Umschulung Ergotherapie – Ausbildung Quereinsteiger
Redaktionell geprüft von der Fernstudium – Berufsbegleitend studieren-Redaktion · Aktualisiert: · Lesezeit: ca. 10 Min
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste auf einen Blick
- Umschulungen in der Ergotherapie werden durch Bildungsgutschein nach §81 SGB III gefördert
- Die Bundesagentur für Arbeit und Jobcenter unterstützen Quereinsteiger bei der beruflichen Neuorientierung
- Praktische Erfahrungen in verschiedenen Einrichtungen sind Teil der staatlich geregelten Ausbildung
- Berufsbegleitendes Studium bietet zusätzliche Qualifikationsmöglichkeiten nach erfolgreichem Abschluss
Eine Umschulung in Sachen Ergotherapie kommt vor allem Berufswechsler/innen und Berufswechslern in den Sinn, die in ihrem alten Beruf nicht mehr weiterkommen und nun nach einer erfüllenden Tätigkeit mit vielversprechenden Zukunftsaussichten suchen. Als Ergotherapeut/in kann man Menschen mit motorischen Einschränkungen zu mehr Lebensqualität verhelfen und so einen sinnstiftenden Beruf ausüben. Wer danach sucht und zudem seine soziale Ader in den beruflichen Neuanfang einfließen lassen möchte, sollte sich mit der Umschulung zum Ergotherapeuten beziehungsweise zur Ergotherapeutin auseinandersetzen.
Berufswechsler/innen, die ihre berufliche Zukunft in der Ergotherapie sehen, sollten sich mit dem Ablauf entsprechender Umschulungen befassen. Zudem ist es wichtig, dass sie sich mit dem Berufsbild auseinandersetzen, schließlich sollten sie sich dieses Mal mit der Berufswahl sicher sein. Ein Beratungstermin beim Arbeitsamt ist daher dringend anzuraten. Außerdem sollten angehende Umschüler/innen auch eigenständig recherchieren. Im Folgenden können sie sich einen ersten Eindruck von der Umschulung zum Ergotherapeuten verschaffen.
Berufschancen und Verdienstmöglichkeiten im Bereich Ergotherapie
Die Konditionen der Ergotherapie-Umschulung sind ohne Frage relevant, doch zunächst ist es wichtig, dem Beruf des Ergotherapeuten auf den Grund zu gehen. Kennzeichnend für die Ergotherapie ist, dass sie sich Menschen mit eingeschränkter Handlungsfähigkeit widmet und es sich zur Aufgabe macht, diese in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit zu stärken. Die Förderung der Eigenständigkeit im Alltag steht somit im Fokus ergotherapeutischer Maßnahmen. Als Ergotherapeut/in verhilft man seinen Klientinnen und Klienten so zu einer höheren Lebensqualität und verbessert ihre Handlungsfähigkeit. Diese Kenntnisse und Kompetenzen sind vor allem in den folgenden Bereichen gefragt:
- Kliniken und Krankenhäuser
- Praxen für Ergotherapie
- integrative Kindergärten
- Förderschulen
- Reha-Einrichtungen
- Einrichtungen der Behindertenhilfe
- Pflegedienste
- Pflegeheime
- Therapiezentren
Je nach Einsatzbereich, Qualifikationsprofil und Tätigkeitsschwerpunkt können die Verdienstmöglichkeiten in der Ergotherapie mehr oder weniger stark variieren. Interessierte an einem entsprechenden Berufswechsel sollten sich dessen bewusst sein. Zugleich können sie sich an einem durchschnittlichen Gehalt zwischen rund 30.000 Euro und 40.000Euro brutto im Jahr orientieren.
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Per Umschulung Ergotherapeut/in werden
Der Zugang zum Beruf des Ergotherapeuten setzt üblicherweise eine dreijährige Ausbildung voraus, die an Berufsfachschulen für Ergotherapie und in entsprechenden Praxen sowie Kliniken und Pflegeeinrichtungen stattfindet. Im Zuge dessen werden die Teilnehmenden umfassend auf die staatliche Abschlussprüfung vorbereitet, die ihnen den offiziellen Berufsabschluss als Ergotherapeut/in beschert.
Die Umschulung zum Ergotherapeuten fungiert als Zweitausbildung und führt Berufswechsler zur staatlichen Abschlussprüfung. Ebenso wie die reguläre Ausbildung widmet sich die Umschulung dabei insbesondere den folgenden Inhalten:
- Medizin
- Krankheitslehre
- Arzneimittellehre
- Psychologie
- Pädagogik
- Didaktik
- Sozialwissenschaft
- Sozialarbeit
- Soziologie
- Erste Hilfe
- Recht
- Hygiene
- Ergotherapie
Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Ergotherapie-Umschulung
Je nach Anbieter und Lehrgangsform können die Konditionen der Ergotherapie-Umschulung variieren. Interessierte sollten dies beachten und dementsprechend recherchieren. Diejenigen, die sich zunächst einen ersten Eindruck verschaffen möchten, sollten wissen, dass Umschulungen typischerweise als außerbetriebliche Lehrgänge daherkommen. Dabei gelten die folgenden Rahmenbedingungen:
- Voraussetzung: keine besondere Vorbildung
- Dauer: 2 bis 4 Jahre
- Kosten: variabel
Finanzierung der Ergotherapie-Umschulung
Durch die teils hohen Lehrgangsgebühren und den laufenden Lebensunterhalt ergeben sich im Zuge einer Umschulung vielfach Kosten von einigen Tausend Euro. Berufswechsler/innen können diese für gewöhnlich nicht aus eigener Tasche bezahlen und sind daher auf eine Finanzierung angewiesen. In der Regel sollten sie beim Arbeitsamt vorstellig werden, denn diese berät nicht nur rund um die Umschulung zur Ergotherapeutin beziehungsweise zum Ergotherapeuten, sondern bietet auch finanzielle Unterstützung in Form der folgenden Mittel:
- Bildungsgutschein
- Hilfen zum Lebensunterhalt
Checkliste: Das macht die persönliche Eignung als Ergotherapeut/in aus
Die Ergotherapie-Umschulung setzt keine besondere Vorbildung voraus, geht aber von der gesundheitlichen Eignung aus. Außerdem richten sich Umschulungen typischerweise an Menschen, die der Perspektivlosigkeit ihres bisherigen Berufs entkommen wollen. Die persönliche Eignung darf allerdings auch nicht vernachlässigt werden, denn mit dieser steht und fällt der langfristige Erfolg in der Ergotherapie. Die folgende Checkliste bietet daher eine Übersicht über die Kriterien, die die persönliche Eignung als Ergotherapeut/in ausmachen:
- Zuverlässigkeit
- Verantwortungsbewusstsein
- Offenheit
- Einfühlungsvermögen
- Geduld
- Organisationsgeschick
- Kommunikationsstärke
- Einsatzbereitschaft
- Belastbarkeit
- Zuverlässigkeit
- Flexibilität
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen im Bereich Ergotherapie?
Nach dem Abschluss als Ergotherapeut/in sollte man einerseits praktische Erfahrungen sammeln und andererseits die eine oder andere Weiterbildung ins Auge fassen. Dabei kann es sich um Workshops, Seminare oder Online-Kurse zu ergotherapeutischen Methoden und Themen handeln. Außerdem stellen auch die folgenden Fortbildungen spannende Optionen dar:
- Betriebswirt/in – Management im Gesundheitswesen
- Fachwirt/in – Gesundheits- und Sozialwesen
- Qualitätsbeauftragte/r – Gesundheits- und Sozialwesen
Die zunehmende Akademisierung sorgt dafür, dass ein Studium eine vielversprechende Alternative zu einer klassischen Weiterbildung darstellt. Indem Ergotherapeuten berufsbegleitend studieren, können sie Theorie und Praxis miteinander verbinden und ihre Karrierechancen nachhaltig optimieren. Beispielsweise per Fernstudium bieten sich insbesondere die folgenden Fächer an:
- Ergotherapie
- Physiotherapie
- Rehabilitation
- Gesundheitspädagogik
- Heilpädagogik
- Soziale Arbeit
Welche Alternativen gibt es zur Ergotherapie-Umschulung?
Die Umschulung zum Ergotherapeuten beziehungsweise zur Ergotherapeutin kann interessante Chancen bieten, es gibt aber auch einige Alternativen. Wer in diesem Bereich alle Optionen ausloten möchte, sollte auch die folgenden Berufe als Umschulungsalternativen betrachten:
- Physiotherapeut/in
- Pflegefachmann/-frau
- Erzieher/in
- Kinderpfleger/in
- Heilerziehungspfleger/in
Voraussetzungen für die Ergotherapie-Umschulung
Kurz gesagt: Die Förderung erfolgt nach §81 SGB III durch die Bundesagentur für Arbeit oder das Jobcenter. Ein mittlerer Schulabschluss und gesundheitliche Eignung sind erforderlich.
Für die Umschulung zum Ergotherapeuten müssen Interessierte bestimmte Zugangsvoraussetzungen erfüllen. Die meisten Schulen verlangen einen mittleren Schulabschluss oder eine gleichwertige Qualifikation. Alternativ ist der Hauptschulabschluss mit einer abgeschlossenen zweijährigen Berufsausbildung ausreichend. Praktische Erfahrungen im sozialen oder medizinischen bereich sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich.
Die Bundesagentur für Arbeit prüft bei der Förderentscheidung die berufliche Notwendigkeit der Umschulung. Ein ärztliches Attest bestätigt die gesundheitliche Eignung für den Beruf. Viele Anbieter führen zusätzlich Aufnahmegespräche durch, um die Motivation und Eignung der Bewerber zu prüfen. Die BERUFENET Datenbank bietet detaillierte Informationen zu allen formalen Anforderungen.
Förderung durch Bildungsgutschein nach §81 SGB III
Kurz gesagt: Die Umschulung wird über den Bildungsgutschein nach §81 SGB III finanziert. Bei Arbeitslosigkeit zahlt die Agentur für Arbeit, bei Grundsicherung das Jobcenter.
Der Bildungsgutschein nach §81 SGB III ist das zentrale Förderinstrument für berufliche Umschulungen. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt dabei die kompletten Lehrgangskosten und zahlt während der Maßnahme Arbeitslosengeld weiter. Empfänger von Grundsicherung nach SGB II erhalten die Förderung über das Jobcenter. Die Bewilligung hängt von der individuellen Situation und den Arbeitsmarktchancen ab.
Für die Beantragung ist ein persönliches Beratungsgespräch bei der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter notwendig. Der Berater prüft, ob die Umschulung die Chancen auf eine dauerhafte berufliche Eingliederung verbessert. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) führt Listen zertifizierter Bildungsträger, die für die Förderung zugelassen sind.
Ablauf und Struktur der ergotherapeutischen Ausbildung
Kurz gesagt: Die staatlich geregelte Ausbildung dauert drei Jahre und verbindet theoretische Grundlagen mit praktischen Einsätzen in verschiedenen Einrichtungen.
Die Umschulung zum Ergotherapeuten folgt dem staatlich geregelten Lehrplan der regulären Ausbildung. In den ersten beiden Jahren stehen medizinische grundlagen, anatomische Kenntnisse und ergotherapeutische Techniken im Mittelpunkt. Die Auszubildenden lernen verschiedene handwerkliche und gestalterische Techniken sowie deren therapeutischen Einsatz. Praktische Übungen finden bereits ab dem ersten Ausbildungsjahr statt.
Das dritte Jahr besteht hauptsächlich aus praktischen Einsätzen in verschiedenen Einrichtungen. Die Umschüler arbeiten in Kliniken, Reha-Zentren und ergotherapeutischen Praxen. Dort sammeln sie praktische Erfahrungen mit unterschiedlichen Patientengruppen. Die staatlich anerkannte Schule für Ergotherapie überwacht und bewertet diese Praxisphasen. Nach erfolgreichem Abschluss aller Module folgt die staatliche Prüfung.
Anerkannte Anbieter und Schulen für Ergotherapie
Kurz gesagt: Staatlich anerkannte Berufsfachschulen bieten die Umschulung an. Private und öffentliche Träger sind für Bildungsgutschein-Förderung zugelassen.
Die Umschulung findet an staatlich anerkannten Berufsfachschulen für Ergotherapie statt. Diese Schulen müssen von der zuständigen Landesbehörde genehmigt und für die Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit zertifiziert sein. Sowohl private als auch öffentliche Träger bieten entsprechende Programme an. Die Qualität der ausbildung unterliegt strengen staatlichen Kontrollen.
Bei der Auswahl der Schule sollten Umschüler auf die Zulassung für Bildungsgutscheine achten. Die Einrichtung muss nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert sein. Viele Anbieter haben Kooperationen mit Kliniken und Praxen für die praktische Ausbildung. Die Beratungshotline der Bundesagentur für Arbeit gibt Auskunft über zugelassene Bildungsträger in der Region.
Berufsbegleitendes Studium nach der Umschulung
Kurz gesagt: Nach erfolgreichem Abschluss der Umschulung ermöglicht ein berufsbegleitendes Studium der Ergotherapie zusätzliche Qualifikationen und bessere Karrierechancen.
Absolventen der ergotherapeutischen Umschulung können ihre berufliche Laufbahn durch ein Studium erweitern. Viele Hochschulen bieten berufsbegleitende Bachelorstudiengänge in Ergotherapie oder verwandten bereichen an. Das Studium vermittelt wissenschaftliche grundlagen und erweitert die therapeutischen Kompetenzen. Ergotherapeuten mit akademischem abschluss haben bessere Aufstiegschancen in Führungspositionen.
Die Studiengänge richten sich speziell an berufstätige Ergotherapeuten und finden meist an Wochenenden oder in Blockveranstaltungen statt. Inhalte sind unter anderem Forschungsmethoden, erweiterte Therapiekonzepte und Praxismanagement. Einige Programme ermöglichen auch den direkten Übergang zum Masterstudium. Die möglichkeit eines Studiums eröffnet neue berufliche Perspektiven in Forschung, Lehre oder spezialisierter Patientenversorgung.
Weiterführende Informationen
Die Bundesagentur für Arbeit berät zu Förderungsmöglichkeiten und stellt Bildungsgutscheine für anerkannte Umschulungsmaßnahmen aus.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) veröffentlicht offizielle Informationen zu Ausbildungsberufen und führt Listen zertifizierter Bildungsträger.
Das Bundesministerium für Gesundheit regelt die staatlichen Prüfungsordnungen und Zulassungsvoraussetzungen für Heilmittelerbringer wie Ergotherapeuten.
Wie lange dauert die Umschulung zum Ergotherapeuten?
Die Umschulung dauert drei Jahre und entspricht der regulären Ausbildung. Sie endet mit der staatlichen Abschlussprüfung.
Welche Förderung gibt es für die Ergotherapie-Umschulung?
Die Förderung erfolgt über Bildungsgutschein nach §81 SGB III durch die Bundesagentur für Arbeit oder das Jobcenter.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Umschulung?
Sie benötigen einen mittleren Schulabschluss oder Hauptschulabschluss mit zweijähriger Berufsausbildung sowie gesundheitliche Eignung.
Kann ich nach der Umschulung studieren?
Ja, nach erfolgreichem Abschluss können Sie ein berufsbegleitendes Studium der Ergotherapie absolvieren.
Wo findet die praktische Ausbildung statt?
Die praktischen Einsätze erfolgen in verschiedenen Einrichtungen wie Kliniken, Reha-Zentren und ergotherapeutischen Praxen.
Umschulung im Bereich Gesundheit
- Arzthelferin
- Bademeister
- Diätassistent
- Ergotherapie
- Ernährungsberater
- Fachkraft für Arbeitssicherheit
- Fitnesskaufmann
- Fitnesstrainer
- Hebamme
- Heilerziehungspfleger
- Heilpädagoge
- Heilpraktiker
- Kauffrau im Gesundheitswesen
- Kinderpfleger
- Krankenschwester
- Logopädie
- Masseur
- Medizinische Fachangestellte
- Notfallsanitäter
- Pflegefachkraft
- Pflegehelfer
- Physiotherapie
- Podologe
- Psychologischer Berater
- Rettungssanitäter
- Tierarzthelfer
- Tierheilpraktiker
- Tierpfleger
- Tierphysiotherapeut
- Yogalehrer
- Heilerziehungspfleger




