwa auf ihren Webseiten oder im Informationsmaterial. Im Zweifel hilft ein Blick in die einschlägigen Akkreditierungsverzeichnisse.
Wer langfristig plant, sollte zusätzlich bedenken, dass ein akkreditierter Abschluss in der Regel auch die Tür zu weiterführenden Schritten öffnet, etwa einem konsekutiven Master oder, bei einschlägiger Eignung, einer späteren Promotion. Auch international ist ein nach europäischen Standards akkreditierter Abschluss meist gut anschlussfähig. Gerade deshalb ist die Akkreditierung kein bürokratisches Detail, sondern ein zentrales Kriterium bei der Auswahl.
Dauer, Ablauf und Kosten
Die Regelstudienzeit eines Bachelors liegt bei sechs bis acht Semestern, im berufsbegleitenden Format wird sie aber bewusst gestreckt, damit das Studium neben dem Job zu bewältigen ist. Realistisch sind häufig vier bis fünf Jahre bis zum Bachelor, abhängig vom wöchentlichen Lernpensum. Viele Fernhochschulen erlauben eine flexible Verlängerung, oft sogar kostenfrei für eine begrenzte Zeit, was den Druck aus dem Zeitplan nimmt.
Der Ablauf folgt meist einem festen Muster: Man erhält Studienmaterial in digitaler und teils gedruckter Form, arbeitet Module eigenständig durch, nutzt Online-Tutorien und Foren und legt am Ende eines Moduls eine Prüfung ab. Den Abschluss bildet eine Bachelor- oder Masterarbeit. Die zeitliche Belastung sollte man nicht unterschätzen: Je nach Tempo sind über mehrere Jahre hinweg etliche Stunden Lernzeit pro Woche einzuplanen, häufig abends und am Wochenende.
Bei den Kosten gibt es keine einheitliche Zahl, da sie stark vom Anbieter, vom Abschluss und von der Studiendauer abhängen. Für einen kompletten Bachelor sollte man insgesamt mit einem Betrag im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich rechnen, bei einigen privaten Anbietern auch darüber. Hinzu kommen mögliche Prüfungs- oder Verlängerungsgebühren. Es lohnt sich, mehrere Angebote zu vergleichen und auch nach Förderungen, Steuervorteilen oder Arbeitgeberzuschüssen zu fragen.
Tipps für das berufsbegleitende Lernen
Der größte Unterschied zum Präsenzstudium liegt nicht im Stoff, sondern in der Selbstorganisation. Wer Beruf, Studium und Privatleben unter einen Hut bringen will, sollte früh feste Lernzeiten einplanen und sie wie wichtige Termine behandeln. Realistisch sind über die Woche verteilte Blöcke, die sich gut in den Alltag einfügen, etwa am frühen Morgen, in der Mittagspause oder am Wochenende. Wichtiger als die schiere Stundenzahl ist die Regelmäßigkeit, denn kontinuierliches Lernen verhindert, dass sich der Stoff vor den Prüfungen unüberwindbar auftürmt.
Hilfreich ist außerdem, die quantitativen Module nicht aufzuschieben. Statistik und Ökonometrie bauen stark aufeinander auf, weshalb sich Lücken später bitter rächen. Wer hier am Ball bleibt, Übungsaufgaben konsequent rechnet und die angebotenen Online-Tutorien nutzt, kommt erfahrungsgemäß deutlich entspannter durch das Studium. Lerngruppen, auch in rein digitaler Form, sind dabei Gold wert: Der Austausch mit anderen Studierenden ersetzt einen Teil der fehlenden Präsenz und hält die Motivation hoch.
Schließlich lohnt es sich, das Umfeld einzubeziehen. Wer Familie, Partnerin oder Partner und gegebenenfalls den Arbeitgeber über das Vorhaben informiert, schafft Verständnis für die zeitliche Belastung und mitunter sogar konkrete Unterstützung. Manche Arbeitgeber gewähren Lernzeit, Zuschüsse oder Freistellungen für Prüfungen, gerade wenn das Studium dem Betrieb zugutekommt. Ein offenes Gespräch zu Beginn ist deshalb oft mehr wert als jede Lerntechnik.
Für wen eignet sich das Fernstudium VWL?
Besonders gut passt ein berufsbegleitendes VWL-Fernstudium zu Menschen, die schon im Beruf stehen und ihre Kenntnisse akademisch untermauern oder erweitern möchten, ohne ihre Stelle aufzugeben. Dazu zählen etwa Beschäftigte aus Banken, Versicherungen, der öffentlichen Verwaltung oder kaufmännischen Berufen, die ein tieferes Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge suchen. Auch wer eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen hat und den nächsten Karriereschritt plant, findet hier einen flexiblen Weg.
Inhaltlich richtet sich das Fach an alle, die gerne analytisch denken, sich für gesamtwirtschaftliche Fragen interessieren und keine Scheu vor Zahlen und Modellen haben. Wer Nachrichten über Inflation, Zinsen oder Arbeitsmarkt nicht nur konsumiert, sondern hinterfragt, bringt eine gute Grundhaltung mit. Geduld und Durchhaltevermögen sind ebenfalls wichtig, weil sich der Stoff über mehrere Jahre erstreckt und manche Module Hartnäckigkeit verlangen.
Weniger geeignet ist das Fernstudium für alle, die viel direkten persönlichen Austausch und einen vorgegebenen Tagesrhythmus brauchen, um motiviert zu bleiben, oder die Mathematik und Statistik möglichst meiden möchten. In solchen Fällen kann ein stärker praxisorientierter oder betriebswirtschaftlich geprägter Weg die bessere Wahl sein. Ein ehrlicher Blick auf die eigenen Stärken, die verfügbare Zeit und die persönlichen Ziele hilft, die richtige Entscheidung zu treffen.
Karriere, Einsatzfelder und Gehalt
Volkswirtinnen und Volkswirte sind durch ihr analytisches Profil in vielen Bereichen einsetzbar. Klassische Arbeitgeber sind Banken und Versicherungen, Wirtschaftsforschungsinstitute, Verbände und Kammern, Ministerien und Behörden, internationale Organisationen sowie die Unternehmensberatung. Auch in größeren Unternehmen werden volkswirtschaftliche Kompetenzen gebraucht, etwa in der Marktanalyse, im Controlling oder in der strategischen Planung.
Typische Tätigkeiten reichen vom Erstellen von Konjunktur- und Marktprognosen über die Analyse wirtschaftspolitischer Maßnahmen bis hin zur datengestützten Beratung von Entscheidungsträgern. Wer empirisch und statistisch versiert ist, findet zunehmend auch Anschluss an Felder wie Data Analytics, in denen ökonomisches Denken und Datenkompetenz zusammenkommen. Gerade diese Verbindung eröffnet vielfältige Möglichkeiten.
Beim Gehalt ist Zurückhaltung angebracht, denn es hängt stark von Branche, Region, Abschluss, Berufserfahrung und Verantwortung ab. Einstiegsgehälter für Akademikerinnen und Akademiker in wirtschaftsnahen Funktionen bewegen sich häufig in einer breiten Spanne, die im unteren bis mittleren Bereich akademischer Einstiegsvergütungen liegt; mit Spezialisierung, Master und Erfahrung sind deutlich höhere Einkommen erreichbar. Pauschale Versprechen sind hier wenig seriös – die Bandbreite ist groß.
Häufige Fragen zum Fernstudium VWL
Ein Fernstudium mit volkswirtschaftlichem Schwerpunkt ist ein anspruchsvoller, aber lohnender Weg für alle, die wirtschaftliche Zusammenhänge wirklich verstehen und analytisch arbeiten möchten – und das berufsbegleitend, ohne den Job aufzugeben. Wer Disziplin, Interesse an Zahlen und Durchhaltevermögen mitbringt, kann sich so flexibel eine fundierte akademische Qualifikation erarbeiten. Entscheidend ist, die Modulpläne, das Prüfungsformat und die Kosten der Anbieter genau zu vergleichen und vorab Informationsmaterial einzuholen.
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