Teilzeitstudium

Das Teilzeitstudium gehört zu den besonderen Studienformen, die auch für Berufstätige durchaus infragekommen können und so eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass man nicht nur direkt nach dem Abitur in Vollzeit studieren kann. In Anbetracht der Tatsache, dass die Lebenswege vieler Menschen nicht immer gerade verlaufen, ist ein berufsbegleitendes Studium oftmals eine tolle Möglichkeit, Studium und Beruf unter einen Hut zu bekommen.

Einerseits ist man berufstätig und will dies auch bleiben, andererseits lockt ein akademischer Grad mit vielversprechenden Karrierechancen. All dies lässt sich durch ein berufsbegleitendes Studium miteinander vereinbaren. Ein Studium in Teilzeit kommt somit vielfach wie gerufen und schafft die Basis für die weitere berufliche Entwicklung. Allerdings sollten Interessierte an einem solchen Studium vorab sorgfältig recherchieren und sich eingehend mit dem Teilzeitstudium befassen, um festzustellen, ob es sich dabei tatsächlich um die richtige Wahl handelt.

Definition Teilzeitstudium

Der erste Schritt der Entscheidungsfindung führt über die Definition des Begriffs Teilzeitstudium. Zunächst erscheint dieser selbsterklärend, doch bei näherer Betrachtung treten dennoch einige Fragen auf. Dass man im Zuge dessen in Teilzeit studiert, liegt auf der Hand, aber wie dies konkret abläuft, ist vielen Menschen zunächst schleierhaft.

Es besteht folglich Klärungsbedarf, denn angesichts der Tatsache, dass man nur relativ selten an der Hochschule vor Ort an Lehrveranstaltungen teilnimmt, lässt zuweilen den Eindruck entstehen, es handele sich um kein richtiges Studium. Dem ist jedoch nicht so, denn auch ein Teilzeitstudium führt zu einem akademischen Grad wie dem Bachelor, Master oder MBA und ist absolut gleichwertig.

Kennzeichnend für ein Teilzeitstudium ist die Tatsache, dass die Vorlesungen und sonstigen Lehrveranstaltungen nicht mehrere Stunden täglich dauern, wie dies bei einem Vollzeitstudium durchaus der Fall sein kann. Stattdessen finden diese an festgelegten einzelnen Tagen in der Woche oder auch per Blockunterricht statt. Die Vorlesungszeiten halten sich somit in Grenzen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass die Studierenden besonders viel Eigenleistung erbringen müssen.

Die Vor- und Nachteile eines Teilzeitstudiums

Nachdem man sich mit den Grundzügen des Teilzeitstudiums befasst hat, lassen sich die Vor- und Nachteile dieser Studienform in der Regel schon erahnen. Kritikpunkte sind oftmals, dass man das klassische Studentenleben nicht erlebt, nur wenig Zeit für die Auseinandersetzung mit den wissenschaftlich komplexen Inhalten hat und Studium und Beruf gleichermaßen gerecht werden muss.

Darüber hinaus hat man vielleicht auch noch eine Familie und Freunde, die ebenfalls nicht vollkommen vernachlässigt werden sollen. Teilzeitstudierende fühlen so nicht selten eine gewisse Zerrissenheit, der sie während des Studiums auch kaum entfliehen können. Nichtsdestotrotz kommen viele Menschen immer wieder zu dem Entschluss, dass es sich lohnt, die Entbehrungen in Kauf zu nehmen und in Teilzeit zu studieren.

Die Möglichkeit, parallel zum Job einen akademischen Grad erlangen zu können, auf dem man seine weitere Berufslaufbahn aufbaut, ist überaus reizvoll. Teilzeitstudiengänge bieten Berufstätigen die dazu erforderliche Flexibilität, ohne gänzlich auf Präsenzen zu verzichten. Der regelmäßige Austausch mit Dozenten und Kommilitonen findet somit ebenfalls statt.

Im Allgemeinen dürfen Menschen, die mit einem Teilzeitstudium liebäugeln, dieses auf keinen Fall romantisieren. Trotz aller Vorzüge gibt es auch negative Aspekte, die man zuvor kennen sollte. Nur so kann man das Für und Wider abwägen und schlussendlich die richtige Entscheidung treffen.

Voraussetzungen für ein Teilzeitstudium

Eine absolute Grundvoraussetzung für ein Teilzeitstudium ist Belastbarkeit. Nur wer der Doppelbelastung aus Studium und Beruf standhält und seinen Alltag dementsprechend organisiert, kann bis zum ersehnten Abschluss durchhalten und sich so über einen Studienerfolg neben dem Beruf freuen. Selbstdisziplin, Eigenmotivation und Ehrgeiz sind weitere Eigenschaften, die Teilzeitstudierende mitbringen sollten. Dass der Beruf ausreichend Zeit für den Besuch der Präsenzen lassen muss, versteht sich zudem von selbst.

Formale Kriterien spielen für die Zulassung zu einem Teilzeitstudium ebenfalls eine nicht unwesentliche Rolle. Für ein grundständiges Studium mit dem Ziel Bachelor, muss man für gewöhnlich über das (Fach-)Abitur verfügen. Alternative Zulassungschancen existieren allerdings unter anderem für beruflich Qualifizierte und Absolventen einer beruflichen Aufstiegsfortbildung.

Ist dahingegen der Master oder MBA das Ziel des Teilzeitstudiums, ist ein erster akademischer Grad zwingend erforderlich. Da Teilzeitstudiengänge üblicherweise berufsbegleitend angelegt sind, wird zuweilen auch eine parallele Berufstätigkeit vorausgesetzt.

Dauer eines Teilzeitstudiums

In der Regel wird für den Bachelor eine Regelstudienzeit von sechs Semestern veranschlagt. Wer in Teilzeit studiert, kann aber kaum das Pensum eines Vollzeitstudiums schaffen, so dass sich durchaus eine Dauer von bis zu zwölf Semestern ergeben kann. Ähnlich ist dies im Falle eines Master-Teilzeitstudiums, denn dieses kann durchaus acht anstatt vier Semester in Vollzeit dauern.

Kosten eines Teilzeitstudiums

Grundsätzlich ist ein berufsbegleitendes Teilzeitstudium an vielen staatlichen Hochschulen möglich, besonders stark vertreten sind allerdings private Hochschulen als Anbieter von Teilzeitstudiengängen. Je nach Anbieter variieren die anfallenden Gebühren, die vor allem an Privathochschulen beträchtliche Summen ergeben können.

Handelt es sich um ein berufsbegleitendes Teilzeitstudium mit konkretem Bezug zur ausgeübten Tätigkeit, lohnt es sich, das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen. Nicht selten honoriert dieser derartiges Engagement und übernimmt die Kosten für das Teilzeitstudium teilweise oder sogar vollständig.

Welche Fächer stehen als Teilzeitstudium zur Auswahl?

Was man per Teilzeitstudium studieren kann, lässt sich pauschal kaum beantworten, da hier eine enorme Vielfalt an Studienangeboten existiert. Fast sämtliche Studiengänge, die an den Universitäten und Hochschulen angeboten werden, sind auch als Teilzeitstudium vorstellbar.

In der Praxis sind hier vor allem die Fächer sehr gefragt, die sich in der Wirtschaft gut einsetzen lassen und der Karriere einen direkten Schub geben können. Dies trifft unter anderem auf die Betriebswirtschaftslehre, Informatik, das Wirtschaftsingenieurwesen, den Maschinenbau, die Elektrotechnik und die Wirtschaftsinformatik zu. Sozialmanagement und Gesundheitsökonomie gehören ebenfalls zu den Top-Teilzeitstudiengängen.

Gibt es Alternativen zum Teilzeitstudium?

Für den Fall, dass ein Teilzeitstudium gerade nicht zur aktuellen Lebenssituation passt, muss man den Traum von einem berufsbegleitenden Studium keineswegs aufgeben. Eine gute Alternative kann beispielsweise ein Fernstudium sein, das zeitlich und örtlich unabhängig daherkommt. Die Arbeitszeiten spielen so ebenso wie die Distanz zwischen Wohnort und Campus keine Rolle, schließlich kann man jederzeit und überall lernen.


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